Startseite · Grüner Tee · Jingde Tianshan Zhenxiang Cha
Jīngdé Tiānshān zhēnxiāng chá
Jīngdé Tiānshān zhēnxiāng chá · 旌德天山真香茶
Jingde Tianshan Zhenxiang Cha (Jīngdé Tiānshān zhēnxiāng chá, 旌德天山真香茶) — ein grüner Tee aus dem Kreis Jingde (旌德县) im Verwaltungsbezirk Xuancheng im Süden der Provinz Anhui, in beschreibender Übersetzung „wahrer Duft vom Berg Tianshan“. Der Tee ist jung: Er wurde ab 1981 unter dem Namen „Tianshan Maofeng“ entwickelt, und 1988 benannte ihn Professor Chen Chuan (陈椽) laut Nachschlagewerk wegen seines hohen und langanhaltenden Orchideendufts in „Tianshan Zhenxiang“ um. Der Name ist seit 2016 als geografische Angabe für landwirtschaftliche Erzeugnisse und seit 2025 als Produkt mit geografischer Angabe geschützt.
1. Klassifikation und Herkunft
- Typ: Grüner Tee (绿茶, lǜchá). Der Kreis ordnet ihn den grünen Tees zu; die Technologie ist laut Anforderungen grün (Abschnitt 5).
- Kategorie: Gerader, leicht abgeflachter grüner Tee aus dem Süden Anhuis; Produkt mit geografischer Angabe.
- Herkunft: China, Provinz Anhui (安徽, Ānhuī), Verwaltungsbezirk Xuancheng (宣城, Xuānchéng), Kreis Jingde (旌德, Jīngdé).
- Schutzgebiet: Hochgelegene Teegärten in 400–700 m Höhe in neun Gemeinden und Dörfern des Kreises: Miaoshou, Xinglong, Suncun, Baidi, Sanxi, Caijiaqiao, Yunle, Yucun und Jingyang. Antragsteller ist das Servicezentrum für Pflanzenbau des Kreises Jingde.
- Hauptanbaugebiet: Die Quellen gehen auseinander. Nach Angaben des Kreises liegt das Kernproduktionsgebiet am Berg Tianshan im Dorf Xiangyun (祥云村) der Gemeinde Miaoshou. Ein Nachschlagewerk lokaler Produkte nennt das Dorf Xiakeng (狭坑村), ordnet es aber an einer Stelle der Gemeinde Miaoshou und an anderer der Gemeinde Jieshou (界首镇) zu, die im Schutzgebiet nicht vorkommt. Eine Erklärung für die Abweichung findet sich in den vorliegenden Quellen nicht.
- Geografische Koordinaten: 30°07′19″–30°29′14″ n. Br., 118°15′39″–118°44′15″ ö. L. (Grenzen des Schutzgebiets).
2. Geschichte und kulturelle Bedeutung
- Geschichte:
- Seit 1981. Laut Nachschlagewerk wurde der neue Tee vom Büro für berühmte Tees beim Landwirtschaftsausschuss des Kreises entwickelt. Bis 1987 hieß er „Tianshan Maofeng“ (Tiānshān máofēng).
- 1988. Laut Nachschlagewerk lokaler Produkte belegte der Tee im Juni den ersten Platz beim Provinzwettbewerb berühmter Tees. Im selben Jahr „entdeckte“ ihn, so das Nachschlagewerk, Professor Chen Chuan von der Landwirtschaftlichen Universität Anhui und gab ihm wegen seines Orchideendufts, der sich vom Duft des Huangshan Maofeng unterscheidet, den Namen „Tianshan Zhenxiang“.
- Immaterielles Kulturerbe. Das Kaderportal des Kreises nennt die handwerkliche Herstellungstechnik des Tees „Tianshan Zhenxiang“ unter mehr als zehn Objekten des immateriellen Kulturerbes von Provinz- und Stadtrang; Jahr der Eintragung und Rang genau dieses Objekts sind in den vorliegenden Quellen nicht angegeben.
- 2. November 2016. Das Landwirtschaftsministerium der Volksrepublik China registrierte „旌德天山真香茶“ als landwirtschaftliches Erzeugnis mit geografischer Angabe. Nach Angaben des Kreises ist dies das erste derartige Erzeugnis aus Jingde.
- 2021. Nach Angaben des Kreises wurde „旌德天山真香“ in die Top Ten regionaler Gemeinschaftsmarken für landwirtschaftliche Erzeugnisse und lokale Spezialitäten des Verwaltungsbezirks Xuancheng aufgenommen.
- 2022. Nach Angaben des Kreises wurde am 21. Mai ein Ausstellungszentrum der Marke „旌德天山真香“ eröffnet — des ersten Produkts aus Jingde, das mit geografischer Angabe registriert wurde; das Zentrum entstand auf Initiative des Kreisteeverbands.
- 9. Juni 2025. Die Staatliche Behörde für geistiges Eigentum (CNIPA) erkannte ihn durch Bekanntmachung Nr. 632 als Produkt mit geografischer Angabe an.
- Name: „Jingde“ (旌德) — der Kreis; „Tianshan“ (天山) — der Berg; „zhenxiang“ (真香) — „wahrer Duft“; „cha“ (茶) — Tee.
- Kulturelle Bedeutung: Der Kreis bewirbt „Tianshan Zhenxiang“ als seine Teemarke; das Erntefest 2024 fand auf der Teefarm Wuliqian (五里千茶场) in der Gemeinde Miaoshou statt.
3. Botanische Beschreibung und Rohmaterial
- Sorten: Die Anforderungen des Produkts mit geografischer Angabe nennen die großblättrige Sorte aus Huangshan (黄山大叶种, Huángshān dàyèzhǒng), „Baiye Nr. 1“ (白叶1号, Báiyè yī hào) und andere.
- Pflückstandard: Von einzelner Knospe bis zu Knospe mit zwei gerade beginnenden Blättern (单芽至一芽二叶初展); Knospe und Blätter unversehrt. Das Frischblatt wird in drei Klassen unterteilt.
- Rohmaterial nach Sorten: Das Nachschlagewerk lokaler Produkte teilt das Rohmaterial nach Zartheit in fünf Stufen: Einzelknospen ergeben die höchste Sorte, Knospe mit einem gerade beginnenden Blatt die erste, Knospe mit zwei solchen Blättern die zweite, Knospe mit zwei geöffneten Blättern die dritte, der Rest dient als gewöhnlicher grüner Tee. Die Ernte erfolgt, ebenfalls nach diesem Werk, zwischen Qingming (清明) und Guyu (谷雨).
- Pflückweise und -zeit: Das Blatt wird mit einer Aufwärtsbewegung der Hand abgebrochen (提手采). Die Ernte beginnt, wenn etwa 5 % der Triebe den Standard erreicht haben.
4. Terroir und Anbaubesonderheiten
- Region: Der Tianshan gehört laut Nachschlagewerk lokaler Produkte und nach Angaben des Kreises zum östlichen Teil des Huangshan-Gebirges und liegt acht Kilometer Luftlinie vom Gipfel Tiandufeng (天都峰) entfernt.
- Anbauhöhe: 400–700 m; Hänge steiler als 25° werden nicht genutzt.
- Klima: Das Nachschlagewerk lokaler Produkte nennt eine mittlere Jahrestemperatur von 15,5 °C, eine frostfreie Zeit von durchschnittlich 232,3 Tagen, 1719,5 Sonnenstunden und 1490,5 mm Niederschlag pro Jahr. Ihm zufolge und laut touristischen Beschreibungen liegen die Berge bei klarem Wetter im Nebel und in der Regenzeit in Wolken.
- Böden: Laut Anforderungen überwiegend geringmächtige skelettreiche Plattenböden, Gelberde-Plattenböden und kiesige gelb-rote Böden; reich an organischer Substanz und Gesamtkalium, pH 5–6, die Wurzeln reichen etwa 50 cm tief in den Unterboden.
- Wald und Düngung: Das Nachschlagewerk lokaler Produkte nennt eine Bewaldung von 60–80 % (Wald ist mehr als achtmal so groß wie die Gärten) und über 150 kg Presskuchen-Dünger pro Mu und Jahr. Die Anforderungen schreiben Herbstdüngung mit Presskuchen und organischem Material sowie Mulch aus Gründüngung und Stroh vor.
- Umfang: Das Nachschlagewerk lokaler Produkte nennt 1600 ha Teegärten und 98 t pro Jahr, ohne Jahresangabe und ohne Erläuterung, worauf sich die Fläche bezieht.
5. Produktionstechnologie
Die Anforderungen des Produkts mit geografischer Angabe geben folgende Kette vor; zulässig sind sowohl manuelle als auch maschinelle Herstellung:
- Pflücken des Frischblatts (采摘, cǎizhāi).
- Welken (摊青, tānqīng): Das Frischblatt wird zum Anwelken ausgelegt.
- Fixierung (杀青, shāqīng): Hitze stoppt die Oxidation.
- Geraderichten (理条, lǐtiáo): Dem Blatt wird eine gerade Form gegeben.
- Formgebung (做形, zuòxíng): Dem Blatt wird die endgültige Form gegeben.
- Trocknung durch Erwärmen (烘焙, hōngbèi).
Temperaturen, Verarbeitungszeiten und Beschreibungen manueller Handgriffe finden sich in den vorliegenden Quellen nicht.
6. Organoleptische Eigenschaften
Nach den Anforderungen des Produkts mit geografischer Angabe.
- Erscheinungsbild des trockenen Blatts: Gerade, leicht flach, Knospen groß und fleischig, Farbe smaragdgrün, weißer Flaum deutlich sichtbar (外形挺直略扁,茶芽肥壮,色泽翠绿,白毫显露).
- Duft des trockenen Blatts: In den vorliegenden Quellen keine Beschreibungen.
- Duft des Aufgusses: Rein und hoch, mit anhaltender blumiger Note (香气清高,含有持久的清花香); nach vier Aufgüssen hält der Duft laut Anforderungen noch an. Das Nachschlagewerk nennt ihn orchideenartig.
- Geschmack: Frisch und belebend, mit süßem Nachhall (滋味鲜爽,回味甘甜). Das Nachschlagewerk ergänzt „voll“ (醇厚) und nennt den Tee standfest bei wiederholten Aufgüssen (耐泡).
- Farbe des Aufgusses: Laut Anforderungen zartgrün, klar und leuchtend (嫩绿清亮). Nachschlagewerke und touristische Beschreibungen nennen sie hellgrün (浅绿).
- Teeblatt nach dem Aufguss (nasses Blatt): Zartgrün und leuchtend (叶底嫩绿明亮). In der Tasse stellen sich die Knospen senkrecht auf.
7. Chemische Zusammensetzung
Physikalisch-chemische Anforderungen des Produkts mit geografischer Angabe:
| Kennwert | Norm |
|---|---|
| Tee-Polyphenole | mindestens 20 % |
| Aminosäuren | mindestens 3,0 % |
| Koffein | mindestens 2,5 % |
| Wasserlösliche Extraktstoffe | mindestens 38 % |
| Feuchte | höchstens 6,5 % |
| Rohfaser | höchstens 10 % |
| Gesamtasche | höchstens 6,5 % |
Das Nachschlagewerk lokaler Produkte gibt mindestens 23 % Polyphenole an; hier wird die Norm der CNIPA übernommen.
8. Zubereitung
Übliche Praxis der Klasse für grünen Tee.
- Wassertemperatur: 80–85 °C.
- Teemenge: 3 g auf 150 ml.
- Gefäß: Glasbecher oder weißes Gaiwan.
- Ablauf:
- Das Gefäß vorwärmen.
- Tee einfüllen und Wasser an der Wand entlang zugießen.
- Erster Aufguss nach 40–60 Sekunden.
- Trinken, dabei ein Drittel des Aufgusses stehen lassen.
- Wasser nachgießen.
- Zwei bis drei weitere Aufgüsse.
Das Nachschlagewerk lokaler Produkte empfiehlt 3 g pro Becher (1 : 50), etwa 85 °C und 2–3 Minuten.
9. Lagerung
Übliche Praxis der Klasse. In luftdichter, lichtundurchlässiger Verpackung, im Kühlschrank bei 0–5 °C, ohne Licht, Feuchtigkeit und Fremdgerüche. Der blumige Duft vergeht zuerst, daher sollte der Tee innerhalb eines Jahres getrunken werden.
10. Preis und Fälschungen
Preisangaben finden sich in den vorliegenden Quellen nicht.
- So vermeidet man Fälschungen:
- Auf das besondere Zeichen der geografischen Angabe achten: Das Recht daran bestätigt die CNIPA, die Liste der Berechtigten wird veröffentlicht.
- Prüfen, ob der Tee aus den neun Gemeinden und Dörfern des Kreises Jingde stammt.
- Das Blatt ist gerade, leicht flach, mit weißem Flaum; der Duft ist blumig.
- Nicht verwechseln mit Tianshan Lü Cha (天山绿茶) aus Fujian: Der Name ist ähnlich, der Tee ein anderer.
11. Interessante Fakten
- Den ersten Platz beim Provinzwettbewerb errang der Tee 1988, im Jahr des neuen Namens.
- Die Produktnormen verlangen, dass der Duft auch nach vier Aufgüssen erhalten bleibt.
- 2024 stand das Erntefest im Kreis unter dem Motto „品天山真香“ — „den wahren Duft des Tianshan kosten“.
12. Vergleich mit anderen Tees aus Anhui
- Huangshan Maofeng (黄山毛峰): Nachbar im selben Gebirgszug; laut Nachschlagewerk unterscheidet ihn vom Tianshan Zhenxiang der anhaltende blumige Duft.
- Taiping Houkui (太平猴魁): Flacher, großblättriger, „spitzer“ grüner Tee aus dem Bezirk Huangshan.
- Jingxian Lanxiang Cha (泾县兰香茶): Grüner Tee aus dem Kreis Jing im selben Verwaltungsbezirk Xuancheng; dessen typische Eigenschaft wird in den Anforderungen ebenfalls als Orchideenduft bezeichnet.
- Tianshan Lü Cha (天山绿茶): Ein nach dem Berg gleichnamiger Tee aus Fujian, Bezirk Ningde.
Fazit:
Jingde Tianshan Zhenxiang Cha ist ein junger grüner Tee aus dem Süden Anhuis: gerades, leicht flaches Blatt mit großer Knospe und weißem Flaum, zartgrüner Aufguss, frischer Geschmack mit süßem Nachhall und ein anhaltender blumiger Duft, dem er seinen Namen verdankt. Seine Geschichte ist kurz: Entwicklung ab 1981, neuer Name 1988, Schutz ab 2016 und 2025.
Quellen
Geografische Angabe
Vollständige Liste — auf der Seite „Quellen“