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Nánshān báimáo chá

Nánshān báimáo chá · 南山白毛茶

Nanshan Baimao Cha (Nánshān báimáo chá, 南山白毛茶) ist ein grüner Tee vom Berg Nanshan in der kreisfreien Stadt Hengzhou (横州市, zuvor Kreis Hengxian, 横县) der Stadt Nanning, Autonomes Gebiet Guangxi der Zhuang. Der Name bedeutet „weißhaariger Tee von Nanshan“ und bezieht sich auf den Flaum an den Knospen des lokalen Strauchs, nicht auf die weiße Klasse: Die Technologie im Schutzdokument ist grün. Seit 2009 ist dies ein Produkt mit geografischer Angabe für den gesamten Landkreis.

1. Klassifikation und Herkunft

  • Typ: Grüner Tee (绿茶, lǜchá). Die Klasse ergibt sich aus der Technologie im Schutzdokument: Auslegen, Fixieren, Rollen, Trocknen — ohne Welken wie bei weißem Tee, ohne Schwitzen wie bei gelbem Tee und ohne Oxidation. Die Wörter „grüner Tee“ stehen nicht im Dokument; Referenzbeschreibungen ordnen den Tee den grünen Tees zu.
  • Kategorie: Berühmter Tee aus Guangxi; Produkt mit geografischer Angabe (2009).
  • Herkunft: China, Autonomes Gebiet Guangxi der Zhuang (广西, Guǎngxī), Stadt Nanning (南宁, Nánníng), kreisfreie Stadt Hengzhou (横州, Héngzhōu). Die Demonstrationszone der Gärten liegt Referenzdaten zufolge in der Gemeinde Nayang (那阳镇).
  • Schutzzone: Laut Bekanntmachung das gesamte Verwaltungsgebiet des Kreises Hengxian in den Grenzen zum Zeitpunkt des Schutzes.
  • Geografische Koordinaten: Hengzhou liegt bei etwa 22,7° n. Br. und 109,3° ö. L.

2. Geschichte und kulturelle Bedeutung

  • Geschichte:
    • Legende. Der Legende nach kam der Ming-Kaiser Jianwen (建文帝), als er vor Verfolgung floh, zum Tempel Yingtian-si (应天寺) am Berg Nanshan und pflanzte dort sieben mitgebrachte Sträucher des weißhaarigen Tees. Daher stammt der zweite Name des Tees — „圣种“ (shèngzhǒng), „heiliger Samen“.
    • 1810. Das Handbuch zu geografischen Angaben schreibt, dass Nanshan Baimao Cha im 15. Jahr Jiaqing (嘉庆) der Qing-Dynastie in die Liste der 24 berühmten Tees des Landes aufgenommen wurde.
    • 1915. Ebenda: Auf der Ausstellung zur Eröffnung des Panamakanals erhielt der Tee eine Silberauszeichnung zweiten Grades. Dasselbe Handbuch nennt auch eine Silbermedaille der „Panama-Ausstellung“ von 1822 (2. Jahr Daoguang, 道光) — ein Jahrhundert vor dem Kanal; darauf beruht auch der Ruf des Tees als einer der ersten chinesischen Preisträger internationaler Ausstellungen. Dieses Datum halte ich für einen Fehler der Quelle.
    • 1933. Demselben Handbuch zufolge überreichte die Provinzregierung von Guangxi dem Tee eine Tafel mit der Aufschrift „品胜武夷“ — „übertrifft Wuyi an Qualität“.
    • 2006. Nach einer Mitteilung des Patentamts von Guangxi (2012) wurde im Kreis eine Teefirma gegründet und die Marke „圣种“ registriert, und aus dem Rohmaterial von Nanshan Baimao wurde der rote Tee „圣种红茶“ hergestellt; die Anbaufläche wird dort mit 340 ha angegeben.
    • 2009. Die Hauptverwaltung für Qualitätsaufsicht, Inspektion und Quarantäne (AQSIQ) stellte Nanshan Baimao Cha mit Bekanntmachung Nr. 68 vom 9. Juli 2009 als Produkt mit geografischer Angabe unter Schutz.
    • 2016. Referenzdaten zufolge wurden in der Demonstrationszone der Gemeinde Nayang 1000 mu biologische Gärten angelegt, von denen 510 mu zertifiziert wurden.
  • Name: „Nanshan“ (南山) — „Südberg“, der Ort des Tees; „baimao“ (白毛) — „weißer Flaum“; „cha“ (茶) — Tee.
  • Kulturelle Bedeutung: Handbücher wiederholen alte Lobpreisungen: Das „Guangxi tongjian“ (广西通鉴) vergleicht das behaarte Blatt mit Schnee und silbernen Nadeln und hebt ein Aroma von Lotus und Honig hervor, und das „Yuexi zhiwu jiyao“ (粤西植物纪要) stellt diesen Tee in Farbe und Geschmack über Longjing. Der Tempel aus der Legende wird in der Beschreibung der lokalen Firma Yingtian Shoufo-si (应天寿佛寺) genannt.

3. Botanische Beschreibung und Rohmaterial

  • Sorte: Das Schutzdokument nennt die Kultursorte mit einem Wort — „白毛茶“ (báimáochá), den lokalen weißhaarigen Strauch. Der Referenzbeschreibung zufolge handelt es sich um eine mittelblättrige Sorte mit kräftigen Knospen und dichtem Flaum (中叶种品种,芽壮毫密). Eine andere Referenzbeschreibung nennt die Population einen niedrigen Baum (小乔木) mittelblättrigen Typs, uneinheitlich wegen langer Samenvermehrung, und den Flaum mittel, nicht dicht; die Knospen treiben Ende Februar bis Anfang März aus.
  • Vermehrung: Laut Dokument — sortenreine Stecklinge oder Sämlinge (扦插苗或实生苗).
  • Erntezeit: Laut Dokument — Frühling und Herbst.
  • Erntestandard: Laut Dokument werden für die höchste Sorte (特级) eine Knospe gepflückt; für die erste Sorte nicht weniger als 90 % „Knospe und Blatt“ und nicht mehr als 10 % „Knospe und zwei Blätter“. Referenznacherzählungen sind weicher: für die höchste Sorte — Knospe mit kaum entfaltetem Blatt oder Knospe mit Blatt.

4. Terroir und Anbaubesonderheiten

  • Berg Nanshan: Referenzbeschreibungen verorten die Gärten beim Tempel Nanshan-si und dem Hauptgipfel des Berges, auf 800–1000 m Höhe, bei einer Jahresdurchschnittstemperatur von etwa 20 °C und Niederschlägen über 1500 mm im Jahr; Regen ist häufig, Wolken und Nebel sind üblich.
  • Anbauhöhe: Laut Dokument liegen die Gärten nicht unter 200 m, die Ernte erfolgt im Gürtel von 200–600 m; mit den referenziellen 800–1000 m stimmt das nicht überein.
  • Böden: Laut Dokument — locker, mit hohem Kies- und Sandanteil (含沙砾多), mindestens 39 cm mächtig, mit pH 4,0–6,5 und organischer Substanz nicht unter 1,5 %; gute Drainage und Bewässerung sind erforderlich.
  • Anbautechnik laut Dokument: Pflanzdichte 45–70 Tausend Pflanzen pro Hektar; Pflanzung im Frühling oder Herbst; organische Dünger nicht weniger als 1500 kg pro mu, mineralische nicht mehr als 50 kg pro mu.

5. Herstellungstechnologie

Das Schutzdokument gibt nur die Abfolge der Schritte und eine Zahl vor:

  1. Auslegen des frischen Blattes (摊青, tānqīng): Nicht weniger als drei Stunden.
  2. Fixieren (杀青, shāqīng): Hitze stoppt die Oxidation.
  3. Rollen (揉捻, róuniǎn).
  4. Erste Trocknung (毛火, máohuǒ) und Nachtrocknung (足火, zúhuǒ).
  5. Roher Tee (毛茶, máochá) und Veredelung (精制, jīngzhì): Sortieren und Fertigstellung des Tees.

Die traditionelle manuelle Methode geben Referenzbeschreibungen so wieder: Fixieren im Kessel, Kühlen mit dem Fächer, leichtes Rollen mit den Händen; Rösten und Rollen wechseln sich ab und werden dreimal wiederholt, nachgetrocknet wird auf langsamem Feuer in einem Korb über Holzkohle.

6. Organoleptische Eigenschaften

Die Beschreibung unten sind die Anforderungen des Schutzdokuments.

  • Aussehen des trockenen Blattes: Dichte, leicht gebogene Rollungen mit Flaum (紧结微卷,有毫); Farbe grün, ziemlich ölig (绿尚润).
  • Aroma des trockenen Blattes: Keine gesonderte Beschreibung im Dokument.
  • Aroma des Aufgusses: Rein und beständig, mit einer Lotusnote (清香持久带有荷花香).
  • Geschmack: Voll, süßlich-weich, ziemlich belebend (浓厚甘醇尚爽).
  • Farbe des Aufgusses: Grüngelb, ziemlich klar (绿黄尚明亮).
  • Teegrund (aufgegossenes Blatt): Zart und gleichmäßig, hellgrün (嫩匀、绿明).

Populäre Beschreibungen nennen das Blatt silbrig-weiß mit Grün (银白透绿) und fügen dem Lotus im Aroma eine „Ei-Milch“-Note (蛋奶香) hinzu; im Dokument steht das nicht.

7. Chemische Zusammensetzung

Minimale physikalisch-chemische Kennwerte aus dem Schutzdokument:

KennwertAnforderung
Aminosäurennicht weniger als 4,0 %
Teepolyphenolenicht weniger als 25,0 %
Koffeinnicht weniger als 3,5 %
Catechine gesamtnicht weniger als 14,0 %

Außerdem vermerkt das Dokument einen hohen Pektingehalt (果胶质含量高), ohne eine Zahl zu nennen. Dies sind Normen für Tee unter dem Zeichen, keine Analyse einer Partie.

8. Aufbrühen

Praxis der Klasse für grünen Tee.

  • Wassertemperatur: 80–85 °C.
  • Teemenge: 3 g auf 150 ml.
  • Gefäß: Glasgefäß, in dem das behaarte Blatt sichtbar ist, oder weißer Gaiwan.
  • Vorgang:
    1. Das Gefäß vorwärmen.
    2. Tee einfüllen und Wasser an der Wand entlang zugießen.
    3. Erster Aufguss nach 40–60 Sekunden.
    4. Trinken, einen Teil des Aufgusses zurücklassen und Wasser nachgießen.
    5. Zwei bis drei weitere Aufgüsse.

9. Lagerung

Praxis der Klasse. In dichter Verpackung, im Kühlschrank bei 0–5 °C, ohne Licht, Feuchtigkeit und Gerüche. Am besten innerhalb eines Jahres trinken.

10. Preis und Fälschungen

Preisangaben sind in den gefundenen Quellen nicht vorhanden.

  • Wie man Fälschungen vermeidet:
    • Das Zeichen für Produkte mit geografischer Angabe suchen: Das Recht darauf wird von einer staatlichen Behörde nach Prüfung im Kreis und im Autonomen Gebiet vergeben.
    • Prüfen, dass der Hersteller aus Hengzhou stammt.
    • Erscheinungsbild laut Dokument: dichte, leicht gebogene Rollungen mit Flaum, grüngelber Aufguss, Lotusnote.
    • „白毛茶“ im Namen ist ein allgemeines Wort: Weißhaarige Tees gibt es auch an anderen Orten.

11. Interessante Fakten

  • Aus demselben Rohmaterial entsteht nicht nur grüner Tee: Einer Referenzbeschreibung zufolge eignen sich aus der Population ausgewählte Pflanzen auch für roten Tee, mit Aroma von Klebreis (糯米香). Die lokale Firma produziert nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums von Guangxi unter der Marke „圣种“ auch roten Tee, „Yan Cha“, Liubao (六堡茶) und Jasmin-Maojian. Das Schutzdokument beschreibt nur die grüne Technologie.
  • Die Hauptregel der manuellen Herstellung besteht laut Handbuch darin, beim Rösten den weißen Flaum nicht abzuschlagen (保持不脱白毛).

12. Vergleich mit anderen weißhaarigen und Guangxi-Tees

  • Hengxian Molihua Cha (横县茉莉花茶): Jasmintee desselben Landkreises; Nanshan Baimao Cha ist ein reiner grüner Tee ohne Aromatisierung.
  • Renhua Baimao Cha (仁化白毛茶): Weißhaarige Population aus Guangdong für roten und grünen Tee.
  • Lechang Baimao Cha (乐昌白毛茶): Grüner Tee aus Guangdong aus einem lokalen weißhaarigen Strauch.
  • Rucheng Baimao Cha (汝城白毛茶): Tee aus Hunan aus einer lokalen großblättrigen Ressource, in mehreren Klassen hergestellt.
  • Lingyun Bai Cha (凌云白茶): Weißer Tee aus Guangxi aus weißhaarigem Rohmaterial des Kreises Lingyun.

Fazit:

Nanshan Baimao Cha ist ein grüner Tee aus Hengzhou, dessen Name ihn leicht als weißen Tee erscheinen lässt. Das Dokument von 2009 beschreibt ihn streng: eine Knospe für die höchste Sorte, Ernte auf 200–600 m, behaarte Rollungen, grüngelber Aufguss mit Lotusnote. Darum herum — die Legende vom „heiligen Samen“ und Auszeichnungen, von denen eine auf das unmögliche Jahr 1822 datiert ist.

Quellen

Vollständige Liste — auf der Seite „Quellen“