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Pǔ'ān sìqiú chá

Pǔ'ān sìqiú chá · 普安四球茶

Pu’an Siqiu Cha (Pǔ’ān sìqiú chá, 普安四球茶) ist ein grüner Tee aus dem Kreis Pu’an (普安县) des Autonomen Bezirks Qianxinan der Bouyei und Miao im Südwesten der Provinz Guizhou, hergestellt aus dem Blatt einer besonderen Teepflanzenart — des vierkammerigen Tees 四球茶 (Camellia tetracocca Zhang). Der Name ist doppelt geschützt: seit 2016 als Produkt mit geografischer Angabe und seit 2017 durch ein geografisches Zertifizierungszeichen. Der Provinzstandard beschreibt den Tee so: schwere, gleichmäßige „Fäden“ ohne Flaum, grün mit Glanz, hellgrüner klarer Aufguss, dichter hoher Duft, frischer weicher Geschmack mit langem Nachgeschmack. Nach Angaben der Provinzbehörden wachsen in Pu’an mehr als 20.000 Bäume des 四球茶.

1. Klassifikation und Herkunft

  • Typ: Grüner Tee (绿茶, lǜchá), unfermentiert. Die Klasse wird durch den Standard DB52/T 1163-2016 festgelegt: „普安四球茶“ ist ein grüner Tee, der aus frischem Blatt des 四球茶 im Schutzgebiet hergestellt wird. Die Art steht im Namen, die Klasse legt der Standard fest.
  • Kategorie: Grüner Tee aus Guizhou; Produkt mit geografischer Angabe (2016) und geografisches Zertifizierungszeichen (2017).
  • Herkunft: China, Provinz Guizhou (贵州, Guìzhōu), Autonomer Bezirk Qianxinan der Bouyei und Miao (黔西南, Qiánxīnán), Kreis Pu’an (普安, Pǔ’ān).
  • Schutzgebiet: Nach dem Standard — zwölf Einheiten des Kreises Pu’an in den aktuellen Verwaltungsgrenzen: die Großgemeinden Louxia (楼下镇), Qingshan (青山镇), Xindian (新店镇), Luohan (罗汉镇), Digua (地瓜镇), Jiangxipo (江西坡镇), Longyin (龙吟镇) und Xingzhong (兴中镇), die Gemeinden Gaomian (高棉乡) und Baisha (白沙乡), die Straßenviertel Nanhu (南湖街道) und Panshui (盘水街道).
  • Geografische Koordinaten: Kreiszentrum — etwa 25,8° n. Br. und 105,0° ö. L.

2. Geschichte und kulturelle Bedeutung

  • Geschichte:
    • Versteinerter Samen. Nach Angaben der Kreisregierung (2024) wurde 1980 an der Grenze der Kreise Pu’an und Qinglong, im Yunntoushan-Gebirge (云头山), ein versteinerter Teesamen gefunden; das Nanjing-Institut für Geologie und Paläontologie der Chinesischen Akademie der Wissenschaften bestimmte ihn als Samen des 四球古茶. Das Alter des Fundes wird in den Quellen unterschiedlich angegeben: Das Provinzportal (2019) schreibt von „mehreren Millionen Jahren“, die Kultur- und Tourismusbehörde des Bezirks (2021) ordnet ihn dem späten Tertiär und Quartär zu, und in einem Artikel der Reihe über Qinglong Lücha wird eine Schätzung von etwa 1,64 Millionen Jahren genannt. Die Abweichung habe ich nicht aufgelöst.
    • Name der Art. Nach einer Veröffentlichung der Kultur- und Tourismusbehörde des Bezirks (2021) wurde der Name 四球茶 von Professor Zhang Hongda von der Sun-Yat-sen-Universität anhand der Merkmale großer Teebäume in Pu’an vergeben; das Jahr nennt die Veröffentlichung nicht.
    • 2016 — geografische Angabe. Die Hauptverwaltung für Qualitätsaufsicht, Inspektion und Quarantäne (AQSIQ) nahm Pu’an Siqiu Cha mit der Bekanntmachung Nr. 63 aus dem Jahr 2016 als Produkt mit geografischer Angabe unter Schutz. Der Provinzstandard DB52/T 1163-2016 wurde am 22. Dezember 2016 genehmigt und gilt seit dem 21. Juni 2017.
    • 2017 — Zeichen. Nach einer Mitteilung ohne Jahresangabe erhielt der Kreis Bescheide über die Annahme von Anträgen auf seine ersten geografischen Zeichen — 普安红茶 und 普安四球茶. Nach einer Übersichtstabelle der Behörde für geistiges Eigentum von Guizhou (2022) wurde das Zeichen „普安四球茶“ am 28. Dezember 2017 genehmigt, Inhaber ist der Teeverband des Kreises Pu’an (普安县茶叶协会).
  • Name: 普安 (Pǔ’ān) — Name des Kreises; 四球 (sìqiú) — „vier Kugeln“, nach der vierkammerigen Frucht der Art; 茶 (chá) — Tee.
  • Kulturelle Bedeutung: Nach Angaben der Kreisregierung (2024) verlieh die Chinesische Internationale Gesellschaft für Teekulturstudien dem Kreis Pu’an im Juli 2017 den Titel „Heimat der chinesischen Teekultur“. Das Provinzportal (2024) nennt den Pu’aner 四球古茶 ein „trinkbares lebendes Fossil“.

3. Botanische Beschreibung und Rohmaterial

  • Art: 四球茶 — Camellia tetracocca Zhang, eine endemische Art mit kleinbaumartiger Wuchsform und vierkammeriger Frucht. Der Standard verlangt genau sie: Das Rohmaterial ist frisches Blatt dieser Art.
  • Population: Nach einem Bericht des Provinzrundfunks und -fernsehens (2023) wachsen alte Bäume des 四球茶 in allen vierzehn Gemeinden und Straßenvierteln des Kreises, insgesamt mehr als 20.000, und mehrere Tausend davon sind älter als tausend Jahre; eine andere Veröffentlichung aus dem Jahr 2023 nennt mehr als 3.000 Bäume, die älter als tausend Jahre sind. Die Schätzmethoden nennen die Veröffentlichungen nicht.
  • Vermehrung: Nach dem Standard — vegetativ, außer bei alten Bäumen. Pflanzung von September bis Februar, nicht dichter als 60.000 Sträucher pro Hektar.
  • Erntezeit: Von Ende März bis Anfang Mai.
  • Pflückstandard: Knospe mit zwei Blättern (一芽二叶) und Knospe mit drei Blättern (一芽三叶). Das Blatt soll zart, gleichmäßig, frisch und sauber sein.

4. Terroir und Anbaubesonderheiten

  • Region: Südwesten von Guizhou, Kreis Pu’an.
  • Anbauhöhe: 1000–2000 m nach Standard.
  • Klima: Nach Standard — feuchtes subtropisches Monsunklima: mittlere Jahrestemperatur 13,7 °C, Niederschlag 1395,3 mm, Sonnenschein 1528,3 Stunden pro Jahr, frostfreie Zeit — 290 Tage.
  • Böden: Gelbe oder gelbbraune, pH 5,0–7,0, organische Substanz nicht weniger als 1,0 %, Schichtmächtigkeit nicht weniger als 40 cm.

5. Herstellungstechnologie

Der Standard gibt ein kurzes Schema aus vier Schritten vor; die Parameter unten stammen aus seinem Anhang.

  1. Ausbreiten (摊放, tānfàng): Schicht von 3–6 cm, 4–6 Stunden, zartes Blatt — länger. Bereit, wenn Feuchte 65–70 %, Blatt weich, leicht nachgedunkelt, mit leichtem reinem Duft.
  2. Fixierung (杀青, shāqīng): 200–240 °C, 4–6 Minuten — bis das Blatt von frischgrün zu dunkelgrün und weich wird, sich in der Faust zu einem Ball formt und ein reiner Duft auftritt; Brandstellen dürfen nicht vorkommen.
  3. Formgebung (做形, zuòxíng): Parameter gibt der Standard nicht an; nach der Beschreibung des Erscheinungsbildes erhält das Blatt die Form von „Fäden“.
  4. Trocknung (干燥, gānzào): Bis zu einer Feuchte von höchstens 7,0 % — bis sich das Blatt mit den Fingern zu Pulver reiben lässt.

Der fertige Tee wird in drei Sorten unterteilt: höchste, erste und zweite. Für jede Sorte wird ein physischer Standard aufbewahrt, der alle zwei Jahre erneuert wird.

6. Organoleptische Eigenschaften

Nach Standard DB52/T 1163-2016, für die höchste Sorte.

  • Erscheinungsbild des trockenen Blattes: „Fäden“ schwer und dicht, gleichmäßig, grün mit Glanz, ohne Flaum (条索重实,匀整绿润,无毫); bei der zweiten Sorte — ziemlich gleichmäßig und einfach grün.
  • Duft des trockenen Blattes: Vom Standard nicht gesondert beschrieben.
  • Duft des Aufgusses: Dicht, reich, hoch und lang (浓香馥郁高长); bei der zweiten Sorte — dicht und beständig.
  • Geschmack: Frisch und weich, erfrischend, mit langem Nachgeschmack (鲜醇、爽口,回味悠长); bei der zweiten Sorte — weich und noch frisch.
  • Farbe des Aufgusses: Hellgrün und klar, der Tee verträgt viele Aufgüsse (淡绿明亮,耐泡).
  • Teeblatt (aufgegossenes Blatt): Knospen und Blätter zart und gleichmäßig, grün, glänzend und „lebendig“ (芽叶嫩匀,绿亮、鲜活).

7. Chemische Zusammensetzung

Physikalisch-chemische Anforderungen des Standards:

KennzahlAnforderung
Wasserextrakt≥ 39,0 % (höchste), ≥ 38,5 % (erste), ≥ 38,0 % (zweite)
Catechine≥ 6,5 %
Rohfaser≤ 14,0 %
Staub≤ 1,0 %
Feuchte≤ 7,0 %
Gesamtasche≤ 6,0 %

Dies sind Schwellenwerte des Standards, nicht Messwerte konkreter Partien. Für die übrigen Kennwerte verweist der Standard auf den allgemeinen Standard für grünen Tee GB/T 14456.1. Daten zu Koffein, Aminosäuren und Mineralstoffen genau dieses Tees gibt es in den gefundenen Quellen nicht.

8. Zubereitung

Praxis der Klasse für grünen Tee.

  • Wassertemperatur: 80–85 °C.
  • Teemenge: 3 g auf 150 ml.
  • Gefäß: Glas oder weiße Gaiwan — darin ist der hellgrüne Aufguss sichtbar.
  • Ablauf:
    1. Gefäß vorwärmen.
    2. Tee einfüllen und Wasser an der Wand entlang zugießen.
    3. Erster Aufguss — nach 40–60 Sekunden.
    4. Trinken, dabei einen Teil des Aufgusses zurücklassen.
    5. Wasser nachgießen.
    6. Zwei bis drei weitere Aufgüsse; der Standard merkt an, dass die höchste Sorte viele Aufgüsse verträgt.

9. Lagerung

Praxis der Klasse für grünen Tee. In luftdichter Verpackung, im Kühlschrank bei 0–5 °C, ohne Licht, Feuchtigkeit und Fremdgerüche. Vom Hersteller verlangt der Standard, den Tee in einem besonderen Kühllager aufzubewahren, und gibt eine Haltbarkeit von 24 Monaten an.

10. Preis und Fälschungen

Daten zu Preisen gibt es in den gefundenen Quellen nicht.

  • Wie man Fälschungen vermeidet:
    • Auf die offizielle Angabe zur geografischen Herkunft und das Zeichen „普安四球茶“ achten.
    • Prüfen, ob der Hersteller aus dem Kreis Pu’an stammt und das Blatt aus einer der zwölf Einheiten des Gebiets kommt.
    • Trockenes Blatt — schwere grüne „Fäden“ ohne Flaum, Aufguss — hellgrün und klar.
    • Nicht mit Pu’an Hongcha verwechseln: Das ist ein roter Tee mit eigenem Zeichen, obwohl auch er unter anderem aus 四球茶 hergestellt wird.

11. Interessante Fakten

  • Im Namen des geschützten Tees steht neben dem Ort die botanische Art — 四球茶.
  • Die Reife des Tees prüft der Standard mit den Händen: Das Blatt muss sich zu Pulver reiben lassen.

12. Vergleich mit anderen Tees aus Guizhou

  • Pu’an Hongcha (普安红茶): Roter Tee desselben Kreises mit eigenem Zeichen; er wird unter anderem aus Blatt des 四球茶 hergestellt.
  • Pu’an Gushu Lü (普安古树绿): Grüner Tee des Kreises von alten Bäumen ohne Bindung an das Zeichen; zu seinem Rohmaterial gehört auch 四球古茶.
  • Qinglong Lücha (晴隆绿茶): Grüner Tee des Nachbarkreises, ebenfalls mit geografischer Angabe und derselben Geschichte des versteinerten Samens.

Fazit:

Pu’an Siqiu Cha ist ein grüner Tee, der nicht nur den Ort, sondern auch die Art schützt: Er wird aus dem Blatt des vierkammerigen Tees Camellia tetracocca hergestellt, der in Pu’an in großen alten Populationen wächst. Der Standard von 2016 beschreibt ihn ausführlich — Gebiet aus zwölf Großgemeinden und Straßenvierteln, Höhe 1000–2000 m, Fixierung bei 200–240 °C, schwere grüne „Fäden“ ohne Flaum, hellgrüner Aufguss, dichter Duft und frischer weicher Geschmack. Aussehen und Technologie lassen sich hier nach einem Dokument nacherzählen und nicht nach Werbung.

Quellen

Vollständige Liste — auf der Seite „Quellen“