Chenglouzhai Cha (Chénglóuzhài chá, 城楼寨茶) ist ein flacher grüner Tee vom Berg Chenglouzhai im Straßenviertel Jiujie (旧街街道) im Stadtbezirk Xinzhou (新洲区) am östlichen Rand von Wuhan, Provinz Hubei. Der 345 m hohe Berg ist der höchste Punkt von Jiujie, und seinen Namen verdankt er einem steinernen Fort aus der Zeit des Taiping-Aufstands, das einem Torturm einer Stadtmauer ähnelte. Seit 2013 ist der Name durch ein geografisches Zertifizierungszeichen geschützt, das älteste von drei Teezeichen ein und desselben Straßenviertels. Die Klasse wird nicht im Zeichen genannt, sondern in der Provinzliste des immateriellen Kulturerbes (2024).
1. Klassifikation und Herkunft
- Typ: Grüner Tee (绿茶, lǜchá) — nicht fermentiert. Das Zeichen wurde für die Ware „Tee“ (茶叶) ohne Klasse erteilt; die Klasse wird in der siebten provinziellen Liste des immateriellen Kulturerbes von Hubei genannt, welche die Provinzregierung im Dezember 2024 genehmigt hat: In der Erweiterungsliste dieser Liste steht die Herstellungstechnik des Tees Chenglouzhai (城楼寨茶叶制作技艺, Antragsteller — Stadtbezirk Xinzhou) unter Punkt Nr. VIII-27 „Herstellungstechnik des grünen Tees“ (绿茶制作技艺), neben den Techniken dreier weiterer grüner Tees aus Hubei. Dies ist das einzige gefundene Dokument, das die Klasse nennt; das Zeichen selbst, der Standard oder die Qualitätsanforderungen nennen sie nicht. Damit stimmen die Beschreibungen überein: flaches Blatt, zartgrüner Aufguss. Die Form hat sich dabei verändert: 1951 stellte die Fabrik gerollten Tee her.
- Kategorie: Flacher grüner Tee mit geografischem Zertifizierungszeichen (证明商标, zhèngmíng shāngbiāo); „Alte Marke“ (老字号, lǎozìhào) von Wuhan und der Provinz Hubei.
- Herkunft: China, Provinz Hubei (湖北, Húběi), Stadt Wuhan (武汉, Wǔhàn), Stadtbezirk Xinzhou (新洲, Xīnzhōu), Straßenviertel Jiujie (旧街, Jiùjiē), Berg Chenglouzhai an der Grenze zum Kreis Tuanfeng (团风县).
- Schutzzone: Das Provinzregister nennt den Stadtbezirk Xinzhou als administrative Zugehörigkeit des Zeicheninhabers; die rechtliche Grenze der Zone habe ich nicht geprüft.
- Zeichen: Geografisches Zertifizierungszeichen Nr. 10479862, Ware — „Tee“. Erste Laufzeit — vom 28. Juni 2013 bis 27. Juni 2023. Den Inhaber habe ich im Register nicht gesehen; die Presse schreibt über die Tee-Vereinigung Chenglouzhai (2011), deren Kern die Teefabrik Chenglouzhai (新洲区旧街城楼寨茶厂) ist. In der Nutzerliste des Amtes für geistiges Eigentum von Hubei (Januar 2026) gilt das Nutzungsrecht der Fabrik bis zum 27. Juni 2033: Das Zeichen wurde verlängert.
- Geografische Koordinaten: Genaue Koordinaten des Berges finden sich in den ausgewerteten Quellen nicht.
2. Geschichte und kulturelle Bedeutung
- Geschichte:
- Jahre Xianfeng (咸丰), Mitte des 19. Jahrhunderts. Nach der Auskunft des digitalen Museums der „alten Marken“ des Handelsministeriums versammelte der örtliche Gentry Hu Baiwan (胡百万) in den ersten Jahren des Taiping-Aufstands eine Miliz und verschanzte sich auf dem Berg Chenglouzhai; die Milizionäre ernährten sich von ihrem eigenen Land und begannen damals auch, Tee anzupflanzen und herzustellen.
- 1951. Nach der Museumsauskunft wurde bei den Festungsruinen die Teefabrik Chenglouzhai gegründet: 60 mu neue Gärten, 12 Arbeiter, handgerollter (卷曲形) Tee. An anderer Stelle schreibt die Auskunft anders: 1951 wurde die Forstwirtschaft Yanliwan (烟李湾林场) gegründet, die Fabrik ging daraus nach 1978 hervor.
- 1995–1999. Nach derselben Auskunft hielt die Fabrik am handgemachten flachen Tee fest, erhielt dafür einen Preis in Hubei und bildete etwa siebzig Meister aus; seither festigte sich der flache „Bifeng“ (碧峰). In den 2000er Jahren wurde die Fabrik privat und stellte hauptsächlich auf maschinelle Herstellung um; handgemachter Tee wurde in geringer Menge weiter produziert.
- 2003–2006. Zertifikat für Bio-Tee (2003) und Gold beim Wettbewerb „Echa bei“ (鄂茶杯, 2006).
- 2010. Auf der Internationalen Teeausstellung Shanghai erhielt der flache „Bifeng“ der Fabrik Gold.
- 2011. Status als „Alte Marke“ von Wuhan — in der ersten Gruppe.
- 2013. Registrierung des geografischen Zertifizierungszeichens.
- 2014–2015. Der Tee wurde in die Liste des immateriellen Kulturerbes des Stadtbezirks aufgenommen (2014), seine Herstellungstechnik in die städtische Liste (August 2015).
- 2021. Am 9. Dezember erkannte das Handelsministerium der Provinz Hubei den Tee als „Alte Marke von Hubei“ an.
- 2024. Die Technik ging in die siebte Provinzliste des immateriellen Kulturerbes von Hubei ein — in die Erweiterungsliste, Punkt Nr. VIII-27 „Herstellungstechnik des grünen Tees“.
- Überlieferung: Die Museumsauskunft zählt fünf Meistergenerationen, von Lehrer zu Schüler.
- Name: 城楼 (chénglóu) — Torturm einer Stadtmauer, 寨 (zhài) — Bergbefestigung, 茶 (chá) — Tee. Den Namen gaben dem Berg und dem Tee das steinerne Fort.
- Kulturelle Bedeutung: Das wichtigste lokale Lob für den Tee ist der Spruch „lange aufgebrüht — wird nicht rot, lange gelagert — verdirbt nicht“ (久泡不变红,久放不变质). Die Museumsauskunft verbindet ihn der Überlieferung nach mit dem Brunnen im Tempel des Drachenkönigs innerhalb des Forts: Das Wasser darin stand das ganze Jahr über auf gleichem Niveau, und der damit aufgebrühte Tee soll lange nicht nachgedunkelt sein.
3. Botanische Beschreibung und Rohmaterial
- Sorte / Kultivar: Für das Zeichen nicht genannt. Nach der Museumsauskunft legte die Fabrik in den 2010er Jahren klonale (无性系, wúxìngxì) Sorten an, ohne sie zu nennen, und erweiterte die Gärten auf 1200 mu.
- Alter Garten: Nach derselben Auskunft ist in den Festungsruinen ein Garten von 20 mu erhalten, der noch zur Zeit der Miliz angelegt wurde; Messungen des Alters der Sträucher liegen nicht vor.
- Rohmaterial, Standard und Erntezeit: Angaben in den ausgewerteten Quellen liegen nicht vor.
4. Terroir und Besonderheiten des Anbaus
- Region: Der Berg Chenglouzhai liegt südöstlich des Zentrums von Jiujie, an der Grenze zum Kreis Tuanfeng, in den südlichen Ausläufern des Dabie-Gebirges (大别山, Dàbiéshān).
- Relief: Gewundene Bergrücken, Stufen von Gipfeln und Schluchten. Das Fort ist eines der „achtundvierzig Forts von Qihuang“ (蕲黄四十八寨) und ein Denkmal von städtischem Rang; zu derselben Reihe gehört das benachbarte Daolouzhai.
- Anbauhöhe: 345 m — der höchste Punkt von Jiujie.
- Klima und Böden: Angaben in den ausgewerteten Quellen liegen nicht vor.
5. Herstellungstechnologie
Dokumentarisch bekannt ist nur wenig: Die Form ist flach, handgemachter Tee wird in geringer Menge neben dem maschinellen hergestellt, und bei der Fabrik arbeitet eine Gruppe, welche die Handwerkstechnik wiederherstellt. Parameter der Verarbeitung finden sich in den ausgewerteten Quellen nicht.
Das allgemeine Schema flacher grüner Tees ist wie folgt: Ausbreiten des frischen Blattes (摊放, tānfàng), Fixierung im Kessel (杀青, shāqīng), Begradigen (理条, lǐtiáo), Verleihen der flachen Form (压扁, yābiǎn), Nachbearbeitung und Trocknung (辉锅, huīguō). Dies ist ein allgemeines Schema der Klasse und keine Beschreibung der Technologie des Chenglouzhai Cha: Deren Parameter führen die Quellen nicht an.
6. Organoleptische Eigenschaften
- Erscheinungsbild des trockenen Blattes: Flach, gerade und schlank, glatt und gleichmäßig (扁平挺秀,光滑齐匀). Die Farbe — grün mit Gelbstich (绿中显黄), im Volksmund — „von der Farbe ungeschliffenen Reises“ (糙米色).
- Aroma des trockenen Blattes: Beschreibungen in den ausgewerteten Quellen liegen nicht vor.
- Aroma des Aufgusses: Anhaltendes Kastanienaroma (栗香持久) — so schreibt die Presse; in der Museumsauskunft steht 粟香, „Hirsearoma“. Welche Schreibung richtig ist, lässt sich anhand der ausgewerteten Quellen nicht entscheiden.
- Geschmack: Süß, frisch und weich (味甘鲜醇); eine Nachschlagewebsite schreibt — hoch, munter, weich und voll (滋味高爽醇厚). Presse und Museumsauskunft ergänzen, dass das Aroma im Mund bleibt und im Hals eine süße Rückkehr entsteht (润喉回甘).
- Farbe des Aufgusses: Zartgrün und klar (汤色嫩绿明亮).
- Teeblatt nach dem Aufguss (nasses Blatt): Gleichmäßig (叶底匀一, in der Presse — 均一); weitere Einzelheiten finden sich in den ausgewerteten Quellen nicht.
7. Chemische Zusammensetzung
Physikalisch-chemische Daten finden sich in den ausgewerteten Quellen nicht.
8. Zubereitung
Praxis der Klasse für grünen Tee. Einzelne Empfehlungen finden sich in den ausgewerteten Quellen nicht.
- Wassertemperatur: 80–85 °C.
- Menge Tee: 3 g auf 150 ml.
- Gefäß: Glasbecher oder weißes Gaiwan.
- Vorgang:
- Gefäß vorwärmen.
- Tee hineingeben und Wasser an der Wandung entlang zugießen.
- Erster Aufguss — nach 40–60 Sekunden.
- Trinken, dabei einen Teil des Aufgusses zurücklassen.
- Wasser nachgießen.
- Zwei bis drei wiederholte Aufgüsse.
9. Lagerung
Praxis der Klasse für grünen Tee. In luftdichter Verpackung, im Kühlschrank bei 0–5 °C, ohne Licht, Feuchtigkeit und Fremdgerüche; am besten innerhalb eines Jahres trinken.
10. Preis und Fälschungen
Nach der Museumsauskunft der Fabrik verteuerte sich der lokale grüne Tee von weniger als 200 auf 600–800 Yuan pro jin (500 g), und der lokale „weiße“ von 800 auf 1200–1800 Yuan. Dies sind Preise des Tees der Umgebung insgesamt und nicht speziell des Chenglouzhai Cha, und das Jahr gibt die Auskunft nicht an.
- Wie man Fälschungen vermeidet:
- Auf das geografische Zertifizierungszeichen Nr. 10479862 achten.
- Prüfen, dass der Hersteller aus dem Stadtbezirk Xinzhou, Viertel Jiujie, stammt.
- Das Blatt — flach, gerade, grün mit Gelbstich; das Aroma anhaltend; der Aufguss zartgrün.
- Nicht mit den benachbarten Zeichen desselben Viertels verwechseln — Jiujie Baicha (旧街白茶) und Daolouzhai Baicha (刀楼寨白茶): Das sind andere Registrierungen.
11. Interessante Fakten
- Den Namen gab dem Tee kein Dorf und kein Fluss, sondern eine Befestigungsanlage.
- Der alte Garten von 20 mu liegt in den Ruinen des Forts, das selbst als Denkmal geführt wird.
- 2019 lieferte die Fabrik nach der Museumsauskunft Tee in das Dorf der Teilnehmer der Militärweltspiele in Wuhan.
12. Vergleich mit benachbarten und verwandten Tees
- Daolouzhai Baicha (刀楼寨白茶): Benachbartes Zeichen des Viertels (2017), ebenfalls nach einer Bergfestung benannt; seine Klasse ist dokumentarisch nicht festgestellt.
- Jiujie Baicha (旧街白茶): Das dritte Zeichen desselben Straßenviertels; „weiß“ im Namen beweist die Klasse nicht.
- Baiquan Lücha (柏泉绿茶): Flacher grüner Tee des Stadtbezirks Dongxihu am anderen Rand von Wuhan — ein weiterer geschützter Tee innerhalb der Stadtgrenze.
- Sanxia Long Jing (三峡龙井): Flacher grüner Tee des Kreises Yichang derselben Provinz.
- Xi Hu Long Jing (西湖龙井): Das Hauptvorbild des flachen grünen Tees; verwandt ist die Form des Blattes.
Fazit:
Chenglouzhai Cha ist ein flacher grüner Tee mit langer lokaler Geschichte: ein Berg von 345 m mit einem Fort aus den Taiping-Jahren, eine Fabrik seit 1951, ein Zeichen Nr. 10479862 seit 2013, bei der Fabrik verlängert bis 2033, und die Technik in der Provinzliste des Erbes seit 2024. Das Zeichen selbst wurde auf „Tee“ ohne Klasse erteilt; als grün bezeichnet die Technik die Provinzliste des Erbes, und die Beschreibungen von Blatt und Aufguss stimmen damit überein.
Quellen
Geografische Angabe
Vollständige Liste — auf der Seite „Quellen“