Qinglong Lücha (Qínglóng lǜchá, 晴隆绿茶) ist ein grüner Tee aus dem Kreis Qinglong (晴隆县) im Autonomen Bezirk Qianxinan der Bouyei und Miao im Südwesten der Provinz Guizhou. Die Gärten liegen auf 1100–1700 m Höhe, in niedriger geografischer Breite, und nach lokalen Beschreibungen beginnt hier die erste Frühjahrsernte drei bis sechs Wochen früher als in vielen anderen Gebieten. Die Anforderungen an das Produkt beschreiben zwei Formen — gerollt und flach. Der Kreis ist auch durch einen Fund von 1980 bekannt: Am Berg Yuntou Dashan, an der Grenze zum Nachbarkreis Pu’an, wurde ein versteinertes Teesamen gefunden. Seit 2017 ist Qinglong Lücha als Produkt mit geografischer Angabe geschützt.
1. Klassifikation und Herkunft
- Typ: Grüner Tee (绿茶, lǜchá) — die Klasse ist im Namen selbst genannt und wird durch die Technologie bestätigt: Fixierung, Rollen oder Glätten, Trocknung.
- Kategorie: Hochgebirgs-Frühtee aus Südwest-Guizhou; Produkt mit geografischer Angabe (2017).
- Herkunft: China, Provinz Guizhou (贵州, Guìzhōu), Autonomer Bezirk Qianxinan der Bouyei und Miao (黔西南, Qiánxīnán), Kreis Qinglong (晴隆, Qínglóng).
- Schutzgebiet: Vierzehn Einheiten des Kreises: die Straßenkomitees Liancheng (莲城) und Dongguan (东观), die Großgemeinden Zhongying (中营), Huagong (花贡), Chama (茶马), Guangzhao (光照), Jichang (鸡场), Shazi (沙子), Bihen (碧痕) und Dachang (大厂), die Gemeinden Changliu (长流), Angu (安谷) und Zima (紫马) sowie die Nationalitätengemeinde Sanbao der Yi (三宝彝族乡).
- Geografische Koordinaten: In den gefundenen Dokumenten sind keine Koordinaten der Zone angegeben; nach Angaben der Kreisregierung liegt der Kreis zwischen 25°33′ und 26°11′ n. Br. und zwischen 105°01′ und 105°25′ ö. L.
2. Geschichte und kulturelle Bedeutung
- Geschichte:
- Versteinertes Samenkorn. Nach Angaben der Akademie der Agrarwissenschaften von Guizhou fand eine Gruppe ihres Teeinstituts, die wilde Teebäume der Provinz untersuchte, am 13. Juli 1980 am Berg Yuntou Dashan (云头大山) an der Grenze der Kreise Qinglong und Pu’an ein versteinertes Samenkorn; andere Veröffentlichungen schreiben den Fund einem leitenden Agronomen der Kreislandwirtschaftsbehörde zu. Das Nanjing-Institut für Geologie und Paläontologie der Chinesischen Akademie der Wissenschaften bestimmte es als Samen des vierkugeligen Tees (四球茶) aus dem späten Tertiär mit einem Alter von etwa 1,64 Millionen Jahren; Nachschlagewerke sprechen von der Wende vom Tertiär zum Quartär und von einem Alter von „mehr als einer Million Jahre“. „Xinhua“ nennt Qinglong den einzigen Ort der Welt, an dem ein solches Fossil gefunden wurde; auch der Nachbarkreis Pu’an verweist auf diesen Fund, weil der Berg an der Grenze der beiden Kreise liegt.
- Museum. Der Kreis errichtet rund um den Fundort einen Museumskomplex.
- 2010–2011. Geografische Marke Nr. 8685710 für Tee; Inhaber ist die Teeindustrievereinigung des Kreises Qinglong (晴隆县茶叶产业协会). Einige Presseberichte datieren sie auf 2010, andere schreiben, die Marke sei im März 2011 registriert worden.
- 2017. Die Hauptverwaltung für Qualitätsaufsicht, Inspektion und Quarantäne stellte Qinglong Lücha mit der Bekanntmachung Nr. 108 als Produkt mit geografischer Angabe unter Schutz und bestätigte die Anforderungen daran; Presseberichten zufolge gilt der Schutz seit dem 8. Dezember 2017.
- 2025. Die Staatliche Verwaltung für geistiges Eigentum bestätigte per Mitteilung das Recht der Hersteller auf das besondere Zeichen der geografischen Angabe.
- Name: „Qinglong“ (晴隆) ist der Name des Kreises; „lücha“ (绿茶) bedeutet grüner Tee.
- Kulturelle Bedeutung: Der Kreis bewirbt den Tee mit einer Formel aus vier Zeichen — „alt, früh, rein, aromatisch“ (古、早、净、香). „Alt“ — viele alte Teebäume und das versteinerte Samenkorn; „früh“ — Ernte 20–40 Tage früher als in anderen Gebieten dank Höhe und niedriger Breite; „rein“ — Pestizidkontrolle; „aromatisch“ — Orchideenton.
3. Botanische Beschreibung und Rohmaterial
- Sorten / Kultivare: Die Anforderungen nennen Fuding Dabai (福鼎大白, Fúdǐng dàbái), Longjing 43 (龙井43, Lóngjǐng 43) und lokale traditionelle Sorten.
- Ernte: Zwei Saisons — von Anfang Februar bis Ende April und von Anfang Juli bis Ende September.
- Erntestandard: Einzelknospe, Knospe mit einem gerade geöffneten Blatt, Knospe mit zwei gerade geöffneten Blättern.
- Anforderungen an das Rohmaterial: Die Sträucher werden durch Stecklinge vermehrt; gepflanzt wird von Oktober bis Februar, nicht dichter als 60 000 Pflanzen pro Hektar; jährlich werden mindestens 25 t verrotteter organischer Dünger pro Hektar ausgebracht.
4. Terroir und Anbaubesonderheiten
- Region: Südwesten von Guizhou, Berge an der Grenze zum Kreis Pu’an.
- Anbauhöhe: 1100–1700 m — nach den Anforderungen an das Produkt.
- Klima: Nach der Referenzbeschreibung ein kühles und feuchtes Hochgebirgs-Subtropen-Monsunklima: mittlere Jahrestemperatur etwa 14 °C, 1500–1650 mm Niederschlag, etwa 1462 Sonnenstunden pro Jahr, etwa 320 frostfreie Tage. Das Relief des Kreises besteht aus tief zerklüfteten Karstbergen, von 543 bis 2025 m.
- Böden: Gelbe oder gelbbraune Böden, pH 4,5–6,5, organische Substanz nicht weniger als 1,5 %, Schichtmächtigkeit nicht weniger als 50 cm.
5. Herstellungstechnologie
Die Anforderungen an das Produkt beschreiben zwei Verarbeitungswege:
- Flacher Tee: Welken → Fixierung → Glätten → Formgebung → Trocknung → Aromatisierungswärme.
- Gerollter Tee: Welken → Fixierung → Rollen → Formgebung → Trocknung → Aromatisierungswärme.
Parameter der Schritte:
- Welken (摊青, tānqīng): In einer Schicht von 2–10 cm, 3–6 Stunden.
- Fixierung (杀青, shāqīng): Bei 180–240 °C, 2–5 Minuten.
- Glätten (理条, lǐtiáo) — für flachen Tee: bei 120–150 °C, 2–5 Minuten.
- Rollen (揉捻, róuniǎn) — für gerollten Tee: Mindestens 80 % des Blattes sollen sich zu einem Strang rollen.
- Formgebung (做形, zuòxíng): Getrennt für flache und gerollte Form; die Anforderungen nennen keine Parameter.
- Trocknung (干燥, gānzào): In zwei bis drei Durchgängen, bis zu einer Feuchte von nicht mehr als 7 %.
- Aromatisierungswärme (提香, tíxiāng): Bei 60–100 °C, 1,5–2 Stunden.
6. Organoleptische Eigenschaften
- Erscheinungsbild des trockenen Blattes: Gerollt — dicht, fein, gedreht; Farbe gleichmäßig, feucht-grün (紧细卷曲;色泽匀整润绿). Flach — flach und glatt, mit sichtbarem Flaum, gleichmäßig; Farbe feucht-grün (扁平光滑,显毫、匀整;色泽润绿).
- Aroma des trockenen Blattes: Keine Beschreibungen in den gefundenen Quellen.
- Aroma des Aufgusses: Gerollt — kräftig und anhaltend (浓郁、持久). Flach — rein (纯正). Lokale Beschreibungen sprechen von einem leichten Orchideenton.
- Geschmack: Gerollt — weich und voll, frisch und kräftig (醇厚、鲜浓). Flach — frisch und weich, süß, dicht (鲜醇、味甘、浓厚).
- Farbe des Aufgusses: Gerollt — gelbgrün und leuchtend (黄绿明亮). Flach — gelb, leuchtend und klar (黄亮透明).
- Teegrund (aufgegossenes Blatt): In den Anforderungen an das Produkt nicht beschrieben; keine weiteren Beschreibungen in den gefundenen Quellen.
7. Chemische Zusammensetzung
Physikalisch-chemische Anforderungen an das Produkt:
| Kennzahl | Anforderung |
|---|---|
| Feuchte | nicht mehr als 7,0 % |
| Gesamtasche | nicht mehr als 7,0 % |
| Extraktstoffe | nicht weniger als 38,0 % |
| Teepolyphenole | nicht weniger als 13,0 % |
Dies sind Zulassungsgrenzen, keine gemessene Zusammensetzung. Angaben zu Aminosäuren und Koffein fehlen in den gefundenen Quellen.
8. Zubereitung
Praxis der Klasse für grünen Tee.
- Wassertemperatur: 80–85 °C; für dichten gerollten Tee bis 90 °C möglich.
- Teemenge: 3 g auf 150 ml.
- Gefäß: Glasbecher für flachen Tee, weißes Gaiwan für gerollten Tee.
- Vorgang:
- Das Gefäß vorwärmen.
- Den Tee einfüllen und das Wasser an der Wandung entlang zugießen.
- Erster Aufguss — 40–60 Sekunden.
- Trinken und dabei einen Teil des Aufgusses stehen lassen.
- Wasser nachgießen.
- Zwei bis drei wiederholte Aufgüsse.
9. Lagerung
Praxis der Klasse. In luftdichter Verpackung, im Kühlschrank bei 0–5 °C, ohne Licht, Feuchtigkeit und Fremdgerüche. Früher Frühlingstee wird wegen seiner Frische geschätzt, daher sollte er am besten innerhalb eines Jahres getrunken werden.
10. Preis und Fälschungen
In den gefundenen Quellen gibt es keine Preisangaben.
- So vermeidet man Fälschungen:
- Auf das Zeichen der geografischen Angabe achten.
- Prüfen, ob der Hersteller in einer der vierzehn Einheiten des Kreises Qinglong ansässig ist.
- Die Form mit den Anforderungen abgleichen: gerollt — fein und gedreht, Aufguss gelbgrün; flach — glatt, mit Flaum, Aufguss gelb und klar.
11. Interessante Fakten
- Das versteinerte Teesamenkorn aus Qinglong wurde als Samen des vierkugeligen Tees aus dem späten Tertiär bestimmt.
- Das Samenkorn wurde nicht durch Ausgrabungen gefunden, sondern bei einer Untersuchung wilder Teebäume am Berg Yuntou Dashan.
- Im Schutzgebiet liegt die Großgemeinde Chama (茶马) — „Tee und Pferde“.
- Die Anforderungen erlauben zwei Erntesaisons — die Frühjahrssaison ab Februar und die Sommer-Herbst-Saison von Juli bis September.
12. Vergleich mit benachbarten Tees
- Pu’an Gushu Lü (普安古树绿): Grüner Tee aus dem Nachbarkreis Pu’an von alten Bäumen, ebenfalls früh; das versteinerte Samenkorn vom Berg an der Grenze der beiden Kreise wird auch in den Beschreibungen Pu’ans erwähnt.
- Pu’an Hongcha (普安红茶): Roter Tee aus dem Kreis Pu’an.
- Guizhou Lücha (贵州绿茶): Provinzname für grünen Tee aus Guizhou — eine breitere Ebene als der Kreisname Qinglong.
Fazit:
Qinglong Lücha ist ein früher Hochgebirgs-Grüntee aus dem Südwesten von Guizhou: Gärten auf 1100–1700 m, Ernte ab Anfang Februar, zwei Formen — gerollt mit kräftigem, anhaltendem Aroma und flach mit reinem Aroma und süßem, dichtem Geschmack. Dahinter steht das versteinerte Samenkorn von 1980, auf dem der Kreis seine Teegeschichte aufbaut, und seit 2017 auch der Schutz des Produkts mit geografischer Angabe.
Quellen
Geografische Angabe
Vollständige Liste — auf der Seite „Quellen“