Taoyuan Daye Cha (Táoyuán dàyè chá, 桃源大叶茶) — „großblättriger Tee aus Taoyuan“: der Name einer lokalen Teestrauch-Sorte und des daraus hergestellten Tees im Kreis Taoyuan (桃源县) der bezirksfreien Stadt Changde im Nordwesten der Provinz Hunan. Den Anfang der Sorte bildete ein einziger wildwachsender Strauch, der 1969 in den Bergen der Gemeinde Taipingpu gefunden wurde; nach mehr als zwanzig Jahren Auslese und Vermehrung wurde er zur Provinzsorte „Taoyuan Daye“. Unter diesem Namen werden grüne Tees hergestellt — ein Knospentee, ein Maojian und ein Blatttee —, und die Sorte selbst wird auch für roten und dunklen Tee verwendet. Die Bezeichnung benennt daher keine Klasse, sondern eine Sorte und einen Ort. Seit Ende der 2000er Jahre schützt sie ein geografisches Zertifizierungszeichen.
1. Klassifikation und Herkunft
- Typ: Keine einzelne Klasse. Nachschlagewerke teilen die Erzeugnisse in drei Linien — 桃源大叶芽茶 (Knospentee), 桃源大叶毛尖 (Maojian) und 桃源大叶绿茶 (grüner Tee); das Zeichen wurde für die Ware „茶叶“ — „Tee“ ohne Angabe einer Klasse erteilt. Die Sorte wird auch für roten Tee und als Rohstoff für dunklen Tee verwendet.
- Kategorie: Tee einer lokalen großblättrigen Sorte; geografisches Zertifizierungszeichen.
- Herkunft: China, Provinz Hunan (湖南, Húnán), bezirksfreie Stadt Changde (常德, Chángdé), Kreis Taoyuan (桃源县, Táoyuán Xiàn). Heimat der Sorte — Gemeinde Taipingpu (太平铺乡).
- Zone: Angegeben ist die Verwaltungsadresse des Zeicheninhabers; die rechtliche Grenze des Erzeugungsgebiets habe ich nicht geprüft.
- Schutzstatus: Geografisches Zertifizierungszeichen Nr. 6230496, Ware — 茶叶; Inhaber — Teeindustrieverband des Kreises Taoyuan (桃源县茶叶产业协会). Das Zeichen steht auf der Liste der eingetragenen geografischen Angaben der Staatlichen Verwaltung für Industrie und Handel sowie im Verzeichnis der geografischen Angaben der Regierung von Hunan 2024.
- Geografische Koordinaten: Kreis Taoyuan — etwa 28,9° n. Br. und 111,5° ö. L.
2. Geschichte und kulturelle Bedeutung
- Geschichte:
- Alter Tee aus Wuling. Lokale Materialien zitieren eine Zeile aus den „Aufzeichnungen über die Gebiete von Jingzhou“ (荆州土地记) der Westlichen Jin-Dynastie: „Tee wächst in allen sieben Kreisen von Wuling, und er ist der beste“; Taoyuan wird diesen sieben Kreisen zugerechnet.
- 1969 — Fund. In den Bergen der Gemeinde Taipingpu, am Ort Lujiachong (陆家冲), fand man einen wildwachsenden großblättrigen Strauch. Lokale Texte nennen ihn tausendjährig; das Alter ist durch nichts belegt.
- 1970er–1980er — Auslese. Der Strauch wurde selektiert und vermehrt. Ein Nachschlagewerk datiert die Züchtungsarbeit auf 1976–1992 und nennt als Ausführende die Teesortenstation des Kreises und das Teeinstitut der Landwirtschaftlichen Universität Hunan.
- 1989. Die Sorte bestand die wissenschaftliche Begutachtung auf Provinzebene.
- 1992. Die Provinzkommission für landwirtschaftliche Kultursorten bestätigte die Sorte unter dem Namen „Taoyuan Daye“.
- 2005. Der Provinzstandard DB43/272-2005 „Taoyuan Daye Cha“ erschien.
- Ende der 2000er. Das Zeichen Nr. 6230496 steht auf der Liste der eingetragenen geografischen Angaben für 2009.
- Name:
- „Taoyuan“ (桃源) — „Pfirsichquelle“, der Name des Kreises; er verweist auf die „Pfirsichblütenquelle“ von Tao Yuanming.
- „Daye“ (大叶, dàyè) — „großes Blatt“, nach dem Hauptmerkmal der Sorte.
- „Cha“ (茶, chá) — „Tee“.
- Kulturelle Bedeutung: Für Taoyuan ist dies eine Sorte, die aus einem einzigen Strauch zu einem Wirtschaftszweig des Kreises herangewachsen ist, und zugleich der Name des Tees. Lokale Texte wiederholen über ihn die lobende Formel „in der Form dem Longjing ebenbürtig, im Aroma dem Biluochun überlegen, im Geschmack mit dem Maofeng wetteifernd“ (形赛龙井,香高碧螺,味斗毛峰) — das ist ein Lob, keine Beschreibung.
3. Botanische Beschreibung und Rohmaterial
- Sorte: Taoyuan Daye (Táoyuán dàyè) — lokale großblättrige Sorte, ausgelesen aus einem einzigen wildwachsenden Strauch.
- Strauch: Nach Nachschlagewerken — mit halbausladender Krone; Äste dick und ziemlich locker.
- Blatt: Groß, weich, elliptisch. Über die Farbe gehen die Quellen auseinander: Die einen nennen das Blatt dunkelgrün, eine andere — gelbgrün und glänzend.
- Triebe: Dick; Knospe groß, behaart. Ein Nachschlagewerk beschreibt den Trieb als grün mit purpurrotem Schimmer und gibt das Gewicht von hundert Trieben „Knospe und drei Blätter“ mit 103,0 g an.
- Zeitpunkt: Die Frühlingsknospen treiben laut demselben Nachschlagewerk Mitte März aus.
- Eigenschaften: Der Ertrag wird unterschiedlich beschrieben: Das Nachschlagewerk zur Sorte nennt ihn mittel, lokale Texte — hoch. Kälte- und Trockenheitsresistenz — gut.
- Pflückstandard: Für die drei Linien wird er in den gefundenen Quellen nicht angegeben.
4. Terroir und Anbaubesonderheiten
- Region: Die Berge des Kreises Taoyuan, wo nach lokalen Beschreibungen die Gebirgszüge Xuefengshan (雪峰山) und Wulingshan (武陵山) zusammentreffen. Lokale Texte nennen als Teezentrum die Großgemeinde Cha’anpu (茶庵铺) im Inneren des Massivs Wuyunjie (乌云界); durch die Großgemeinde fließt der kleine Fluss Yiwangxi (夷望溪).
- Klima: Nach lokaler Beschreibung — feuchtes Monsunklima, im Übergang von den mittleren zu den nördlichen Subtropen; mild, mit viel Wasser.
- Anbauhöhe: Angaben fehlen in den gefundenen Quellen.
- Böden: In lokalen Beschreibungen — locker und fruchtbar; ein genauer Typ wird in den gefundenen Quellen nicht genannt.
- Verbreitung der Sorte: Ein lokaler Text schreibt, die Sorte wachse in fünfzehn Kreisen und Städten dreier Provinzen südlich des Jangtse. Die Anbaufläche der Sorte in Taoyuan selbst wird in den gefundenen Quellen ohne Zuordnung nicht angegeben.
5. Herstellungstechnologie
Eine gesonderte Technologie für jede der drei Linien — Knospentee, Maojian und Blatt-Grüntee — gibt es in den gefundenen Quellen nicht. Unten steht das allgemeine Klassenschema für grünen Tee, keine Beschreibung der Technologie des Taoyuan Daye Cha.
- Pflücken (采摘 — cǎizhāi): Junge Knospen und Blätter; für den Knospentee — nur Knospen.
- Welken (摊放 — tānfàng): Das Blatt wird in dünner Schicht ausgebreitet, damit ein Teil der Feuchtigkeit entweicht.
- Fixieren (杀青 — shāqīng): Hitze stoppt die Oxidation.
- Rollen (揉捻 — róuniǎn): Für Maojian — zu dünnen Fäden.
- Trocknen (干燥 — gānzào).
6. Organoleptische Eigenschaften
Beschreibungen des Aussehens der drei Linien finden sich in den gefundenen Quellen nicht. Das Nachschlagewerk zur Sorte gibt eine kurze Bewertung des grünen Tees daraus — „Aroma rein, Geschmack voll und belebend“ (香气清纯、滋味浓爽); den roten Bruchtee aus der Sorte nennt es besonders gelungen.
- Äußeres Erscheinungsbild des trockenen Blattes: Beschreibungen fehlen in den gefundenen Quellen.
- Aroma des trockenen Blattes: Beschreibungen fehlen in den gefundenen Quellen.
- Aroma des Aufgusses: Für grünen Tee aus der Sorte — rein (清纯).
- Geschmack: Für grünen Tee aus der Sorte — voll und belebend (浓爽). Lokale Texte betonen, dass der Tee viele Aufgüsse verträgt.
- Farbe des Aufgusses: Beschreibungen fehlen in den gefundenen Quellen.
- Teegrund (aufgegossenes Blatt): Beschreibungen fehlen in den gefundenen Quellen.
7. Chemische Zusammensetzung
Die Zahlen in den gefundenen Quellen gehen auseinander, daher führe ich sie mit Herkunftsangabe an.
| Kennwert | Daten | Woher |
|---|---|---|
| Extrakstoffe | 44,18 % | Mittelwert gedämpfter Proben von Frühjahr, Sommer und Herbst 1987–1989 |
| Polyphenole | 31,69 % | Messung von 1991 |
| Extrakstoffe | bis 49 % | lokaler Text ohne Methodenangabe |
| Polyphenole | 34 % | derselbe lokale Text |
| Aminosäuren | 4,69 % | derselbe lokale Text |
Die ersten beiden Zeilen führt eine Veröffentlichung des Statistikamtes von Hunan zur Sorte an. Es handelt sich um Daten zum Rohmaterial der Sorte, nicht um Kennwerte des fertigen Tees nach Norm. Die Quellen stimmen in einem überein: Die Sorte ist reich an Extrakstoffen und Polyphenolen.
8. Zubereitung
Praxis der Klasse für grünen Tee — dazu gehören alle drei Linien des Zeichens.
- Wassertemperatur: 80–85 °C; für den Knospentee — eher um 80 °C.
- Teemenge: 3 g auf 150 ml.
- Gefäß: Glasbecher oder weiße Gaiwan.
- Vorgang:
- Gefäß vorwärmen.
- Tee einfüllen und Wasser an der Wandung entlang zugießen.
- Erster Aufguss — nach 40–60 Sekunden.
- Trinken und einen Teil des Aufgusses stehen lassen.
- Wasser nachgießen.
- Drei bis vier weitere Aufgüsse; Quellen weisen darauf hin, dass Tee aus dieser Sorte viele Aufgüsse verträgt.
9. Lagerung
Praxis der Klasse für grünen Tee. In luftdichter Verpackung, im Kühlschrank bei 0–5 °C, ohne Licht, Feuchtigkeit und Fremdgerüche; am besten innerhalb eines Jahres trinken.
10. Preis und Fälschungen
Preisangaben finden sich in den gefundenen Quellen nicht.
- So vermeidet man Fälschungen:
- Auf der Verpackung nach dem geografischen Zertifizierungszeichen Nr. 6230496 suchen.
- Prüfen, dass der Hersteller aus dem Kreis Taoyuan stammt.
- Bedenken, dass der Sortenname keine Herkunft garantiert: Die Sorte ist weit über den Kreis hinaus verbreitet, das Zeichen gilt aber nur für Tee aus Taoyuan.
- Klären, welche der drei Linien in der Packung ist — Knospentee, Maojian oder Blatt-Grüntee.
11. Interessante Fakten
- Die gesamte Sorte geht auf einen einzigen wildwachsenden Strauch zurück, der 1969 gefunden wurde.
- Vom Fund bis zur Bestätigung der Sorte vergingen mehr als zwanzig Jahre.
- Der Name des Kreises verweist auf die „Pfirsichblütenquelle“ — die Erzählung von Tao Yuanming über ein vor der Welt verborgenes Tal.
- Neben diesem Zeichen gibt es im Kreis eine eigene Bezeichnung für roten Tee — 桃源红茶.
12. Vergleich mit anderen Tees aus Hunan
- Shimen Yin Feng (石门银峰): Grüner Tee aus dem Kreis Shimen desselben Bezirks Changde; sein Name nennt, anders als Taoyuan Daye, keine Sorte.
- Guzhang Mao Jian (古丈毛尖): Hunaner grüner Maojian aus Xiangxi — zum Vergleich mit dem Maojian aus der großblättrigen Sorte.
- Yueyang Gelber Tee (岳阳黄茶): Der Artikel des Korpus nennt Taoyuan Daye unter den Sorten, aus denen großblättriger gelber Tee hergestellt wird.
- Anhua Hei Cha (安化黑茶): Dunkler Tee aus Anhua; ein lokaler Text über die Sorte nennt Taoyuan Daye als wertvollen Rohstoff für roten und dunklen Tee und setzt ihn mit dem dunklen Tee aus Anhua in Beziehung.
Zum Schluss:
Taoyuan Daye Cha ist ein seltener Fall, bei dem der Name des Tees mit dem Namen der Sorte zusammenfällt. Ein einziger wildwachsender Strauch, gefunden 1969, wurde zu einer Provinzsorte mit großem weichem Blatt und dicken behaarten Trieben, reich an Extrakstoffen, und dann zu einem Zeichen, unter dem der Kreis Knospentee, Maojian und Blatt-Grüntee herstellt. Beschreibungen des Aussehens der einzelnen Linien sind bisher rar, dafür ist die Geschichte der Sorte vom Fund bis zur Bestätigung nachgezeichnet.