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Fùlì chá

Fùlì chá · 复立茶

Fuli Cha (Fùlì chá, 复立茶) — ein grüner Tee aus dem Dorf Xiaohe im Kreis Weiyuan (威远县) der bezirksfreien Stadt Neijiang in der Provinz Sichuan. Der Name stammt von der alten Ortsbezeichnung: Das heutige Dorf Xiaohe war früher der Handelsort Fuli (复立场). Die höchste Qualitätsstufe wird flach verarbeitet, die niedrigeren gerollt; die Dokumente beschreiben ein kastanienartiges Aroma und einen weichen Geschmack. Der Name ist seit 2010 als geografische Angabe geschützt.

1. Klassifikation und Herkunft

  • Typ: Grüner Tee (绿茶, lǜchá). Die Spezifikation beschreibt die grüne Verarbeitung — Fixierung, Rollen, Trocknen — ohne Oxidation.
  • Kategorie: Sichuaner „berühmter“ grüner Tee (名优茶, míngyōuchá): flach in der höchsten Stufe, gerollt in den übrigen; Produkt mit geografischer Angabe.
  • Herkunft: China, Provinz Sichuan (四川, Sìchuān), bezirksfreie Stadt Neijiang (内江, Nèijiāng), Kreis Weiyuan (威远, Wēiyuǎn), Dorf Xiaohe (小河镇, Xiǎohé zhèn).
  • Schutzgebiet: 15 Dörfer des Dorfes Xiaohe — Putao, Tiechang, Sanhe, Yumai, Qinglan, Xingu, Nianzi, Xintong, Dayan, Xiaohe, Kaiyuan, Pingle, Sanyang, Paifang und Minzhi — sowie 11 Teefarmen (茶场). Die Schutzfläche beträgt laut Spezifikation von 2010 2254 ha, das Produktionsvolumen 5000 t.
  • Geografische Koordinaten: 29°34′05,8″–29°40′50,3″ n. Br. und 104°17′09,9″–104°22′27,9″ ö. L.

2. Geschichte und kulturelle Bedeutung

  • Geschichte:
    • 583 und 591. Laut Spezifikation wurde hier in der Sui-Dynastie 583 der Militärposten Weiyuan (威远戍) eingerichtet, 591 der Kreis Weiyuan.
    • Überlieferungen. Die Spezifikation gibt als Überlieferung wieder, dass im Jahr 1242 der songzeitliche Statthalter von Sichuan, Yu Jie (余玠), befahl, auf dem Berg Fuli Tee zu sammeln und daraus einen kräftigen Sud zu kochen. Eine dokumentarische Grundlage für diese und andere Überlieferungen der Spezifikation findet sich in den vorliegenden Texten nicht.
    • Inschrift von Zhao Xi. Demselben Text zufolge hinterließ der Literat der späten Qing- und frühen Republikzeit Zhao Xi (赵熙) auf der Durchreise durch den Ort Fuli die Inschrift „复立茶树“ — „Teebäume von Fuli“.
    • 2000. Laut Spezifikation — Goldmedaille der internationalen Teeausstellung in Chengdu; dort heißt es außerdem, der Tee sei „in die Reihe der dreizehn berühmten Tees des Landes aufgenommen“, ohne dass angegeben wird, wer diese Liste zusammengestellt hat.
    • 2010. Am 15. November registrierte das Landwirtschaftsministerium der VR China mit der Bekanntmachung Nr. 1478 Fuli Cha als landwirtschaftliches Produkt mit geografischer Angabe (农产品地理标志).
    • 2025. Die Staatliche Behörde für geistiges Eigentum erkannte Fuli Cha mit Bekanntmachung Nr. 646 (vom 23. September) als Produkt mit geografischer Angabe an — unter 870 Bezeichnungen. Antragsteller ist die örtliche Teebauer-Genossenschaft (威远复立茶叶种植农民专业合作社).
  • Name: „Fuli“ (复立) ist der alte Name des Ortes: eines Handelsortes, der zum Dorf Xiaohe wurde, und eines Berges, den die Überlieferung Berg Fuli nennt.
  • Kulturelle Bedeutung: Laut Spezifikation wird dieser Tee geehrten Gästen gereicht und verschenkt; der Kreis hat die Teebranche in das Entwicklungsprogramm des 11. Fünfjahresplans aufgenommen und veranstaltet ein Teeerntefest sowie Meisterwettbewerbe.

3. Botanische Beschreibung und Rohmaterial

  • Sorten / Kultivare: Fuding Dabai (福鼎大白, Fúdǐng dàbái), Mingshan 131 (名山131, Míngshān 131) und Fuxuan Nr. 9 (福选9号, Fúxuǎn 9 hào) „sowie weitere“ Sorten.
  • Rohmaterial: Nach den Anforderungen von 2025 — frühjährliche einzelne Knospen (独芽, dúyá) aus Hochgebirgsgärten. Die Stufentabelle von 2010 beschreibt das Rohmaterial anders: erste Stufe — Knospe mit einem Blatt, zweite — Knospe mit zwei Blättern, dritte — Knospe mit zwei gerade geöffneten Blättern, vierte — Knospe mit drei geöffneten Blättern. Wie sich das mit „einzelnen Knospen“ vereinbaren lässt, erklären die Dokumente nicht.
  • Erntebeginn: Wenn pro Quadratmeter Buschoberfläche 10–15 standardgemäße Knospen vorhanden sind. Geerntet wird an klaren Morgen in Bambusgefäße.
  • Erntezeit: „Früher Frühling“; genaue Zeiträume finden sich in den vorliegenden Quellen nicht.

4. Terroir und Anbaubesonderheiten

  • Region: Südlicher zentraler Teil des Sichuan-Beckens. Zentrum eines kuppelförmigen Gebirgsmassivs (穹窿山形地貌): Berge, Schluchten, dichte Wälder.
  • Böden: Gelberden (黄壤), kalte sandig-gelbe Tone (冷沙黄泥) und graubraune Lehme (灰棕泥); leichte und mittlere Lehme, schwach sauer, mit tiefer lockerer Ackerschicht und großem Vorrat an organischer Substanz.
  • Wasser: Durch die Gärten fließt der Fluss Yuexi (越溪河, Yuèxī hé); die Gärten liegen im Oberlauf, in einem Gebiet ohne industrielle Verschmutzung; der pH-Wert des Fluss- und Grundwassers beträgt 5,5–7,5.
  • Klima: Subtropisches Monsunklima: Jahresmitteltemperatur 17,9 °C, 1192 Sonnenstunden im Jahr, über 1000 mm Niederschlag, frostfreie Zeit über 330 Tage, große tägliche Temperaturunterschiede.
  • Höhe: Die Dokumente sprechen von „Hochgebirgsgärten“; Zahlenangaben finden sich in den vorliegenden Quellen nicht.

5. Herstellungstechnologie

Die Technologie wird ausführlich in der Spezifikation von 2010 beschrieben; das Rohmaterial wird vor der Verarbeitung nach Stufen sortiert.

Höchste Stufe — flacher Tee:

  1. Erste Röstung (青锅, qīngguō): Kessel bei 180–200 °C; zu den manuellen Verfahren zählen Schütteln, Auflegen, Andrücken, Verreiben, Wegwerfen, Fassen und Geraderichten (抖、搭、捺、拓、甩、扣、挺). Drei Phasen: 3–4 Minuten Schütteln, 2–3 Minuten Schütteln mit Verreiben, danach Andrücken mit Verreiben, bis das Blatt bei 20–25 % Feuchte flach wird.
  2. Lagerung: 40–60 Minuten; danach wird das Blatt in drei Fraktionen gesiebt.
  3. Zweite Röstung (辉锅, huīguō): Jede Fraktion getrennt: Kessel bei 60–80 °C, bei hervortretendem Flaum — 80–90 °C, wenn der Flaum abzufallen beginnt und das Blatt sich verdichtet — 50–60 °C.

Übrige Stufen — gerollter Tee:

  1. Ausbreiten (摊青, tānqīng).
  2. Fixierung (杀青, shāqīng): Kessel bei 200–220 °C, 200–250 g Blatt, das Blatt wird rasch auf 80 °C erhitzt; geröstet wird unter Schütteln, bis das Blatt dunkler wird und der Blattstiel sich ohne Bruch biegen lässt.
  3. Rollen (揉捻, róuniǎn): „Leicht — stark — leicht“, insgesamt 1–2 Minuten.
  4. Vortrocknen (烘青, hōngqīng): 90–110 °C, Schicht von etwa 1 cm.
  5. Formgebung und Hervorbringen des Flaums (整形提毫, zhěngxíng tíháo): Kessel bei etwa 100 °C, Ausrichten der Rollung — bei etwa 70 °C.
  6. Fertigtrocknen (烘干, hōnggān): „Hoch — niedrig — hoch“, bis zu einer Feuchte von 5–6 %.

6. Organoleptische Eigenschaften

Die Dokumente von 2010 und 2025 beschreiben den Tee unterschiedlich; beide werden wiedergegeben.

  • Erscheinungsbild des trockenen Blattes: Flach, gerade, gleichmäßig (扁直匀齐), grün mit öligem Glanz (绿润). Erste Stufe — zartgelb mit Glanz, jede Knospe mit Flaum (嫩黄油润、全芽有毫).
  • Aroma des trockenen Blattes: Keine gesonderte Beschreibung in den vorliegenden Quellen.
  • Aroma des Aufgusses: Kastanienartig, kräftig und anhaltend (栗香浓郁持久); die Dokumente präzisieren nicht, ob trockenes Blatt oder Aufguss.
  • Geschmack: Weich und voll (醇厚) — 2010; frisch, weich, leicht süßlich (鲜醇味甘) — 2025. Der Tee verträgt viele Aufgüsse (耐冲泡).
  • Farbe des Aufgusses: Zartgrün, klar (嫩绿亮) — 2010; hellgrün, durchsichtig (淡绿清流) — 2025. Die Stufentabelle gibt bei den beiden oberen Stufen einen gelbgrünen klaren Aufguss an.
  • Teegrund (aufgegossenes Blatt): Zartgrün, klar (嫩绿明亮) — in beiden Dokumenten.

7. Chemische Zusammensetzung

Angaben der Spezifikation von 2010, wiederholt in den Anforderungen von 2025:

KennwertAnforderung
Teepolyphenolemindestens 13,5 %
Lösliche Zuckermindestens 1,0 %
Koffeinmindestens 0,1 g pro 100 g

Darüber hinaus sprechen die Dokumente von einem „mäßigen“ Gehalt an Selen und einem „Reichtum“ an Aminosäuren, ohne Zahlenangaben. Die Einheit für Koffein ist so wiedergegeben, wie in den Dokumenten.

8. Wohltuende Eigenschaften

Geprüfte Daten zur Wirkung gerade dieses Tees liegen nicht vor. Heilversprechen aus Nachschlagewerken werden hier nicht wiederholt: Die genannten Texte führen keine Untersuchungen an.

9. Aufguss

Übliche Praxis für grünen Tee.

  • Wassertemperatur: 80–85 °C.
  • Teemenge: 3 g auf 150 ml.
  • Gefäß: Glasbecher oder weiße Gaiwan.
  • Ablauf:
    1. Gefäß vorwärmen.
    2. Tee einfüllen und Wasser an der Wandung entlang zugießen.
    3. Erster Aufguss — nach 40–60 Sekunden.
    4. Trinken, dabei einen Teil des Aufgusses zurücklassen, und Wasser nachgießen.
    5. Zwei bis drei weitere Aufgüsse.

10. Lagerung

Übliche Praxis. In luftdichter Verpackung, im Kühlschrank bei 0–5 °C, ohne Licht, Feuchtigkeit und Fremdgerüche; am besten innerhalb eines Jahres trinken.

11. Preis und Fälschungen

Preisangaben finden sich in den vorliegenden Quellen nicht.

  • Wie Fälschungen vermeiden:
    • Auf das Zeichen der geografischen Angabe achten: Es darf nur von einem Hersteller aus dem Schutzgebiet mit Genehmigung verwendet werden, die von der Staatlichen Behörde für geistiges Eigentum bestätigt wird.
    • Prüfen, dass der Tee im Dorf Xiaohe im Kreis Weiyuan hergestellt wurde.
    • Auf das Etikett achten: Die Spezifikation verlangt die Angabe der Stufe.
    • Gerolltes Blatt ist keine Fälschung, sondern eine niedrigere Stufe desselben Tees.

12. Interessante Fakten

  • Das Schutzgebiet erstreckt sich über ein einziges Dorf: 15 Dörfer und 11 Teefarmen.
  • Der Name stammt von einer Bezeichnung, die auf der Karte nicht mehr existiert: Der Ort Fuli wurde zum Dorf Xiaohe.
  • Nur die höchste Stufe wird flach verarbeitet; für die drei übrigen beschreibt die Spezifikation eine andere, rollende Technologie.

13. Vergleich mit anderen Tees

  • Xihu Longjing (西湖龙井): Flacher Tee aus Hangzhou; die Phasen der ersten und zweiten Röstung in der Spezifikation von Fuli Cha werden mit denselben Wörtern benannt — 青锅 und 辉锅.
  • Zhuyeqing (竹叶青): Flacher gerösteter grüner Tee vom Berg Emei in derselben Provinz.
  • Rongxian Lücha (荣县绿茶): Grüner Tee aus dem benachbarten Kreis Rongxian im Bezirk Zigong, an den das Schutzgebiet von Fuli Cha im Süden grenzt.

Zum Abschluss:

Fuli Cha ist ein grüner Tee aus einem einzigen Dorf im südlichen zentralen Sichuan. Die Dokumente über ihn sind ungewöhnlich detailliert — bis hin zur Kesseltemperatur in jeder Phase. Die flache höchste Stufe mit kastanienartigem Aroma und die gerollten niedrigeren Stufen sind ein und derselbe Tee, und den Namen gab ihm der von der Karte verschwundene Ort Fuli.

Quellen

Vollständige Liste — auf der Seite „Quellen“