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Huángshān gòngjú

Huángshān gòngjú · 黄山贡菊

Huángshān Gòngjú (Huángshān gòngjú, 黄山贡菊) ist die „Tribut-Chrysantheme“ aus Huangshan: getrocknete Blütenköpfe einer kleinblütigen weißen Chrysantheme aus dem Kreis Shèxiàn (歙县) der bezirksfreien Stadt Huangshan in der Provinz Ānhuī. Es handelt sich nicht um Tee aus den Blättern des Teestrauchs, sondern um einen Chrysanthemenaufguss: Die Kreisvereinigung bezeichnet ihn zugleich als echtes Arzneimittel und als „herrliches Getränk“, und das „Große Wörterbuch von Anhui“ schreibt, man trinke ihn, „indem man Tee durch Chrysantheme ersetzt“ (以菊代茗). Seit 2004 ist der Name als Produkt mit Herkunftsangabe geschützt, seit 2006 gilt die nationale Norm GB/T 20359-2006, und die Herstellungstechnik steht seit 2014 auf der provinziellen Liste des immateriellen Kulturerbes.

1. Klassifikation und Herkunft

  • Typ: Blütenaufguss, Teeersatz; Blätter von Camellia sinensis sind nicht enthalten, eine Teeklasse hat das Produkt nicht. Die nationale Norm ist der Rubrik Pharmazie zugeordnet, nicht dem Tee.
  • Kategorie: Produkt mit geografischer Angabe (zuvor „Produkt mit geschütztem Herkunftsgebiet“, 原产地域保护); eine der „vier berühmten Chrysanthemen Chinas“.
  • Andere Namen: Huīzhōu-Tribut-Chrysantheme (徽州贡菊), „Gòngjú“ (贡菊), historischer Name „Huī-Chrysantheme“ (徽菊).
  • Herkunft: China, Provinz Ānhuī (安徽, Ānhuī), bezirksfreie Stadt Huangshan (黄山, Huángshān), Kreis Shèxiàn (歙县, Shèxiàn).
  • Schutzgebiet: Das gesamte Gebiet des Kreises Shèxiàn in seinen heutigen Verwaltungsgrenzen.
  • Heimat der Sorte: Das Dorf Jīnzhú (金竹村) der Großgemeinde Běi’àn (北岸镇) und die Umgebung von Jīnzhúlǐng (金竹岭).

2. Geschichte und kulturelle Bedeutung

  • Geschichte:
    • Song. Die Kreisvereinigung schreibt, dass die Chrysantheme in Shèxiàn bereits während der Song-Dynastie angebaut wurde, vor mehr als 700 Jahren; eigenen Angaben in einem Bericht von 2023 zufolge wurde die Blume aus dem Kreis Déqīng in der Provinz Zhèjiāng eingeführt. Eine Mitteilung von 2025 nennt „mehr als achthundert Jahre“.
    • 1502. „Huīzhōu-Bezirkschronik“ (laut Vereinigung): Der aus Shè stammende Song-Gelehrte Wáng Zǐfā malte einundachtzig Chrysanthemenarten.
    • Späte Qing- bis frühe Republikzeit. Die Chrysantheme wächst weithin bei Jīnzhúlǐng.
    • Der Name „Gòngjú“, der Überlieferung nach. In den Guāngxù-Jahren soll in der Verbotenen Stadt eine Augenkrankheit umgegangen sein; ein Huīzhōu-Präfekt sandte getrocknete Chrysanthemen an den Hof, und die Kranken genasen. So wurde die Huī-Chrysantheme zur „Tribut-Chrysantheme“. Diese Überlieferung stammt aus Nachschlagewerken, nicht aus Dokumenten.
    • Mengen im vergangenen Jahrhundert. Laut Vereinigung bis 1922 nicht mehr als 33 t pro Jahr, 1935 etwa 99 t; nach 1949 dehnten sich die Anpflanzungen über Jīnzhúlǐng hinaus aus — nach Běi’àn, Chéngcūnjiāng, Xiàkēng und weitere, insgesamt über zehn Landgemeinden.
    • 1997. Der zweite Kanal des Zentralen Fernsehens zeigte eine Werbung zur Armutshilfe unter der Marke „黄山贡菊“ — seither hat sich dieser Name, so die Vereinigung, durchgesetzt.
    • 1998. Goldmedaille der zweiten internationalen Ausstellung „Ein Dorf — ein Produkt“ (laut Preisliste der Vereinigung).
    • 2004. Mit der Bekanntmachung Nr. 105 von 2004 stellte die Aufsichtsbehörde das Produkt als Produkt mit Herkunftsangabe unter Schutz. Das Datum geben die Quellen unterschiedlich an: Die Enzyklopädie Baidu nennt Oktober 2004, die Liste der chinesischen Wikipedia den 9. August.
    • 2006. Die nationale Norm GB/T 20359-2006 wurde am 25. Mai veröffentlicht und gilt seit dem 1. Oktober.
    • 2014. Im Mai wurde die Herstellungstechnik „黄山贡菊(徽州贡菊)制作技艺“ in die provinzielle Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen.
    • 2023. Dem Kreis wurde genehmigt, eine provinzielle Modellzone zum Schutz der geografischen Angabe zu errichten.
  • Name: 黄山 ist der Name des Bezirks und des Gebirges, 贡 (gòng) — „Tribut“, 菊 (jú) — „Chrysantheme“.
  • Kulturelle Bedeutung: Die Kreischronik von 1937 schreibt: „Weiße Chrysantheme, die Blüte klein, das Herz mit Grün, die Bewohner des Kreises ziehen sie auf Beeten, sie vertreibt Trübung und wird anstelle von Tee getrunken.“

3. Botanische Beschreibung und Rohstoff

  • Pflanze: Chrysantheme, Chrysanthemum morifolium; laut Vereinigung eine flachblättrige, kleinblütige Form der weißen Chrysantheme (白菊中的平瓣小菊).
  • Linien: Ein Branchenüberblick von 2019 (Zeitschrift „现代农业科技“) nennt vier Linien — früh, mittel, spät und „Arznei-Chrysantheme“ (药菊); die wichtigste ist mittelspät, die spätreife blüht 2–3 Wochen später. Durch Gewebekultur wurde eine Linie gewonnen, die zweimal im Jahr blüht — im Juli und im Oktober.
  • Vermehrung: Ausschließlich über Stecklinge: Um das Qingming-Fest nimmt man Wurzeltriebe überwinterter Pflanzen.
  • Züchtung: Einem Bericht der Agentur Zhōngxīn von 2025 zufolge degeneriert die alte Sorte, und das Chrysanthemen-Institut Shuāngruǐ (霜蕊菊花研究所) aus dem Kreis Shèxiàn schickte Samen der Gòngjú mit dem Satelliten „Shíjiàn-19“ ins All (September 2024).
  • Rohstoff: Geöffnete Blütenköpfe.

4. Terroir und Anbaubesonderheiten

  • Region: Gebirge im Süden Ānhuīs zwischen den Höhenzügen Huangshan und Tiānmùshān, entlang des Tals des Xīn’ānjiāng; höchster Punkt des Kreises ist der Gipfel Qīngliángfēng (1787,4 m).
  • Anbauhöhe: Überwiegend Hänge auf 200–800 m (Vereinigung).
  • Böden: Auf diesen Höhen gelbbraune, gelbrote und sandig-lehmige gelbe Böden, tiefgründig, humusreich, die Feuchtigkeit und Dünger gut halten.
  • Klima: Feuchtes Monsunklima am Rande der Subtropen: im Winter ohne strenge Fröste, im Sommer ohne drückende Hitze, häufig Sommer-Herbst-Trockenheit.
  • Umfang: Die Zahlen gehen auseinander: Vereinigung — über 2300 ha und 1500 t pro Jahr; Überblick 2019 — bis 2017 schrumpfte die Fläche auf 2700 ha; der Vorsitzende der Kreisvereinigung nannte 2023 für die gesamte bezirksfreie Stadt Huangshan 60 000 mu Gòngjú.

5. Herstellungstechnologie

Nach Beschreibungen der Herstellungstechnik:

  1. Pflücken (采摘): Bei sonnigem Wetter, wenn der Tau abgetrocknet ist.
  2. Ausbreiten: Gepflückte Blüten sofort dünn auslegen, damit sie nicht ersticken (焖花).
  3. Trocknen (烘干): In einer mehrstöckigen Darre; die Hitze ist zunächst stärker, dann schwächer, und die Temperatur wird reguliert, indem man die Blüten von Etage zu Etage umsetzt.
  4. Wenden: Häufig und vorsichtig, sonst oxidieren die Blüten und röten sich (红变).

Die Blüten werden frisch getrocknet, deshalb bleiben sie ganz und getrennt; die Hangzhouer weiße Chrysantheme wird Beschreibungen zufolge zuerst gedämpft. Genaue Temperaturen finden sich in verlässlichen Quellen nicht. Die Norm GB/T 20359-2006 umfasst Produktion, Sorten mit Referenzmustern und Prüfverfahren; ihr Text wurde nicht gelesen.

6. Organoleptische Eigenschaften

Die Referenzformel der Vereinigung: „Die Farbe weiß, der Blütenkelch grün, das Herz klein, der Blütenstand weich, das Aroma duftend, gleichmäßig und nicht auseinanderfallend; mit kochendem Wasser übergossen — der Aufguss klar, der Geschmack süß.“

  • Erscheinungsbild des trockenen Produkts: Blätter gibt es nicht, das Produkt besteht aus Blütenköpfen: flach-kugelförmig oder unregelmäßig kugelförmig, 1,5–2,5 cm; Zungenblüten weiß oder weißlich, schräg aufgerichtet, mit umgebogenen Spitzen; Röhrenblüten wenige, der Kelch grün (蒂绿).
  • Trockenaroma: Warm und dicht (干茶香暖郁) — laut gängiger Beschreibung.
  • Aroma des Aufgusses: Leicht und natürlich.
  • Geschmack: Süß, weich, mit leicht süßem Nachgeschmack.
  • Farbe des Aufgusses: Klar, leicht gelblich.
  • Tasseegrund (aufgegossene Blüten): Laut gängiger Beschreibung sind die aufgegossenen Blüten hell und halbtransparent, weich und saftig, nach vielen Aufgüssen allmählich bräunlich.

7. Chemische Zusammensetzung

Zahlenwerte finden sich in den gefundenen Quellen nicht: Die physikalisch-chemischen Anforderungen der Norm GB/T 20359-2006 wurden nicht gelesen.

8. Nützliche Eigenschaften

Geprüfte Daten zur Wirkung gerade dieses Produkts liegen nicht vor. Nachschlagewerke führen Formeln der traditionellen Medizin an („Wind und Hitze zerstreuen“, „die Augen klären“); diese werden hier nicht als gesichert wiedergegeben.

9. Aufguss

Praxis der Klasse — für einen Chrysanthemenaufguss. 3–5 g Blütenköpfe auf 200–250 ml Wasser von 85–95 °C, Glasbecher oder Gaiwan, 2–4 Minuten für den ersten Aufguss, zwei bis vier Aufgüsse.

10. Lagerung

Praxis der Klasse. Trocken, dunkel, in dicht verschlossenem Gefäß, fern von Gerüchen: Blütenrohstoff ist hygroskopisch, verliert rasch Aroma und leidet unter Insekten.

11. Preis und Fälschungen

Preisdaten gibt es in den gefundenen Quellen nicht.

  • Wie man Fälschungen vermeidet:
    • Auf das Zeichen des Produkts mit geografischer Angabe und die Herkunft aus dem Kreis Shèxiàn achten.
    • Das Aussehen prüfen: kleiner flacher weißer Blütenkopf von 1,5–2,5 cm, grüner Kelch, kleines Herz, ganze, nicht zerfallene Blüten.
    • Nicht mit der Hangzhouer weißen Chrysantheme verwechseln: Bei jener ist das dunkle Herz größer, und die Blüten verkleben nach dem Dämpfen.

12. Interessante Fakten

  • Im Stammbaum der Familie Hú (《金川胡氏宗谱》, 1932) steht der Vereinigung zufolge die Zeile: „Pflanze weniger Maulbeere und Hanf, pflanze Chrysantheme — der Nutzen von ihr ist doppelt so groß.“
  • Der Name „Huángshān Gòngjú“ setzte sich durch die Fernsehwerbung von 1997 durch.
  • Samen der Gòngjú flogen auf dem Satelliten „Shíjiàn-19“.

13. Vergleich mit anderen Chrysanthemen und Tees

  • Chrysanthementee (菊花茶): Überblicksartikel zum Chrysanthemenaufguss.
  • Máchéng Fúbáijú (麻城福白菊): Weiße Chrysantheme aus Húběi mit Schutz in China und der EU; der Blütenkopf ist größer — 2–5 cm gegenüber 1,5–2,5 cm bei Gòngjú.
  • Hangzhouer weiße Chrysantheme (杭白菊): Weiße Chrysantheme aus Zhèjiāng, eine der „vier berühmten“; sie wird gedämpft, und die Blütenstände verkleben.
  • Huángshān Máofēng (黄山毛峰): Ein echter grüner Tee aus derselben bezirksfreien Stadt.

Zum Abschluss:

Huángshān Gòngjú ist eine kleine flache weiße Chrysantheme mit grünem Kelch aus dem Kreis Shèxiàn, die frisch getrocknet und als ganze, getrennte Blüten verkauft wird. Sie steht seit 2004 unter Schutz, hat seit 2006 eine nationale Norm und seit 2014 provinzielles Kulturerbe, ist jedoch kein Tee, sondern ein Chrysanthemenaufguss, der hier seit langem anstelle von Tee getrunken wird.

Quellen

Vollständige Liste — auf der Seite „Quellen“