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Shāngnán chá

Shāngnán chá · 商南茶

Shangnan Cha (Shāngnán chá, 商南茶) — eine Dachbezeichnung für Tee aus dem Kreis Shangnan (商南县) der bezirksfreien Stadt Shangluo, Provinz Shaanxi. Der Kreis liegt am südöstlichen Hang des Qinling-Gebirges, am Schnittpunkt von Shaanxi, Henan und Hubei, auf etwa 33° nördlicher Breite. Es handelt sich um ein junges nördliches Teeanbaugebiet: Versuche mit Tee begannen hier im Jahr 1961, und erst 1970 fasste er dauerhaft Fuß. Der Name ohne Klassenmarkierung deckt zwei Klassen ab: Die Produktanforderungen beschreiben grünen Tee in zwei Formen — gedreht und flach — sowie roten Tee, jeweils mit eigener Technologie. Innerhalb des Kreises existiert zudem ein eigenständiger, engerer Name — Shangnan Quan Ming (商南泉茗). Shangnan Cha ist seit 2011 als geografische Angabe für landwirtschaftliche Erzeugnisse geschützt und wurde 2025 als Produkt mit geografischer Angabe anerkannt.

1. Klassifikation und Herkunft

  • Typ: Dach über zwei Klassen: grüner Tee (绿茶, lǜchá) — gedreht (卷曲形茶) und flach (扁形茶) — sowie roter Tee (红茶, hóngchá). Beide werden in den Produktanforderungen mit eigener Technologie und eigenem Erscheinungsbild beschrieben.
  • Kategorie: Kreisdach; nördlicher Tee, hervorgegangen aus der Nordverlagerung des Teeanbaus in den 1960er- und 1970er-Jahren.
  • Herkunft: China, Provinz Shaanxi (陕西, Shǎnxī), bezirksfreie Stadt Shangluo (商洛, Shāngluò), Kreis Shangnan (商南, Shāngnán).
  • Schutzgebiet: Zehn Gemeinden und Straßenviertel des Kreises, 93 Dörfer und Einwohnergemeinschaften. Die Anforderungen nennen auch die früheren Namen zusammengelegter Einheiten:
    • Straßenviertel Chengguan (城关) — frühere Gemeinde Chengguan und Gemeinde Dangma (党马);
    • Qingshan (青山) — frühere Gemeinde Qingshan;
    • Shiliping (十里坪) — frühere Gemeinde Shuigou (水沟);
    • Jinsixia (金丝峡) — frühere Gemeinden Taijihe (太吉河) und Liangjiawan (梁家湾);
    • Xianghe (湘河) — frühere Gemeinden Xianghe und Bailang (白浪);
    • sowie Fushui (富水), Shima (试马), Qingyouhe (清油河), Guofenglou (过风楼) und Zhaochuan (赵川).
  • Antragsteller: Entwicklungszentrum der Teeindustrie des Kreises Shangnan (商南县茶产业发展中心).
  • Geografische Koordinaten: 110°24′–111°01′ ö. L. und 33°06′–33°44′ n. Br.

2. Geschichte und kulturelle Bedeutung

  • Geschichte:
    • 1961–1970. Nach Materialien der Staatlichen Kommission für Entwicklung und Reform begannen Versuche zur Nordverlagerung des Teeanbaus in Shangnan im Jahr 1961 und waren 1970 erfolgreich; dadurch konnte die Teeanbaugrenze um mehr als dreihundert Kilometer nach Norden verschoben werden.
    • 2011. Im Mai genehmigte eine Expertengruppe der Provinz Shaanxi den Antrag; laut Referenzbeschreibung genehmigte das Landwirtschaftsministerium am 15. Dezember die Registrierung von Shangnan Cha als geografische Angabe für landwirtschaftliche Erzeugnisse (Nummer AGI00738), und das Zertifikat erhielt der Kreis laut lokaler Presse im Mai 2012. Nach damaligen Berichten war dies das erste landwirtschaftliche Produkt des Kreises mit einem solchen Zeichen. Die Begutachtung bewertete zwei Produktlinien der benannten Tees des Kreises — „Shangnan Quan Ming“ (商南泉茗) und „Shangnan Xian Ming“ (商南仙茗).
    • 2025. Die Staatliche Verwaltung für geistiges Eigentum erkannte Shangnan Cha mit Bekanntmachung Nr. 646 als Produkt mit geografischer Angabe an und bestätigte die dazugehörigen Produktanforderungen.
  • Name: „Shangnan“ (商南) — der Name des Kreises; „cha“ (茶) — Tee. Ein Klassenwort fehlt im Namen.
  • Kulturelle Bedeutung: Der Kreis baut auf dem Tee das Bild des „Tees des 33. Breitengrades“ (北纬33°茶) auf und bewirbt die Gemeinschaftsmarken „Jinsi Quan Ming“ (金丝泉茗) und „Shangnan Lu Ming“ (商南鹿茗).

3. Botanische Beschreibung und Rohmaterial

  • Sorten / Kultivare: Die Anforderungen nennen die lokale Population (群体种), Longjing 43 (龙井43, Lóngjǐng 43), „Anji Baicha“ (安吉白茶 — so bezeichnet das Dokument die weißblättrige Sorte), Wuniu Zao (乌牛早, Wūniú zǎo), Shancha 1 (陕茶1号, Shǎnchá 1), Zhonghuang 2 (中黄2号, Zhōnghuáng 2) und Jin Mudan (金牡丹, Jīn mǔdān), mit dem Zusatz „und andere“.
  • Ernte: Von Mitte März bis Ende April. Laut Beschreibung der landwirtschaftlichen geografischen Angabe wird hauptsächlich Frühlingstee geerntet, Sommertee selten, Herbsttee nicht, um die nächste Frühjahrsernte zu schonen.
  • Erntestandard: Knospe mit einem Blatt und Knospe mit zwei Blättern — ganz, frisch, gleichmäßig und sauber, ohne Niederblätter und alte Triebe. Für roten Tee präzisieren die Anforderungen: Knospe mit nur einem sich gerade entfaltenden Blatt muss 80 % des Rohmaterials ausmachen.
  • Anforderungen an das Rohmaterial: Pflanzungen einreihig (3500–4500 Pflanzen pro Mu) oder zweireihig (5500–6000).

4. Terroir und Anbaubesonderheiten

  • Region: Südöstlicher Hang des Qinling-Gebirges, Schnittpunkt dreier Provinzen; durch den Kreis fließt der Danjiang (丹江), ein Nebenfluss des Hanshui. Der Waldanteil beträgt nach Materialien der Staatlichen Kommission für Entwicklung und Reform 67,1 %.
  • Klima: Laut Beschreibung der landwirtschaftlichen geografischen Angabe — Jahresmitteltemperatur 14 °C, etwa 803 mm Niederschlag, etwa 1974 Sonnenstunden, 216 frostfreie Tage. Die Beschreibung bringt die große Differenz zwischen Tages- und Nachttemperaturen, die Kühle und die vergleichsweise geringe Niederschlagsmenge mit dem langsamen Wachstum des Tees in Verbindung und damit, dass Schädlinge sich hier selten massenhaft vermehren.
  • Anbauhöhe: In den Anforderungen von 2025 nicht angegeben. Die Beschreibung der landwirtschaftlichen geografischen Angabe schreibt windgeschützte, sonnige Hänge niedriger Berge unter 1000 m mit weniger als 25° Neigung vor.
  • Böden: Als beste Böden nennen die Anforderungen „ölige“ Sande (油沙土), Grusböden auf verwittertem Granit (麻骨石土) und sandigen Lehm; die Reaktion ist schwach sauer, pH 4,5–6,0, die Schichtdicke beträgt mindestens 40 cm.
  • Pflege: Die Anforderungen verbieten Pestizide in der Produktion: Schädlinge werden durch Ernte, Schnitt, Bodenbearbeitung, Fallen und Jäten eingedämmt, und als Mittel sind nur Bordeauxbrühe einmal alle zwei Jahre sowie herbstlicher Kalk-Schwefel-Sud zugelassen.
  • Umfang: Nach Materialien der Staatlichen Kommission für Entwicklung und Reform (Veröffentlichung Anfang 2022) gibt es im Kreis 250 000 Mu Teegärten und etwa 8000 t Tee pro Jahr.

5. Produktionstechnologie

Die Produktanforderungen beschreiben drei Technologien.

Gedrehter grüner Tee (卷曲形茶):

  1. Welken (摊放, tānfàng): In einer Schicht von höchstens 10 cm, nicht länger als 10 Stunden.
  2. Fixierung (杀青, shāqīng): In der Trommel bei 110–120 °C oder von Hand im Kessel bei 160–180 °C, bis 40 % Feuchtigkeit verloren sind; anschließend Abkühlung mit Luftstrom (清风, qīngfēng).
  3. Erstes Rollen (初揉, chūróu) und erste Röstung (初炒, chūchǎo): Etwa 2 Minuten Rollen, danach Kessel von 100 auf 80 °C.
  4. Formgebung (做形, zuòxíng) und Hervorbringen des Flaums (起毫, qǐháo): Bei 70 und 60–70 °C wird das Blatt zu Klumpen gerollt und wieder gebrochen, bis die Drehung dicht, gebogen und „stachelig“ im Griff ist.
  5. Trocknung (烘焙, hōngbèi): Von 80 auf 60 °C etwa 30 Minuten, bis unter 7 % Feuchtigkeit.

Flacher grüner Tee (扁形茶): Welken 6–12 Stunden; Fixierung in der Trommel bei 100–110 °C; Formgebung im Wannenkessel bei 100 °C unter leichten und schweren Pressstäben, erneute Röstung bis zum flachen, glatten und geraden Blatt; Trocknung bis unter 7 % Feuchtigkeit.

Roter Tee (红茶):

  1. Welken (萎凋, wěidiāo): Im Raum 15–20 Stunden oder in der Wanne bei höchstens 30 °C 6–12 Stunden, bis 60–64 % Feuchtigkeit.
  2. Rollen (揉捻, róuniǎn): Nach der Regel „leicht — stark — leicht“; danach Auflösen der Klumpen und Sieben.
  3. Fermentation (发酵, fājiào): Bei 25–35 °C und mindestens 85 % Luftfeuchtigkeit, 3–6 Stunden, bis mehr als 85 % des Blattes rot geworden sind.
  4. Trocknung in zwei Schritten: Zuerst bei 100–120 °C etwa eine halbe Stunde, nach dem Abkühlen bei 85–90 °C etwa eine Stunde (足干焙香, zúgān bèixiāng), bis 6 % Feuchtigkeit.

6. Organoleptische Eigenschaften

  • Erscheinungsbild des trockenen Blattes: Grüner Tee — dicht, fein und gleichmäßig, mit deutlich sichtbarem weißem Flaum (紧秀匀称、白毫显露). Roter Tee — fein, dicht, mit vielen Knospenspitzen, ölig-glänzend (细紧多锋、色泽油润).
  • Aroma des trockenen Blattes: In den gefundenen Quellen keine Beschreibungen vorhanden.
  • Aroma des Aufgusses: Grüner Tee — intensiver und anhaltender Kastanienhauch (栗香浓郁持久). Roter Tee — zart und süß (嫩甜).
  • Geschmack: Grüner Tee — frisch und belebend, mit süßem Nachklang, verträgt viele Aufgüsse (鲜爽、回甜、耐泡). Roter Tee — süß, weich und rein (甘醇甘爽).
  • Farbe des Aufgusses: Grüner Tee — zartgrün, klar und leuchtend. Roter Tee — rot und leuchtend.
  • Teeblatt (aufgegossenes Blatt): Grüner Tee — gelbgrün und leuchtend (黄绿明亮). Roter Tee — fein und zart, mit sichtbaren Knospen, gleichmäßig rot und glänzend (细嫩显芽红匀亮).

7. Chemische Zusammensetzung

Die Produktanforderungen führen Kennwerte als Eigenschaften des Shangnan-Tees auf, ohne Trennung nach Klassen:

KennwertWert
Eisen172–355,3 mg/kg
Zink45,5–54,6 mg/kg
Extrahierbare Stoffe44–46,7 %
Teepolyphenole17,2–18,2 %
Gesamtzucker2,4–2,6 %

Die Anforderungen ergänzen, dass sich das Aroma aus einer stabilen Verbindung von 24 organischen Substanzen zusammensetzt; die Substanzen selbst nennt das Dokument nicht. Lokale Beschreibungen erwähnen auch Selen, aber Zahlen dazu habe ich nicht gefunden.

8. Aufguss

Klassenüblich — getrennt für grünen und roten Tee.

  • Wassertemperatur: Für grünen Tee — 80–85 °C, für roten Tee — 90–95 °C.
  • Teemenge: 3 g auf 150 ml.
  • Gefäß: Glasbecher oder weißes Gaiwan für grünen Tee, Gaiwan oder Porzellankanne für roten Tee.
  • Ablauf:
    1. Gefäß vorwärmen und Tee einfüllen.
    2. Grüner Tee — an der Wand entlang aufgießen und 40–60 Sekunden ziehen lassen; roter Tee — nach kurzem Abspülen 10–20 Sekunden.
    3. Grüner Tee verträgt zwei bis drei wiederholte Aufgüsse, roter Tee fünf bis sechs mit allmählicher Verlängerung.

9. Lagerung

Klassenüblich. Grüner Tee — in luftdichter Verpackung, im Kühlschrank bei 0–5 °C, ohne Licht, Feuchtigkeit und Fremdgerüche, am besten innerhalb eines Jahres trinken. Roter Tee — an einem trockenen, kühlen Ort ohne Fremdgerüche, in fest verschlossenem Behälter.

10. Preis und Fälschungen

Angaben zu Preisen finden sich in den gefundenen Quellen nicht.

  • So vermeidet man Fälschungen:
    • Auf das Zeichen der geografischen Angabe achten; der Dachname nennt keine Klasse, deshalb auf der Packung prüfen, ob es sich um grünen oder roten Tee handelt.
    • Prüfen, ob der Hersteller im Kreis Shangnan ansässig ist.
    • Das Erscheinungsbild mit den Anforderungen abgleichen: grüner Tee — mit weißem Flaum und Kastanienaroma, roter Tee — fein, mit Knospenspitzen.

11. Interessante Fakten

  • Lokale Materialien bezeichnen Shangnan als das nördlichste neue Teeanbaugebiet Westchinas — den „Tee des 33. Breitengrades“.
  • Die Produktanforderungen nennen nicht nur die heutigen Gemeinden, sondern auch die früheren Namen zusammengelegter Gemeinden — danach lässt sich das Gebiet auf alten Karten finden.
  • In der Sortenliste stehen die weißblättrige „Anji Baicha“ und der gelbblättrige Zhonghuang 2 nebeneinander.

12. Vergleich mit anderen Tees aus Shaanxi

  • Shangnan Quan Ming (商南泉茗): Grüner Tee desselben Kreises mit eigener geografischer Angabe von 2007; dazu haben wir einen Artikel. Shangnan Cha ist ein breiterer Name mit anderem Schutzstatus: dieselbe Erde, aber sowohl grüner als auch roter Tee.
  • Ziyang Mao Jian (紫阳毛尖): Grüner Tee aus dem Kreis Ziyang im Süden der Provinz, im Einzugsgebiet des Hanshui.
  • Hanzhong Xian Hao (汉中仙毫): Grüner Tee aus dem Bezirk Hanzhong im Südwesten von Shaanxi.

Fazit:

Shangnan Cha — ein Kreisname jungen nördlichen Tees: Versuche begannen 1961, der Erfolg kam 1970, und heute sind unter einem Namen gedrehter und flacher grüner Tee sowie roter Tee geschützt. Die Produktanforderungen sind detailliert — vom Pestizidverzicht bis zu den Temperaturen jedes Arbeitsschritts. Grüner Shangnan Cha ist an weißem Flaum und Kastanienaroma zu erkennen, roter am feinen Blatt mit Knospenspitzen und süßem Aufguss.