Nanjiang Daye Cha (Nánjiāng dàyè chá, 南江大叶茶) — „großblättriger Tee aus Nanjiang“: zugleich eine lokale Sorte des Teestrauchs und ein geschützter Name für grünen Tee aus dem Kreis Nanjiang (南江县) der bezirksfreien Stadt Bazhong im Nordosten Sichuan, an der Grenze zu Shaanxi. Die Schutzanforderungen definieren zwei Formen — flach und nadelförmig: ein zartgrünes Blatt mit Flaum, ein zartgrüner, leuchtender Aufguss, ein kräftiges Kastanienaroma mit Flaumton, ein voller, erfrischender Geschmack. Der Name ist durch ein Zertifizierungszeichen und eine landwirtschaftliche Herkunftsangabe geschützt (beide 2009), seit 2025 auch als Produkt mit geografischer Angabe.
1. Klassifikation und Herkunft
- Typ: Grüner Tee (绿茶, lǜchá). Die Schutzanforderungen definieren eine Verarbeitung ohne Oxidation. Aus der Sorte entsteht laut landwirtschaftlichem Handbuch auch guter schwarzer Tee, aber das geschützte Produkt ist grüner Tee.
- Name: 南江 (Nánjiāng) — der Name des Kreises, 大叶 (dàyè) — „großes Blatt“, 茶 (chá) — Tee. Der Sortenname und der Produktname sind identisch.
- Kategorie: Flacher und nadelförmiger grüner Tee; Produkt mit geografischer Angabe (2025).
- Herkunft: China, Provinz Sichuan (四川, Sìchuān), bezirksfreie Stadt Bazhong (巴中, Bāzhōng), Kreis Nanjiang (南江, Nánjiāng).
- Schutzgebiet: 48 Gemeinden und Großgemeinden des Kreises mit 171 natürlichen Dörfern (自然村), darunter 汇滩乡, 流坝乡, 贵民乡, 杨坝镇, 光雾山镇, 南江镇, 长赤镇 und die provinzielle Teefarm Yuandingzi (四川省元顶子茶场).
- Geografische Koordinaten: 106°27′–107°10′ ö. L. und 31°50′–32°45′ n. Br. — die Grenzen des Gebiets nach den Schutzanforderungen.
- Antragsteller: Entwicklungszentrum der Teeindustrie des Kreises (南江县茶叶产业发展中心).
2. Geschichte und kulturelle Bedeutung
- Geschichte:
- Südliche Song. Laut der Referenzzusammenfassung zur Angabe gibt es Aufzeichnungen über die staatliche Teesteuer und den Handel „Tee gegen Salz“ (以茶易盐). Der Tee wurde demnach über die alte Straße Micang (米仓古道) nach Shaanxi, Gansu und Qinghai gebracht.
- Ming. In den Jahren der Ära Zhengde wurde der Tee zum Tribut an den Hof. Laut Zusammenfassung verlieh der Hof eine goldene Stele — daher „金碑茶“; ein Tourismusführer nennt diesen Tee „金杯茶“.
- Qing. Unter Daoguang, so der Tourismusführer, war der Tee aus Nanjiang bereits bekannt. Händler bewerteten die Orte laut Zusammenfassung mit dem Sprichwort „一金碑、二落垭、早茶出于盐井坝“ — „Erstens Jinbei, zweitens Luoya, und der frühe Tee stammt aus Yanjingba“.
- 1958–1965. Die Sorte wurde erstmals im Garten Mudan (牡丹园) des Dorfes Jintai der Gemeinde Liuba gefunden; 1959 wurde sie vom Sichuaner Teeinstitut untersucht, 1961 fand eine Prüfung des Herkunftsortes statt. Im Februar 1965, so die Zusammenfassung, wurde die Sorte in die Liste von 21 lokalen Elitesorten des Landes aufgenommen.
- 1985. Im April 1985, so die Zusammenfassung, wurde die Sorte als eine von vier lokalen Elitesorten Sichuans anerkannt. Der Tourismusführer schreibt, die Linie Nanjiang Nr. 2 sei als Sorte auf Staatsebene bestätigt worden; das Jahr wird nicht genannt.
- 2008–2009. Laut dem Handbuch 茶百科 und der Zusammenfassung erhielt der Kreis im Oktober 2008 den Titel „中国富硒茶之乡“ — „Heimat des selenreichen chinesischen Tees“; das Portal der Lokalchroniken Sichuans nennt einen anderen Titel und ein anderes Jahr — „中国天然富硒茶之乡“, 2012. 2009 wurde der Name zum Zertifizierungszeichen (Nr. 7051049; 茶百科 nennt April, das Portal Juni), und am 27. November zur landwirtschaftlichen geografischen Angabe gemäß Bekanntmachung Nr. 1297 des Landwirtschaftsministeriums (Nummer in der Bekanntmachung AGI2009-09-00199).
- 2025. Die Staatliche Behörde für geistiges Eigentum der VR China erkannte mit Bekanntmachung Nr. 646 (unterzeichnet am 23. September, veröffentlicht am 9. Oktober) 870 Produkte mit geografischer Angabe an; Nanjiang Daye Cha ist Position 515.
- Kulturelle Bedeutung: Die Zusammenfassung zur Angabe zitiert Worte von Sichuaner Fachleuten: «历史悠久看蒙山,规模经营看峨嵋,品质优良在南江» — „Für Geschichte — zum Mengshan, für Umfang — zum Emei, für Qualität — nach Nanjiang“.
3. Botanische Beschreibung und Rohmaterial
- Sorte / Kultivar: 南江大叶茶 — die einzige Sorte, die in den Schutzanforderungen genannt wird. Die Beschreibungen gehen auseinander. Das populäre Handbuch 茶百科 nennt sie samenvermehrt (有性系), strauchförmig, mittelblättrig, früh und diploid. Das landwirtschaftliche Handbuch ordnet sie den großblättrigen zu: ein Strauch mit ausladender Krone, länglich-elliptische Blätter, 9–12 Paare von Blattadern, glänzend. Welche Beschreibung zutrifft, lässt sich anhand der gefundenen Quellen nicht entscheiden.
- Besonderheiten: Laut Zusammenfassung zur Angabe treiben die Knospen Ende Februar aus, die Ernte beginnt Anfang März, die Triebe sind dick, gelbgrün und dicht behaart. Laut landwirtschaftlichem Handbuch beginnt die Ernte etwa 10 Tage früher als bei lokalen Populationen, und der Ertrag ist rund 30 % höher.
- Rohmaterial: Nach den Schutzanforderungen: für flachen Tee — eine Knospe oder ein „Blatt, das die Knospe umschließt“ (叶包芽); für nadelförmigen Tee — „Knospe und Blatt“ oder „Knospe und zwei Blätter“ zu Beginn der Entfaltung.
- Ernte: Früh, in Partien, unter Belassung von Blättern am Strauch; das Blatt wird sofort nach Zartheit, Gleichmäßigkeit und Frische sortiert.
4. Terroir und Anbaubesonderheiten
- Region: Nördlicher Rand des Sichuan-Beckens; im Norden grenzt der Kreis an Shaanxi.
- Anbauhöhe: 800–1200 m — nach den Schutzanforderungen.
- Böden: Lehm (壤土) mit einer Schicht von mindestens 50 cm, reich an mineralischen Nährstoffen, pH 4,0–6,5. Der Tourismusführer nennt Selen „ab 0,26 μg/g“, ohne anzugeben, wo es gemessen wurde.
- Klima: Genaue Daten liegen in den geprüften Quellen nicht vor.
- Pflanzungen: Nach den Schutzanforderungen — 4800–5000 Sträucher pro Mu in zweireihiger Pflanzung; der Strauch wird auf 60–90 cm Höhe gehalten, ein tiefer Rückschnitt erfolgt etwa alle fünf Jahre.
5. Produktionstechnologie
Reihenfolge nach den Schutzanforderungen:
- Ausbreiten (摊晾, tānliàng): An einem belüfteten Ort, bis ein frisches Aroma entsteht.
- Fixieren (杀青, shāqīng): 160–180 °C; Schütteln wird mit Abdecken kombiniert (抖闷结合) — mehr schütteln, weniger abdecken — bis der grasige Geruch verschwindet.
- Formgebung (做形, zuòxíng): Von Hand oder maschinell: flacher Tee — bis zu einem flachen, glatten Blatt, nadelförmiger Tee — bis zu einem geraden, festen, rundlichen Blatt.
- Erste Trocknung (毛火, máohuǒ): Flacher Tee — 90–110 °C, nadelförmiger Tee — 110–120 °C, bis zu „neun Zehntel Trockenheit“.
- Abkühlen (摊晾).
- Fertigstellungstrocknung (足火, zúhuǒ): 70–90 °C, bis zu einer Restfeuchte von etwa 5 %.
- Verlesen (拣剔, jiǎntī): Bruch und Fremdstoffe werden entfernt.
6. Organoleptische Eigenschaften
Nach den Schutzanforderungen:
- Erscheinungsbild des trockenen Blattes: Zartgrün, mit Flaum (嫩绿有毫). Flacher Tee — flach und gleichmäßig (扁平匀齐), nadelförmiger Tee — fest, fein und gerade (紧细挺直).
- Aroma des trockenen Blattes: Keine gesonderte Beschreibung in den gefundenen Quellen.
- Aroma des Aufgusses: Kräftige Kastanie mit Flaumton (栗香浓郁带毫香).
- Geschmack: Voll, weich, erfrischend (醇厚爽口).
- Farbe des Aufgusses: Zartgrün, leuchtend (嫩绿亮).
- Teegrund (aufgegossenes Blatt): Gelbgrün, leuchtend (黄绿明亮).
Das Portal Sichuans beschreibt den Tee anders — smaragdgrünes Blatt, Orchideenaroma, gelbgrüner Aufguss; als Grundlage dient hier der Text der Anforderungen.
7. Chemische Zusammensetzung
Physikalisch-chemische Grenzwerte nach den Schutzanforderungen:
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Tee-Polyphenole | 18,0–29,0 % |
| Aminosäuren | 2,8–5,0 % |
| Wasserlösliche Extrakstoffe | 45,0–50,0 % |
| Selen | 0,05–0,25 μg/g |
Das landwirtschaftliche Handbuch nennt für Triebe der Sorte „Knospe und zwei bis drei Blätter“ etwa 26,25 % Polyphenole, 3,5 % Coffein und 46,07 % Extrakstoffe; Methode und Stichprobe werden nicht genannt.
8. Zubereitung
Klassenübliche Praxis für grünen Tee.
- Wassertemperatur: 80–85 °C.
- Teemenge: 3 g auf 150 ml.
- Gefäß: Glasbecher oder weißes Gaiwan.
- Ablauf:
- Gefäß vorwärmen.
- Tee einfüllen und Wasser an der Wand entlang eingießen.
- Erster Aufguss — nach 40–60 Sekunden.
- Trinken, dabei einen Teil des Aufgusses stehen lassen.
- Wasser nachgießen.
- Zwei bis drei wiederholte Aufgüsse.
9. Lagerung
Klassenübliche Praxis. In luftdichter Verpackung, im Kühlschrank bei 0–5 °C, ohne Licht, Feuchtigkeit und Fremdgerüche. Am besten innerhalb eines Jahres trinken.
10. Preis und Fälschungen
Preisdaten liegen in den gefundenen Quellen nicht vor.
- So vermeiden Sie Fälschungen:
- Achten Sie auf das spezielle Zeichen der geografischen Angabe: Das Recht darauf genehmigt die Staatliche Behörde für geistiges Eigentum auf Antrag über den Kreis.
- Prüfen Sie, ob der Tee im Schutzgebiet des Kreises Nanjiang hergestellt wurde. Die Sorte wächst auch im benachbarten Kreis Wangcang, daher beweist der Sortenname auf der Verpackung noch nicht die Herkunft aus Nanjiang.
11. Interessante Fakten
- Teehändler aus Shaanxi und Gansu wurden in Nanjiang, so die Zusammenfassung zur Angabe, „毛葫芦“ genannt — ein Spitzname aus Song- und Ming-Zeit.
- Laut Zusammenfassung zur Angabe verglich 1991 das Teeforschungsinstitut in Meitan (Guizhou) fünfjährige Gärten: Die Sorte aus Nanjiang brachte 45 Prozentpunkte mehr Frischblatt als 福鼎大白茶 gleichen Alters.
12. Vergleich mit anderen grünen Tees aus Sichuan
- Micangshan Cha (米仓山茶): Flacher grüner Tee aus dem benachbarten Kreis Wangcang, wo auch die Sorte aus Nanjiang wächst.
- Wanyuan Fuxicha (万源富硒茶): Selenreicher grüner Tee aus demselben Nordosten Sichuans, die nächste Position der Bekanntmachung Nr. 646.
- Mengding Gan Lu (蒙顶甘露): Tee vom Berg Mengdingshan — „Für Geschichte — zum Mengshan“.
- Emei Zhu Yeqing (峨眉竹叶青): Flacher Tee vom Berg Emei — „Für Umfang — zum Emei“.
Abschließend:
Nanjiang Daye Cha ist ein Fall, in dem der geschützte Name des Tees mit dem Namen des Strauchs übereinstimmt: Eine Sorte, die 1958 gefunden und 1965 als Elitesorte anerkannt wurde, wurde zur Grundlage für flachen und nadelförmigen grünen Tee aus dem Nordosten Sichuans. In der Tasse — ein zartgrüner Aufguss und ein kräftiges Kastanienaroma mit Flaumton.
Quellen
Geografische Angabe
Vollständige Liste — auf der Seite „Quellen“