Huanggangshan Yülü (Huánggǎngshān yùlǜ, 黄岗山玉绿) — ein grüner Gebirgstee aus dem Kreis Yanshan (铅山县) der bezirksfreien Stadt Shangrao im Nordosten der Provinz Jiangxi. Der Name bedeutet „Jadegrün vom Berg Huanggang“: Der Berg Huanggang (黄岗山) an der Grenze zu Fujian ist die höchste Erhebung Ostchinas, und „yülü“ (玉绿) ist ein alter Name des Tees aus Yanshan, den die Lokalchronik in die Reihe der berühmten Tees des Kreises aus der Ming-Zeit stellt. Seit 2013 ist der Tee als Agrarprodukt mit geografischer Angabe geschützt, seit 2025 als Produkt mit geografischer Angabe. Das Schutzdokument teilt den Tee nach Erntezeitpunkt in sieben Sorten ein — von der einzelnen Knospe bis zum späten groben Blatt.
1. Klassifikation und Herkunft
- Typ: Grüner Tee (绿茶, lǜchá), nicht fermentiert. Die Technologie nach dem Schutzdokument ist grün: Fixierung, Rollen, Nachtrocknung.
- Kategorie: Grüner Gebirgstee aus dem Nordosten Jiangxis; landwirtschaftliche geografische Angabe (2013) und Produkt mit geografischer Angabe (2025).
- Herkunft: China, Provinz Jiangxi (江西, Jiāngxī), bezirksfreie Stadt Shangrao (上饶, Shàngráo), Kreis Yanshan (铅山, Yánshān).
- Schutzgebiet: Laut landwirtschaftlicher Registrierung — sechs Einheiten des Kreises: Großgemeinde Wuyishan (武夷山镇), Gemeinde Yingjiang (英将乡), Dorf Ehu der Großgemeinde Ehu (鹅湖镇鹅湖村), Gemeinden Taiyuan (太源乡), Huangbi (篁碧乡) und Tianzhushan (天柱山乡). Die Schutzfläche beträgt 1333 ha, die Menge 300 t pro Jahr (2013). Die Anforderungen von 2025 behalten dieselben sechs Einheiten und dieselben Koordinaten bei.
- Geografische Koordinaten: Laut Schutzdokument — 117°44′33″–117°47′31″ ö. L. und 27°48′19″–28°17′16″ n. Br.
2. Geschichte und kulturelle Bedeutung
- Geschichte:
- Song. Laut Schutzdokument wurde Tee aus Yanshan bereits in der Song-Zeit Tribut an den Hof; die „Kreis-Chronik von Yanshan“ (《铅山县志》) nennt in ihrer Nacherzählung die Song-Tees 周山茶, 白水团茶 und 小龙凤团茶.
- Ming. In den Jahren Xuande bis Zhengde (1426–1521) entstanden im Kreis die berühmten Tees 小种河红, 玉绿, 特贡, 贡毫, 贡玉 und 花香; als Quelle wird das Ming-Werk „铅书“ genannt. Am besten verkauften sich laut derselben Nacherzählung Hehong und Yülü.
- Qing. Die „Agrarchronik von Shangrao“ (《上饶市农业志》) führt die Formel „纸外唯茶“ an — „außer Papier nur Tee“. In den Jahren Guangxu (1875–1908) lieferte der Kreis jährlich 40–50 Tausend Kisten Hehong und 20–30 Tausend Kisten Yülü; das Kistengewicht von 25 kg gibt die Chronik bei der Zahl für Hehong an.
- 1953. In Shangrao wurde ein Komitee zur Reform der Teeproduktion gegründet, das begann, die Produktion des roten Hehong auf grünen Tee umzustellen.
- 2013. Am 15. April nahm das Landwirtschaftsministerium mit der Bekanntmachung Nr. 1925 „黄岗山玉绿“ als Agrarprodukt mit geografischer Angabe unter Schutz (Zeugnis AGI01104).
- 2025. Mit der Bekanntmachung der Staatlichen Behörde für geistiges Eigentum (CNIPA) Nr. 640 vom 16. Juli 2025 wurde der Tee als Produkt mit geografischer Angabe in der allgemeinen Liste von 1409 Produkten anerkannt; Antragsteller war der Teeindustrieverband des Kreises (铅山县茶行业协会).
- Auszeichnung. Laut einer Referenz-Website erhielt der Tee eines lokalen Unternehmens den Titel „Teekönig“ (茶王) in der Gruppe der grünen Tees bei der Verkostung „Hehong-Becher“ (河红杯) in Yanshan; das Jahr nennt die Quelle nicht.
- Name: „Huanggangshan“ (黄岗山) — der Berg Huanggang, „erster Gipfel Ostchinas“ (华东第一峰) der lokalen Texte; „yülü“ (玉绿) — „Jadegrün“.
- Kulturelle Bedeutung: Das Schutzdokument stellt das Ming-zeitliche „yülü“ neben das moderne Produkt, beweist aber keine Kontinuität: Es ist derselbe Name, nicht nachweislich derselbe Tee. Lokale Materialien stellen Yülü und den roten Hehong (河红茶) als zwei Tees des Kreises mit landesweiter geografischer Angabe dar.
3. Botanische Beschreibung und Rohmaterial
- Sorte / Kultivar: Laut Schutzdokument — überwiegend eine Populationssorte (群体种, qúntǐzhǒng) mit stabiler Ertragsfähigkeit und langer Zartheit der Triebe (持嫩性强). Eine konkrete Sorte nennt das Dokument nicht.
- Ernte: Laut Anforderungen von 2025 — von Anfang April bis Ende Mai. Sieben Teesorten unterscheiden sich nach Erntezeitpunkt und Reife des Rohmaterials:
- Yunhao (云毫, yúnháo): einzelne Knospe um das Qingming-Fest.
- Yunya und Yunzhen (云芽, 云针, yúnyá, yúnzhēn): Knospe mit einem Blatt um Guyu.
- Yunwu (云雾, yúnwù): Knospe mit zwei Blättern, Anfang Mai.
- Yunyu und Yuncui (云玉, 云翠, yúnyù, yúncuì): Knospe mit drei bis vier Blättern, Mitte Mai.
- Yunpian (云片, yúnpiàn): „grober Tee“ (大茶) Mitte und Ende Mai.
- Erntestandard: Von Hand, im Verfahren des „Hebepflückens“ (提采法, tícǎifǎ), an klaren Morgen; das Blatt wird in Bambuskörben sofort zur Verarbeitung gebracht.
4. Terroir und Anbaubesonderheiten
- Region: Yanshan grenzt im Süden über den Wuyi-Gebirgszug an Fujian, im Norden öffnet es sich zum Fluss Xinjiang (信江).
- Anbauhöhe: Beide Schutzdokumente verlangen Lagen über 800 m. Der Höhenunterschied im Gebiet beträgt laut Reglement von 2013 zwischen 300 und 2157,7 m; die letzte Zahl nennt das Dokument für den höchsten Punkt, den Berg Huanggang.
- Klima: Feuchtes subtropisches Klima mit ausgeprägten Gebirgszügen. Die Hänge liegen oft im Nebel. Sonnenstunden — nur 1694,5 pro Jahr, Niederschlag — 2173,2 mm, Luftfeuchtigkeit — 83 %.
- Böden: Rote, gelb-rote und gelb-braune Böden; unter der Waldstreu liegt ein Humushorizont mit etwa 16 % organischer Substanz, pH 4,8–5,5. Für die Gärten verlangt das Dokument pH 4,8–5,5 und mehr als 5 % organische Substanz.
- Gartenpflege: Gründüngung zwischen den Reihen junger Gärten, im Winter verrottete organische Substanz; Schädlingsschutz — Lichtfallen (eine pro 50 mu), Schnitt, Nützlinge und Biopräparate.
- Ökologische Normen: Umwelt und Produktion — nach den Branchennormen für „grüne Produkte“ (绿色食品) NY/T 391-2000 und NY/T 288-2002.
5. Produktionstechnologie
Das Reglement des landwirtschaftlichen GI von 2013 gibt ein kurzes maschinelles Schema mit Parametern vor; die Anforderungen von 2025 wiederholen dieselbe Abfolge ohne Zahlen:
- Ausbreiten (摊青, tānqīng): Das frische Blatt wird 4–8 Stunden auf Bambusmatten ausgelegt.
- Fixierung (杀青, shāqīng): In der automatischen Trommel bei 180–220 °C.
- Rollen (揉捻, róuniǎn): In der Rollmaschine, 20 Minuten.
- Nachtrocknung durch Röstung (炒干, chǎogān): In der Trommel, 4–5 Stunden.
- Sortierung und Verpackung: Der Tee wird in die sieben Sorten getrennt und verpackt; auf der Verpackung muss das Zeichen „黄岗山玉绿“ stehen.
6. Organoleptische Eigenschaften
Die folgende Beschreibung stammt aus dem Schutzdokument.
- Erscheinungsbild des trockenen Blattes: Fein, dicht gerollt, leicht gebogen, saftig grün, mit deutlichem Flaum (细紧微卷,绿润显毫).
- Aroma des trockenen Blattes: Keine eigene Beschreibung; das Dokument nennt das Aroma rein und anhaltend, ohne zu präzisieren, ob des trockenen Blattes oder des Aufgusses.
- Aroma des Aufgusses: Rein und anhaltend (清香持久).
- Geschmack: Frisch, weich, mit süßlicher Frische (鲜醇甘爽).
- Farbe des Aufgusses: Zartgrün und leuchtend (嫩绿明亮).
- Teegrund (aufgegossenes Blatt): Zartgrün, gleichmäßig, mit gut sichtbaren Knospen (嫩绿、显芽匀整).
7. Chemische Zusammensetzung
Das Reglement von 2013 und die Anforderungen von 2025 geben dieselben Werte an:
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Feuchtigkeit | 2,5–6,6 % |
| Wasserlösliche Extraktstoffe | 43–47 % |
| Gesamtasche | 5–6 % |
| Wasserlösliche Asche | 3–4 % |
| Teepolyphenole | 17,5–20,8 % |
| Catechine (Summe) | 15,2–17,1 % |
| Koffein | 3,4–4,3 % |
| Rohfaser | 8,2–10,2 % |
Dies sind charakterisierende Bereiche, keine Grenzwerte; die Methode nennt die Quelle nicht. Eine Normnummer für den Tee selbst findet sich in den vorliegenden Quellen nicht.
8. Zubereitung
Übliche Praxis für grünen Tee.
- Wassertemperatur: 80–85 °C.
- Teemenge: 3 g auf 150 ml.
- Gefäß: Glasbecher oder weißes Gaiwan.
- Ablauf:
- Gefäß vorwärmen.
- Tee hineingeben und Wasser an der Wandung entlang zugießen.
- Erster Aufguss — nach 40–60 Sekunden.
- Trinken, dabei einen Teil des Aufgusses zurücklassen.
- Wasser nachgießen.
- Zwei bis drei weitere Aufgüsse.
9. Lagerung
Übliche Praxis. In luftdichter Verpackung, im Kühlschrank bei 0–5 °C, ohne Licht, Feuchtigkeit und Fremdgerüche; am besten innerhalb eines Jahres trinken. Dasselbe verlangt das Schutzdokument von den Lagern: Trockenheit, Dunkelheit, keine Fremdgerüche, Lagerung nach Partien.
10. Preis und Fälschungen
Preisangaben finden sich in den vorliegenden Quellen nicht.
- So vermeiden Sie Fälschungen:
- Auf das Zeichen der geografischen Angabe achten.
- Prüfen, ob der Hersteller aus den sechs genannten Einheiten des Kreises Yanshan stammt — dieses Gebiet nennen beide Schutzdokumente.
- Nicht mit Hehong verwechseln — einem roten Tee desselben Kreises mit eigener geografischer Angabe.
11. Interessante Fakten
- Die alte Formel „纸外唯茶“ stellt Tee als zweites Gewerbe Yanshans nach dem Papier dar.
- Die Namen aller sieben Sorten beginnen mit dem Zeichen 云 — „Wolke“.
12. Vergleich mit anderen Tees
- He Hong Cha (河红茶): Roter Tee desselben Kreises; steht in der Ming-Liste neben Yülü.
- Shangrao Bai Mei (上饶白眉): Grüner Tee derselben bezirksfreien Stadt Shangrao.
- Wuyuan Lücha (婺源绿茶): Grüner Tee aus dem Nordosten Jiangxis, ebenfalls aus dem Bezirk Shangrao.
- Lushan Yun Wu (庐山云雾): Einer der bekanntesten grünen Tees Jiangxis; mit Yülü verbindet ihn nur das Wort „yunwu“ im Namen einer der Sorten.
Zum Abschluss:
Huanggangshan Yülü ist ein grüner Gebirgstee aus dem Kreis Yanshan mit detailliertem Reglement: Gärten über 800 m, Populationssorte, sieben Sorten nach Erntezeitpunkt, maschinelle Fixierung bei 180–220 °C und lange Nachtrocknung in der Trommel. Das Erscheinungsbild ist ein feines, dichtes Blatt mit Flaum, ein zartgrüner Aufguss, ein frischer, weicher Geschmack. Der alte Name verbindet ihn mit der Ming-Liste der Tees des Kreises, aber die Kontinuität ist nicht belegt.
Quellen
Normen
Geografische Angabe
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