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Běichuān táizǐ chá

Běichuān táizǐ chá · 北川苔子茶

Beichuan Taizi Cha (Běichuān táizǐ chá, 北川苔子茶) — ein grüner Tee aus dem Autonomen Kreis Beichuan der Qiang (北川羌族自治县) der bezirksfreien Stadt Mianyang im Nordwesten des Sichuan-Beckens. Den Namen gab der lokale Teestrauch, der laut Provinzpublikationen hier seit der Tang- und Song-Zeit bekannt ist. Das Produkt ist seit 2009 als geografische Angabe geschützt; die Norm von Mianyang aus dem Jahr 2022 definiert ihn als grünen Tee in zwei Formen — flach und gerollt.

1. Klassifikation und Herkunft

  • Typ: Grüner Tee (绿茶, lǜchá): so ist das Produkt in der Norm DB5107/T 99-2022 festgelegt.
  • Kategorie: Grüner Bergtee aus dem Nordwesten Sichuans; Produkt mit geografischer Angabe (2009).
  • Formen: Flacher Tee (扁形茶, biǎnxíng chá) und gerollter Tee (卷曲形茶, juǎnqūxíng chá).
  • Herkunft: China, Provinz Sichuan (四川, Sìchuān), bezirksfreie Stadt Mianyang (绵阳, Miányáng), Autonomer Kreis Beichuan der Qiang (北川, Běichuān).
  • Schutzgebiet: Bestätigt durch die Bekanntmachung Nr. 107 der Hauptverwaltung für Qualitätsaufsicht, Inspektion und Quarantäne (AQSIQ) aus dem Jahr 2009. Die Norm von 2022 beschreibt dasselbe Gebiet über neun heutige Einheiten des Kreises: die Großgemeinden Qushan, Leigu, Tongquan, Chenjiaba, Guixi, Yuli und die Gemeinden Xuanping, Duguan, Baini. Die Bekanntmachung von 2009 nannte elf Einheiten; den Unterschied in der Zahl habe ich nicht überprüft.
  • Geografische Koordinaten: In den gefundenen Quellen keine Angaben.

2. Geschichte und kulturelle Bedeutung

  • Geschichte:
    • Überlieferung aus alter Zeit. Die Kreisstaatsanwaltschaft schreibt in einer Veröffentlichung von 2025, der Tee aus dieser Gegend sei zur Tang-Zeit ein „Tributtee“ gewesen, und verbindet die Umgebung des heutigen Beichuan mit dem „grünen Changming“ (绿昌明) aus dem Gedicht „春尽日“ von Bai Juyi: „渴尝一碗绿昌明“ — „in der Hitze eine Schale grünen Changming gekostet“. Originalquellen führt sie nicht an.
    • 1975. Laut „Sichuan Online“ begann man an den Hängen, Terrassen für Tee anzulegen.
    • 2008–2009. Das Erdbeben vom 12. Mai 2008 brachte die Teeproduktion fast zum Erliegen; 2009 begann man beim Wiederaufbau mit der Gründung von Genossenschaften. Damals stellte die AQSIQ per Bekanntmachung Nr. 107 den Beichuan Taizi Cha als Produkt mit geografischer Angabe unter Schutz.
    • 2020. Seit Oktober gilt eine Kreisverordnung zum Schutz alter Sträucher von 北川苔子茶.
    • 2022. Die Marktaufsichtsbehörde von Mianyang veröffentlichte am 24. März die Norm DB5107/T 99-2022 „地理标志产品 北川苔子茶“; in Kraft trat sie am 1. Juni.
    • 2023. Das Ministerium für Landwirtschaft und ländliche Angelegenheiten nahm das Mischpflanzsystem des Beichuan Taizi Cha (复合栽培系统) in die siebte Liste des wichtigen landwirtschaftlichen Erbes Chinas auf; im Januar 2025 stand es laut „Sichuan Online“ auf der vorläufigen Liste Chinas für das Programm der FAO zum landwirtschaftlichen Erbe.
    • 2026. Die CNIPA erteilte Unternehmen das Recht zur Nutzung des Sonderzeichens.
  • Name: „Beichuan“ (北川) — der Name des Kreises; „Taizi Cha“ (苔子茶) — der Name des lokalen Teestrauchs. Nach dem Zentralen Volksrundfunk (2026) ist der Name dem Aussehen des Triebs geschuldet: lange Internodien und saftige Zweige ähneln Gemüsestängeln von 菜苔 (càitái).
  • Kulturelle Bedeutung: Das Erbe-System besteht aus Mischpflanzungen: Laut „Sichuan Online“ pflanzt man zwischen breiten Reihen alter Sträucher Kartoffeln, Mais, Soja und Gemüse. Den Merksatz „大禹门前树,千年苔子茶“ — „der Baum vor dem Tor des Großen Yu, tausendjähriger Taizi Cha“ — führt der Zentrale Volksrundfunk an.

3. Botanische Beschreibung und Rohmaterial

  • Sorte / Kultivar: Lokale Population 苔子茶. Die Kreisstaatsanwaltschaft beschreibt sie als einen Zweig, der sich über lange Zeit aus wilden Teebäumen entwickelt hat: kälteresistent, mit kräftiger Knospe und dickem Blatt. Alte Sträucher gibt es laut derselben Veröffentlichung im Kreis viele, die ältesten sind über 700 Jahre alt; der Zentrale Volksrundfunk (2026) nennt über 1100 Jahre.
  • Zulässige Sorten laut Norm: Lokale Population, Population 鸠坑 (Jiūkēng) sowie klein- und mittelblättrige Klonsorten wie 名山213 (Míngshān 213) und 福选9号 (Fúxuǎn 9). Der Name 苔子茶 verlangt laut Norm kein Rohmaterial ausschließlich vom lokalen Strauch.
  • Erntezeit: Von Ende Februar bis Ende Juni; ganze Knospen bis Qingming, Triebe mit Blättern bis Guyu.
  • Erntestandard: Für flachen Tee — ganze Knospe; für gerollten — von Knospe mit einem bis zu Knospe mit zwei sich öffnenden Blättern. Gepflückt wird mit „Anheben der Hand“ (提手采), ohne zu kneifen oder abzustreifen.

4. Terroir und Anbaubesonderheiten

  • Anbauhöhe: Laut Norm — 650–1500 m. Die Kreisstaatsanwaltschaft schreibt von Wäldern auf 1000–1800 m; die Abweichung habe ich nicht geklärt.
  • Klima: Laut Norm — feuchtes subtropisches Monsunklima des Beckens: mittlere Jahrestemperatur 15,6 °C, frostfreie Zeit 286 Tage, Niederschlag 1287,5 mm, Sonnenschein 902,2 Stunden pro Jahr.
  • Böden: Es überwiegen skeletthaltige Böden, dann Lehm und Ton, stark skeletthaltig; pH 4,5–6,5. Die Norm verlangt eine Schicht gelber Erde von mindestens 50 cm mit einem Organikgehalt von nicht unter 1,5 %.
  • Anpflanzungen: Um die Gärten herum verlangt die Norm das Pflanzen von Waldschutzstreifen, in den Gärten — Schattenbäume.
  • Umfang: Nach Angaben von „Sichuan Online“ gab es bis November 2022 mehr als 90.000 mu Teegärten.

5. Produktionstechnologie

Die Norm legt zwei technologische Verfahren fest — je nach Form des Tees.

  • Flacher Tee: Welken (摊放, tānfàng) → Fixierung (杀青, shāqīng) → Ausrichten des Blattes (理条, lǐtiáo) → Erwärmen für Aroma (提香, tíxiāng) → Sortieren (筛选, shāixuǎn) → Verpacken.
  • Gerollter Tee: Welken → Fixierung → Rollen (捻揉, niǎnróu) → Trocknen (烘干, hōnggān) → Nachtrocknen im Kessel mit Aromaerwärmung (炒干提香, chǎogān tíxiāng) → Sortieren → Verpacken.

Das Trocknen des gerollten Tees erfolgt laut Norm:

  1. Erstes Trocknen: 110–130 °C, etwa 4–7 Minuten.
  2. Langsames Trocknen: Die Kesseltemperatur wird auf etwa 80 °C gesenkt und getrocknet bis zu einem Feuchtegehalt von etwa 10 %.
  3. Nachtrocknen mit Erwärmung: 120–130 °C, bis das Blatt beim Zerreiben zwischen den Fingern zu Pulver zerfällt.

Für flachen Tee nennt die Norm keine Parameter.

6. Organoleptische Eigenschaften

Anforderungen der Norm DB5107/T 99-2022 für zwei Formen.

  • Aussehen des trockenen Blattes: Flach — gerade, ebenmäßig, gelbgrün mit Glanz (扁直,黄绿、有光泽). Gerollt — fest gerollt, mit deutlichen Spitzen, grün und feucht glänzend (紧结卷曲、显锋苗,绿润).
  • Aroma des trockenen Blattes: In der Norm nicht beschrieben; keine Angaben in den gefundenen Quellen.
  • Aroma des Aufgusses: Flach — hoch und anhaltend (香高持久). Gerollt — rein und anhaltend (清香持久).
  • Geschmack: Flach — frisch und weich (鲜醇). Gerollt — weich, voll, mit süßem Nachklang (醇厚回甘).
  • Farbe des Aufgusses: Flach — zart gelb und klar (嫩黄明亮). Gerollt — zart grün und klar (嫩绿明亮).
  • Teeblatt (aufgegossenes Blatt): Flach — ganze Knospen, gelbgrün und klar (全芽、黄绿明亮). Gerollt — Knospen mit Blättern öffnen sich wie eine Blume, grün und glänzend (芽叶成朵、绿亮).

7. Chemische Zusammensetzung

Physikalisch-chemische Anforderungen der Norm an den fertigen Tee (Massenanteil):

KennwertAnforderung
Feuchtigkeitnicht mehr als 6,5 %
Extraktstoffenicht weniger als 40,0 %
Polyphenolenicht weniger als 13,0 %
Catechinenicht weniger als 8,0 %
Freie Aminosäurennicht weniger als 3,0 %
Koffeinnicht weniger als 4,0 %
Gesamtaschenicht mehr als 7,5 %
Kleinteilenicht mehr als 1,0 %

Dies sind Schwellenwerte der Norm, keine Messwerte eines konkreten Tees; die Zahlen wurden anhand der Seitenabbildungen überprüft.

8. Zubereitung

Übliche Praxis für grünen Tee.

  • Wassertemperatur: 80–85 °C; für flachen Tee aus ganzen Knospen — näher an 80 °C.
  • Teemenge: 3 g auf 150 ml.
  • Gefäß: Glasbecher oder weiße Gaiwan.
  • Ablauf: Gefäß vorwärmen, Wasser an der Wand entlang eingießen, erster Aufguss — nach 40–60 Sekunden, trinken und ein Drittel des Aufgusses übrig lassen, dann nachgießen; zwei bis drei weitere Aufgüsse.

9. Lagerung

Die Norm verlangt ein kühles, trockenes und sauberes Lager ohne Fremdgerüche; Haltbarkeit — nicht mehr als 18 Monate. Zu Hause — übliche Praxis: luftdichte Verpackung, Kühlschrank bei 0–5 °C, ohne Licht und Feuchtigkeit; am besten innerhalb eines Jahres verbrauchen.

10. Preis und Fälschungen

Zu Preisen liegen in den gefundenen Quellen keine Daten vor.

  • So vermeidet man Fälschungen:
    • Auf das Sonderzeichen der geografischen Angabe achten.
    • Prüfen, ob der Hersteller aus dem Kreis Beichuan stammt.
    • Beachten, dass der Name kein Rohmaterial von alten Sträuchern garantiert.
    • Laut Kreisstaatsanwaltschaft (2025) kommt Tee vor, der an anderen Orten gekauft und als „北川苔子茶“ verpackt wurde.

11. Interessante Fakten

  • Ein Name — zwei unterschiedlich aussehende Formen: flacher Tee aus ganzen Knospen mit gelbem Aufguss und gerollter mit grünem.
  • Koffein begrenzt die Norm nach unten — nicht weniger als 4,0 %.

12. Vergleich mit anderen Tees aus Sichuan

  • Emei Zhuyeqing (峨眉竹叶青): Flacher Tee vom Berg Emei; beim Beichuan Taizi Cha ist die flache Form nur eine von zwei.
  • Mengding Ganlu (蒙顶甘露): Gerollter Tee vom Berg Mengdingshan — der dem Aussehen nach nächste Nachbar der gerollten Form.
  • Guosheng Cha (国胜茶): Grüner Bergtee aus dem Süden der Provinz mit geografischer Angabe.
  • Dazhu Baicha (大竹白茶): Tee aus dem Osten Sichuans aus der eingeführten hellblättrigen Sorte 白叶一号 — ein entgegengesetzter Fall: dort eine junge eingeführte Branche, hier eine alte lokale Population.

Zum Abschluss:

Beichuan Taizi Cha ist ein grüner Tee aus dem Qiang-Kreis im Nordwesten Sichuans, benannt nach dem lokalen Strauch mit jahrhundertealten Exemplaren. Die Norm von 2022 beschreibt zwei Formen: eine flache aus ganzen Knospen mit zart gelbem Aufguss und eine gerollte mit reinem, anhaltendem Aroma und süßem Nachklang. Schutz seit 2009, die Verordnung über alte Sträucher und der Status als landwirtschaftliches Erbe bewahren sowohl den Strauch selbst als auch die Wirtschaft darum herum.

Quellen

Vollständige Liste — auf der Seite „Quellen“