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Huángshān báichá

Huángshān báichá · 黄山白茶

Huangshan Baicha (Huángshān báichá, 黄山白茶) ist ein grüner Tee aus einer weißblättrigen Sorte des Kreises Shexian (歙县) der bezirksfreien Stadt Huangshan, Provinz Anhui. Der zweite Name des Produkts mit geografischer Angabe lautet Huizhou Baicha (徽州白茶). „Weiß“ bezieht sich hier auf die Farbe des Frühlingsblatts, nicht auf die Teeklasse: Nach dem Provinzstandard wird der Tee durch Fixierung bei 200–220 °C, Formgebung und Trocknung hergestellt, also wie ein grüner Tee. Das Rohmaterial ist eine albinotische Form der lokalen Population des Huangshan-Teestrauchs; solche Sträucher wurden laut einer Veröffentlichung des Provinzportals „Zhong’an Zaixian“ Anfang der 1990er Jahre in Berggärten des Kreises entdeckt. Der Standard verlangt mindestens 7 % freie Aminosäuren. Der Name steht seit 2015 unter Schutz.

1. Klassifikation und Herkunft

  • Typ: Grüner Tee (绿茶, lǜchá). Der Standard DB34/T 1757-2017 legt die Technologie „Ausbreiten — Fixieren — Formen — Trocknen“ fest; die Fixierung (杀青) stoppt die Oxidation, und der Tee gehört zur Klasse der grünen Tees.
  • Namensfalle: „Baicha“ (白茶, báichá) im Namen bezeichnet nicht die weiße Teeklasse, sondern die Blattfarbe. Weißer Tee im klassischen Sinn wird ohne Fixierung hergestellt; hier ist sie vorhanden. Ebenso verhält es sich bei Anji Baicha.
  • Kategorie: Tee aus einer hellblättrigen (albinotischen) Sorte; Produkt mit geografischer Angabe (2015).
  • Herkunft: China, Provinz Anhui (安徽, Ānhuī), bezirksfreie Stadt Huangshan (黄山, Huángshān), Kreis Shexian (歙县, Shèxiàn).
  • Schutzgebiet: Das heutige Verwaltungsgebiet des Kreises Shexian — innerhalb der Grenzen, die durch die Bekanntmachung Nr. 162 der Hauptverwaltung für Qualitätsaufsicht, Inspektion und Quarantäne (AQSIQ) aus dem Jahr 2015 bestätigt wurden. Die Karte des Gebiets befindet sich im Anhang zum Standard.
  • Geografische Koordinaten: In den gefundenen Quellen gibt es keinen genauen Rahmen.

2. Geschichte und kulturelle Bedeutung

  • Geschichte:
    • Anfang der 1990er Jahre — Entdeckung. Laut einer Veröffentlichung des Portals „Zhong’an Zaixian“ (中安在线, Dezember 2022) fanden Teebauern der Gemeinde Huangtian (璜田乡) im Kreis Shexian nacheinander in Berggärten zwischen Liulian und Wugongling (蜈蚣岭), auf etwa 600 m Höhe, natürliche (原生状, yuánshēngzhuàng) Sträucher mit weißem Blatt. Tee daraus wies laut derselben Veröffentlichung über 8 % Aminosäuren auf. Das Zentrum der Produktion ist das Dorf Wugongling in der Gemeinde Huangtian.
    • 2012. Erster Provinzstandard — DB34/T 1757-2012 „Huangshan Baicha“.
    • 2015. Die AQSIQ nahm Huangshan Baicha (Huizhou Baicha) durch Bekanntmachung Nr. 162 als Produkt mit geografischer Angabe unter Schutz; das Verzeichnis datiert die Genehmigung auf Oktober 2015.
    • 2017. Die neue Fassung des Standards, DB34/T 1757-2017, wurde am 30. Juni veröffentlicht und gilt seit dem 30. Juli 2017. Sie gab dem Standard den Namen eines Produkts mit geografischer Angabe, ergänzte das Schutzgebiet, benannte die Sorten um — „besondere erste (höchste Marke)“ wurde zu „besondere erste“, „erste“ zu „besondere dritte“ — und strich die Anforderungen an flachen Tee und an Bruch.
    • Gegenwart. Die Regierung von Huangshan führt diesen Tee im Verzeichnis der geschützten Produkte mit geografischer Angabe.
  • Name: „Huangshan“ (黄山) ist der Name der bezirksfreien Stadt und der berühmten Berge; „Huizhou“ (徽州) ist der historische Name der Region, zu der Shexian gehörte; „Baicha“ (白茶) bedeutet „weißer Tee“, nach der Blattfarbe.
  • Kulturelle Bedeutung: Shexian gehörte zur alten Region Huizhou, daher der zweite Name des Tees. Am Standard wirkten lokale Teeunternehmen, eine Genossenschaft und Kreisbehörden mit, darunter die Teefabrik Wugongling, also jener Ort, an dem die weißblättrigen Sträucher gefunden wurden.

3. Botanische Beschreibung und Rohmaterial

  • Sorte: Albinotische Variation der Huangshan-Population (白化变异的黄山群体种, báihuà biànyì de Huángshān qúntǐzhǒng) — so wird die Sorte im Standard definiert.
  • Vermehrung und Pflanzung: Nur vegetativ (无性繁殖). Gepflanzt wird von September bis November oder von Februar bis März, nicht dichter als 60.000 Sträucher pro Hektar. Grunddüngung — nicht weniger als 22,5 t pro Hektar, Nachdüngung — nicht weniger als 1,5 t pro Hektar und Jahr.
  • Erscheinungsbild des Rohmaterials: Nach Nachschlagewerken ist die Knospe „weiß wie Jade“, das Blatt „dünn wie Papier“, die Blattadern milchig weiß.
  • Ernte: Ab Mitte bis Ende März.
  • Erntestandard: Junge Triebe von einer Knospe mit nur einem sich öffnenden Blatt bis zu einer Knospe mit zwei oder drei geöffneten Blättern.

4. Terroir und Anbaubesonderheiten

  • Region: Kreis Shexian im Süden Anhuis, in der alten Region Huizhou.
  • Anbauhöhe: Der Standard empfiehlt Gärten ab 300 m Höhe; die Sträucher, mit denen alles begann, wuchsen auf etwa 600 m.
  • Böden: Roterden und Gelberden mit einem pH-Wert von 4,5–6,5 und einem organischen Anteil von mindestens 1,0 %.
  • Klima: In den gefundenen Quellen gibt es keine Angaben.
  • Besonderheit der Sorte: Die weiße Blattfarbe führt der Standard auf die Sorte zurück — eine albinotische Variation der Huangshan-Population; die Vermehrung erfolgt ausschließlich vegetativ.

5. Herstellungstechnologie

Die Technologie wird in Anhang B des Standards festgelegt — dies ist eine Beschreibung speziell für Huangshan Baicha, nicht ein allgemeines Schema der Teeklasse.

  1. Ausbreiten (摊青, tānqīng): Das frische Blatt wird in einer Schicht von etwa 1 kg pro Quadratmeter ausgebreitet, bis der grasige Geruch verschwindet und ein leichter Teeduft entsteht.
  2. Fixierung (杀青, shāqīng): Bei 200–220 °C, bis das Blatt dunkel wird.
  3. Formgebung (做形, zuòxíng): Der Anteil geformter Blätter beträgt nicht weniger als 60 %; das Blatt soll leicht brechen.
  4. Trocknung (干燥, gānzào) in drei Schritten:
    • erste Vortrocknung (初烘, chūhōng) — 110–120 °C, Schicht 2–3 cm, 15–20 Minuten;
    • zweite Vortrocknung (复烘, fùhōng) — 100–110 °C, Schicht 1–2 cm, etwa 15 Minuten;
    • „Aromaheben“ (提香, tíxiāng) — 80–100 °C, bis sich das Blatt zwischen den Fingern zu Pulver reiben lässt.

Lebensmittelzusatzstoffe verbietet der Standard.

6. Organoleptische Eigenschaften

Der Standard teilt den Tee in drei Sorten — besondere erste, zweite und dritte. Unten — die besondere erste.

  • Erscheinungsbild des trockenen Blatts: Knospe mit Blättern in Form einer geöffneten aufrechten „Blüte“, Triebe groß und fleischig, Farbe zartgelb mit smaragdgrünem Schimmer und weißlichem Glanz, frisch, gleichmäßig (朵形舒直,芽叶肥壮,色嫩黄透翠泛白、鲜活,匀齐).
  • Aroma des trockenen Blatts: Wird vom Standard nicht beschrieben; in den gefundenen Quellen gibt es keine Angaben.
  • Aroma des Aufgusses: Zart, rein und lang anhaltend (嫩清香持久).
  • Geschmack: Frisch und belebend, mit süßem Nachhall (鲜爽回甘).
  • Farbe des Aufgusses: Hellgrün, klar (浅绿清亮).
  • Teegrund (aufgebrühtes Blatt): Jadeartig weiß, frisch und leuchtend; Knospen mit Blättern öffnen sich wie „Blüten“, zart und gleichmäßig (玉白鲜亮,芽叶成朵、嫩匀).

Bei der zweiten Sorte ist das Aroma rein und hoch, der Geschmack frisch und weich, der Aufguss hell gelbgrün; bei der dritten sind die Triebe dünner, der Geschmack voller, der Aufguss gelbgrün. Die Nachschlagewerke ergänzen, dass das Blatt im Glas einer Phönixfeder ähnelt und das Aroma orchideenartig ist.

7. Chemische Zusammensetzung

Der Standard legt folgende Grenzen fest — dies sind Normen, keine Messwerte einer konkreten Partie:

KennwertNorm
Feuchtigkeitnicht mehr als 6,5 %
Gesamtaschenicht mehr als 6,5 %
Wasserlösliche Extraktstoffenicht weniger als 35 %
Freie Aminosäuren (berechnet als Glutaminsäure)nicht weniger als 7,0 %

Polyphenole und Koffein normiert der Standard nicht, Messwerte gibt es in den gefundenen Quellen nicht.

8. Aufbrühen

Übliche Praxis der Klasse für zarte grüne Tees.

  • Wassertemperatur: 75–80 °C — der hellblättrige Tee enthält viele Aminosäuren, und heißes Wasser dämpft ihre Frische.
  • Teemenge: 3 g auf 150 ml.
  • Gefäß: Glasgefäß — darin sieht man, wie sich das Blatt wie eine „Blüte“ entfaltet.
  • Ablauf:
    1. Das Glas vorwärmen.
    2. Tee hineingeben und Wasser an der Wand entlang eingießen.
    3. Erster Aufguss — nach 40–60 Sekunden.
    4. Trinken, dabei einen Teil des Aufgusses zurücklassen.
    5. Wasser nachgießen.
    6. Zwei bis drei weitere Aufgüsse.

9. Lagerung

Übliche Praxis der Klasse: luftdicht verpackt, im Kühlschrank bei 0–5 °C, ohne Licht, Feuchtigkeit und Fremdgerüche; am besten innerhalb eines Jahres trinken. Der Standard verlangt ein sauberes, trockenes Lager ohne fremde Gerüche, Lagerung mit Abstand zu Boden und Wänden und verbietet im Lager synthetische Mittel gegen Insekten, Nagetiere und Schimmel. Die Haltbarkeit bestimmt der Hersteller.

10. Preis und Fälschungen

Angaben zu Preisen gibt es in den gefundenen Quellen nicht.

  • So vermeidet man Fälschungen:
    • Auf das spezielle Zeichen für Produkte mit geografischer Angabe achten: Laut Standard darf es nur nach Genehmigung auf die Verpackung.
    • Prüfen, ob der Hersteller aus dem Kreis Shexian stammt.
    • Die Sorte abgleichen: Dieser Tee hat nur drei Sorten, und alle sind „besondere“ (特级一等, 特级二等, 特级三等).
    • Das Blatt ist zartgelb mit smaragdgrünem Schimmer, nach dem Aufguss jadeartig weiß; der Aufguss ist hellgrün.
    • Nicht mit weißem Tee im klassischen Sinn verwechseln: Huangshan Baicha wird fixiert.

11. Interessante Fakten

  • Im Standard gibt es keine „erste“ oder „zweite“ Sorte: Alle drei sind „besondere“.
  • Die Trocknung endet, wenn sich das Blatt zwischen den Fingern zu Pulver reiben lässt.
  • Der Standard von 2017 strich die Anforderungen an flachen Tee: Das heutige Erscheinungsbild ist eine geöffnete „Blüte“.

12. Vergleich mit anderen Tees

  • Anji Baicha (安吉白茶): Grüner Tee aus Zhejiang aus der weißblättrigen Sorte 白叶一号; dieselbe Namensfalle.
  • Huangshan Maofeng (黄山毛峰): Grüner Tee aus derselben bezirksfreien Stadt, aus gewöhnlichem, nicht weißblättrigem Rohmaterial.
  • Songluo Cha (松萝茶): Grüner Tee aus dem Kreis Xiuning, ebenfalls aus der alten Region Huizhou.
  • Baihao Yinzhen (白毫银针): Echter weißer Tee aus Fujian, ohne Fixierung — als Kontrast.

Zum Abschluss:

Huangshan Baicha ist ein grüner Tee, der wegen der Blattfarbe weiß genannt wird. Seine Grundlage sind weißblättrige Sträucher, die Teebauern in Shexian Anfang der 1990er Jahre entdeckten und die nur vegetativ vermehrt werden. Der Standard beschreibt ihn ausführlich: Fixierung bei 200–220 °C, drei Trocknungsstufen, ein „Blüten“-Blatt von zartgelber Farbe, ein hellgrüner Aufguss, ein jadeartig weißer Teegrund und nicht weniger als 7 % Aminosäuren.

Quellen

Vollständige Liste — auf der Seite „Quellen“