Taoyuan Yechawang (Táoyuán yěcháwáng, 桃源野茶王) — der „Taoyuaner König des wilden Tees“: ein knospenreiner grüner Tee aus dem Kreis Taoyuan (桃源县) der bezirksfreien Stadt Changde im Nordwesten der Provinz Hunan. Er wird ausschließlich aus Knospen der lokalen großblättrigen Sorte 桃源大叶 hergestellt, die ihren Ursprung im wilden großblättrigen Tee aus den Bergen der Gemeinde Taipingpu hat — daher das Wort „wild“ im Namen; von wilden Bäumen wird dieser Tee nicht gepflückt. Seit dem 31. Dezember 2005 ist Taoyuan Yechawang ein Produkt mit geografischer Angabe.
1. Klassifikation und Herkunft
- Typ: Grüner Tee (绿茶, lǜchá), knospenrein. Die Schutzbekanntmachung nennt keine Klasse ausdrücklich, aber sein Verarbeitungsschema — Fixierung, Formen der Knospen, Trocknung, ohne Oxidation — und der zartgrüne Aufguss weisen auf einen grünen Tee hin. Die Sorte selbst ist breiter als nur eine Klasse: Das Sortenverzeichnis nennt sie als Rohstoff sowohl für roten als auch für dunklen Tee.
- Kategorie: Knospenreiner grüner Tee; Produkt mit geografischer Angabe (2005). In der Kreislinie der Tees der Sorte 桃源大叶 — die Knospenlinie; zwei weitere sind Maojian und gewöhnlicher grüner Tee.
- Herkunft: China, Provinz Hunan (湖南, Húnán), bezirksfreie Stadt Changde (常德, Chángdé), Kreis Taoyuan (桃源县, Táoyuán xiàn).
- Schutzgebiet: Laut Schutzbekanntmachung — zehn Gemeinden und Großgemeinden des Kreises: Taohuayuan (桃花源镇), Shaping (沙坪镇), Luhuatan (芦花潭乡), Guniushan (牯牛山乡), Xiangxiqiao (乡溪桥乡), Cha’anpu (茶庵铺乡), Taipingpu (太平铺乡), Xi’anpu (西安铺乡), Fengping (封坪乡) und Lingjintan (凌津滩乡). Grundlage ist das Schreiben der Kreisregierung über die Grenzen des Gebiets (桃政函〔2004〕62号). Die Schreibweise 乡溪桥乡 folgt dem Abdruck der Bekanntmachung; im Gebiet des roten Tees des Kreises ist der Ort als 杨溪桥 verzeichnet, und dies könnte ein Druckfehler sein.
- Geografische Koordinaten: Kreis Taoyuan — etwa 28,9° n. Br. und 111,5° ö. L.
2. Geschichte und kulturelle Bedeutung
- Geschichte:
- 1969. Laut einer Veröffentlichung von „Neues Hunan“ aus dem Jahr 2018 stammt die Sorte vom wilden großblättrigen Tee aus den Bergen beim Dorf Lujiachong (陆家冲) der Gemeinde Taipingpu; 1969 begannen Agronomen des Kreises mit Auswahl, Vermehrung und Versuchspflanzungen.
- 1989 und 1992. Die Sorte bestand die wissenschaftlich-technische Prüfung der Provinz und wurde anschließend von der Provinzkommission für Sorten unter dem Namen 桃源大叶 zugelassen.
- 1997–1998. Nach Referenzbeschreibungen — Silbermedaille der Internationalen Teeausstellung Peking (1997) und Gold des Hunaner Wettbewerbs „金牌杯“ (1998).
- 2005. Am 31. Dezember gab die Hauptstaatliche Verwaltung für Qualitätskontrolle, Inspektion und Quarantäne (AQSIQ) den Schutz von Taoyuan Yechawang als Produkt mit geografischer Angabe bekannt. Die Grenzen des Gebiets legte die Kreisregierung mit einem Schreiben aus dem Jahr 2004 fest.
- 2006. Am 4. April fand in der Großgemeinde Cha’anpu eine Pressekonferenz zum Schutz statt. Nach Mitteilung der Kreisregierung wurde Yechawang das vierte geschützte Produkt mit geografischer Angabe in Hunan und das erste im Bezirk Changde; unter der Sorte 桃源大叶 waren damals 3780 ha erfasst, von Yechawang wurden mehr als 600 t pro Jahr hergestellt.
- 2024–2026. Bekanntmachung der Staatlichen Verwaltung für geistiges Eigentum der VR China (CNIPA) Nr. 593 vom 18. Juli 2024 erlaubte das Sonderzeichen zwei Herstellern von Yechawang; je ein weiteres Unternehmen erhielt das Zeichenrecht nach den Bekanntmachungen Nr. 615 (unterzeichnet im Januar 2025) und Nr. 660 (Januar 2026).
- Name: „Taoyuan“ (桃源) — „Pfirsichquelle“, Name des Kreises; „Yecha“ (野茶, yěchá) — „wilder Tee“, nach der Herkunft der Sorte; „Wang“ (王, wáng) — „König“, lobender Teil des Namens.
- Kulturelle Bedeutung: Eine Veröffentlichung des Statistikamts von Hunan aus dem Jahr 2015 trug den Titel „die Branche Taoyuan Daye entwickeln, die Marke Taoyuan Yechawang aufbauen“. Die Großgemeinde Cha’anpu nannte 2025 als ihre drei geografischen Angaben des Kreises: Daye Cha, Yechawang und Hongcha.
3. Botanische Beschreibung und Rohmaterial
- Sorte: 桃源大叶 (Táoyuán dàyè, „Taoyuaner großblättrig“). Laut Sortenverzeichnis — strauchförmig, großblättrig, früh austreibend, diploid; die Frühjahrsknospen regen sich Mitte März. Die Auswahl führten laut demselben Verzeichnis in den Jahren 1976–1992 die Kreissortenstation für Tee und das Teeinstitut der Landwirtschaftlichen Universität Hunan durch.
- Erscheinungsbild der Sorte: Laut Sortenverzeichnis — großes fleischiges Blatt (叶片肥大) von elliptischer Form; das Gewicht von einhundert Trieben „Knospe und drei Blätter“ beträgt 103,0 g.
- Vermehrung und Pflanzung: Die Schutzbekanntmachung verlangt die Vermehrung durch kurze Stecklinge (短穗扦插) und eine Dichte von 2500–3000 Sträuchern pro mu (666,7 m²); Dünger — hauptsächlich organisch.
- Rohmaterial: Nur Knospen (芽头, yátóu).
- Erntezeit und -standard: Laut Bekanntmachung beginnt die Ernte Mitte März, wenn die Knospe etwa 2 cm erreicht, und dauert bis Ende Oktober.
4. Terroir und Anbaubesonderheiten
- Region: Berge des Kreises Taoyuan. Hauptzentrum des Teeanbaus ist die Großgemeinde Cha’anpu (茶庵铺镇): laut Veröffentlichung vom April 2025 88 Tsd. mu Gärten und 28 Tsd. Tonnen Tee pro Jahr, 45 % des Kreises.
- Anbauhöhe: Laut Schutzbekanntmachung — 150–600 m. Die enzyklopädische Angabe nennt 300–1064 m im Süden des Kreises, im Tal des Flusses Yuanshui (沅水); die Quellen weichen voneinander ab, als Grundlage dient die Zahl der Bekanntmachung.
- Böden: Laut Bekanntmachung — quartäre Roterden und Verwitterungsprodukte von Tonschiefern und Graniten; der Boden ist locker, gut wasserdurchlässig, pH 4,5–6,0, organische Substanz nicht weniger als 2,0 %.
- Klima: Laut enzyklopädischer Angabe — subtropisches Monsunklima, etwa 16 °C im Jahresmittel.
5. Herstellungstechnologie
Die Schutzbekanntmachung legt folgende Abfolge der Erstverarbeitung (初制工艺, chūzhì gōngyì) fest:
- Auslegen der Knospen (芽头摊青, yátóu tānqīng).
- Fixierung (杀青, shāqīng): Die Erhitzung stoppt die Oxidation.
- Abkühlen im Luftzug (清风摊凉, qīngfēng tānliáng).
- Formen der Knospen (理条, lǐtiáo): Den Knospen wird eine gerade Form gegeben.
- Abkühlen (摊凉, tānliáng).
- Aromaentwicklung (提香, tíxiāng).
- Abkühlen.
- Fertigstellungstrocknung und Entnahme aus dem Kessel (足干、起锅, zúgān, qǐguō).
Rollen gibt es nicht: Die Knospe bleibt ganz und gerade. Temperaturen und Zeiten sind in den gefundenen Quellen nicht angegeben.
6. Organoleptische Eigenschaften
Die Schutzbekanntmachung fasst das Erscheinungsbild in einem Satz zusammen: «外形全芽挺直,汤色嫩绿清澈,香气持久带栗香味,回味甘甜爽口».
- Aussehen des trockenen Blattes: Ganze gerade Knospen (全芽挺直); Kreisbeschreibungen ergänzen — kräftig und schlank, mit reichlich silbrigem Flaum, zartgrün (银毫披露,色泽嫩绿).
- Aroma des trockenen Blattes: Eine gesonderte Beschreibung findet sich in den gefundenen Quellen nicht.
- Aroma des Aufgusses: Anhaltend, mit Kastaniennote (香气持久带栗香味); nach Kreisbeschreibung — lang und zart (嫩香悠长).
- Geschmack: Frisch und weich (滋味鲜醇) — laut Kreisbeschreibung; die Bekanntmachung spricht von einem süßen erfrischenden Nachgeschmack (回味甘甜爽口).
- Farbe des Aufgusses: Zartgrün, klar (汤色嫩绿清澈).
- Teeblatt (aufgegossenes Blatt): In der Bekanntmachung nicht beschrieben; die Kreisbeschreibung nennt das Blatt zartgrün und hell.
Die enzyklopädische Angabe schreibt, dass die Knospen beim Aufgießen „dreimal aufsteigen und dreimal sinken“ (三起三落).
7. Chemische Zusammensetzung
Die Schutzbekanntmachung legt Mindestwerte für den trockenen Tee fest:
| Kennwert | Anforderung |
|---|---|
| Summe freier Aminosäuren | nicht weniger als 2,0 % |
| Summe der Catechine | nicht weniger als 80 mg/g |
| Teepolyphenole | nicht weniger als 20 % |
| Wasserlösliche Extraktstoffe | nicht weniger als 30 % |
Weitere Messungen gerade dieses Tees finden sich in den gefundenen Quellen nicht.
8. Aufgießen
Praxis der Klasse für grünen Tee.
- Wassertemperatur: 80–85 °C, für Knospen — näher an 80 °C.
- Teemenge: 3 g auf 150 ml.
- Gefäß: Glas, in dem man sieht, wie die Knospen im Wasser aufsteigen, oder ein weißer Gaiwan.
- Ablauf:
- Das Gefäß vorwärmen.
- Den Tee einfüllen und Wasser an der Wand entlang eingießen.
- Erster Aufguss — nach 40–60 Sekunden.
- Trinken, dabei einen Teil des Aufgusses zurücklassen und Wasser nachgießen.
- Zwei bis drei weitere Aufgüsse.
9. Lagerung
Praxis der Klasse für grünen Tee. In luftdichter Verpackung, im Kühlschrank bei 0–5 °C, ohne Licht, Feuchtigkeit und Fremdgerüche; am besten innerhalb eines Jahres trinken.
10. Preis und Fälschungen
Angaben zu Preisen finden sich in den gefundenen Quellen nicht.
- So vermeidet man Fälschungen:
- Auf das Sonderzeichen der geografischen Angabe achten: Es führen nur Unternehmen aus den CNIPA-Bekanntmachungen.
- Prüfen, ob der Hersteller im Schutzgebiet arbeitet.
- Auf das Blatt achten: nur ganze gerade Knospen mit silbrigem Flaum.
- Nicht mit Taoyuan Daye Cha (桃源大叶茶) und Taoyuan Hongcha (桃源红茶) verwechseln — diese haben ihren eigenen Schutz.
Laborbasierte Fälschungsmerkmale führen die Quellen nicht an.
11. Interessante Fakten
- Die Sorte, aus der Yechawang hergestellt wird, wurde aus wildem großblättrigem Tee ausgelesen: Die Auswahl begann 1969, Provinzsorte wurde sie 1992.
- Die Erntesaison ist laut Schutzbekanntmachung lang — von Mitte März bis Ende Oktober.
- Nach Angaben des Kreises war Yechawang das erste Produkt mit geografischer Angabe im gesamten Bezirk Changde.
12. Vergleich mit anderen Hunaner Tees
- Taoyuan Daye Cha (桃源大叶茶): Zeichen für Tee derselben Sorte insgesamt — knospenrein, Maojian und Blattgrüntee; Yechawang — nur Knospen.
- Taoyuan Hongcha (桃源红茶): Roter Tee desselben Kreises mit eigenem Schutz.
- Shimen Yin Feng (石门银峰): Grüner Tee des Kreises Shimen im selben Bezirk Changde.
- Junshan Yin Zhen (君山银针): Der bekannteste knospenreine Tee Hunans, aber gelb — mit Knospenschwelung, die es bei Yechawang nicht gibt.
Zum Schluss:
Taoyuan Yechawang ist ein grüner Tee aus lauter Knospen einer Sorte, die aus wildem großblättrigem Tee des Kreises ausgelesen wurde. Das Dokument zu seinem Schutz ist ungewöhnlich konkret: zehn Gemeinden und Großgemeinden, Höhenlagen von 150–600 m, Stecklingsvermehrung, Knospe von etwa 2 cm, acht Verarbeitungsschritte und Mindestwerte für Aminosäuren, Catechine und Polyphenole. Gerade silbrige Knospen, ein zartgrüner Aufguss und eine Kastaniennote — das verspricht das Dokument selbst.
Quellen
Geografische Angabe
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