Babu Cha (Bābù chá, 八步茶), „Tee der acht Schritte“, ist ein Tee aus purpurblättrigen Teebäumen des Kreises Wangmo (望谟县) im Autonomen Bezirk Qianxinan der Bouyei und Miao in der Provinz Guizhou. Den Namen gab das Dorf Babu (八步村) in der Großgemeinde Jiaona, wo der größte Teil der alten Bäume wächst. Eine einheitliche Klasse hat der Name nicht: Die Standards von 2021 beschreiben roten und grünen Tee, die Serie von 2025 roten und weißen Tee. Der Name ist als landwirtschaftliche geografische Angabe registriert.
1. Klassifikation und Herkunft
- Typ: Eine einheitliche Klasse gibt es nicht: Es existieren die Standards „八步茶 红茶“ und „八步茶 绿茶“ (2021) sowie Teile über roten und weißen Tee (2025). Der Katalog „全国名特优新农产品“ beschreibt ein Produkt mit Merkmalen roten Tees, nennt aber keine Klasse; der Registrierungstext konnte nicht eingesehen werden.
- Kategorie: Tee aus purpurblättrigem Rohmaterial (紫茶, zǐchá); landwirtschaftliche geografische Angabe.
- Herkunft: China, Provinz Guizhou (贵州, Guìzhōu), Kreis Wangmo (望谟, Wàngmó), hauptsächlich Großgemeinde Jiaona (郊纳镇, Jiāonà zhèn).
- Produktionsgebiet laut Katalog: in Jiaona die Dörfer Babu, Tielu (铁炉), Yalong, Rongyan, Guanzhai, Gaozhai, Jiaona und Youting; in der Großgemeinde Dayi das Dorf Erni; im Straßenviertel Xintun das Dorf Pingxiang. Mit dem Registrierungsdokument ließ sich diese Aufzählung nicht abgleichen.
- Geografische Koordinaten: Großgemeinde Jiaona etwa 25,4° n. Br. und 106,2° ö. L.
2. Geschichte und kulturelle Bedeutung
- Geschichte:
- Überlieferungen. Die Website des Amtes für zivile Angelegenheiten von Guizhou schreibt, purpurner Babu-Tee sei zu Beginn der Shu-Han-Zeit dem Herrscher Liu Bei (刘备) dargebracht und danach lange als Tribut gehalten worden. Einer Überlieferung in einer anderen Publikation desselben Amtes (2025) zufolge erreichten Truppen der Shu bei der Verfolgung eines geschlagenen „Barbarenkönigs“ die Berge von Babu und nahmen den dort gefundenen purpurnen Tee als Tribut mit.
- Karawanenweg. Laut einem Beitrag der Kreisabteilung für Propaganda (2025) waren Babu und Tielu Stationen der alten „Tee-Pferde-Straße“ (茶马古道): Händler tauschten hier Salz von der Küste gegen Tee und Eisen, in Tielu wurden Pferde beschlagen, in Babu war der Markt „八步场“ belebt. Das Amt für zivile Angelegenheiten nennt ihn „Salz-Tee-Weg“ (盐茶古道).
- 2017. Beim herbstlichen Provinzwettbewerb für Tee der Titel „古树树茶茶王“ („König des Tees von alten Bäumen“).
- 2019. Im Mai erhielt der Kreis den Titel „中国紫茶之乡“ — „Heimat des chinesischen purpurnen Tees“.
- 2021. Am 19. Januar veröffentlichte der örtliche Verband für alten Babu-Tee eine Reihe von Gruppenstandards T/BBGC-2021; darunter solche zu Pflanzung, Pflückung und Verarbeitung, zu rotem und zu grünem Tee. Im April desselben Jahres wurde der Name in die erste Partie der landwirtschaftlichen geografischen Angaben 2021 aufgenommen. Eine Bescheinigungsnummer wird in den gefundenen Quellen nicht genannt.
- 2025. Die Chinesische Teegesellschaft veröffentlichte die Serie T/CTSS 98-2025 „贵州省望谟八步茶“ in sechs Teilen — über Produktion, Garten, roten und weißen Tee; in Kraft trat sie am 18. April.
- Name: „Babu“ (八步) — „acht Schritte“, der Name des Dorfes. Eine Überlieferung in der Publikation des Amtes für zivile Angelegenheiten (2025) leitet ihn von der würdevollen Gangart in Achterform (八字步) ab, mit der Beamte beim Teesitzen gingen. Es handelt sich nicht um den Stadtbezirk Babu (八步区) der Stadt Hezhou in Guangxi.
- Kulturelle Bedeutung: Die örtliche Presse nennt den Babu-Tee wegen seiner Seltenheit den „Großen Panda“ der Teewelt; der Kreis hat den purpurnen Tee zu einem der wichtigsten Wirtschaftszweige gemacht.
3. Botanische Beschreibung und Rohmaterial
- Rohmaterial: Purpurblättrige Teebäume. Die Farbbeschreibungen gehen auseinander: „purpurne Knospen, Blätter und Stängel, rote Blüten“ (紫芽、紫叶、紫茎、红花) im Katalog „全国名特优新农产品“; purpurne Wurzeln, Stängel, Blätter, Knospen, Blüten und Früchte — in der Publikation des Amtes für zivile Angelegenheiten (2025).
- Form: Laut einem Beitrag von 2023 wurden die örtlichen wilden baumförmigen Bäume als ursprünglicher purpurner Tee „红花紫鹃“ (hónghuā zǐjuān) bestimmt. Die Zeitung „乡村干部报“ nennt den Tee auch 紫鹃茶 und ordnet ihn den mittel- und kleinblättrigen Formen zu.
- Sorten: Namen registrierter Sorten finden sich in den gefundenen Quellen nicht.
- Alte Bäume: Die Zahlen gehen auseinander. Die Bestandsaufnahme von Jiaona nennt laut dem Beitrag von 2023 86.262 Bäume, davon 1.673 älter als 300 Jahre, 116 zwischen 500 und 800 Jahre und älter, drei älter als 1000 Jahre. Eine Erhebung der Universität Guizhou nennt laut Katalog mehr als 82.000 im Kreis, davon 1.763 mit einem Stammdurchmesser am Boden über 8 cm. Der älteste Baum ist laut dem Amt für zivile Angelegenheiten und Xinhua (2025) etwa 1700 Jahre alt.
- Pflückung: Laut Katalog von Mitte März bis Mitte April; die beste Qualität entsteht im April. Der Triebstandard wird in den gefundenen Quellen nicht angegeben.
4. Terroir und Anbaubesonderheiten
- Region: Jiaona liegt im Nordosten des Kreises Wangmo, 61 km vom Kreiszentrum entfernt.
- Anbauhöhe: In der Großgemeinde von 650 m (Dorf Youting) bis 1634 m (Dorf Gaozhai), laut dem Amt für zivile Angelegenheiten. Eine andere Publikation desselben Amtes (2025) nennt von 480 m in den Tälern bis über 1700 m auf den Gipfeln. Der Katalog gibt eine mittlere Gartenhöhe von etwa 1100 m an.
- Klima: Das Amt für zivile Angelegenheiten beschreibt die Umgebung so: niedrige Breiten, große Höhe, viele Wolken und Nebel, wenig Sonne, keine Verschmutzung. Temperaturen und Niederschläge finden sich in den gefundenen Quellen nicht.
- Böden: Angaben fehlen in den gefundenen Quellen.
- Flächen: Laut der Publikation des Amtes für zivile Angelegenheiten (2025) 15.000 mu normgerecht angelegte Gärten (规范化茶园) und 18 Pflanzschulen.
5. Herstellungstechnologie
Eine detaillierte Beschreibung der Verarbeitung findet sich in den gefundenen Quellen nicht. Die Anforderungen sind in den Verbandsstandards von 2021 („Pflückung und Verarbeitung“, „roter Tee“, „grüner Tee“) und in den Standards der Chinesischen Teegesellschaft von 2025 (Technologie des roten und weißen Tees) festgehalten, doch ließen sich deren Texte nicht einsehen.
Für das Produkt aus dem Katalog mit Merkmalen roten Tees ist die übliche Abfolge der Klasse wie folgt:
- Welken (萎凋, wěidiāo): Das Blatt verliert einen Teil der Feuchtigkeit.
- Rollen (揉捻, róuniǎn): Der Saft tritt an die Blattoberfläche.
- Oxidation (发酵, fājiào): Das Blatt dunkelt nach.
- Trocknen (干燥, gānzào).
Dies ist das allgemeine Schema roten Tees, keine Beschreibung der Technologie des Babu Cha.
6. Organoleptische Eigenschaften
Beschreibung des Katalogs „全国名特优新农产品“:
- Erscheinungsbild des trockenen Blattes: Feine, dichte Rollungen, natürlich gebogen, bläulich-schwarz mit öligem Glanz, mit deutlichen goldenen Tips, ganz und gleichmäßig (条索紧细、自然弯曲,色泽乌黑油润,金毫显露).
- Aroma des trockenen Blattes: Eine gesonderte Beschreibung fehlt in den gefundenen Quellen.
- Aroma des Aufgusses: Blumig-süß, hoch und anhaltend (花香甜香、香高持久).
- Geschmack: Frisch und weich, mit süßem Nachklang (鲜醇回甘).
- Farbe des Aufgusses: Orangerot, klar (橙红明亮).
- Teeblatt (aufgegossenes Blatt): Rot, klar, zart und gleichmäßig (红亮嫩匀).
Die Publikation des Amtes für zivile Angelegenheiten (2025) beschreibt abweichend: Der Aufguss sei „purpurn mit rotem Schimmer“, klar, der Geschmack weich, ohne Bitterkeit und Herbheit — offenbar ein anderes Produkt aus demselben Rohmaterial.
7. Chemische Zusammensetzung
Kennwerte des Katalogs „全国名特优新农产品“:
| Kennwert | Wert |
|---|---|
| Wasserlösliche Extraktstoffe | 35,2 % |
| Teepolyphenole | 17,3 % |
| Summe freier Aminosäuren | 4,7 % |
| Theanin | 12,6 g/kg |
| Summe der Catechine | 3,91 % |
Laut einem Beitrag von 2023 ergab eine Analyse von 2017 im „中国茶叶科学研究所“ (Bezeichnung wie in der Quelle), dass im örtlichen purpurnen Tee 30- bis 50-mal mehr Anthocyane enthalten sind als in gewöhnlichem grünem Tee. Ein Primärprotokoll liegt in den gefundenen Quellen nicht vor.
8. Zubereitung
Praxis der Klasse — die Parameter hängen davon ab, welcher Tee unter diesem Namen vorliegt.
- Roter: 90–95 °C, 3 g auf 150 ml, erster Aufguss etwa eine Minute, Gaiwan oder Porzellankanne.
- Grüner: 80–85 °C, 3 g auf 150 ml, erster Aufguss 40–60 Sekunden, Glasgefäß oder Gaiwan.
- Weißer: 85–90 °C, 3–4 g auf 150 ml, erster Aufguss etwa eine Minute, Gaiwan.
9. Lagerung
Praxis der Klasse. Roter und weißer Tee an einem trockenen, dunklen Ort bei Zimmertemperatur, in dichter Verpackung, fern von Gerüchen. Grüner Tee in luftdichter Verpackung, im Kühlschrank bei 0–5 °C, innerhalb eines Jahres aufbrauchen. Der Katalog empfiehlt für sein Produkt die Lagerung bei Zimmertemperatur an einem trockenen, kühlen, gut belüfteten Ort.
10. Preis und Fälschungen
Einzelhandelspreise finden sich in den gefundenen Quellen nicht.
- Wie man Fälschungen vermeidet:
- Auf das Zeichen der landwirtschaftlichen geografischen Angabe und auf den Kreis Wangmo als Herstellungsort achten.
- Nicht mit dem purpurblättrigen Tee aus dem guangxischen Stadtbezirk Hezhou verwechseln, zu dem der Stadtbezirk Babu (八步区) gehört: Der Ortsname ist gleich, die Provinz eine andere.
- Nicht mit „八宝茶“ (bābǎo chá) verwechseln — einem ähnlich klingenden Mischgetränk mit Zusätzen.
11. Interessante Fakten
- Unter einem Namen sind Standards dreier Klassen verzeichnet: roter und grüner (2021), roter und weißer (2025).
- Den Ortsnamen Babu gibt es in zwei Provinzen: In Guizhou ist er ein Dorf, in Guangxi ein Stadtbezirk der bezirksfreien Stadt Hezhou, wo ebenfalls purpurblättriger Tee hergestellt wird.
12. Vergleich mit anderen purpurblättrigen Tees
- Hezhou Zi Cha (贺州紫茶): Purpurblättriger Tee aus der guangxischen bezirksfreien Stadt Hezhou, zu der der Stadtbezirk Babu gehört; mit dem guizhouer Dorf verbindet ihn nur der Gleichklang der Ortsnamen.
- Zijuan Hongcha (紫鹃红茶): Roter Tee der yunnanesischen purpurblättrigen Sorte Zijuan; der Babu-Tee wird als örtliche baumförmige Form beschrieben.
Zum Abschluss:
Babu Cha ist der Name des purpurnen Rohmaterials des Kreises Wangmo, nicht eines einzelnen Tees: Unter ihm sind Standards für roten, grünen und weißen Tee verzeichnet, und der staatliche Katalog beschreibt ein Produkt mit goldenen Tips und orangerotem Aufguss. Die Stützen des Namens sind Zehntausende alte Bäume von Jiaona, die geografische Angabe von 2021 und die Normenserie von 2025. Die Klasse laut Registrierung und die Primärdaten zu den Anthocyanen bleiben nach den gefundenen Quellen offen.
Quellen
Normen
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