Dabu Wulong Cha (Dàbù wūlóng chá, 大埔乌龙茶) ist ein Oolong aus dem Kreis Dabu (大埔县) der bezirksfreien Stadt Meizhou im Osten der Provinz Guangdong, im Hakka-Gebiet. Es handelt sich um eine eigenständige geschützte Herkunftsbezeichnung von Meizhou und nicht um einen Zweig der Fenghuang-Dancong aus Chaozhou, obwohl die Sorte „Dancong“ in ihrer Liste vorkommt. Das Schutzdokument ist detailliert: vier Sorten, sandiger Lehm mit pH 4,0–5,5, dichte Pflanzungen unter Schattenbäumen, Fixierung im Kessel bei 200–250 °C und Trocknung in drei Durchgängen — „dreimal erhitzen, dreimal abkühlen“. Der Name ist doppelt geschützt: als landwirtschaftliche geografische Angabe und, seit 2025, als Produkt mit geografischer Angabe.
1. Klassifikation und Herkunft
- Typ: Oolong (乌龙茶, wūlóngchá) — halbfermentierter Tee. Die Klasse ist bereits im Namen genannt, und die Technologie des Dokuments ist oolongtypisch: Welken in der Sonne, Schütteln mit Ruhephasen, Fixierung, Rollen, Trocknung. Konkrete Oxidationsgrade nennt das Dokument nicht.
- Kategorie: Guangdong-Oolong aus dem Hakka-Gebiet von Meizhou; Produkt mit geografischer Angabe (2025) und landwirtschaftliche geografische Angabe.
- Herkunft: China, Provinz Guangdong (广东, Guǎngdōng), bezirksfreie Stadt Meizhou (梅州, Méizhōu), Kreis Dabu (大埔, Dàbù).
- Schutzzone: Laut Dokument von 2025 — 15 Gemeinden und Betriebe des Kreises: Huliao (湖寮), Baihou (百侯), Fenglang (枫朗), Dadong (大东), Guangde (光德), Taoyuan (桃源), Gaopi (高陂), Dama (大麻), Sanhe (三河), Zhourui (洲瑞), Yinjiang (银江), Chayang (茶阳), Xihe (西河), Qingxi (青溪) und der Forstbetrieb Fengxi (丰溪林场).
- Geografische Koordinaten: 116°18′–116°56′ ö. L., 24°01′–24°41′ n. Br.
2. Geschichte und kulturelle Bedeutung
- Geschichte:
- Ursprünge. Laut einer Veröffentlichung der Zeitung „Nanfang Ribao“ (2020), die sich auf Chroniken bezieht, ohne sie zu nennen, wurde Tee in Dabu bereits am Ende der Tang-Dynastie angebaut. Dieselbe Zeitung schreibt, dass es unter der Ming-Dynastie im ganzen Kreis Gärten gab und unter der Qing-Dynastie der Tee vom Xiyan (西岩茶) zu den acht historisch berühmten Tees von Meizhou gehörte.
- Republikzeit. Die Zeitung zitiert einen Eintrag aus der damaligen Chronik „Dabu zhi“ (大埔志): „Nebeltee“ (云雾茶) des Kreises wurde in die Häfen der Südmeere (南洋) verkauft. Danach, so die Zeitung, verfielen die Gärten kriegsbedingt.
- 1958. Laut derselben Veröffentlichung belebte der Kreis den Teeanbau neu: Er legte die Teebetriebe Xiyanshan (西岩山茶场), Shuangjishan (双髻山茶场) und Feitianma (飞天马茶场) an und führte die Sorten Lingtou Dancong (岭头单丛), Fenghuang Shuixian (凤凰水仙), Meizhan (梅占) und Daye Qilan (大叶奇兰) ein.
- Titel. Laut Zeitung erhielt der Kreis in den letzten Jahren die Titel „Heimat des berühmten Tees Chinas“ (中国名茶之乡) und „wichtigster Teeanbaukreis des Landes“ (全国重点产茶县); Jahreszahlen nennt die Zeitung nicht.
- 2016. Laut Nachschlagewerken registrierte das Landwirtschaftsministerium Dabu Wulong Cha als landwirtschaftliche geografische Angabe (AGI01969). Die Tatsache der Registrierung bestätigt auch die Zeitung, ohne Datum.
- 2025. Die Staatliche Behörde für geistiges Eigentum (CNIPA) erkannte den Tee mit der Bekanntmachung Nr. 632 vom 9. Juni als Produkt mit geografischer Angabe an. Antragsteller ist der Teeindustrieverband des Kreises Dabu (大埔县茶叶行业协会).
- Umfang: Nach Angaben der Kreislandwirtschaftsbehörde, die die Zeitung zitiert, gab es im Kreis Ende 2019 108.000 mu Teegärten, der Ausstoß lag bei 7.800 t. Diese Zahlen beziehen sich auf den gesamten Tee des Kreises, nicht nur auf den Oolong unter dem Zeichen.
- Name: „Dabu“ (大埔) ist der Name des Kreises; „Wulong Cha“ (乌龙茶) bedeutet „Oolong“, wörtlich „schwarzer Drache“.
- Kulturelle Bedeutung: Guangdong-Oolong wird meist auf die Fenghuang-Dancong aus Chaozhou reduziert; der Hakka-Kreis Dabu hat eine eigene geschützte Bezeichnung. Die Zeitung schreibt, dass Oolong hier der wichtigste Tee des Kreises ist.
3. Botanische Beschreibung und Rohmaterial
- Sorten / Kultivare: Das Dokument nennt vier: Xiaoye Wulong (小叶乌龙, xiǎoyè wūlóng, „kleinblättriger Oolong“), Dancong (单丛, dāncóng), Huangzhixiang (黄枝香, huángzhīxiāng) und Meizhan (梅占, méizhàn). Die Liste ist mit dem Wort „und andere“ (等) offen.
- Ernte: Frühjahrsernte — von März bis Mai, Herbsternte — von September bis November.
- Erntestandard: Wenn die endständige Knospe geöffnet ist und der Trieb bei drei bis vier Blättern stehen geblieben ist (驻芽三四叶). Das Blatt wird nicht gequetscht und es bleibt keine Feuchtigkeit darauf.
- Anforderungen an das Rohmaterial: In einen Korb kommen höchstens 3 kg frisches Blatt.
4. Terroir und Anbaubesonderheiten
- Böden: Laut Dokument — sandiger Lehm (砂壤土) mit einer Schicht tiefer als 70 cm, schwach sauer, pH 4,0–5,5.
- Pflanzung: Dicht: etwa 6000 Sträucher pro Hektar, damit die Sträucher selbst ein schattiges Mikroklima schaffen. Außerdem werden pro Hektar 270–300 Bäume 楹树 (yíngshù, Albizia) zur Beschattung gepflanzt.
- Pflege: Im Winter werden organische Düngemittel ausgebracht; in der Regenzeit von Juni bis August werden die Sträucher zurückgeschnitten, um das Wachstum anzuregen.
- Höhenlage und Klima: Daten für die gesamte Zone liegen in den gefundenen Quellen nicht vor.
5. Produktionstechnologie
Nachstehend die Anforderungen des Dokuments von 2025, nicht das allgemeine Schema der Klasse.
- Ernte (采摘, cǎizhāi): Nach dem Standard aus Abschnitt 3.
- Welken in der Sonne (晒青, shàiqīng): An klaren Tagen, morgens oder abends, in dünner Schicht und in weicher Sonne. Das Blatt verliert etwa 15 % Feuchtigkeit, dunkelt nach und hängt herab. Bei Regen wird eine Welkmaschine verwendet.
- Schütteln (做青, zuòqīng): Schütteln (碰青, 摇青) wechselt sich mit Ruhephasen ab; von Runde zu Runde wird häufiger und kräftiger geschüttelt, die Ruhephasen werden länger, die Blattschicht dicker.
- Fixierung (杀青, shāqīng): Schnell und bei hoher Temperatur: Kessel 200–250 °C, Blatt nicht kälter als 80 °C, insgesamt 6–10 Minuten. Zuerst wird das Blatt unter dem Deckel erhitzt, dann offen gewendet, am Ende wechseln sich beide Verfahren ab. Das fertige Blatt ist weich, gelbgrün, der Stängel biegt sich, ohne zu brechen.
- Rollen (揉捻, róuniǎn): Nach dem Abkühlen auf etwa 30 °C, im Wechsel von Druck und Entlastung — bis zu festen Rollungen bei mäßiger Zellzerstörung.
- Trocknung (烘焙, hōngbèi): „Dreimal erhitzen, dreimal abkühlen“ (三焙三降温). Erster Durchgang — bei 110–120 °C, bis zu sechzig Prozent Trockenheit, wenn das Blatt nicht mehr an den Händen klebt. Zweiter — bei 90–100 °C, fast trocken: Der Stängel bricht leicht. Dritter — bei 80–90 °C, bis das Blatt zwischen den Fingern zu bröckeln beginnt; Feuchtigkeit — etwa 7 %.
Eine Nachbearbeitung oder Röstung nach der Trocknung beschreibt das Dokument nicht.
6. Organoleptische Eigenschaften
Die nachstehende Beschreibung stammt aus dem Dokument von 2025.
- Erscheinungsbild des trockenen Blattes: Die Rollungen sind groß und fest, voll, glatt und gleichmäßig (条索肥壮紧结,饱满光滑匀整); die Farbe ist schwarzbraun, ölig glänzend (乌褐油润).
- Aroma des trockenen Blattes: Nicht gesondert beschrieben; Daten liegen in den gefundenen Quellen nicht vor.
- Aroma des Aufgusses: Blumig-honigartig, rein und natürlich, dicht und anhaltend (花蜜香味,清香天然,香浓持久).
- Geschmack: Dicht, weich und süß, voll und frisch, mit langem süßem Nachgeschmack (醇厚甘润、浓醇鲜爽、回味甘甜).
- Farbe des Aufgusses: Orangegelb, leuchtend, mit goldenem Schimmer (橙黄明亮、略显金黄).
- Teegrund (aufgegossenes Blatt): Zartgrün, gleichmäßig, weich und glänzend (嫩绿,匀齐柔亮).
Die „Nanfang Ribao“ fasst den Charakter des Kreistees in fünf Worten zusammen — 香、甘、韵、滑、醇: aromatisch, süß, mit langem Nachklang im Mund (韵, yùn), glatt, weich.
7. Chemische Zusammensetzung
Das Dokument führt die Kennwerte als Bereiche auf, nicht als Grenzwerte:
| Kennwert | Gehalt |
|---|---|
| Teepolyphenole | 18,2–20,7 % |
| Theanin | 0,487–0,718 % |
| Wasserlösliche Extraktstoffe | 39,7–42,4 % |
| Koffein | 1,82–3,01 % |
| Anthocyane | 0,25–0,37 % |
Außerdem erwähnt das Dokument Salze und freie Aminosäuren, nennt dafür aber keine Zahlen. Die Feuchtigkeit des fertigen Tees wird nur in der Trocknungsbeschreibung genannt — etwa 7 %.
8. Zubereitung
Übliche Praxis der Klasse für Oolong. Gesonderte Empfehlungen im Dokument gibt es nicht.
- Wassertemperatur: 95–100 °C.
- Teemenge: 6–8 g auf 110–150 ml.
- Gefäß: Gaiwan oder kleine Tonkanne.
- Ablauf:
- Das Gefäß vorwärmen.
- Den Tee hineingeben.
- Ihn kurz mit heißem Wasser spülen und abgießen.
- Die ersten Aufgüsse — 10–20 Sekunden.
- Vollständig ausgießen.
- Weitere Aufgüsse mit leicht zunehmender Zeit.
9. Aufbewahrung
Übliche Praxis der Klasse für Oolong. In luftdichter Verpackung, an einem kühlen, dunklen, trockenen Ort, ohne Fremdgerüche.
10. Preis und Fälschungen
Preisdaten liegen in den gefundenen Quellen nicht vor.
- So vermeidet man Fälschungen:
- Auf das Zeichen des Produkts mit geografischer Angabe achten; das Recht darauf bestätigt das CNIPA.
- Prüfen, ob der Hersteller in einer der 15 Gemeinden und Betriebe des Kreises Dabu ansässig ist.
- Trockenes Blatt — große feste Rollungen von schwarzbrauner Farbe mit öligem Glanz; Aufguss — orangegelb, Aroma — blumig-honigartig.
11. Interessante Fakten
- In der Zonenliste steht neben den Gemeinden auch der Forstbetrieb Fengxi: Die Zone wurde nach Produktionseinheiten abgegrenzt, nicht nur nach dem Verwaltungsraster.
- Die Beschreibungen des Erscheinungsbildes in den Dokumenten von Dabu Wulong Cha und Xiyan Wulongcha stimmen fast wörtlich überein — Aroma, Geschmack, Farbe des Aufgusses und Teegrund. Abweichend ist die Farbe des trockenen Blattes: Bei Dabu ist sie schwarzbraun, bei Xiyan gelbbraun.
12. Vergleich mit anderen Oolongs
- Xiyan Wulongcha (西岩乌龙茶): Oolong der Gemeinde Fenglang im selben Kreis, laut Kreisangaben mit Gärten über 1250 m und nur einer Frühjahrsernte; seine Zone ist Teil der Zone von Dabu Wulong Cha. Das Dokument von Xiyan verlangt eine Trocknung in zwei Stufen (150 und 100 °C), das Dokument von Dabu in drei (110–120, 90–100 und 80–90 °C).
- Xingning Dancong (兴宁单丛): Oolong des Kreises Xingning desselben Bezirks Meizhou.
- Lingtou Dancong (岭头单丛): Oolong und gleichnamige Sorte des Kreises Raoping im Bezirk Chaozhou. Laut „Nanfang Ribao“ wurde diese Sorte 1958 nach Dabu eingeführt; im Dokument von Dabu Wulong Cha stehen vier Sorten.
- Huangzhixiang Dancong (黄枝香单丛): In Fenghuang bezeichnet man so einen der Aromatypen des Dancong; im Dokument von Dabu steht Huangzhixiang in der Sortenliste.
Fazit:
Dabu Wulong Cha ist ein Oolong des Hakka-Kreises im Osten Guangdongs, getrennt von den Fenghuang-Dancong aus Chaozhou. Sein Dokument beschreibt alles vom Boden bis zur Trocknung: vier Sorten, dichte Pflanzungen unter Schirmbäumen, Fixierung im glühenden Kessel und Trocknung in drei Erhitzungsgängen. In der Tasse — blumig-honigartiges Aroma, orangegelber Aufguss mit goldenem Schimmer und weiche Süße. Der Kreis besitzt zwei geschützte Oolongs — einen breiten kreisweiten und einen engen bergigen, Xiyan Wulongcha.
Quellen
Geografische Angabe
Vollständige Liste — auf der Seite „Quellen“