Jieyuan Hongqing (Jiēyuán hōngqīng, 街源烘青) ist ein ofengetrockneter Grüntee aus der Bergregion Jieyuan im Süden des Kreises Shexian (歙县) der bezirksfreien Stadt Huangshan, Provinz Anhui. Der Name setzt sich aus der Ortsbezeichnung und der Verarbeitungsweise zusammen: Hongqing (烘青, hōngqīng) bezeichnet eine Gruppe grüner Tees, die durch Erwärmung über dem Feuer statt im Kessel getrocknet werden. Heimatkundler schreiben, der Name sei bereits zur Ming-Zeit bekannt gewesen, und das Dorf Huangwei habe in dieser Gegend als „erster Teemarkt von Jiangnan“ gegolten. Am 20. April 2025 wurde die zertifizierte Kollektivmarke mit geografischer Angabe „街源烘青“ vorgestellt.
1. Klassifikation und Herkunft
- Typ: Grüner Tee (绿茶, lǜchá) der Hongqing-Gruppe. Ein Referenzartikel über den Huizhou-Hongqing (徽州烘青) definiert ihn als streifenförmigen, ofengetrockneten Grüntee (条形烘青绿茶) und schreibt, dass nach dem Produktionsort historisch zwischen Jieyuan Hongqing und Beiyuan Hongqing (北源烘青) unterschieden wurde.
- Kategorie: Regionaler Grüntee des alten Huizhou-Gebiets; zertifizierte Kollektivmarke mit geografischer Angabe (2025).
- Herkunft: China, Provinz Anhui (安徽, Ānhuī), bezirksfreie Stadt Huangshan (黄山, Huángshān), Kreis Shexian (Shèxiàn). Laut einer Publikation von 2025 gehören zur Region Jieyuan die Gemeinden und Großgemeinden Huangtian (璜田), Jiekou (街口), Xiaochuan (小川) und weitere; dort leben etwa hunderttausend Menschen.
- Markenschutzzone: Die Markennummer, der Markeninhaber und die Grenzen der Schutzzone werden in den gefundenen Quellen nicht genannt.
- Geografische Koordinaten: Gemeinde Huangtian — etwa 29,7° nördlicher Breite und 118,6° östlicher Länge.
2. Geschichte und kulturelle Bedeutung
- Geschichte:
- Ming-Zeit. Eine heimatkundliche Publikation des Portals „Zhong’an zaixian“ (中安在线, 2019) nennt das Dorf Huangwei (璜蔚) als eines von drei Hongqing-Gebieten im Kreis Shexian und schreibt, Gaiyuan Maofeng (陔源毛峰) und Jieyuan Hongqing seien bereits zur Ming-Zeit bekannt gewesen. Ein Abriss über den Huizhou-Hongqing führt seine Herstellung anhand der Kreischronik (《歙县志》) ebenfalls auf die Ming-Zeit zurück.
- 1575 — Überlieferung. Eine Publikation von 2025 schreibt, im dritten Jahr der Ära Wanli (1575) habe der Teehändler Hu Rugao (胡汝皋) aus Huangwei hier erstmals die Hongqing-Technik angewendet. Eine Originalquelle nennt sie nicht, daher ist das Datum als lokale Überlieferung zu werten.
- Handelshaus Yutai. Laut der Dorfchronik „Aufzeichnungen über Huangwei“ (《璜蔚志》), die eine heimatkundliche Publikation zitiert, wurde das Handelshaus Yutai (裕泰茶行) zur Ming-Zeit von den Vorfahren des Kaufmanns Hu Miaohe (胡妙禾) eröffnet, und das Haus kaufte lange Zeit Tee für das Tianjiner Handelshaus Zhengyingde (正兴德茶行). In der Saison wurden über 120 Arbeiter beschäftigt und Tee auf 17 Waagen angenommen; der Tee wurde in Körbe aus Bambusblättern (箬篓) zu je 90 Jin verpackt und über Jiekou auf dem Wasserweg versendet.
- Späte Qing-Zeit und frühe Republikzeit. Laut derselben Publikation errichteten fünf Brüder aus der Familie Hu in den ersten Jahren der Republik in Huangwei eine Fabrik zur Teeveredelung. Sie produzierte eine „Jieyuan-Hongqing-Serie“ — Maofeng, Dafang und grünen Tee — in Zinndosen und Holzkisten, einer „überseeischen Verpackung“ (洋装); die Publikation sieht in den Brüdern die Begründer der fabrikmäßigen Teeveredelung in Huizhou. Der Hongqing der gesamten Region wurde in Huangwei gesammelt und über Jiekou landesweit versendet; Händler aus Tianjin, Shanghai und Hangzhou kamen hierher, und das Dorf wurde „erster Teemarkt von Jiangnan“ (江南第一茶市) und „kleines Tunxi“ (小屯溪) genannt.
- 1960er bis 1970er Jahre. Laut einer Publikation von 2025 wurden im Dorf Wugongling (蜈蚣岭) der Gemeinde Huangtian im Zuge der Kampagne „Von Dazhai lernen“ innerhalb von 13 Jahren steinerne Teeterrassen mit einer Fläche von etwa tausend Mu errichtet.
- 2023. Das „System der Terrassenteegärten des Kreises Shexian“ (安徽歙县梯地茶园系统) wurde in die siebte Liste des bedeutenden landwirtschaftlichen Erbes Chinas aufgenommen; eine Publikation von 2025 zählt auch die Terrassen von Wugongling dazu.
- 2025. Am 20. April, am Tag der Regenperiode Guyu, wurde die zertifizierte Kollektivmarke mit geografischer Angabe „街源烘青“ vorgestellt. Nach Aussage eines Vertreters des Kreiszentrums für die Entwicklung der Teewirtschaft wurde damit die Eigenart dieser Verarbeitungsweise erstmals rechtlich verankert.
- 2026. Am 10. April wurde im Dorf Wugongling eine gemeinsame Werbesaison für Huangshan Baicha und Jieyuan Hongqing eröffnet.
- Name: „Jieyuan“ (街源) ist der Name einer Bergregion im Süden des Kreises. „Hongqing“ (烘青) ist der Name einer Gruppe grüner Tees: 烘 (hōng) bedeutet Trocknen durch Erwärmung über dem Feuer, 青 (qīng) bedeutet grünes Blatt.
- Kulturelle Bedeutung: Heimatkundler nennen Huangwei auch das „kleine Shanghai“ des südlichen Shexian — wegen des einstigen Handelsbetriebs; das Dorf war ihren Angaben zufolge bekannt für Hongqing, Holz und Bambus.
3. Botanische Beschreibung und Rohmaterial
- Sorte / Kultivar: In den gefundenen Quellen werden für Jieyuan Hongqing keine Sorten genannt.
- Ernte: Nach Erinnerungen von Bewohnern in einer heimatkundlichen Publikation kam der Tee im vierten bis fünften Monat (四五月份) auf den Markt. Genaue Erntezeiten finden sich in den gefundenen Quellen nicht.
- Pflückstandard: Für den Huizhou-Hongqing insgesamt nennt ein Abriss eine Knospe mit zwei bis drei Blättern (一芽二三叶); Anforderungen speziell an Jieyuan Hongqing gibt es in den gefundenen Quellen nicht.
4. Terroir und Anbaubesonderheiten
- Region: Bergiger Süden des Kreises Shexian an der Grenze zu Zhejiang. Huangwei grenzt laut einer heimatkundlichen Publikation im Osten an den Kreis Chun’an der Provinz Zhejiang. Ein altes Volkslied, das dieselbe Publikation zitiert, beginnt mit den Worten „街口进街源,只见青山不见田“ — „Von Jiekou nach Jieyuan: Man sieht nur grüne Berge und keine Felder.“
- Umfang: Laut einer Publikation von 2025 gibt es in der Region etwa 67.000 Mu Teegärten — ein Viertel der Gärten des Kreises — mit einer Jahresproduktion von etwa 3.700 t, etwa 18.000 Teehaushalten und etwa 70 Teefirmen.
- Höhenlage, Böden und Klima: Dazu finden sich in den gefundenen Quellen keine Angaben.
5. Herstellungstechnologie
Zur Technologie des Jieyuan Hongqing wurde eine Charakterisierung gefunden: Eine Publikation von 2025 schreibt, sie zeichne sich durch „gleichmäßige Feuerführung und mildes Aroma“ (火功稳、香气醇) aus. Eine schrittweise Beschreibung und Parameter werden in den gefundenen Quellen nicht angeführt; der Text des Gruppenstandards ließ sich nicht öffnen.
Für den Huizhou-Hongqing insgesamt nennt ein Abriss drei Schritte — dies ist ein allgemeines Schema, keine Beschreibung speziell des Jieyuan Hongqing:
- Fixierung (杀青, shāqīng): Erhitzen stoppt die Oxidation des Blattes.
- Rollen (揉捻, róuniǎn): Das Blatt wird zu Streifen gerollt.
- Ofentrocknung (烘焙, hōngbèi): Der Tee wird durch Erwärmung statt im Kessel getrocknet; genau dieser Schritt gibt der Gruppe den Namen Hongqing.
6. Organoleptische Eigenschaften
- Aussehen des trockenen Blattes: Für den Huizhou-Hongqing nennt ein Abriss ganze Streifen (条索完整). Eine Beschreibung speziell des Jieyuan Hongqing findet sich in den gefundenen Quellen nicht.
- Aroma des trockenen Blattes: Keine Beschreibungen in den gefundenen Quellen.
- Aroma des Aufgusses: Eine Publikation von 2025 nennt das Aroma mild und voll (香气醇) — als Merkmal der lokalen Technologie.
- Geschmack: Auf der Werbesaison 2026 beschrieben Experten den Geschmack des Jieyuan Hongqing als kräftig und langanhaltend (醇厚悠长). Für den Huizhou-Hongqing insgesamt nennt ein Abriss einen milden Geschmack (滋味醇和) und bezeichnet den Tee als ergiebig über viele Aufgüsse.
- Farbe des Aufgusses: Keine Beschreibungen in den gefundenen Quellen.
- Teegrund (aufgegossenes Blatt): Keine Beschreibungen in den gefundenen Quellen.
7. Chemische Zusammensetzung
Physikalisch-chemische Daten finden sich in den gefundenen Quellen nicht.
8. Zubereitung
Übliche Praxis für grünen Tee.
- Wassertemperatur: 80–85 °C.
- Teemenge: 3 g auf 150 ml.
- Gefäß: Glas oder weiße Gaiwan.
- Ablauf:
- Gefäß vorwärmen.
- Tee einfüllen und Wasser an der Wand entlang zugießen.
- Erster Aufguss nach 40–60 Sekunden.
- Trinken, dabei einen Teil des Aufgusses stehen lassen.
- Wasser nachgießen.
- Zwei bis drei weitere Aufgüsse.
9. Lagerung
Übliche Praxis. In luftdichter Verpackung, im Kühlschrank bei 0–5 °C, ohne Licht, Feuchtigkeit und Fremdgerüche. Innerhalb eines Jahres aufbrauchen.
10. Preis und Fälschungen
Preisangaben finden sich in den gefundenen Quellen nicht.
- Wie man Fälschungen vermeidet:
- Auf die zertifizierte Kollektivmarke mit geografischer Angabe „街源烘青“ achten; die Liste der zugelassenen Produzenten ist in den gefundenen Quellen nicht veröffentlicht.
- Prüfen, dass der Produzent aus der Region Jieyuan im Kreis Shexian stammt.
- Beachten, dass Hongqing eine große Gruppe ist und das Wort „烘青“ auf der Verpackung nichts über die Herkunft aussagt.
- Der Gruppenstandard der Kreisteeassoziation T/SCX 004—2025 „地理标志证明商标 街源烘青茶“ existiert, sein Text ließ sich in den gefundenen Quellen jedoch nicht öffnen.
11. Interessante Fakten
- Ein Abriss bezeichnet den Huizhou-Hongqing als Grundlage hochwertiger Blütentees: Der unbehandelte Tee nimmt Aromen gut auf.
- Für die Terrassen von Wugongling wurden nach einer Zählung von 2025 mehr als 1,2 Millionen Arbeitstage und etwa 700 Millionen Steine aufgewendet.
12. Vergleich mit anderen Tees aus Huangshan
- Huangshan Baicha (黄山白茶): Grüner Tee des Kreises Shexian aus einer weißblättrigen Sorte, die in Gärten der Gemeinde Huangtian gefunden wurde; beide Tees werden gemeinsam beworben.
- Huangshan Maofeng (黄山毛峰): Bekannter Hongqing der bezirksfreien Stadt Huangshan — ebenfalls ein ofengetrockneter Grüntee.
- Tunlü (屯绿): Huizhou-Grüntee mit Kesseltrocknung; Huangwei wurde mit seinem Handelszentrum Tunxi verglichen.
- Songluo Cha (松萝茶): Historischer kesselgerösteter Grüntee aus dem Kreis Xiuning derselben bezirksfreien Stadt.
Fazit:
Jieyuan Hongqing ist ein ofengetrockneter Grüntee aus dem bergigen Süden des Kreises Shexian, dessen Geschichte besser in Handelschroniken festgehalten ist als in Geschmacksbeschreibungen: der Ruf des Namens aus der Ming-Zeit, das Handelshaus Yutai, der „erste Teemarkt von Jiangnan“ in Huangwei und heute die Terrassen von Wugongling in der Erbeliste sowie die Marke von 2025. Das Erscheinungsbild des Tees selbst ist sparsam beschrieben: gleichmäßiges Feuer, mildes Aroma, kräftiger langanhaltender Geschmack.
Quellen
Normen
Geografische Angabe
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