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Jīnzhài hóngchá

Jīnzhài hóngchá · 金寨红茶

Jinzhai Hongcha (Jīnzhài hóngchá, 金寨红茶) — ein roter Tee aus dem Kreis Jinzhai (金寨县) der bezirksfreien Stadt Lu’an im Westen der Provinz Anhui. Der Kreis ist eher für grüne Tees bekannt, aber laut Referenzbeschreibungen wurde die Herstellung von rotem Tee hier bereits in den 1950er Jahren gelehrt. Seine Formel ist kurz: „铜红汤,火糖香“ — „kupferroter Aufguss, Aroma von Feuer und Zucker“. Die Anforderungen an die Bezeichnung sind ungewöhnlich detailliert — bis hin zur letzten Stunde des „alten Feuers“ bei 90 °C. Die Bezeichnung ist doppelt geschützt: als landwirtschaftliches Produkt mit geografischer Angabe (2014) und als Produkt mit geografischer Angabe gemäß Bekanntmachung Nr. 632 der Staatlichen Verwaltung für geistiges Eigentum (2025).

1. Klassifikation und Herkunft

  • Typ: Roter Tee (红茶, hóngchá) — die Klasse ist bereits im Namen genannt, und die Technologie in den Schutzanforderungen ist rot: Welken, Rollen, Fermentation, Trocknung.
  • Kategorie: Roter Tee der Provinz Anhui; Produkt mit geografischer Angabe in zwei Schutzregimen.
  • Herkunft: China, Provinz Anhui (安徽, Ānhuī), bezirksfreie Stadt Lu’an (六安), Kreis Jinzhai (金寨, Jīnzhài).
  • Schutzzone: Der gesamte Kreis Jinzhai: alle 23 Gemeinden und Großgemeinden gelten als geeignet. Der Anhang zur Bekanntmachung hebt 14 hervor, in denen die Qualität am besten ist: Meishan (梅山), Mabu (麻埠), Youfangdian (油坊店), Qingshan (青山), Zhangchong (张冲), Quanjun (全军), Taoling (桃岭), Tiechong (铁冲), Yanzihe (燕子河), Tiantangzhai (天堂寨), Gubei (古碑), Wujiadian (吴家店), Huashi (花石) und Baitafan (白塔畈).
  • Geografische Koordinaten: 115°22′–116°11′ ö. L., 31°06′–31°48′ n. Br. — so in den Referenzbeschreibungen der Angabe. Im Anhang zur Bekanntmachung von 2025 sind dieselben Zahlen mit einem Formatfehler notiert (z. B. „115°221′“), dem Sinn nach stimmen sie überein.

2. Geschichte und kulturelle Bedeutung

  • Geschichte:
    • Tee aus Lu’an. Die Referenzbeschreibungen beginnen mit der allgemeinen Geschichte des Tees von Lu’an — vom „Tee-Kanon“ des Lu Yu bis zum „Nongzheng quanshu“ (农政全书) des Xu Guangqi; ein staatlicher Teestützpunkt auf dem Gebiet des heutigen Kreises bestand laut „Wenxian tongkao“ (文献通考) bereits im Jahr 965. Dies ist die Geschichte des grünen Tees des Bezirks, nicht des roten.
    • 1950er Jahre. Denselben Beschreibungen zufolge kamen Fachleute der Teeabteilung der Fudan-Universität — des Vorläufers der Teefakultät der Landwirtschaftlichen Universität Anhui — nach Jinzhai, um die Herstellung von rotem Tee zu lehren.
    • 2014. Am 22. Mai nahm das Landwirtschaftsministerium mit der Bekanntmachung Nr. 2105 Jinzhai Hongcha in das Register der landwirtschaftlichen Produkte mit geografischer Angabe auf; Nummer — AGI01395.
    • 2014. Die Provinz Anhui führte die Norm DB34/T 2068-2014 „Produkt mit geografischer Angabe. Jinzhai Hongcha“ ein; Entwickler — dieselbe Kreisverwaltung und die Landwirtschaftliche Universität Anhui. Den Normtext habe ich nicht gesehen.
    • 2025. Mit der Bekanntmachung Nr. 632 vom 9. Juni 2025 anerkannte die Staatliche Verwaltung für geistiges Eigentum Jinzhai Hongcha als Produkt mit geografischer Angabe; Antragsteller — die Kreisverwaltung für Teeentwicklung.
  • Name: „Jinzhai“ (金寨) — der Name des Kreises; „Hongcha“ (红茶) — „roter Tee“.
  • Kulturelle Bedeutung: Jinzhai ist die innere Bergzone des grünen Lu’an Guapian; roter Tee ist für den Kreis die zweite Linie desselben Wirtschaftszweigs.

3. Botanische Beschreibung und Rohmaterial

  • Sorte / Kultivar: Nach den Schutzanforderungen — lokale Gruppenpopulation (当地群体种, dāngdì qúntǐzhǒng).
  • Ernte: Die Anforderungen sind auf maschinelle Ernte ausgerichtet: Im Frühjahr fährt die Maschine in den Garten, wenn 80 % der Triebe die erforderliche Größe erreicht haben, im Sommer bei 60 %; im Frühjahr 1–2 Durchgänge, im Sommer einer, im Herbst 2–3. Vor der maschinellen Frühjahrsernte können frühe Knospen von Hand gepflückt werden — daraus entsteht die höchste Sorte.
  • Erntestandard: Eine Beschreibung des Triebes (wie viele Blätter pro Knospe) findet sich in den gefundenen Quellen nicht.

4. Terroir und Anbaubesonderheiten

  • Region: Westen von Anhui, ein bergiger Kreis mit den Stauseen Meishan (梅山) und Xianghongdian (响洪甸).
  • Anbauhöhe: 300–600 m.
  • Böden: Überwiegend braune Waldböden (棕壤) und gelblich-braune Böden (黄棕壤), sauer und schwach sauer, pH 5,5–6,5; organische Substanz nicht unter 2,0 %.
  • Klima: Zahlenangaben finden sich in den gefundenen Quellen nicht.
  • Pflanzung: Zweireihige Streifen, zwischen den Sträuchern 30 cm, zwei Pflanzen pro Nest — etwa 5000 Setzlinge je mu (亩).
  • Pflege: Hauptdüngung — im Herbst beim tiefen Pflügen, Blattdüngungen werden 10 Tage vor der Ernte eingestellt. Schädlinge werden vor allem mit Fallen und natürlichen Feinden bekämpft, Präparate — nur begrenzt.

5. Herstellungstechnologie

Die Schutzanforderungen beschreiben sieben Schritte mit Parametern. Dies ist eine Beschreibung speziell des Jinzhai Hongcha, kein allgemeines Schema der Klasse.

  1. Welken (萎凋, wěidiāo). Natürlich — in einer Schicht von etwa 5 cm, unter 35 °C, 6–10 Stunden; in Trögen mit warmer Luft — in einer Schicht von etwa 15 cm, etwa 4 Stunden. Ende: Blatt weich, dunkelgrün, Feuchtigkeit 60–64 %.
  2. Rollen (揉捻, róuniǎn). In mehreren Durchgängen, Druck „leicht — stark — leicht“, insgesamt 60–70 Minuten; nach dem ersten Durchgang werden Klumpen aufgebrochen und gesiebt. 70–80 % der Zellen sind zerstört, über 80 % des Blattes zu Strängen gerollt.
  3. Fermentation (发酵, fājiào). Bei 25–30 °C, mit Luftzufuhr, bei einer Feuchtigkeit über 90 %, in einer Schicht von 8–15 cm, 4–6 Stunden ab Beginn des Rollens. Fertig, wenn das Blatt gerötet ist, der grasige Geruch verschwunden und ein blumig-fruchtiger erschienen ist.
  4. Erste Trocknung (毛火, máohuǒ). 110–120 °C, Schicht 1–2 cm, 10–15 Minuten, bis zu einer Feuchtigkeit von 20–25 %.
  5. Fertigtrocknung (足火, zúhuǒ). Nach 30–40 Minuten Abkühlung — 80–95 °C, 15–20 Minuten, bis zu einer Feuchtigkeit von 4–6 %: Der Stiel bricht beim Biegen, das Blatt ist schwarz und ölig glänzend.
  6. „Altes Feuer“ (拉老火, lā lǎohuǒ). Der abgekühlte Tee wird eine Stunde bei 90 °C erhitzt: Nach der Formulierung des Dokuments festigt dies die Form und entwickelt beim roten Tee das Feueraroma.
  7. Nachbearbeitung (整理, zhěnglǐ). Sieben, Auslesen und Blending.

6. Organoleptische Eigenschaften

Die Beschreibung folgt den Schutzanforderungen von 2025; in Klammern — die Formulierungen der Quelle.

  • Erscheinungsbild des trockenen Blattes: Dichte feine Stränge, schwarz mit Glanz, mit deutlichen goldenen Härchen (紧细乌润显金毫). Die Referenzbeschreibungen ergänzen, dass die Stränge rund und gerade sind (圆直).
  • Aroma des trockenen Blattes: Eine gesonderte Beschreibung findet sich in den gefundenen Quellen nicht.
  • Aroma des Aufgusses: Feueraroma mit Süße (火香带甜). Die Referenzbeschreibungen formulieren breiter: hohes frisches süßes Aroma und eine satte Feuernote (甜香高鲜、火香浓郁).
  • Geschmack: Frisch, weich, mit süßem Nachhall (鲜醇回甘).
  • Farbe des Aufgusses: Kupferrot, leuchtend, mit bernstein-goldenem Rand (铜红明亮有琥珀金圈).
  • Teeblatt (aufgegossenes Blatt): Gleichmäßig rot, leuchtend (红匀明亮).

7. Chemische Zusammensetzung

Die Schutzanforderungen legen Untergrenzen fest, nicht typische Gehalte:

KennwertAnforderung
Polyphenolenicht weniger als 9 %
Freie Aminosäurenmehr als 1,5 %
Koffeinnicht weniger als 2 %
Theaflavinenicht weniger als 0,1 %
Thearubiginenicht weniger als 2,5 %

Die Schwelle für Polyphenole ist im Dokument mit doppeltem Zeichen notiert („大于≥9%“), der Sinn ist einer: nicht weniger als 9 %. Die Beschreibung der landwirtschaftlichen Angabe von 2014 ergänzt eine Schwelle für wasserlösliche Extraktstoffe — nicht weniger als 34,0 %. Tatsächliche Analysen des fertigen Tees finden sich in den gefundenen Quellen nicht.

8. Aufbrühen

Praxis der Klasse für roten Tee.

  • Wassertemperatur: 90–95 °C.
  • Teemenge: 3–5 g auf 150 ml.
  • Gefäß: Gaiwan oder kleine Kanne; in einer weißen Tasse ist der goldene Rand sichtbar.
  • Ablauf:
    1. Das Gefäß vorwärmen.
    2. Tee hineingeben und mit Wasser aufgießen.
    3. Erster Aufguss — etwa eine Minute.
    4. Den Aufguss vollständig abgießen.
    5. Drei bis vier weitere Aufgüsse, jeder etwas länger als der vorherige.

9. Aufbewahrung

Praxis der Klasse. In dicht verschlossener Verpackung, an einem trockenen, dunklen Ort, fern von Gerüchen, bei Raumtemperatur. Entscheidend ist Trockenheit: Der Tee ist auf 4–6 % Feuchtigkeit getrocknet und nimmt sie leicht wieder auf.

10. Preis und Fälschungen

Angaben zu Preisen finden sich in den gefundenen Quellen nicht.

  • So vermeidet man Fälschungen:
    • Das besondere Zeichen der geografischen Angabe suchen: Es erhalten Produzenten aus der Schutzzone über die Kreisbehörde für geistiges Eigentum.
    • Prüfen, ob der Produzent aus dem Kreis Jinzhai stammt.
    • Das Blatt ist fein, schwarz, glänzend, mit goldenen Härchen; der Aufguss ist kupferrot mit bernsteinfarbenem Rand; im Aroma ist eine Feuernote zu hören.

11. Interessante Fakten

  • Die Anforderungen sind auf maschinelle Ernte ausgerichtet: Der Handernte bleiben nur die frühen Knospen für die höchste Sorte vorbehalten.
  • Der Anhang zur Bekanntmachung umreißt nicht nur die Zone, sondern stuft sie auch ab: Geeignet sind alle 23 Gemeinden, am besten — 14.

12. Vergleich mit benachbarten Tees aus Anhui

  • Qimen Hongcha (祁门红茶): Der wichtigste rote Tee der Provinz, aus dem Süden von Anhui. Das Erkennungszeichen des Jinzhai Hongcha in den Dokumenten ist nicht das blumige Aroma, sondern das feurig-süße.
  • Lu’an Guapian (六安瓜片): Grüner Tee aus Blattspreiten; Jinzhai ist dessen innere Bergzone.
  • Huoshan Huang Da Cha (霍山黄大茶): Großblättriger gelber Tee, dessen Zone laut dem Korpusartikel auch in Jinzhai hineinreicht.

Zum Abschluss:

Jinzhai Hongcha ist ein roter Tee eines Kreises, der vor allem für den grünen Lu’an Guapian bekannt ist. Sein Schutz ist detailliert aufgebaut: eine abgestufte Zone, lokale Gruppenpopulation, maschinelle Ernte mit Schwellen, sieben Technologieschritte und eine abschließende Stunde des „alten Feuers“. Das Ergebnis fasst das Dokument in zwei Wortgruppen zusammen — kupferroter Aufguss mit bernsteinfarbenem Rand und Aroma von Feuer mit Zucker.

Quellen

Vollständige Liste — auf der Seite „Quellen“