Baiquan Lücha (Bǎiquán lǜchá, 柏泉绿茶) ist ein flacher, röstgebrannter grüner Tee aus dem Straßenkomitee Baiquan (柏泉街道) des Stadtbezirks Dongxihu (东西湖区) im Nordwesten von Wuhan, Provinz Hubei. Er ist einer der wenigen geschützten Tees innerhalb der Grenzen einer Millionenstadt: Der Garten am Hügel Yupingshan (玉屏山) liegt laut Hersteller siebzehn Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Die alten Sträucher sind eine Longjing-Population, die in den 1960er Jahren aus Hangzhou eingeführt wurde, und die Anforderungen der Verordnung von 2025 nennen als Hauptsorte Echa Nr. 1. Der Name ist doppelt geschützt: durch eine landwirtschaftliche geografische Angabe seit 2021 und, seit 2025, durch den Status eines Produkts mit geografischer Angabe.
1. Klassifikation und Herkunft
- Typ: Grüner Tee (绿茶, lǜchá). Die Landwirtschaftsbehörde von Wuhan ordnet ihn den flachen, röstgebratenen grünen Tees zu (扁炒青).
- Kategorie: Flacher Tee, den der Hersteller als „nach der Longjing-Technologie“ hergestellt bezeichnet; landwirtschaftliche geografische Angabe und Produkt mit geografischer Angabe.
- Herkunft: China, Provinz Hubei (湖北, Húběi), Stadt Wuhan (武汉, Wǔhàn), Stadtbezirk Dongxihu (东西湖, Dōngxīhú), Straßenkomitee Baiquan.
- Schutzgebiet: Im Anhang zur Bekanntmachung der Staatlichen Behörde für geistiges Eigentum werden drei Produktionsbrigaden des Straßenkomitees Baiquan genannt — Hongxing (红星), Hongguang (红光) und Yuanlin (园林).
- Koordinaten im Eintrag: 114°07′27″–114°07′32″ ö. L., 30°43′23″–30°43′30″ n. Br. Warum diese Zahlen Zweifel aufwerfen, wird in Abschnitt 4 erläutert.
- Antragsteller: Landwirtschaftliches Dienstleistungszentrum des Straßenkomitees Baiquan, Stadtbezirk Dongxihu.
2. Geschichte und kulturelle Bedeutung
- Geschichte:
- Tempelüberlieferung. Die Bezirkschronik von Dongxihu (东西湖区志) führt den Tee, in der Wiedergabe lokaler Materialien, auf klösterlichen Tee des Tempels Jintai (金台寺, heute Jingde-si, 景德寺) aus dem späten Tang bis zur frühen Song-Zeit zurück. Dieselben Materialien zitieren die südliche Song-geografische Beschreibung „Yudi jisheng“ (舆地纪胜): Der Berg Baiquan liege nordwestlich des Kreises Hanyang, unter ihm der Tempel Jintai, beim Tempel ein Brunnen. Dies ist eine Überlieferung, kein Dokument über den heutigen Tee.
- 1960er Jahre. Hier gehen die Quellen auseinander. Die Markenseite im elektronischen Museum alter Marken des Handelsministeriums berichtet von einer großflächigen Pflanzung ab 1962, von einer Probepflanzung kleinblättrigen Tees auf dem Yupingshan im Jahr 1964, von 200 mu auf dem Hügel Qiwanshan (祁湾山) und der Gründung der Fabrik 1966; danach wurden die Gärten auf die Hänge der Brigaden Hongxing und Hongguang ausgeweitet. Der Kopf derselben Seite, Materialien aus Wuhan und ein Nachschlagewerk datieren die Fabrik auf 1964.
- 1977–1999. Laut Museumsseite lagen 1977 unter den Gärten 1289 mu; 1982 wurde von 842 mu geerntet und 36 t erzeugt; 1999 erhielt der Tee das Zertifikat „grünes Produkt“.
- 1970–1980er Jahre. Der Baiquan-Tee war in Dongxihu der „Alltagstee“ (口粮茶). Danach verfiel der Betrieb, der Garten wurde beinahe aufgegeben; die Wiederbelebung begann 2018.
- 2020. Am 10. Juli bestand der Tee die provinzielle Qualitätsprüfung, am 8. Dezember die Abnahme durch eine Expertengruppe des Landwirtschaftsministeriums.
- 2021. Am 4. Juni registrierte das Ministerium für Landwirtschaft und ländliche Angelegenheiten den Namen als landwirtschaftliche geografische Angabe, Nummer AGI03367. Am 9. Dezember erkannte das Handelsministerium von Hubei die Marke der Fabrik als „alte Marke von Hubei“ (湖北老字号) an.
- Erbe. Die Technologie des Baiquan-Tees ist in die bezirkliche Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen; das Jahr wird in den aufgefundenen Quellen nicht genannt.
- 2025. Mit der Bekanntmachung Nr. 640 erkannte die Staatliche Behörde für geistiges Eigentum den Namen als Produkt mit geografischer Angabe an. Die Marktüberwachungsbehörde von Wuhan erklärt dies mit der Überführung früherer landwirtschaftlicher Angaben in ein einheitliches System, die 2024 begonnen wurde.
- Name: „Baiquan“ (柏泉) bedeutet „Zypressenquelle“: Materialien aus Wuhan deuten den Namen als Quelle unter Zypressen.
- Kulturelle Bedeutung: Nach Angaben des Herstellers war dies 2019 die einzige Teemarke aus Wuhan im Dorf der Teilnehmer der Militärweltspiele; eine Publikation desselben Jahres nennt unter den Lieferanten der Spiele auch den Tee Chengluozhai — die Angaben gehen auseinander. Laut Nachschlagewerk gehörte der Tee 2021 zu den „zehn guten Tees von Hubei“ (湖北十大好茶).
3. Botanische Beschreibung und Rohmaterial
- Sorte / Kultivar: Hier gehen die Quellen auseinander. Materialien aus Wuhan von 2023: Population des alten Longjing (群体种老龙井), in den 1960er Jahren aus Hangzhou eingeführt, Alter der Sträucher 40–60 Jahre; die Museumsseite nennt sie kleinblättrig. Die Anforderungen der Verordnung von 2025: lokale Sorten aus erneuerten alten Gärten oder Sorten, die die staatliche Registrierung durchlaufen haben, vor allem Echa Nr. 1 (鄂茶1号).
- Rohmaterial: Eine Knospe mit einem Blatt oder eine Knospe mit zwei Blättern.
- Erntezeit: Vor dem Qingming-Fest (明前). Die Anforderungen schreiben vor, nach Sorten getrennt zu ernten, gesondert frühreifende, frühe und mittlere.
- Ausbeute: Nach Angaben des Herstellers braucht es für ein jin trockenen Tees etwa sechzigtausend Knospen. Dies ist keine Norm.
4. Terroir und Anbaubesonderheiten
- Region: Rand der Jianghan-Ebene: Laut Museumsseite liegen nördlich von Baiquan hügelige Wälder, im Süden Seen und die Flussaue des Fuhe.
- Garten: Etwa 600 mu am Hügel Yupingshan.
- Klima: Den Beschreibungen zufolge sonnig mit ausreichend Regen; ein Nachschlagewerk nennt etwa 1107 mm Niederschlag pro Jahr.
- Relief: Laut Verordnungsanforderungen breit und sanft, sonnig, ohne Verschmutzung durch Bergbauarbeiten.
- Böden: Laut Verordnungsanforderungen überwiegend Rote Erden (红壤), pH 5,7–6,5; im Durchschnitt organische Substanz 43,48 g/kg, alkalisch hydrolysierbarer Stickstoff 109,54 mg/kg, mobiler Phosphor 16,32 mg/kg, mobiles Kalium 123,88 mg/kg.
- Anbautechnik: Zweireihige Pflanzung, 2500–3000 Sträucher pro mu; jedes Jahr leichter Schnitt, alle 3–5 Jahre tiefer Schnitt.
- Höhe: In den aufgefundenen Quellen gibt es keine Angaben.
- Koordinaten, die schwer zu glauben sind: Der Rahmen im Eintrag umfasst fünf Winkelsekunden in der Länge und sieben in der Breite. Auf der Breite von Wuhan sind das ungefähr 133 mal 216 Meter — weniger als drei Hektar. Allein der Garten der Fabrik, 600 mu, umfasst etwa vierzig Hektar, und das Gebiet ist über drei Produktionsbrigaden beschrieben. Es gibt zwei mögliche Erklärungen: Im Eintrag sind die Koordinaten eines einzigen Punktes als Bereich formatiert, oder in den Minuten liegt ein Tippfehler vor. Eine Entscheidung zwischen beiden ist anhand der zugänglichen Quellen nicht möglich; bei der Arbeit mit diesem Namen müssen die Koordinaten anhand der Primärquelle überprüft werden.
5. Produktionstechnologie
Die Landwirtschaftsbehörde von Wuhan beschreibt das Grundschema so:
- Welken (摊青, tānqīng): 4–6 Stunden, bis das in der Faust zusammengedrückte Blatt keinen Klumpen mehr hält.
- Fixierung (杀青, shāqīng): In einem Eisenkessel bei 160–220 °C, Einwaage etwa 200 g, 10–15 Minuten, bis zu einer Feuchte von etwa 55 %. Blätter nach Regen oder Tau werden 10–15 °C heißer geröstet.
- Rückbefeuchtung (回潮, huícháo): 1–2 Stunden an einem kühlen Ort.
- Endbearbeitung im Kessel (辉锅, huīguō): Auf schwacher Hitze werden die Blätter mit den Händen gedrückt, geschoben, gegriffen, gepresst und gerieben (扣、推、抓、压、磨), bis sie flach und trocken werden. Nach Angaben des Herstellers entstehen hier die Bohnen- und Kastanientöne.
Die Museumsseite führt eine stärker unterteilte Kette von zwölf Arbeitsschritten an — mit Abkühlung, Einebnung und Pressung des Blattes, Erwärmung für das Aroma und Kühllagerung — und bezeichnet die Arbeit als überwiegend manuell. Die Fixierung wird bis zu einem weichen Blatt mit aufsteigendem Bohnengeruch geführt: „Die Hand löst sich nicht vom Tee, der Tee nicht vom Kessel“.
6. Organoleptische Eigenschaften
Beschreibung nach den Anforderungen der Verordnung von 2025; der Tee ist überwiegend flach.
- Erscheinungsbild des trockenen Blattes: Flach, dünn und dicht, glatt und gerade, smaragdgrün (扁平、细紧、光直,色泽翠绿).
- Aroma des trockenen Blattes: In den aufgefundenen Quellen gibt es keine Beschreibungen.
- Aroma des Aufgusses: Rein, anhaltend (清香持久). In der Beschreibung aus Wuhan von 2023 überwiegend kastanienartig (栗香居多), mit Bohnenton.
- Geschmack: Frisch, erfrischend, mit süßem Nachgeschmack (鲜爽回甘); die Beschreibung aus Wuhan lautet kräftig-weich und erfrischend (浓醇爽口).
- Farbe des Aufgusses: Zartgrün, leuchtend (嫩绿明亮). Die Beschreibung aus Wuhan von 2023 und das Nachschlagewerk schreiben „gelbgrün“ (黄绿亮) — die Quellen gehen auseinander.
- Teeblatt (aufgegossenes Blatt): Zartgrün, leuchtend, gleichmäßig (嫩绿明亮、匀齐); in der Beschreibung aus Wuhan gelbgrün (黄绿明亮).
7. Chemische Zusammensetzung
Anforderungen der Verordnung von 2025: wasserlösliche Extraktstoffe nicht weniger als 35 %, freie Aminosäuren nicht weniger als 2,8 %, Polyphenole nicht weniger als 17 %, Feuchte nicht mehr als 5 %.
8. Zubereitung
Übliche Praxis für flachen grünen Tee.
- Wassertemperatur: 80–85 °C.
- Teemenge: 3 g auf 150 ml.
- Gefäß: Glasbecher oder weißer Gaiwan.
- Ablauf:
- Das Gefäß vorwärmen.
- Den Tee einfüllen und das Wasser an der Wandung entlang zugießen.
- Erster Aufguss nach 40–60 Sekunden.
- Trinken, dabei einen Teil des Aufgusses stehen lassen.
- Wasser nachgießen.
- Zwei bis drei erneute Aufgüsse.
9. Lagerung
Übliche Praxis. In luftdichter Verpackung, im Kühlschrank bei 0–5 °C, ohne Licht, Feuchtigkeit und Fremdgerüche. Der Hersteller selbst nimmt die Kühllagerung in die Arbeitskette auf. Am besten innerhalb eines Jahres trinken.
10. Preis und Fälschungen
Angaben zu Preisen finden sich in den aufgefundenen Quellen nicht.
- Wie man Fälschungen vermeidet:
- Auf das Zeichen der landwirtschaftlichen geografischen Angabe AGI03367 oder das Zeichen des Produkts mit geografischer Angabe achten.
- Prüfen, ob der Hersteller aus dem Stadtbezirk Dongxihu stammt.
- Das Blatt ist flach, dünn, gerade, smaragdgrün; der Aufguss ist leuchtend, grün mit oder ohne Gelbstich.
11. Interessante Fakten
- In derselben Bekanntmachung von 2025 erhielten zwei weitere Tees aus Wuhan den Status eines Produkts mit geografischer Angabe, beide aus dem Stadtbezirk Jiangxia — Jiangxia Bifang (江夏碧舫) und Jiangxia Guangming Cha (江夏光明茶).
- Die Brigaden Hongxing und Hongguang, über die das Schutzgebiet beschrieben wird, werden auch in der Geschichte der Gartenanlage in den 1960er Jahren erwähnt.
- Geröstet wird von Hand nach der Regel „Die Hand löst sich nicht vom Tee, der Tee nicht vom Kessel“, und die Handwerkstechnik ist in die bezirkliche Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen.
12. Vergleich mit verwandten Tees
- Xihu Longjing (西湖龙井): Die Heimat der Sträucher des alten Gartens und das Vorbild der Technologie, auf das sich der Hersteller bezieht: flaches Blatt, Kastanienton. Baiquan ist ein flacher Tee in der Hubei-Ebene.
- Sanxia Longjing (三峡龙井): Ein Tee aus Hubei vom Longjing-Typ aus dem Gebiet der Drei Schluchten; gebirgig, im Gegensatz zum ebenen Baiquan.
- Dengcun Lücha (邓村绿茶): Ein grüner Tee aus Hubei mit geografischer Angabe aus dem Hochland von Yichang — als Kontrast zum Tee vom Stadtrand.
Fazit:
Baiquan Lücha ist ein flacher grüner Tee am Rand von Wuhan: ein Garten am Hügel Yupingshan seit den 1960er Jahren, Hangzhous Longjing-Sträucher neben der Sorte Echa Nr. 1, manuelle Endbearbeitung im glühenden Kessel, smaragdgrünes Blatt und anhaltendes Aroma. Er hat eine lange Geschichte in Dokumenten der 1960er bis 1980er Jahre, eine Tempelüberlieferung und zwei Schutzrechte — die landwirtschaftliche Angabe von 2021 und den Status eines Produkts mit geografischer Angabe von 2025. Zwei Schwachstellen gibt es: die Koordinaten des Gebiets im Eintrag und die abweichenden Beschreibungen — die Anforderungen von 2025 nennen den Aufguss zartgrün, lokale Texte dagegen gelbgrün mit Kastanienton.
Quellen
Geografische Angabe
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