Qūxiāng sīmián chá (Qūxiāng sīmián chá, 屈乡丝绵茶) ist ein grüner Tee aus dem Kreis Zǐguī (秭归县) der bezirksfreien Stadt Yíchāng in der Provinz Húběi, von den Ufern der Xīlíng-Schlucht (西陵峡) am Jangtse. Der Name verbindet zwei Überlieferungen: „Qūxiāng“ (屈乡) bedeutet „Heimat von Qū Yuán“; „sīmián chá“ (丝绵茶) bedeutet „Seidente“, ein Name, den dem Tee der Überlieferung nach Kaiser Jiāqìng gab. Ein Merkmal laut Regularium: Beim Zerreißen des frischen Blattes zeigen sich silbrige Fäden. Geschützte geografische Angabe für Agrarerzeugnisse seit 2012, Produkt mit geschützter geografischer Angabe seit 2025.
1. Klassifikation und Herkunft
- Typ: Grüner Tee (绿茶, lǜchá). Das Regularium schreibt vor, nach dem Standard „屈乡绿茶标准“ (Q/SXC01—2009) und den Regeln „屈乡绿茶加工技术规范“ zu arbeiten; beide werden als „grün“ bezeichnet; eine Oxidation kommt in der Technologie nicht vor.
- Kategorie: Geschützte geografische Angabe für Agrarerzeugnisse (2012, Zertifikat AGI00934); Produkt mit geschützter geografischer Angabe (2025).
- Herkunft: China, Provinz Húběi (湖北, Húběi), bezirksfreie Stadt Yíchāng (宜昌, Yíchāng), Kreis Zǐguī (秭归, Zǐguī).
- Schutzgebiet: Elf Großgemeinden und Gemeinden des Kreises: Máopíng (茅坪镇), Guīzhōu (归州镇), Qūyuán (屈原镇), Shuǐtiánbà (水田坝乡), Xiètān (泄滩乡), Shāzhènxī (沙镇溪镇), Liǎnghékǒu (两河口镇), Méijiāhé (梅家河乡), Guōjiābà (郭家坝镇), Jiǔwǎnxī (九畹溪镇) und Yánglínqiáo (杨林桥镇); die Liste stimmt im Regularium und in der Bekanntmachung Nr. 640 überein. Die Fläche beträgt laut Regularium 40.000 mu.
- Geografische Koordinaten: 110°18′–111°00′ ö. L., 30°38′–31°11′ n. Br.
2. Geschichte und kulturelle Bedeutung
- Geschichte:
- Qū Yuán. Laut Text des Regulariums wurde der Dichter 340 v. Chr. in Lèpínglǐ (乐坪里) im Kreis Zǐguī geboren. Die Zeile aus dem „Lísāo“ (离骚) „余既滋兰之九畹兮“ – „ich habe Orchideen an neun wǎn gezogen“ – bringt das Regularium mit der heutigen Großgemeinde Jiǔwǎnxī (九畹溪) in Verbindung.
- Überlieferung zu Jiāqìng. Nach der im Regularium wiedergegebenen Überlieferung empfing Kaiser Jiāqìng (嘉庆) einen angesehenen Mann aus Càijiāpō (蔡家坡), Lǐ Gāoyǒng (李高永), und verlieh ihm den Rang eines dēngshìláng (登仕郎). Aus Dankbarkeit überreichte Lǐ dem Kaiser lokalen Tee; dieser war zufrieden, gab dem Tee den Namen „丝绵茶“ und schenkte eine Tafel mit Inschrift sowie einen Satz Gàiwǎn-Tassen.
- Stammbuch und Grabstein. Laut einem Bericht von 2018 datiert das Stammbuch der Familie Lǐ das Leben von Lǐ Gāoyǒng auf 1783–1882, und sein Grabstein mit der Inschrift „登仕郎李高永“ wurde 1903 errichtet und ist im Dorf Xiákǒu (峡口村) teilweise erhalten. Der Bericht hält ihn für einen materiellen Beleg dafür, dass sīmián chá Tributtee war; die Inschriften selbst, wie er sie beschreibt, nennen den Rang und sprechen nicht vom Tee. Demselben Bericht zufolge wurde der echte Grabstein in den Jahren der „Kulturrevolution“ beschädigt: Erhalten blieben zwei geschnitzte Platten der Vorderseite, das Übrige wurde nach dem Gedächtnis der Nachkommen wiederhergestellt.
- Tribut. Derselbe Bericht schreibt unter Berufung auf Historiker, der Tee aus Zǐguī sei von der Tang- bis zur Qīng-Zeit Tributtee gewesen, und nennt aus dieser Tradition den Yuan-zeitlichen Tributtee „清口茶“ und den Qīng-zeitlichen „丝绵茶“.
- 1994. Im Oktober registrierte die Kreisstation für Technologieverbreitung lokaler Erzeugnisse die Marke „屈乡“.
- 2012. Laut Bericht begann die Kreisagrarbehörde im August mit der Vorbereitung des Antrags, und im selben Jahr erhielt der Name die Registrierung als geschützte geografische Angabe für Agrarerzeugnisse; Inhaber ist der Kreistee-Verband (秭归县茶叶协会).
- Wiederbelebung. Laut dem Bericht von 2018, der keine Daten nennt, wurde der wiederbelebte sīmián chá früher nur wenig und nur im Tal Jiǔwǎnxī hergestellt; um die Produktion zu steigern, zog der Kreis große Unternehmen und Genossenschaften heran und förderte lokale Werkstätten, sodass bis 2018 über hundert Betriebe sīmián chá verkauften.
- 2014. Laut dem Nachschlagewerk „Bǎidù Bǎikē“ kauften die sīmián-chá-Fabriken zusammen mit angeschlossenen Werkstätten von Bauern 3 Millionen jīn (1500 t) Frischblatt und produzierten 750.000 jīn (375 t) Trockentee, davon 300.000 jīn „berühmten“ (名优茶) und 450.000 jīn Massentee; der Warenwert betrug 130 Millionen Yuán.
- 2021. Laut Presseberichten (September 2021) erhielt der Kreis den Titel „中国丝绵茶之乡“ – „chinesische Heimat des sīmián chá“.
- 2025. Mit Bekanntmachung Nr. 640 (unterzeichnet am 16. Juli, veröffentlicht am 13. August) erkannte die Staatliche Behörde für geistiges Eigentum 1409 Produkte mit geschützter geografischer Angabe an; Qūxiāng sīmián chá ist Zeile 742, Antragsteller ist derselbe Verband.
- Auszeichnungen. Der Bericht nennt die Titel „湖北名牌产品“, „湖北首届十佳旅游名茶“, „宜昌市十大名茶“ und den ersten Preis des Wettbewerbs „中茶杯“ sowie ein Zertifikat als „grünes Produkt“ (绿色食品), ohne Jahresangaben.
- Name: „屈乡“ bedeutet „Heimat von Qū Yuán“; „丝绵“ bedeutet „Seidenwatte“. Laut Bericht wird in der Drei-Schluchten-Region die Pflanze 杜棕 als „Seidenbaum“ (丝绵树) bezeichnet: Beim Aufbrechen ihrer Rinde ziehen sich Fäden, und das frische Blatt des sīmián chá verhält sich beim Zerreißen ebenso.
- Kulturelle Bedeutung: Nach Angaben des Kreisagrarbüros aus dem Bericht von 2018 ist Tee der zweitgrößte Wirtschaftszweig des Kreises nach Navelorangen: Er wird in 117 Dörfern von 12 Großgemeinden und Gemeinden auf 110.000 mu angebaut, die Produktion beträgt 4200 t pro Jahr, der Warenwert über 350 Millionen Yuán; etwa die Hälfte entfällt auf Qūxiāng sīmián chá. Als Absatzmärkte nennt der Bericht: Peking, Jiāngsū, Shāndōng, Wǔhàn.
3. Botanische Beschreibung und Rohmaterial
- Sorte: Das Regularium führt keinen Sortennamen ein. Muttergarten sind die Sträucher der sīmián-chá-Basis in Càijiāpō in der Großgemeinde Jiǔwǎnxī; sie werden klonal vermehrt (无性系繁育).
- Rohmaterial: Laut Bericht zarte Knospen von 1,6–2,0 cm Länge; für 1 kg fertigen Tee werden etwa 130.000 Knospen benötigt.
- Pflückstandard: Laut Regularium wird der Garten geöffnet, wenn 5 % der standardmäßigen Einzelknospen entfaltet sind; das Blatt wird getrennt nach Zartheit gepflückt, ohne Schuppen und Früchte, häufig und in kleinen Partien, damit die Kleinzikade (小绿叶蝉) weniger Nahrung hat.
- Pflückzeit: Genaue Zeiträume finden sich in den gefundenen Quellen nicht.
4. Terroir und Anbaubesonderheiten
- Region: Westen Húběis, beide Ufer der Xīlíng-Schlucht; Nachbarn des Kreises sind der Stadtbezirk Yílíng im Osten, die Kreise Xīngshān im Norden, Bādōng im Westen und Chángyáng im Süden.
- Relief: Ausläufer des Wūshān; die Höhen des Kreises reichen von 40 bis 2056 m, im Mittel etwa 800 m. Die Gärten liegen laut Bericht auf 600–1200 m Höhe.
- Böden: Sandige Lehme, Böden auf purpurnen und tonigen Schiefern, mittlere Fruchtbarkeit, organische Substanz 0,5–2,1 %, pH 5,5–5,6. Für die Gärten verlangt das Regularium über 1,5 % organische Substanz und eine aktive Schicht tiefer als 60 cm.
- Klima: Nördliches subtropisches kontinentales Monsunklima. Jahresmitteltemperatur 18 °C, Januar 6,4 °C, Juli 28,9 °C; Sonnenscheindauer 1619,6 h, frostfreie Zeit über 300 Tage, Niederschlag 1000–1500 mm. Für die Gärten gibt das Regularium eine Jahresmitteltemperatur von 18–22 °C vor, ein Minimum nicht unter −2 °C und einen Januar nicht kälter als 7 °C.
- Stausee: Laut Bericht reift das Blatt in der Mittelgebirgslage nach dem Einstau des Sānxiá-Stausees etwa 20 Tage früher als bei Nachbarn auf gleicher Höhe.
- Anbautechnik: Organische Dünger und Gründüngung; gegen Schädlinge Licht- und Pheromonfallen, Vögel im Garten, Biopräparate.
5. Produktionstechnologie
Das Regularium legt zehn Arbeitsschritte fest; gearbeitet werden muss nach „屈乡绿茶加工技术规范“:
- Ausbreiten (摊青, tānqīng).
- Fixieren (杀青, shāqīng).
- Rollen (揉捻, róuniǎn).
- Zweites Trocknen (二青, èrqīng).
- Formen (整形, zhěngxíng).
- Anheben des Flaums (提毫, tíháo).
- Wiederholtes Rösten (复烘, fùhōng).
- Fertigtrocknung mit Aromaanhebung (足干提香, zúgān tíxiāng).
- Absieben von Bruch und Markieren (割末打标).
- Auslesen (精选, jīngxuǎn).
Temperaturen und Zeiten nennt das Regularium nicht.
6. Sensorische Eigenschaften
Anforderungen des Regulariums der Angabe.
- Trockenblatt: Dichte, feine und gleichmäßige Rollungen mit spitzen Enden, smaragdgrüne Farbe, offener weißer Flaum (条索紧秀均匀,锋苗挺秀,色泽翠绿,白毫显露).
- Duft des Trockenblatts: Keine gesonderte Beschreibung in den gefundenen Quellen.
- Duft des Aufgusses: Hoch und anhaltend, rein (高香持久、清香纯正).
- Geschmack: Frisch und belebend, mit langem Nachgeschmack (滋味鲜爽,回味绵长).
- Farbe des Aufgusses: Klar und hell (汤色清澈明亮).
- Teegrund (nasses Blatt): Hell, angenehm für das Auge (叶底明亮悦目).
Das frische Blatt ist laut Regularium weich und zeigt beim Zerreißen „tausend Silberfäden“ (断面银丝万缕).
7. Chemische Zusammensetzung
Physikalisch-chemische Anforderungen des Regulariums:
| Kennwert | Norm |
|---|---|
| Freie Aminosäuren | mindestens 2,0 % |
| Feuchtigkeit | höchstens 7,0 % |
| Gesamtasche | höchstens 6,5 % |
| Bruch | höchstens 5,0 % |
| Rohfaser | höchstens 10 % |
| Extrahierbare Stoffe | mindestens 38 % |
Hygienenormen nach GB 2762 und GB 2763. Es handelt sich um Normen, nicht um Messwerte einer bestimmten Partie.
8. Zubereitung
Übliche Praxis für grünen Tee.
- Wassertemperatur: 80–85 °C.
- Teemenge: 3 g auf 150 ml.
- Gefäß: Glasbecher oder weißes Gàiwǎn.
- Ablauf:
- Das Gefäß vorwärmen.
- Tee einfüllen und Wasser an der Wand entlang zugießen.
- Erster Aufguss nach 40–60 Sekunden.
- Trinken und einen Teil des Aufgusses zurücklassen.
- Wasser nachgießen.
- Zwei bis drei weitere Aufgüsse.
9. Lagerung
Übliche Praxis. In luftdichter Verpackung, im Kühlschrank bei 0–5 °C, ohne Licht, Feuchtigkeit und Fremdgeruch; innerhalb eines Jahres aufbrauchen.
10. Preis und Fälschungen
Preise für fertigen Tee finden sich in den gefundenen Quellen nicht. Laut dem Bericht von 2018 lag der Ankaufspreis für Frischblatt in der sīmián-chá-Zone in der Spitze über 220 Yuán pro Kilogramm.
- So vermeidet man Fälschungen:
- Das Zeichen der geschützten geografischen Angabe neben dem Produktnamen suchen; ein Hersteller aus der Zone verwendet es mit Erlaubnis des Inhabers.
- Seit 2025 gibt es auch das Zeichen des Produkts mit geschützter geografischer Angabe: Der Hersteller aus der Zone stellt den Antrag bei der Kreisbehörde für geistiges Eigentum, die Behörde der Provinz Húběi prüft ihn, die Staatliche Behörde für geistiges Eigentum genehmigt und veröffentlicht ihn.
- Prüfen, dass der Hersteller aus einer der elf Großgemeinden und Gemeinden des Kreises Zǐguī stammt.
- Das Blatt sind feine smaragdgrüne Rollungen mit weißem Flaum.
- Den geschützten Namen nicht mit der privaten Marke „九畹丝绵茶“ verwechseln: Laut Bericht wurde sie 2009 von einem Unternehmen aus der Großgemeinde Jiǔwǎnxī registriert und 2018 als bekanntes Markenzeichen (驰名商标) anerkannt.
11. Interessante Fakten
- Den Namen gab dem Tee der Überlieferung nach ein Kaiser, und das Merkmal beim Zerreißen des Blattes erklärt man durch den Vergleich mit der Rinde des lokalen „Seidenbaums“.
- Das Regularium verlangt einen Januar nicht kälter als 7 °C, nennt aber selbst einen mittleren Januar von 6,4 °C für den Kreis.
- Die Muttersträucher der Angabe wachsen in Càijiāpō, also dort, woher der Überlieferung nach Lǐ Gāoyǒng stammte.
12. Vergleich mit anderen Tees
- Sānxiá Lóng Jǐng (三峡龙井): Flacher grüner Tee aus dem Bezirk Yíchāng, zu dessen Zone auch Zǐguī gehört.
- Xiázhōu Bìfēng (峡州碧峰): Grüner Tee aus dem benachbarten Stadtbezirk Yílíng.
- Xīngshān Báichá (兴山白茶): Grüner Tee aus einer hellblättrigen Sorte des benachbarten Kreises Xīngshān.
Zum Abschluss:
Qūxiāng sīmián chá ist ein grüner Tee der Xīlíng-Schlucht, dessen Name Qū Yuán und die Überlieferung zu Jiāqìng verbindet. Das Regularium beschreibt ihn ausführlich: elf Großgemeinden und Gemeinden, Muttergarten aus Càijiāpō, zehn Arbeitsschritte, smaragdgrüne flaumige Rollungen und einen hohen, reinen Duft. Den Namen aber gab ihm ein Merkmal: Das zerrissene frische Blatt zieht silbrige Fäden.
Quellen
Geografische Angabe
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