Fu’an Lücha (Fú’ān lǜchá, 福安绿茶) ist ein grüner Tee aus der kreisfreien Stadt Fu’an (福安市) im Bezirk Ningde im Nordosten der Provinz Fujian, an der Grenze zu Zhejiang. Fu’an ist vor allem für den schwarzen Tee Tanyang Gongfu bekannt und trägt die Titel „Hauptstadt des schwarzen Tees Chinas“ und „Heimat des Tees Chinas“; der grüne Tee erhielt hier erst im Oktober 2021 ein eigenes Zertifizierungszeichen, fast zeitgleich mit dem weißen Tee. Laut Beschreibung des Zeichens handelt es sich um einen Tee aus großen, gleichmäßigen Knospen mit dichter Behaarung, mit zartem, anhaltendem Aroma, zart gelbgrünem, klarem Aufguss und frischem, weichem Geschmack mit süßem Nachklang.
1. Klassifikation und Herkunft
- Typ: Grüner Tee (绿茶, lǜchá). Die Klasse ist im Namen und im Register angegeben: Die Ware des Zeichens ist als „绿茶“ eingetragen.
- Kategorie: Grüner Tee aus Fujian mit geografischem Zertifizierungszeichen (2021).
- Herkunft: China, Provinz Fujian (福建, Fújiàn), bezirksfreie Stadt Ningde (宁德, Níngdé), kreisfreie Stadt Fu’an (福安市, Fú’ān shì).
- Gebiet: Laut Referenzseite für geografische Angaben das gegenwärtige Verwaltungsgebiet von Fu’an (福安市现辖行政区域). Im Provinzverzeichnis der Zeichen wird Fu’an als Verwaltungszugehörigkeit des Inhabers genannt; eine rechtliche Abgrenzung des Gebiets habe ich nicht gesehen.
- Schutzstatus: Geografisches Zertifizierungszeichen der Staatlichen Verwaltung für geistiges Eigentum Chinas (CNIPA) Nr. 35073373, Ware: grüner Tee. Laut Provinzverzeichnis vom 30. Juni 2026 wurde das Zeichen am 21. Oktober 2021 registriert, Inhaber ist der Teeindustrieverband von Fu’an (福安市茶业协会), die Registrierung ist gültig.
- Geografische Koordinaten: In den gefundenen Dokumenten nicht angegeben.
2. Geschichte und kulturelle Bedeutung
- Geschichte:
- Altertum. Die „Mindong ribao“ (2023) schreibt, dass die Teegeschichte Fu’ans „auf die Sui- und Tang-Dynastie zurückgeht“ (远溯隋唐). Laut „Fujian ribao“ (2018) wird in der Großgemeinde Shekou (社口镇) seit der mittleren Tang-Dynastie Tee angebaut. Angaben dazu, welcher Tee damals hergestellt wurde, gibt es in diesen Artikeln nicht.
- 1851. Laut „Mindong ribao“ wurde im Dorf Tanyang der schwarze Tee „坦洋工夫“ geschaffen, und im Jahr 1915 erhielt er die Goldmedaille der Panama International Exposition. Mit diesem Tee beginnt der Ruhm Fu’ans als Region des schwarzen Tees.
- Seit den 1970er-Jahren. Dieselbe Zeitung schreibt, dass 1972 in der Großgemeinde Gantang (甘棠镇) begonnen wurde, Stecklingssetzlinge der Sorten 福安大白茶 und 福云6号 zu ziehen. Mit der Zeit wurde Fu’an eine von sechs regionalen Basen zur Vermehrung von Teesorten im Land; in Spitzenjahren entfielen laut Zeitung etwa 60 % der im Land gelieferten Setzlinge auf Fu’an. Daher stammt das Sprichwort „天下茶苗出福安“ — „Setzlinge für das ganze Reich kommen aus Fu’an“.
- 2018. Laut „Fujian ribao“ (2021) reichte der Teeindustrieverband von Fu’an im November den Antrag auf das Zeichen „福安白茶“ ein.
- 2021. Das Zeichen „福安白茶“ (Nr. 35073374) wurde am 7. Oktober registriert, das Zeichen „福安绿茶“ (Nr. 35073373) am 21. Oktober; der Inhaber ist bei beiden derselbe. Die „Fujian ribao“ nennt den weißen Tee das sechzehnte geografische Zeichen der Stadt. Wann der Antrag auf den grünen Tee gestellt wurde, geht aus den gefundenen Quellen nicht hervor; die Nummern der beiden Zeichen folgen direkt aufeinander.
- Name: „Fu’an“ (福安) ist der Name der Stadt: 福 — „Glück“, 安 — „Ruhe“. „Lücha“ (绿茶) bedeutet „grüner Tee“.
- Kulturelle Bedeutung: Laut „Mindong ribao“ (2023) trägt Fu’an die Titel „中国红茶之都“ (Hauptstadt des schwarzen Tees Chinas) und „中国茶叶之乡“ (Heimat des Tees Chinas). In Shekou arbeitet laut „Fujian ribao“ (2018) die erste wissenschaftliche Teeeinrichtung der Provinz — heute das Teeinstitut der Fujian-Akademie für Agrarwissenschaften, mit einer Sammlung von 450 Teestrauchsorten. Über die Vergangenheit des grünen Tees in Fu’an berichten die gefundenen Quellen nichts.
3. Botanische Beschreibung und Rohmaterial
- Sorte / Kultivar: Das Zeichen nennt laut den gefundenen Daten keine Sorten. Die wichtigste lokale Sorte ist 福安大白茶 (Fú’ān dàbáichá), seit 1985 eine nationale Elitesorte (Nummer GS13003-1985, laut Wikipedia).
- Herkunftsort. Die Quellen weichen voneinander ab. Die chinesische Wikipedia nennt das Dorf Shanggaoshan der Gemeinde Muyang (穆阳乡上高山村); die Enzyklopädie des Landwirtschaftsverlags „智汇三农“ das Dorf Gaoling der Kommune Kangcuo (康厝公社高岭村); den Zweitnamen der Sorte verzeichnet sie als „高领大白茶“.
- Ursprung. Beide Nachschlagewerke führen zwei Versionen an: Auswahl aus wildem Tee oder Einfuhr aus dem Gebiet Songxi, Zhenghe und Jianyang, wo er „皇帝茶“ („Kaisertee“) genannt wurde. Den Namen 福安大白茶 erhielt die Sorte im Jahr 1973.
- Erscheinung. Halbbaum, Blatt dunkelgrün mit öligem Glanz. Die Enzyklopädie ordnet die Sorte als mittelblättrig ein; die Wikipedia nennt sie im selben Artikel sowohl großblättrig als auch mittelblättrig. Die Sorte ist früh, die Knospen sind fleischig, die Behaarung recht dicht.
- Für welche Tees. Laut Enzyklopädie gelingen aus ihr ausgezeichnete Baihao Yinzhen und Gongfu-Schwarztee, und grüner Tee mit Heißlufttrocknung (烘绿) ist „ebenfalls von guter Qualität“.
- Rohmaterial: Die Beschreibung des Zeichens spricht von großen, fleischigen Knospen mit dichter Behaarung; welche Sorten sie liefern und nach welchem Standard das Blatt gepflückt wird, ist nicht angegeben.
4. Terroir und Anbaubesonderheiten
- Region: Laut „Mindong ribao“ (2023) grenzt Fu’an im Norden an den Süden Zhejiangs und liegt im Osten an der Meerenge; das Klima ist mild und feucht. Das Gebiet des Berges Baiyunshan (白云山) im Stadtgebiet liegt laut Zeitung fast das ganze Jahr über in Nieselregen und Wolken.
- Umfang: Laut derselben Zeitung umfassen die Teegärten Fu’ans 300.000 mu; im Jahr 2022 wurden 28.100 t Rohtee im Wert von 2,12 Mrd. Yuan erzeugt. Das betrifft alle Tees der Stadt; der Anteil des grünen Tees wird nicht genannt.
- Höhenlage und Böden: In den gefundenen Quellen keine Angaben.
5. Herstellungstechnologie
Die Technologie des „福安绿茶“ beschreiben die gefundenen Quellen nicht. Auch die Trocknungsmethode — Heißluft oder Pfanne — nennt die Beschreibung des Zeichens nicht.
Nachstehend das allgemeine Schema für grünen Tee, nicht die Beschreibung genau dieses Tees:
- Ausbreiten des frischen Blattes (摊放, tānfàng): Das Blatt wird dünn ausgelegt, damit es einen Teil der Feuchtigkeit abgibt.
- Fixierung (杀青, shāqīng): Hitze stoppt die Oxidation und erhält die grüne Farbe.
- Rollen (揉捻, róuniǎn) oder eine andere Formgebung.
- Trocknung (干燥, gānzào): Mit Heißluft (烘青, hōngqīng) oder in der Pfanne (炒青, chǎoqīng).
6. Organoleptische Eigenschaften
Die folgende Beschreibung stammt von der Referenzseite für geografische Angaben für den Tee unter dem Zeichen.
- Erscheinung des trockenen Blattes: Knospen groß und fleischig, gleichmäßig, zartgrün mit Glanz, mit dichter, deutlich sichtbarer Behaarung (芽头肥壮、匀齐、嫩绿润、茸毛多显).
- Aroma des trockenen Blattes: In den gefundenen Quellen keine eigene Beschreibung.
- Aroma des Aufgusses: „Aroma des zarten Blattes“ — satt und lange anhaltend (嫩香馥郁悠长).
- Geschmack: Frisch, weich und belebend, mit süßem Nachklang (鲜醇爽、回甘).
- Farbe des Aufgusses: Zart gelbgrün, klar und leuchtend (嫩黄绿、清澈鲜亮).
- Teeblatt nach dem Aufguss (nasses Blatt): Zartgelb, gleichmäßig, leuchtend und lebendig (叶底嫩黄匀亮鲜活).
7. Chemische Zusammensetzung
Physikalisch-chemische Kennwerte des fertigen Tees finden sich in den gefundenen Quellen nicht. Für die Sorte 福安大白茶 gibt die Enzyklopädie die Zusammensetzung des frischen Blattes an (eine Knospe mit zwei Blättern): Polyphenole — 27,16 %, Koffein — 4,56 %. Das sind Daten zum Rohmaterial der Sorte, nicht zum Tee unter dem Zeichen: Welche Sorte in den „福安绿茶“ eingeht, ist unbekannt.
8. Zubereitung
Praxis der Klasse für zarten grünen Tee aus Knospen.
- Wassertemperatur: 80–85 °C.
- Teemenge: 3 g auf 150 ml.
- Gefäß: Glasbecher — darin sind die behaarten Knospen sichtbar — oder weiße Gaiwan.
- Ablauf:
- Gefäß vorwärmen.
- Tee einfüllen und Wasser an der Wandung entlang zugießen.
- Erster Aufguss — nach 40–60 Sekunden.
- Trinken, dabei einen Teil des Aufgusses zurücklassen.
- Wasser nachgießen.
- Zwei bis drei weitere Aufgüsse.
9. Lagerung
Praxis der Klasse. In luftdichter Verpackung, im Kühlschrank bei 0–5 °C, ohne Licht, Feuchtigkeit und Fremdgerüche. Am besten innerhalb eines Jahres trinken.
10. Preis und Fälschungen
Angaben zu Preisen gibt es in den gefundenen Quellen nicht.
- So vermeiden Sie Fälschungen:
- Auf das Zertifizierungszeichen „福安绿茶“ Nr. 35073373 achten; über das Nutzungsrecht verfügt der Teeindustrieverband von Fu’an.
- Prüfen, ob der Hersteller aus Fu’an stammt.
- Nicht mit benachbarten Zeichen desselben Inhabers verwechseln: „福安白茶“ ist weißer Tee, „坦洋工夫“ ist schwarzer Tee.
- Erscheinung: große behaarte Knospen, zart gelbgrüner, klarer Aufguss, zartgelbes, gleichmäßiges nasses Blatt.
11. Interessante Fakten
- Die Zeichen für grünen und weißen Tee aus Fu’an folgen direkt aufeinander — Nr. 35073373 und Nr. 35073374 — und wurden im Abstand von zwei Wochen registriert.
- Fu’an ist eine der wichtigsten Pflanzschulen für Teesetzlinge in China; die Zeitung spricht von mehr als 50 Sorten in den Pflanzschulen der Großgemeinde Gantang.
- Die lokale Sorte 福安大白茶 stammt einer Version zufolge aus dem Norden Fujians, wo sie „Kaisertee“ genannt wurde.
12. Vergleich mit anderen Tees aus Fu’an und Fujian
- Tanyang Gongfu (坦洋工夫): Der wichtigste Tee Fu’ans — ein schwarzer Gongfu-Tee aus dem Dorf Tanyang, unter dem Zeichen desselben Inhabers.
- Fu’an (福安): Der Korpusartikel über weiße Tees aus Fu’an und Jian’ou — über eine andere Klasse desselben Gebiets.
- Songxi Lücha (松溪绿茶): Grüner Tee aus dem Norden Fujians, Zeichen von 2009; vier Blattformen unter einem Namen.
- Wuping Lücha (武平绿茶): Grüner Tee aus dem Westen Fujians.
- Youxi Lücha (尤溪绿茶): Grüner Tee aus dem Zentrum Fujians, Bezirk Sanming.
Fazit:
Fu’an Lücha ist ein grüner Tee aus einer Gegend, die durch den schwarzen Tanyang Gongfu berühmt ist und durch Pflanzschulen, die in Spitzenjahren mehr als die Hälfte der Teesetzlinge des Landes lieferten. Es gibt wenige Dokumente über ihn: ein Zeichen aus dem Jahr 2021, der Inhaber ist der städtische Teeverband, das Gebiet ist ganz Fu’an, und eine kurze Beschreibung des Aussehens. Demnach ist er ein Tee aus großen, behaarten Knospen mit zartem, anhaltendem Aroma, klarem gelbgrünem Aufguss und weichem Geschmack mit süßem Nachhall.
Quellen
Geografische Angabe
Vollständige Liste — auf der Seite „Quellen“