Jingxian Lanxiang Cha (Jīngxiàn lánxiāng chá, 泾县兰香茶) — grüner Tee aus dem Kreis Jing (泾县) im Stadtbezirk Xuancheng im Süden der Provinz Anhui. 兰香 bedeutet „Orchideenaroma“, und genau dieses Aroma bildet zusammen mit der Blattform, die an die Klingen einer Stickschere (绣剪形) erinnert, die Visitenkarte des Tees. Der Kreis führt den Namen auf den alten 白云兰香 zurück, der in der Kreischronik aus der Jiaqing-Ära erwähnt wird, und die heutige Technologie auf den Beginn der 1990er Jahre. Der Tee ist auf dreifache Weise geschützt: durch ein Zertifizierungszeichen, eine landwirtschaftliche geografische Angabe und die Anerkennung als Produkt mit geografischer Angabe. Das Gebiet ist mit seltener Genauigkeit abgegrenzt — nicht nach Gemeinden, sondern nach einzelnen Dörfern.
1. Klassifikation und Herkunft
- Typ: Grüner Tee (绿茶, lǜchá). Die Kreisregierung bezeichnet Jingxian Lanxiang direkt als „名优绿茶“ — berühmten grünen Tee. Das Wort 兰香 im Namen beschreibt das Aroma und nicht die Technologie, daher wurde die Klasse nach dieser Beschreibung festgelegt und nicht nach dem Namen.
- Kategorie: Knospengrüntee aus dem Süden Anhuis; dreifacher Schutz der geografischen Bezeichnung.
- Herkunft: China, Provinz Anhui (安徽, Ānhuī), Stadtbezirk Xuancheng (宣城, Xuānchéng), Kreis Jing (泾县, Jīngxiàn).
- Schutzgebiet: Neun Großgemeinden und Gemeinden, 46 Verwaltungsdörfer. Innerhalb einer Gemeinde gehören manche Dörfer zum Gebiet, andere nicht, daher fällt das Gebiet nicht mit den Verwaltungsgrenzen der Gemeinden zusammen.
- Geografische Koordinaten: 30°23′59″–30°51′05″ n. Br., 117°58′56″–118°40′57″ ö. L.
2. Geschichte und kulturelle Bedeutung
- Geschichte:
- Chronik von Jiaqing. Nach Angaben der Kreisregierung erwähnt die Chronik „泾县志“ aus der Jiaqing-Ära unter den dortigen kostbaren Tees 白云兰香 — den heutigen Jingxian Lanxiang — und 涌溪火青.
- Anfang der 1990er Jahre. Die Technologie von Jingxian Lanxiang wurde unter Beteiligung bekannter Tee-Wissenschaftler der älteren Generation erneuert; der Kreis nennt darunter Chen Chuan (陈椽).
- 2013. Der lokale Provinzstandard von Anhui für Jingxian Lanxiang Cha wurde angenommen — DB34/T 1842-2013.
- 2014. Das Markenamt bestätigte das Zertifizierungszeichen für geografische Angaben „泾县兰香茶“. Der Kreis führte darunter die „sechs Einheiten“ ein — einheitliche Marke, einheitlicher Standard, einheitliche Verpackung, einheitliche Verwaltung, einheitliche Werbung und einheitliche Aufsicht — und fasste damit mehr als neunzig frühere Teemarken zusammen.
- 2018. Das Landwirtschaftsministerium gab die Registrierung der landwirtschaftlichen geografischen Angabe auf Antrag des Teeverbands des Kreises Jing bekannt; Nummer — AGI02471.
- 2025. Die Staatliche Behörde für geistiges Eigentum (CNIPA) erkannte ihn als Produkt mit geografischer Angabe durch Bekanntmachung Nr. 632 an.
- Name: „Jingxian“ (泾县) — „Kreis Jing“. „Lanxiang“ (兰香) — „Orchideenaroma“. „Cha“ (茶) — „Tee“.
- Auszeichnungen: Der Kreis führt mehr als zwanzig Auszeichnungen auf, darunter Gold der Gesamtchinesischen Landwirtschaftsausstellung, den höchsten Preis des Wettbewerbs „Zhongcha Bei“, Gold der Chinesischen Internationalen Messe für Agrarprodukte; Jahreszahlen zu den einzelnen Auszeichnungen finden sich in den gefundenen Quellen nicht.
- Kulturelle Bedeutung: Für den Kreis Jing, die Heimat von 涌溪火青 und 泾县特尖, ist Lanxiang der gemeinsame Name, unter dem 2014 mehr als neunzig frühere Marken zusammengeführt wurden. Das Zeichen nutzten 2014 nach damaligen Angaben mehr als hundert Firmen und Genossenschaften des Kreises.
3. Botanische Beschreibung und Rohmaterial
- Sorte / Kultivar: Referenzdarstellungen der Beschreibung der geografischen Angabe nennen die lokale Population des Teestrauchs, daraus selektierte Linien wie „Lanxiang Nr. 1“ (兰香一号) und andere für diesen Tee geeignete Sorten.
- Pflückstandard: Eine Knospe mit einem gerade erst geöffneten Blatt (一芽一叶初展).
- Pflückzeit: Nach denselben Darstellungen — gewöhnlich von Ende März bis zur Regenzeit Guyu (谷雨).
4. Terroir und Anbaubesonderheiten
- Region: Gebirge des Südostens, des mittleren Südens und des Nordwestens des Kreises Jing.
- Klima: Nördliches subtropisches Monsunklima, feucht: milde Temperaturen, reichlich Regen, viel Sonne, deutlich ausgeprägte vier Jahreszeiten.
- Böden: Nach Referenzdarstellungen der Beschreibung der geografischen Angabe — gelbbraune Gebirgsböden auf Sandsteinen und Schiefern, locker und fruchtbar, mit über 5 % organischer Substanz, pH 5–6.
- Höhe: Die Höhe der Gärten wird in den gefundenen Quellen nicht genannt; dieselben Darstellungen geben lediglich den höchsten Bergpunkt mit 1175 m an.
- Zusammensetzung des Gebiets nach Großgemeinden und Gemeinden:
- Caicun (蔡村镇): Aimin, Songcun, Xiaokang, Yueliangwan.
- Tingxi (汀溪乡): Danankeng, Hongxing, Hongling, Gaoshan, Caoxi, Suhong, Taoling, Guochun, Shangcao.
- Langqiao (榔桥镇): Xiyang, Huangtian, Yongxi, Qiugui, Wuxi, Madu.
- Maolin (茂林镇): Lianchang, Shanshui, Tongshan, Gaohu, Nanrong, Tangli, Silifeng, Xikou, Pancun, Fengcun.
- Taohuatan (桃花潭镇): Longtan, Zhaji, Lianhong, Xidi.
- Jingchuan (泾川镇): Guba, Qinfeng, Panshi.
- Qinxi (琴溪镇): Qinxi, Leqin.
- Huangcun (黄村镇): Pingyuan, Jiufeng.
- Changqiao (昌桥乡): Xinqiao, Wangdian, Baishan, Yuandian, Zhongqiao, Tianfang.
- Umfang des Kreises: Nach Angaben des Kreises gibt es dort mehr als 92 Tausend Mu Teegärten und etwa 2600 Tonnen trockenen Tee pro Jahr. Die Zahlen beziehen sich auf den gesamten Tee des Kreises, nicht nur auf Lanxiang.
5. Herstellungstechnologie
Referenzdarstellungen der Beschreibung der geografischen Angabe geben folgende Reihenfolge an; zulässig ist sowohl manuelle als auch maschinelle Herstellung:
- Welken des Rohmaterials (摊放, tānfàng).
- Fixierung (杀青, shāqīng): Erhitzen stoppt die Oxidation.
- Formgebung (做形, zuòxíng): Dem Blatt wird eine gerade, ausgebreitete Form verliehen.
- Erste Trocknung (初烘, chūhōng).
- Abkühlung (摊凉, tānliáng).
- Fertigtrocknung (复烘, fùhōng).
- Verpackung.
Temperaturen und Zeiten der Arbeitsschritte finden sich in den gefundenen Quellen nicht. Der Kreis teilt mit, dass die Technologie Anfang der 1990er Jahre erneuert wurde; eine der Geschichtsdarstellungen zur „Lanxiang“-Serie präzisiert, dass man die lokale Technologie des „spitzen“ Tees (尖茶) zugrunde legte, die Zartheit des Rohmaterials erhöhte und die Formgebung verbesserte. Den namensverwandten 汀溪兰香 ordnen Nachschlagewerke den erwärmten „spitzen“ Grüntees (烘青尖茶) zu.
6. Organoleptische Eigenschaften
Die Beschreibung stammt aus den Anforderungen der landwirtschaftlichen geografischen Angabe.
- Erscheinungsbild des trockenen Blattes: Form einer „Stickscherenklinge“ (绣剪形), gerade und ausgebreitet (平直舒展); Farbe zartgrün, gleichmäßig und feucht, mit deutlich sichtbarem Flaum (嫩绿、匀润显毫).
- Aroma des trockenen Blattes: In den gefundenen Quellen keine Beschreibungen.
- Aroma des Aufgusses: Zart, dicht und anhaltend (嫩香馥郁、持久); der Kreis präzisiert, dass nach dem Aufguss Orchideenaroma anhält (兰花香持久).
- Geschmack: Frisch, munter, voll, mit süßem Nachklang (鲜爽醇厚、回甘).
- Farbe des Aufgusses: Zartgrün, klar und leuchtend (嫩绿、清澈鲜亮).
- Teegrund (aufgegossenes Blatt): Zartgrün, farblich rein, fleischig und gleichmäßig (嫩绿鲜明、肥壮匀整).
Als typische Merkmale nennt die Beschreibung zwei: die Scherenform und das Orchideenaroma.
7. Chemische Zusammensetzung
Anforderungen an das Produkt laut Beschreibung der geografischen Angabe:
- Feuchtigkeit: nicht über 7,0 %.
- Gesamtasche: nicht über 6,5 %.
- Wasserlösliche Stoffe: nicht unter 35 %.
- Bruch und Staub: nicht über 6,0 %.
Angaben zum Gehalt an Catechinen, Aminosäuren und Koffein finden sich in den gefundenen Quellen nicht.
8. Zubereitung
Übliche Praxis für grünen Tee.
- Wassertemperatur: 80–85 °C.
- Teemenge: 3 g auf 150 ml.
- Gefäß: Glasbecher oder weißes Gaiwan.
- Ablauf:
- Gefäß vorwärmen.
- Tee hineingeben und Wasser an der Wand entlang eingießen.
- Erster Aufguss — 40–60 Sekunden.
- Trinken und dabei ein Drittel des Aufgusses zurücklassen.
- Wasser nachgießen.
- Zwei bis drei weitere Aufgüsse.
9. Lagerung
Übliche Praxis. In luftdichter, lichtundurchlässiger Verpackung, im Kühlschrank bei 0–5 °C, ohne Feuchtigkeit, Licht und Fremdgerüche. Saison-Tee: am besten innerhalb eines Jahres trinken.
10. Preis und Fälschungen
Angaben zu Preisen finden sich in den gefundenen Quellen nicht.
- So vermeiden Sie Fälschungen:
- Auf das Zeichen der geografischen Angabe „泾县兰香茶“ achten.
- Prüfen, dass der Hersteller aus dem Kreis Jing stammt.
- Blatt — gerade, flach, mit Flaum; Aufguss — zartgrün, Aroma — orchideenartig.
11. Interessante Fakten
- Das Schutzgebiet ist nach Dörfern gezogen: 46 Dörfer in neun Großgemeinden und Gemeinden.
- Der Name „Lanxiang“ vereinte mehr als neunzig frühere Teemarken des Kreises unter sich.
- Nach Angaben des Kreises gibt es dort 696 Teeunternehmen und -betriebe, und über 60 Tausend Menschen haben direkt oder indirekt Arbeit in der Branche.
12. Vergleich mit Tees des Kreises und der Nachbarschaft
- Jingxian Te Jian (泾县特尖): Ein anderer erwärmter grüner Tee desselben Kreises, mit eigenem Namen. Die beiden Namen darf man nicht gleichsetzen.
- Yongxi Huo Qing (涌溪火青): Perlenförmiger grüner Tee aus dem Dorf Yongxi, das zum Lanxiang-Gebiet gehört. Bei Huo Qing ist das Blatt zu festen Kügelchen gerollt, bei Lanxiang gerade und flach.
- Shucheng Xiao Lan Hua (舒城小兰花): Grüner Tee aus Anhui, ebenfalls bekannt für Orchideenaroma, aber aus einem anderen Bezirk.
Fazit:
Jingxian Lanxiang Cha ist der gemeinsame grüne Name des Kreises Jing: gerades Blatt in Scherenform, zartgrüner Aufguss und anhaltendes Orchideenaroma. Sein Gebiet ist namentlich abgegrenzt, bis auf das Dorf genau, und der Schutz wurde dreifach von verschiedenen Behörden bestätigt. Aussehen, Produktnormen und Herstellungsablauf sind durch die Beschreibung der geografischen Angabe bekannt; Temperaturen und Zeiten der Arbeitsschritte liegen in offenen Quellen nicht vor.
Quellen
Normen
Geografische Angabe
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