Magu Cha (Mágū chá, 麻姑茶) — ein grüner Tee vom Berg Magu (麻姑山) im Kreis Nancheng (南城县) des Stadtbezirks Fuzhou im Osten der Provinz Jiangxi. Der Berg trägt den Namen der Unsterblichen Magu, und die Überlieferung verbindet mit ihr auch den Tee selbst. Seit 2016 ist Magu Cha ein landwirtschaftliches Produkt mit geografischer Angabe, seit 2025 ein Produkt mit geografischer Angabe. Das Reglement von 2016 beschreibt eine handwerkliche Verarbeitung mit Trocknung im Schatten, die Anforderungen von 2025 ein kurzes Verfahren mit Trocknung in Wärme.
1. Klassifikation und Herkunft
- Typ: Grüner Tee (绿茶, lǜchá), nicht fermentiert; so nennt ihn das Reglement von 2016 ausdrücklich.
- Kategorie: Grüner Bergtee aus dem Osten von Jiangxi; landwirtschaftliche geografische Angabe (2016), Produkt mit geografischer Angabe (2025) und zertifizierte Warenzeichenmarke «南城麻姑茶».
- Herkunft: China, Provinz Jiangxi (江西, Jiāngxī), Stadtbezirk Fuzhou (抚州, Fǔzhōu), Kreis Nancheng (南城, Nánchéng), Berg Magu.
- Schutzgebiet: Nach beiden Schutzdokumenten — die Großgemeinden Jianchang (建昌镇), Zhuliang (株良镇) und Hongmen (洪门镇), die Gemeinden Tianjingyuan (天井源乡) und Xunxi (浔溪乡). Die Fläche laut Registrierung von 2016 beträgt 866,67 ha, das jährliche Volumen 306 t.
- Geografische Koordinaten: 116°24′42″–116°57′24″ ö. L. und 27°18′51″–27°47′49″ n. Br.
2. Geschichte und kulturelle Bedeutung
- Überlieferung. Der Legende nach lebte in der Zeit der Östlichen Han auf dem Berg die Unsterbliche Magu: Im Frühling pflückte sie zarte Triebe, brühte sie mit Wasser der Quelle Shengongquan (神功泉) auf und bewirtete damit Gäste.
- Geschichte:
- Tang. Das Nachschlagewerk führt die «Chronik des Kreises Nancheng» (《南城县志》) an: Die Produktion von Magu Cha blühte in der Tang-Zeit auf.
- Ming. Nacherzählungen aus Nachschlagewerken zufolge nannte Xu Guangqi im «Vollständigen Traktat über den Ackerbau» (《农政全书》) den Nancheng-Tee Magu «den höchsten der Tees» (为茶之极品), und Li Dongyang, Xiao Xian und Li Shishi priesen ihn in Gedichten. Die Zitate wurden nicht mit den Originalquellen abgeglichen.
- Qing. Laut Nachschlagewerk ging der Tee zu Beginn der Dynastie in die Gaben an den Hof ein. Ebendort heißt es unter Verweis auf die Zeitschrift «Shipin keji» (《食品科技》, 1982), dass nach der Geburt des späteren Tongzhi-Kaisers im Jahr 1856 in die monatliche Zuteilung seiner Mutter, der späteren Kaiserinwitwe Cixi, vierzehn Liang Magu Cha aufgenommen wurden.
- 1985. Dem Nachschlagewerk zufolge erhielt der Tee die Auszeichnung als provinzieller «qualitativ hochwertiger traditioneller berühmter Tee» und ging auch nach Hongkong und Südostasien.
- 2016. Registrierung als landwirtschaftliches Produkt mit geografischer Angabe (Zeugnis AGI01815); Inhaber — das Kreiszentrum für die Verbreitung von Landtechnik.
- 2022. Laut dem Portal für geistiges Eigentum des Handelsministeriums erhielt die Kreisvereinigung lokaler Produkte das Zeugnis für die Zertifizierungsmarke «南城麻姑茶».
- 2025. Durch die Bekanntmachung Nr. 640 des Staatlichen Amtes für geistiges Eigentum (CNIPA) vom 16. Juli 2025 wurde der Tee als Produkt mit geografischer Angabe in der allgemeinen Liste von 1409 Produkten anerkannt; Antragsteller — das Forschungszentrum für Agrarwissenschaft und -technik des Kreises Nancheng.
- Name: 麻姑 (Mágū) — der Name der Unsterblichen, nach der der Berg benannt ist.
- Kulturelle Bedeutung: Der Berg Magu ist eine daoistische heilige Stätte: Nach den «Aufzeichnungen über berühmte Berge» (《名山志》) in der Nacherzählung des Nachschlagewerks besitzt nur er sowohl einen «Höhlenhimmel» als auch ein «gesegnetes Land». An den Hängen liegen die Grotte Danxia (丹霞洞天) und das Kloster Xunzhensi (寻真寺).
3. Botanische Beschreibung und Rohmaterial
- Sorte / Kultivar: Es gibt keine registrierte Sorte. Das Reglement von 2016 schreibt vor, Mutterpflanzen aus lokalen, natürlich wachsenden Sträuchern des Berges Magu zu nehmen und durch Stecklinge zu vermehren; die Anforderungen von 2025 nennen als Rohmaterial die «Sorte Magu» (麻姑茶品种) und verlangen ebenfalls Stecklingsvermehrung. Laut Nachschlagewerk ist die lokale Population ein mittelblättriger Strauch mit stark behaarten Trieben; hundert Triebe «Knospe mit drei Blättern» wiegen 36,1 g.
- Ernte: Nach dem Reglement von 2016 — ab dem Qingming-Fest; nach den Anforderungen von 2025 — von Ende März bis Ende Mai, von der einzelnen Knospe bis zu Trieben mit vier Blättern. Laut Nachschlagewerk beträgt der Ertrag mehr als 100 kg Tee pro mu.
- Erntestandard: Für den besten Tee — nur «Knospe mit Blatt» (一旗一枪, yī qí yī qiāng), Trieblänge 2–3 cm; das Blatt wird in belüfteten Bambuskörben sofort zur Verarbeitung gebracht.
4. Terroir und Anbaubesonderheiten
- Region: Der Berg Magu liegt 10 km südwestlich des Kreiszentrums, ein Ausläufer des Wuyi-Gebirges.
- Klima und Höhen: Mittelsubtropisches Monsunklima, feucht, mit häufigem Nebel. Nach dem Reglement von 2016 — Höhe 600–1176 m, Niederschlag 1700 mm, Sonnenstunden 2000–2230 pro Jahr, Durchschnittstemperatur etwa 15 °C, Tagesdifferenz etwa 10 °C. Das Nachschlagewerk gibt Gärten auf 500–1000 m und 2300 mm Niederschlag an, die Anforderungen von 2025 eine Höhe von 600–1000 m. Die Angaben weichen voneinander ab.
- Böden: Nach dem Reglement von 2016 — Roterden, gelbbraune und sandige Böden, pH 4,0–6,5; nach den Anforderungen von 2025 — gelbbraune, tiefe und fruchtbare Böden, pH 4,8–6,5.
- Gartenpflege: Düngemittel überwiegend organisch, Nitratstickstoff ist verboten; eine Lichtfalle pro 50 mu.
5. Produktionstechnologie
Nach dem Reglement der landwirtschaftlichen GI von 2016:
- Abkühlen (凉青, liángqīng): In einer Schicht von 2–3 cm auf geflochtenen Tabletts, 6–12 Stunden.
- Fixierung (杀青, shāqīng): In einem breiten Eisenkessel bei 150–200 °C, etwa 2 kg Blatt pro Ladung, nach der Regel «hohe Temperatur, wenig Blatt». Fertig, wenn das Blatt weich ist, ohne Glanz und grasigen Geruch.
- Rollen (揉捻, róuniǎn): Die Triebe sind eher grob, mit dickem Stiel, daher werden sie heiß gerollt, bei schwachem Feuer, zu einem Ballen oder Strang.
- Trocknung (干燥, gānzào): Auf Bambusmatten im Schatten, ohne direkte Sonne, bis zu einem Feuchtegehalt von 3–5 %. Bei Regen — langsame Trocknung bei niedriger Temperatur.
- Auslesen und Sieben (精挑, 筛分, jīngtiāo, shāifēn): Von Hand werden verbrannte Blätter und Klumpen entfernt, Siebe teilen den Tee in Sorten.
Die Anforderungen von 2025 geben ein anderes Schema: Fixierung → Rollen → Rösten (炒青, chǎoqīng) → Trocknen in Wärme (烘干, hōnggān). Wie sich die beiden Schemata zueinander verhalten, erklären die Dokumente nicht.
6. Organoleptische Eigenschaften
Die Beschreibungen stammen aus dem Reglement von 2016 («laut Registrierung»), den Anforderungen von 2025 und dem Nachschlagewerk.
- Erscheinungsbild des trockenen Blattes: Laut Registrierung — pralle Knospe mit Blatt von jadeitgrüner Farbe (色如翡翠), in dichten Rollungen. Nach den Anforderungen von 2025 — gerade, kräftige, gleichmäßige Stränge mit sichtbarer Knospe. Laut Nachschlagewerk — dichte Rollungen mit Flaum, silbergrau mit saftigem Grün (银灰翠润).
- Aroma des trockenen Blattes: Keine gesonderte Beschreibung in den gefundenen Quellen.
- Aroma des Aufgusses: Hoch und anhaltend (香气高扬且持久).
- Geschmack: Laut Registrierung — leicht und frisch, mit süßem Nachgeschmack (滋味清淡鲜爽,回味甘而生津); laut Nachschlagewerk — dicht, süßlich-belebend (醇厚甘爽). Die Quellen weichen voneinander ab.
- Farbe des Aufgusses: Frisches Grün, klar (鲜绿透亮).
- Teegrund (aufgegossenes Blatt): Gleichmäßig, zartgrün, leuchtend (匀整、嫩绿明亮); nach den Anforderungen von 2025 ist jeder Trieb erkennbar (芽叶朵朵可辨).
Der Tee verträgt laut Reglement von 2016 viele Aufgüsse (耐泡).
7. Chemische Zusammensetzung
Das Reglement von 2016 legt Normen fest:
| Kennwert | Norm |
|---|---|
| Feuchte | nicht mehr als 7,0 % |
| Asche | nicht mehr als 7,0 % |
| Wasserlösliche Extraktstoffe | nicht weniger als 36,0 % |
| Rohfaser | nicht mehr als 14,0 % |
| Theanin (茶氨酸) | nicht weniger als 2,1 % |
Anforderungen von 2025: Gesamtasche nicht mehr als 6,5 %, Rohfaser nicht mehr als 10,5 %, Extraktstoffe nicht weniger als 36 %, Aminosäuren nicht weniger als 5,5 %.
Das Nachschlagewerk gibt für eine trockene Probe «Knospe mit zwei Blättern» 3,0 % Aminosäuren, 26,6 % Polyphenole, 12,8 % Catechine und 5,9 % Koffein an, ohne Methode; mit der Norm von 2025 zu Aminosäuren weicht dies ab.
8. Zubereitung
Praxis der Klasse für grünen Tee.
- Wassertemperatur: 80–85 °C.
- Teemenge: 3 g auf 150 ml.
- Gefäß: Glasbecher oder weißer Gaiwan.
- Ablauf:
- Das Gefäß vorwärmen.
- Den Tee einfüllen und Wasser an der Wandung entlang zugießen.
- Erster Aufguss — nach 40–60 Sekunden.
- Trinken, dabei einen Teil des Aufgusses zurücklassen.
- Wasser nachgießen.
- Zwei bis drei weitere Aufgüsse und mehr.
9. Lagerung
Praxis der Klasse. In fest verschlossener Dose, im Kühlschrank bei 0–5 °C, ohne Feuchtigkeit, Licht und Fremdgerüche. Am besten innerhalb eines Jahres trinken.
10. Preis und Fälschungen
Angaben zu Preisen gibt es in den gefundenen Quellen nicht. Laut Nachschlagewerk wird der fertige Tee in fünf Sorten unterteilt.
- So vermeiden Sie Fälschungen:
- Auf das Zeichen der geografischen Angabe oder die Zertifizierungsmarke «南城麻姑茶» achten (laut Katalog — Nr. 40782709).
- Prüfen, ob der Hersteller aus einer der fünf genannten Einheiten des Kreises Nancheng stammt.
11. Interessante Fakten
- Das Reglement von 2016 verbietet ausdrücklich, den Tee unter praller Sonne zu trocknen.
- Das Reglement von 2016 normiert Theanin, die Anforderungen von 2025 stattdessen Aminosäuren.
- Die lokale Bezeichnung für die Ernte «Knospe mit Blatt» lautet «Banner und Lanze» (一旗一枪).
12. Vergleich mit anderen Tees
- Zixi Bai Cha (资溪白茶): Grüner Tee aus einer weißblättrigen Sorte des Kreises Zixi im selben Stadtbezirk Fuzhou.
- Lichuan Baicha (黎川白茶): Tee des Kreises Lichuan im selben Stadtbezirk; seine Klasse ist dokumentarisch nicht festgelegt.
- Lushan Yun Wu (庐山云雾): Einer der bekanntesten grünen Bergtees von Jiangxi.
- Gougounao Cha (狗牯脑茶): Grüner Tee aus Jiangxi mit einer Goldmedaille von 1915.
Zum Schluss:
Magu Cha ist ein grüner Bergtee des Kreises Nancheng, benannt nach dem daoistischen Berg. Das Reglement von 2016 beschreibt eine handwerkliche Arbeit: Fixierung im Kessel bei 150–200 °C, heißes Rollen und Trocknung im Schatten. Das Erscheinungsbild — dichte Rollungen von jadeitgrüner Farbe und ein klarer grüner Aufguss; über den Geschmack streiten die Quellen. Der alte Ruhm des Tees stützt sich auf Nacherzählungen, die nicht mit den Originalquellen abgeglichen sind.
Quellen
Geografische Angabe
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