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Róngchéng lǜchá

Róngchéng lǜchá · 荣成绿茶

Róngchéng lǜchá (荣成绿茶) — ein grüner Tee aus dem kreisfreien Stadtbezirk Róngchéng (荣成市) der bezirksfreien Stadt Wēihǎi, am äußersten Osten der Halbinsel Shāndōng. Róngchéng ist auf drei Seiten vom Meer umgeben, und der Tee wächst hier an der nördlichen Grenze des chinesischen Teeanbaus. Laut Referenzbeschreibung gehörte der Kreis bereits in den 1960er-Jahren zu den erfolgreichsten Teilnehmern Shāndōngs an der Kampagne „南茶北引“ — der Verpflanzung südlichen Tees in den Norden. Seit 2010 ist der Name im Register der geografischen Angaben für Agrarprodukte des Landwirtschaftsministeriums eingetragen; Inhaber ist die Tee-Vereinigung von Róngchéng. Die Auskunft kennt drei Teeformen und nennt im Aroma Kastanie und gekochtes Eigelb.

1. Klassifikation und Herkunft

  • Typ: Grüner Tee (绿茶, lǜchá). Die Klasse steht im Namen; auch die Referenzbeschreibung von Blatt und Verarbeitung ist grün.
  • Kategorie: Nördlicher grüner Tee aus Shāndōng; geografische Angabe für Agrarprodukte (2010).
  • Herkunft: China, Provinz Shāndōng (山东, Shāndōng), bezirksfreie Stadt Wēihǎi (威海, Wēihǎi), kreisfreier Stadtbezirk Róngchéng (荣成, Róngchéng).
  • Schutzgebiet: Laut Bekanntmachung Nr. 1366 des Landwirtschaftsministeriums — vierzehn Gemeinden und Straßenkomitees von Róngchéng. Elf sind namentlich genannt: Hǔshān (虎山), Chéngshān (成山), Wánglián (王连), Shídǎo (石岛), Xiàzhuāng (夏庄), Yáxī (崖西), Lǐdǎo (俚岛), Téngjiā (滕家), Rénhé (人和), Níngjīn (宁津) und Yìnzǐ (荫子); die übrigen drei verbergen sich hinter dem Wort „等“ — „und andere“. Das Register nennt nur die Provinz; die Bekanntmachung gibt das Gebiet genauer an.
  • Geografische Koordinaten: Laut derselben Bekanntmachung — 122°09′–122°42′ ö. L., 36°45′–37°27′ n. Br.

2. Geschichte und kulturelle Bedeutung

  • Geschichte:
    • 1960er-Jahre. Laut Referenzbeschreibung wurde Róngchéng zu einem der erfolgreichsten Kreise Shāndōngs in der Kampagne „南茶北引“ (nán chá běi yǐn) — „südlicher Tee nach Norden“ — und wurde als Versuchskreis für hohe Erträge bestimmt. Ein genaues Datum der ersten Pflanzungen findet sich in den ausgewerteten Quellen nicht.
    • Mitte der 1970er-Jahre. Laut derselben Beschreibung wuchsen die Gärten Róngchéngs auf über zweitausend mǔ.
    • 1980er-Jahre. Die Erträge waren niedrig, und der größte Teil der Gärten wurde auf andere Kulturen umgestellt; von den alten Gärten blieben der Auskunft zufolge weniger als hundert mǔ. Das Wachstum setzte zu Beginn des 21. Jahrhunderts wieder ein.
    • 2010. Durch Bekanntmachung Nr. 1366 des Landwirtschaftsministeriums vom 2. April wurde Róngchéng lǜchá in das Register der geografischen Angaben für Agrarprodukte aufgenommen. Antragsteller — die Tee-Vereinigung von Róngchéng (荣成市茶业协会). Registriernummer — AGI00274, Nummer der technischen Anforderungen zur Qualitätskontrolle — AGI2010-03-00274. Ob die Registrierung derzeit noch gilt, habe ich nicht erneut geprüft.
    • 2018. Laut Referenzbeschreibung arbeiteten in der Stadt mehr als zwanzig Teekooperativen und mehr als fünfzig Familienbetriebe; neben grünem Tee wurden auch Oolong, schwarzer und weißer Tee hergestellt.
  • Name: „Róngchéng“ (荣成) — der Name des kreisfreien Stadtbezirks; „lǜchá“ (绿茶) — grüner Tee.
  • Kulturelle Bedeutung: Die heutigen Gärten entstanden aus der Kampagne zur Verpflanzung südlichen Tees in den Norden. Die Auskunft erwähnt auch eine Legende über einen tausendjährigen Teebaum auf dem „Teegipfel“ (茶叶顶) des Berges Cháshān; Dokumente dazu gibt es nicht.

3. Botanische Beschreibung und Rohmaterial

  • Sorte / Kultivar: Die Wiedergabe der Qualitätsanforderungen in der Referenzbeschreibung empfiehlt die Sorten Jiūkēng (鸠坑, Jiūkēng) und Fúdǐng dàbái (福鼎大白, Fúdǐng dàbái); sie werden für 2018 auch als Hauptsorten der Stadt genannt.
  • Rohmaterial: Die Referenzbeschreibung nennt ein dickes, fleischiges Blatt (叶片肥厚).
  • Ernte: Laut Referenzbeschreibung hat der Tee hier aufgrund der hohen Breite unter den Teegebieten die längste Wachstumsperiode und die kürzeste Erntezeit. Genaue Erntezeiträume finden sich in den ausgewerteten Quellen nicht.
  • Erntestandard: Ein genauer Standard findet sich in den ausgewerteten Quellen nicht. Die Wiedergabe der Anforderungen sagt, dass mit dem Pflücken begonnen wird, wenn sich auf einem Quadratmeter Strauchoberfläche 10–15 Standardtriebe gebildet haben, bei klarem Wetter am Morgen.

4. Terroir und Anbaubesonderheiten

  • Region: Östlicher Rand Shāndōngs, eine Gegend niedriger Berge und Hügel der Halbinsel Jiāodōng; Róngchéng ist auf drei Seiten vom Meer umgeben (三面环海).
  • Klima: Die Referenzbeschreibung nennt es warm-gemäßigt marin-feucht (暖温带海洋性湿润气候), mit warmem Winter und kühlem Sommer (冬暖夏凉); an anderer Stelle — monsunal-kontinental mit marinen Zügen. Ihren Angaben zufolge — im Mittel 11,3 °C pro Jahr, 785,4 mm Niederschlag, 214 frostfreie Tage.
  • Stellung in der Teegeografie: Nördlicher Rand des chinesischen Teeanbaus, Gebiet nördlich des Yángzǐ.
  • Anbauhöhe: Keine Angaben in den ausgewerteten Quellen.
  • Böden: Laut Referenzbeschreibung entwickelten sich die Böden der Stadt überwiegend auf saurem Gestein; am weitesten verbreitet sind braune Waldböden (棕壤), pH 5,6 bis 8,1, im Mittel 6,4.
  • Umfang: Die Referenzbeschreibung liefert zwei stark voneinander abweichende Zahlenpaare: für 2010 — 2000 ha Gärten und 500 t Tee, für 2018 — 204,8 ha und 70 t Trockentee. Eine Erklärung für den zehnfachen Unterschied findet sich in den ausgewerteten Quellen nicht.

5. Herstellungstechnologie

Die Anforderungen selbst zur Technologie habe ich nicht gesehen. Die Referenzbeschreibung zählt in ihrer Wiedergabe die Verarbeitungsschritte ohne Temperaturen und Zeiten auf. Es gibt drei Formen: gerollt (卷曲形), flach (扁形) und nadelförmig (针形).

Schritte — laut Wiedergabe der Anforderungen; Erläuterungen — allgemeines Schema grünen Tees, nicht Parameter von Róngchéng lǜchá:

  1. Ausbreiten (摊青, tānqīng): Das Blatt gibt einen Teil der Feuchtigkeit ab.
  2. Fixieren (杀青, shāqīng): Hitze stoppt die Oxidation.
  3. Rollen (揉捻, róuniǎn).
  4. Vortrocknen (烘青, hōngqīng): Erste Trocknung mit Heißluft.
  5. Formgebung (整形, zhěngxíng): Gerollte, flache oder nadelförmige Form.
  6. Hervortreten des Flaums (提毫, tíháo).
  7. Trocknen (烘干, hōnggān).

6. Organoleptische Eigenschaften

Unten — die Referenzbeschreibung; in Klammern — ihre Formulierungen.

  • Erscheinungsbild des trockenen Blatts: Gerollt — dichte, gleichmäßige, eingerollte Streifen (条索卷曲、紧结、匀整), von smaragdgrün bis dunkelgrün. Flach — glatt, flach und gerade (光扁平直), von zartgrün bis gelbgrün. Nadelförmig — flach und gerade, grün, glänzend und gleichmäßig (扁平挺直,绿润匀齐).
  • Aroma des trockenen Blatts: Keine Angaben in den ausgewerteten Quellen.
  • Aroma des Aufgusses: Hoch, mit besonderem Kastanienaroma und Aroma von gekochtem Eigelb (香气高,带有独特的板栗香和熟蛋黄香). Beim flachen wird das Kastanienaroma als voll, beim nadelförmigen als hoch und anhaltend bezeichnet.
  • Geschmack: Frisch, munter und weich (滋味鲜爽醇和); beim gerollten — voll und weich (浓醇), beim flachen — dicht und weich (醇厚).
  • Farbe des Aufgusses: Zartgrün, leuchtend (汤色嫩绿明亮), beim gerollten und flachen bis gelbgrün.
  • Teeblatt (aufgegossenes Blatt): Von zartgrün leuchtend bis gelbgrün; die Auskunft nennt das Blatt dick und widerstandsfähig gegen Aufgüsse (叶片肥厚耐冲泡).

7. Chemische Zusammensetzung

Die Referenzbeschreibung nennt folgende Kennwerte: wasserlösliche Extraktstoffe — mindestens 43,2 %, Aminosäuren — mindestens 10,82 %, Teepolyphenole — mindestens 30,4 %, Koffein — höchstens 3,0 %. Für „südlichen Tee“ werden dort 38,9 %, 2,39 %, 24,61 % und 3,8 % angegeben. Der Text selbst nennt den Unterschied „etwas höher“ (略高), obwohl er bei den Aminosäuren mehr als das Vierfache beträgt — diese Zahl ist als zweifelhaft zu betrachten. Die Aussage über die „größte Anreicherung von Nährstoffen“ (营养积累最多) wird ohne Messungen getroffen.

8. Aufgießen

Praxis der Klasse für grünen Tee.

  • Wassertemperatur: 80–85 °C.
  • Teemenge: 3 g auf 150 ml.
  • Gefäß: Glasbecher oder weißer Gàiwǎn.
  • Ablauf:
    1. Gefäß vorwärmen.
    2. Tee einfüllen und Wasser an der Wand entlang eingießen.
    3. Erster Aufguss nach 40–60 Sekunden.
    4. Trinken, dabei einen Teil des Aufgusses stehen lassen.
    5. Wasser nachgießen.
    6. Zwei bis drei weitere Aufgüsse; die Auskunft nennt das Blatt widerstandsfähig gegen Aufgüsse.

9. Lagerung

Praxis der Klasse. In luftdichter Verpackung, im Kühlschrank bei 0–5 °C, ohne Licht, Feuchtigkeit und Fremdgerüche. Am besten innerhalb eines Jahres trinken.

10. Preis und Fälschungen

Preisangaben finden sich in den ausgewerteten Quellen nicht.

  • Wie man Fälschungen vermeidet:
    • Auf das Zeichen der geografischen Angabe für Agrarprodukte achten.
    • Prüfen, ob der Hersteller aus den vierzehn Gemeinden und Straßenkomitees von Róngchéng stammt.
    • Einen zartgrünen, leuchtenden Aufguss und Kastanienaroma erwarten.
    • Nicht mit anderen Tees der Halbinsel verwechseln: Rǔshān, Yāntái und Láoshān haben eigene Namen und eigene Zeichen.

11. Interessante Fakten

  • Das Schutzgebiet ist nicht nur durch eine Gemeindeliste, sondern auch durch einen Koordinatenrahmen festgelegt: etwa 33′ in der Länge und 42′ in der Breite.
  • In derselben Bekanntmachung Nr. 1366 sind auch Róngchéng-Äpfel (荣成苹果) registriert — mit demselben Koordinatenrahmen.

12. Vergleich mit anderen grünen Tees aus Shāndōng

  • Rìzhào lǜ chá (日照绿茶): Grüner Tee der Stadt Rìzhào im Süden der Provinz, ebenfalls aus der Kampagne zur Verpflanzung südlichen Tees in den Norden hervorgegangen; im Korpus separat beschrieben.
  • Láoshān lǜ chá (崂山绿茶): Tee vom Berg Láoshān bei Qīngdǎo, ebenfalls ein Ergebnis der Kampagne zur Verpflanzung südlichen Tees in den Norden.
  • Rǔshān lǜ chá (乳山绿茶): Grüner Tee einer anderen Küstenstadt der Halbinsel.
  • Yāntái lǜ chá (烟台绿茶): Grüner Tee der bezirksfreien Stadt Yāntái auf derselben Halbinsel.

Zum Schluss:

Róngchéng lǜchá ist ein grüner Tee aus dem äußersten Osten Shāndōngs, wo die Gärten auf drei Seiten vom Meer umgeben sind. Das Wichtigste über ihn liefert die Registrierung von 2010 mit einem bis auf Gemeinden und Koordinaten genauen Gebiet, und die Referenzbeschreibung ergänzt drei Blattformen, einen zartgrünen Aufguss und ein Kastanienaroma mit einer Note von gekochtem Eigelb. Ihre Zahlen zu Gartenfläche und Aminosäuren gehen nicht auf, und der Artikel sagt das offen.

Quellen

Vollständige Liste — auf der Seite „Quellen“