Guilin Guihua Cha (Guìlín guìhuā chá, 桂林桂花茶) ist ein mit Osmanthusblüten aromatisierter Tee aus dem städtischen Bezirk Guilin im Autonomen Gebiet Guangxi der Zhuang-Nationalität. Die Bezeichnung verbindet das Produkt gleich doppelt mit dem Ort: 桂 (guì) steht für Osmanthus, und der Name Guilins selbst (桂林) bedeutet „Osmanthuswald“. Die Teebasis wird wie bei den Jasmintees mit dem Aroma der Osmanthusblüten angereichert; die Beschreibung des Agrarzeichens nennt zwei Basen — grünen und roten Tee, sodass die Bezeichnung nicht auf eine Klasse beschränkt ist. Das Schutzgebiet umfasst den gesamten Bezirk — sechs Stadtbezirke und elf Kreise. Seit 2014 ist dies eine geografische Agrarangabe, seit 2025 ein Produkt mit geografischer Angabe.
1. Klassifikation und Herkunft
- Typ: Mit Blüten aromatisierter Tee (花茶, huāchá): eine Teebasis, die mit Osmanthusaroma angereichert wird. Die Beschreibung des Agrarzeichens nennt zwei Arten — auf grüner und auf roter Basis (绿茶、红茶级型坯); in der Bekanntmachung von 2025 wird die Basis nicht genannt. Die Bezeichnung umfasst zwei Klassen, daher steht der Artikel unter den Kategorien und nicht im Ordner einer einzelnen Klasse.
- Kategorie: Osmanthustee aus Guangxi; geografische Agrarangabe (2014) und Produkt mit geografischer Angabe (2025).
- Herkunft: China, Autonomes Gebiet Guangxi der Zhuang-Nationalität (广西壮族自治区, Guǎngxī Zhuàngzú Zìzhìqū), städtischer Bezirk Guilin (桂林, Guìlín).
- Schutzgebiet: Sechs Stadtbezirke — Xiufeng (秀峰), Xiangshan (象山), Qixing (七星), Diecai (叠彩), Yanshan (雁山) und Lingui (临桂) — und elf Kreise: Lingchuan (灵川), Xing’an (兴安), Quanzhou (全州), Yangshuo (阳朔), Pingle (平乐), Lipu (荔浦), Longsheng (龙胜), Yongfu (永福), Gongcheng (恭城), Ziyuan (资源) und Guanyang (灌阳).
- Geografische Koordinaten: 109°36′–111°29′ ö. L., 24°15′–26°23′ n. Br. — über zwei Breitengrade hinweg.
2. Geschichte und kulturelle Bedeutung
- Geschichte:
- Osmanthus und Stadt. Der Name Guilins wird von den Osmanthushainen abgeleitet; Osmanthus ist die Symbolblume der Stadt.
- Frühe Geschichte laut Zeichenbeschreibung. Die Beschreibung des Agrarzeichens behauptet, dass man in Guilin bereits in der Tang-Zeit begann, Osmanthustee herzustellen und zu trinken; in der Song-Zeit war der lokale Tee als 修仁茶 (xiūrén chá) bekannt, in der Qing-Zeit als 六垌茶 und 龙脊茶. Dokumente, auf die sich diese Datierung stützt, fehlen in der Beschreibung, und die genannten Tees waren nicht zwingend Osmanthustees.
- 1970er Jahre. Laut derselben Beschreibung begann die Guilin-Teefabrik Guangxi mit der Herstellung von Osmanthustee.
- 2014. Am 18. November registrierte das Landwirtschaftsministerium mit der Bekanntmachung Nr. 2179 Guilin Guihua Cha als geografische Agrarangabe, Nummer AGI01551. Den Inhaber des Zeichens habe ich in den gefundenen Quellen nicht ausfindig gemacht.
- 2016. Im Januar wurde der Tee laut Referenzdaten in die landesweite Liste der „berühmten, besonderen, qualitativ hochwertigen und neuen“ Agrarprodukte für das Jahr 2015 aufgenommen.
- 2025. Mit der Bekanntmachung Nr. 640 erkannte das Staatliche Amt für geistiges Eigentum (CNIPA) die Bezeichnung als Produkt mit geografischer Angabe an; in derselben Bekanntmachung sind 1409 Bezeichnungen enthalten.
- Name:
- „Guilin“ (桂林) — „Osmanthuswald“, der Name der Stadt.
- „Guihua“ (桂花, guìhuā) — die Blüten des Osmanthus.
- „Cha“ (茶, chá) — „Tee“.
- Kulturelle Bedeutung: Für Guilin ist der Osmanthus ein Teil des Namens und des Stadtbildes, und der Osmanthustee führt diese Verbindung fort. Die Bezeichnung bindet ihn an den gesamten Bezirk und nicht an einen einzelnen Kreis.
3. Botanische Beschreibung und Rohmaterial
- Aromatisierende Pflanze: Süßer Osmanthus (Osmanthus fragrans). Als beste Sorte für die Aromatisierung nennen die Beschreibungen den lokalen Gold-Osmanthus — 金桂 (jīnguì): große Blüte, dicke Blütenblätter, goldgelbe Farbe, dichter und reiner Duft.
- Blüten: Frisch, sauber, ohne Verderb und mit starkem Aroma; die Zeichenbeschreibung erlaubt auch gefriergetrockneten Osmanthus (真空冷冻).
- Teebasis: Sortierte Rohware aus grünem oder rotem Tee (级型坯). Die Teepflanzensorte wird in der Beschreibung nicht genannt.
- Zeiträume: Angaben zu Blütezeit und Ernte fehlen in den gefundenen Quellen.
4. Terroir und Besonderheiten des Anbaus
Laut Beschreibung des Agrarzeichens (2014):
- Region: Nordost-Guangxi, südwestlicher Teil des Nanling-Gebirges (南岭); typische Karstlandschaft. Das Gebiet umfasst sowohl die Stadt Guilin als auch die Bergkreise nördlich und südlich davon.
- Höhe: Die mittlere Höhe des Gebiets liegt bei etwa 150 m.
- Klima: Subtropisches Monsunklima, mild und feucht. Mittlere Jahrestemperatur 19,3 °C, frostfreie Periode 309 Tage, Niederschlag 1949,5 mm pro Jahr, relative Luftfeuchtigkeit 73–79 %, Sonnenscheindauer 1670 Stunden pro Jahr.
- Böden: Überwiegend rote, lockere und mächtige Böden, pH 4,5–6,5.
- Gewässer: Fünf Flüsse — Lijiang (漓江), Xiangjiang (湘江), Luoqingjiang (洛清江), Xunjiang (浔江) und Zijiang (资江).
- Besonderheit: Die Zeichenbeschreibung bezieht sich auf Bedingungen für zwei Pflanzen zugleich — Osmanthus und Teepflanze: Beim aromatisierten Tee bestimmt der Ort nicht nur den Garten, sondern auch die Blüte.
5. Produktionstechnologie
Die Beschreibung des Agrarzeichens (2014) gibt zwei Verfahren an — mit frischen Blüten und mit getrockneten.
- Mit frischen Blüten: Blüten → Teebasis → Aromatisierung → Trocknung → abschließende Aroma-Anreicherung → fertiger Tee.
- Rohmaterial: Frische Blüten, ohne Verunreinigung, Verderb und Fremdbestandteile, mit starkem Aroma; Basis aus sortierter Rohware grünen oder roten Tees.
- Aromatisierung (窨制 — xūnzhì): Tee und Blüten werden in einem festgelegten Verhältnis gemischt und 10–12 Stunden zu einem Haufen von 40–50 cm Höhe aufgeschichtet. Wenn der Haufen sich auf 45 °C erwärmt, wird er gewendet und abgekühlt (通花、摊凉).
- Trocknung (烘干 — hōnggān): Bei einer Temperatur von höchstens 100 °C.
- Abschließende Aroma-Anreicherung (提花 — tíhuā): Blütenverbrauch 5–8 %.
- Mit getrockneten Blüten: Gefriergetrockneter Osmanthus wird mit der Basis in einem Verhältnis von 8–10 % Blüten vermischt und 20 Tage in einem geschlossenen Behälter gelagert, damit der Tee das Aroma aufnimmt.
Die Zahl der wiederholten Aromatisierungen nennt die Beschreibung nicht.
6. Organoleptische Eigenschaften
Die Beschreibung des Agrarzeichens liefert eine allgemeine Formel — Form als gerollte Streifen oder Granulat (条形、颗粒), gleichmäßig, mit eingestreuten goldenen Blüten (缀金花), klarer Aufguss, dichtes und anhaltendes Osmanthusaroma, weicher und voller Geschmack, — und beschreibt getrennt zwei Arten: auf grüner und auf roter Basis.
- Erscheinungsbild des trockenen Blattes: Dichte, gleichmäßige gerollte Streifen oder Granulat mit eingestreuten goldgelben Osmanthusblüten. Auf grüner Basis — dunkelgrün (墨绿), auf roter — schwarz mit Glanz (乌润).
- Aroma des trockenen Blattes: Keine gesonderte Beschreibung.
- Aroma des Aufgusses: Dichtes und anhaltendes Osmanthusaroma (桂花香气浓郁持久) — bei beiden Arten.
- Geschmack: Auf grüner Basis — weich und voll (醇厚), auf roter — weich und ausgeglichen (醇和).
- Farbe des Aufgusses: Auf grüner Basis — gelbgrün und klar (黄绿明亮), auf roter — rot und klar (红亮).
- Teegrund (aufgegossenes Blatt): Auf grüner Basis — gelbgrün und klar (黄绿明亮), auf roter — gleichmäßig, rot und klar (红匀明亮).
7. Chemische Zusammensetzung
Die Beschreibung des Agrarzeichens legt Untergrenzen fest: freie Aminosäuren (berechnet als Glutaminsäure) — mindestens 3,0 %, Kalium — mindestens 1200 mg pro 100 g, Kalzium — mindestens 230 mg pro 100 g. Weitere physikalisch-chemische Daten fehlen in den gefundenen Quellen. Das Aroma stammt von flüchtigen Substanzen der Osmanthusblüten, die von der Basis aufgenommen werden.
8. Aufguss
Praxis der Klasse für aromatisierten Tee.
- Wassertemperatur: 85–90 °C für grüne Basis, 90–95 °C für rote.
- Teemenge: 3 g auf 150 ml.
- Gefäß: Gaiwan mit Deckel — er hält das Aroma, — oder Porzellankanne.
- Vorgehen:
- Gefäß vorwärmen.
- Tee hineingeben.
- Mit Wasser übergießen und sofort mit dem Deckel abdecken.
- Erster Aufguss — 1–2 Minuten im Gaiwan.
- Vor dem Trinken den Deckel heben und das Aroma einatmen.
- Zwei bis drei weitere Aufgüsse.
9. Lagerung
Praxis der Klasse. In luftdichter Verpackung, an einem trockenen, kühlen, dunklen Ort, strikt ohne Fremdgerüche: Eine Basis, die das Osmanthusaroma aufgenommen hat, nimmt ebenso leicht fremde Gerüche auf. Das Blütenaroma schwächt sich mit der Zeit ab, daher sollte der Tee besser innerhalb eines Jahres getrunken werden.
10. Preis und Fälschungen
Angaben zu Preisen fehlen in den gefundenen Quellen.
- So vermeidet man Fälschungen:
- Auf das Zeichen der geografischen Angabe und die Herkunft aus Guilin achten.
- Die Basis klären — grüner oder roter Tee: Das verändert sowohl Geschmack als auch Aufgussfarbe.
- Das Aroma sollte von der Aromatisierung mit Blüten stammen — frischen oder gefriergetrockneten, wie es die Zeichenbeschreibung erlaubt; ein scharfer, „parfümartiger“, schnell verfliegender Geruch ist ein Zeichen für Aromastoffe.
- Blüten in der Packung beweisen für sich genommen nichts: Sie können auch einfach einem nicht aromatisierten Tee beigemischt werden.
11. Interessante Fakten
- Der Name der Stadt und der Name der Blüte sind hier ein und dasselbe: 桂林 — „Osmanthuswald“.
- Das Schutzgebiet umfasst sechs Stadtbezirke und elf Kreise — den gesamten Bezirk.
- Die Zeichenbeschreibung erlaubt zwei Wege: frische Blüten mit einer Haufenlagerung von 10–12 Stunden oder gefriergetrockneter Osmanthus, der dem Tee 20 Tage lang sein Aroma abgibt.
- Die Bezeichnung umfasst zwei Basen — grüne und rote, daher hat der Tee zwei Gesichter: einen gelbgrünen Aufguss beim einen und einen roten beim anderen.
12. Vergleich mit anderen aromatisierten Tees
- Osmanthus-Oolong (桂花乌龙): Der verbreitetste unter den Osmanthustees; die Basis ist Oolong, die in den Beschreibungen des Guilin Guihua Cha nicht vorkommt.
- Osmanthus-Schwarztee (桂花红茶): Schwarzer Tee, der mit Osmanthusaroma angereichert wird, — ein generischer Typ, der dem Guilin-Tee auf roter Basis nahesteht.
- Osmanthus-Longjing (桂花龙井): Grüner Longjing mit Osmanthusaroma — ein Beispiel für die Aromatisierung einer berühmten grünen Basis.
- Guilin Mao Jian (桂林毛尖): Nicht aromatisierter grüner Tee aus derselben Stadt.
Zum Schluss:
Guilin Guihua Cha ist ein Osmanthustee der Stadt, die nach dem Osmanthus benannt ist. Die Bezeichnung schützt nicht eine Sorte und nicht eine einzige Basis, sondern das Handwerk des Bezirks: Gold-Osmanthus, grüne oder rote Basis, Aromatisierung im Haufen mit einer Lagerzeit von 10–12 Stunden, gleichmäßiges Blatt mit eingestreuten goldenen Blüten und ein dichtes, anhaltendes Aroma.