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title: "Wànníng zhègū chá"
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updated: 2026-10-04
source: THE TEA — encyclopedia of Chinese tea (https://thetea.app)
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# Wànníng zhègū chá (万宁鹧鸪茶)

**Wanning Zhegu Cha** (*Wànníng zhègū chá*, 万宁鹧鸪茶) — der „Rebhuhntee" des kreisfreien Stadtbezirks Wanning an der Ostküste Hainans. Es handelt sich nicht um Blätter der Teepflanze *Camellia sinensis*: Das Material stammt von alten Blättern eines Strauchs aus der Gattung Mallotus (野桐属) aus der Familie der Wolfsmilchgewächse, die zu Kugeln gerollt und wie Gebetsperlen auf einen Faden aufgezogen werden. Ein solches Getränk wird als Teeersatz (代用茶, *dàiyòng chá*) bezeichnet; seit 2025 ist es ein Produkt mit geografischer Angabe.

**1. Klassifikation und Herkunft:**

* **Typ:** Kein Tee im botanischen Sinn und keine der sechs Klassen chinesischen Tees; ein Aufguss aus Blättern einer anderen Pflanze.
* **Kategorie:** Produkt mit geografischer Angabe (地理标志产品): Bekanntmachung Nr. 632 des Staatlichen Amtes für geistiges Eigentum vom 9. Juni 2025 (veröffentlicht am 27. Juni), Position 222 von 224. Antragsteller ist der Branchenverband für Rebhuhntee Wanning (万宁市鹧鸪茶产业协会).
* **Herkunft:** China, Provinz Hainan (海南, *Hǎinán*), kreisfreier Stadtbezirk Wanning (万宁, *Wànníng*).
* **Schutzgebiet:** Ganz Wanning — die Großgemeinden Longgun, Shangen, Hele, Hou’an, Beida, Damao, Wancheng, Dong’ao, Liji, Changfeng, Nanqiao, Sangenluo und die Farm Xinglong (兴隆华侨农场): 13 Einheiten und 217 Verwaltungsdörfer.
* **Geografische Koordinaten:** Laut Dokument 110°00′18″–110°34′36″ ö. L. und 18°35′13″–19°06′00″ n. Br.
* **Andere Namen:** „Dongshanling-Rebhuhntee" (东山岭鹧鸪茶); der chinesische botanische Name der Pflanze lautet 山苦茶 (*shān kǔchá*).

**2. Geschichte und kulturelle Bedeutung:**

* **Geschichte:**
    * **Qing-Zeit.** Die Stiftung „Dengta" führt eine Aufzeichnung des Arztes Zhao Qiguang (赵其光) aus dem Traktat „Bencao qiuyuan" (《本草求原》) an, in der die Pflanze als süßlich-scharf und von warmer Natur bezeichnet wird. Das Zitat wurde nicht mit der Originalquelle abgeglichen.
    * **2019–2022.** Nach einer Meldung des Portals des Handelsministeriums (Juni 2022) reichte Wanning Anträge auf geografische Zertifizierungszeichen ein, darunter „万宁鹧鸪茶"; der Kreis verfügte damals über zwei geschützte Produkte mit geografischer Angabe — Kaffee aus Xinglong und Krabben aus Hele. Das Verzeichnis Sinogi führt für den Namen das Zeichen Nr. 37200895.
    * **2021.** Nach der Stiftung „Dengta" nahm das Ministerium für Landwirtschaft und ländliche Angelegenheiten am 4. Juni 2021 „万宁鹧鸪茶" in das Register für landwirtschaftliche geografische Angaben auf. Der Text des Beschlusses konnte in dieser Prüfung nicht aufgefunden werden.
    * **2023.** Im Bericht der Universität Zhejiang über den Ruf von Marken landwirtschaftlicher Produkte mit geografischen Angaben erreichte Wanning Zhegu Cha den höchsten Wert für Markenanziehungskraft in Hainan — 910,12.
    * **2025.** Das Staatliche Amt für geistiges Eigentum anerkannte es als Produkt mit geografischer Angabe und bestätigte die Anforderungen an das Produkt.
* **Name:** 鹧鸪 (*zhègū*) — Rebhuhn. Eine Überlieferung besagt, dass das zahme Rebhuhn eines Bewohners von Wanning erkrankte; der Besitzer gab ihm einen Absud wilder Blätter vom Berg Dongshanling zu trinken, und der Vogel genas und lebte lange. Eine zweite Überlieferung verbindet das Getränk mit dem Mönch Jianzhen, der durch einen Taifun angeblich nach Hainan verschlagen worden sein soll.
* **Kulturelle Bedeutung:** Der Dramatiker Tian Han (田汉) hinterließ auf dem Dongshanling laut „Dengta" die Zeile «羊肥爱芝草，茶好伴名泉» — „die Ziegen werden fett, weil sie das wundersame Kraut lieben, zu gutem Tee passt eine berühmte Quelle". Nach lokalem Glauben riecht das Fleisch der Dongshan-Ziegen (东山羊) deshalb nicht, weil die Ziegen junge Blätter dieser Pflanze fressen.

**3. Botanische Beschreibung und Rohmaterial:**

* **Pflanze:** Nach den Anforderungen an das Produkt — der Rebhuhnteestrauch (鹧鸪茶树) der Gattung Mallotus aus der Familie der Wolfsmilchgewächse; im Dokument ist die Art als *Mallotus obolongifolius* (Miq.) Muell.-Arg. angegeben. Die übliche Schreibweise lautet *Mallotus oblongifolius* (Miq.) Müll.Arg.; ein Teil der modernen Übersichten betrachtet sie als Synonym von *Mallotus peltatus*.
* **Blatt:** Nach „Dengta" — rundlich-eiförmig, 5–15 cm lang, mit zugespitztem Ende und wellig-gezähntem Rand; die fiederförmigen Blattadern sind auf der Unterseite gut sichtbar.
* **Höhe:** Die Quellen weichen voneinander ab: „Dengta" schreibt „bis 10 m", ein anderes Nachschlagewerk 1–3 m. In den Gärten werden nach den Anforderungen an das Produkt Sträucher, die älter als drei Jahre und höher als 180 cm sind, bis auf 20–30 cm über dem Boden zurückgeschnitten, wobei der Hauptstamm erhalten bleibt.
* **Vermehrung:** Durch Stecklinge.
* **Rohmaterial:** Nach den Anforderungen — von Hand gepflückte ganze, frische grüne, gleichmäßige alte Blätter (老叶). Knospen und junge Triebe, wie sie für Tee üblich sind, werden hier nicht benötigt.

**4. Terroir und Besonderheiten des Anbaus:**

* **Wildpflanze:** Trockenheitsresistent, wächst auf Ödland und in Felsspalten — vor allem auf dem Berg Dongshanling (东山岭) in Wanning und dem Tongguling (铜鼓岭) im benachbarten Wenchang. „Dengta" erwähnt sie auch in Qiongzhong, Ledong und Baoting, hält aber das Material vom Dongshanling und Tongguling für das beste.
* **Standort nach den Anforderungen:** Ebene Fläche oder sanfter Hang, Schattenseite, bergiger Lehm- oder Sandboden mit einer Schicht von mindestens 30 cm, schwach sauer.
* **Pflege:** Zwei- bis dreimal pro Woche Beregnung, eine Düngung im September bis Oktober, hauptsächlich organisch; gegen Schädlinge sind agrotechnische, chemische, biologische und physikalische Maßnahmen zulässig.
* **Höhe und Klima:** Keine Daten vorhanden.

**5. Produktionstechnologie:**

Die Anforderungen von 2025 beschreiben eine maschinelle Verarbeitung in sechs Schritten:

1.  **Waschen:** Wasser von 38–45 °C, Aussortieren von Fremdkörpern.
2.  **Ausbreiten (摊晾, *tānliàng*):** Schicht von 5–10 cm, 6–8 Stunden, leichtes Wenden alle zwei Stunden.
3.  **Fixierung (杀青, *shāqīng*):** 250–300 °C, 2–4 Minuten.
4.  **Formgebung (造形, *zàoxíng*):** Maschinelles Rollen und Pressen zu Granulat.
5.  **Trocknung (烘干, *hōnggān*):** 100 °C, 2 Stunden.
6.  **Aromaentwicklung (提香, *tíxiāng*):** 120 °C, 10 Stunden.

Eine populäre Beschreibung („Dengta") zeichnet ein häusliches Bild: Die Blätter werden zu Kügelchen gerollt und an der Sonne getrocknet, ohne Röstung; die Kugeln werden in Bündeln von etwa 20 Stück, rund 40 g, aufgefädelt und mit einem Blatt der Kokospalme umwickelt. Derselbe Artikel gibt auch die Anforderungen mit Fixierung wieder; die Abweichungen erklärt die Quelle nicht.

**6. Organoleptische Eigenschaften:**

Nach den Anforderungen an das Produkt von 2025:

* **Erscheinung des trockenen Blattes:** Granulat von graugrüner Farbe, gleichmäßig in der Größe, dicht gerollt, sauber, ohne Fremdstoffe.
* **Aroma des trockenen Blattes:** In den Anforderungen nicht gesondert beschrieben. Das Verzeichnis Sinogi schreibt, dass das getrocknete Blatt dicht und aromatisch duftet, mit einem besonderen Geruch von „Linglingxiang" (零陵香, *línglíngxiāng*); denselben Geruch im Aufguss erwähnt auch „Dengta".
* **Aroma des Aufgusses:** Deutlicher angenehmer „medizinaler" Duft (药香).
* **Geschmack:** Voll, süßlich-scharf und „warm", mit einer leichten Note von geröstetem Tabak.
* **Farbe des Aufgusses:** Dunkel bernsteinfarben, klar und gleichmäßig. Sinogi beschreibt es anders: Der erste Aufguss blassgrün, der zweite blassorange, auf der Oberfläche ein dünner Film pflanzlichen Öls.
* **Teeboden (aufgegossenes Blatt):** Die Blätter entfalten sich von selbst und bleiben ganz.

**7. Chemische Zusammensetzung:**

Physikalisch-chemische Anforderungen von 2025:

| Kennzahl | Norm |
| :--- | :--- |
| Feuchte | 5,5–7,5 % |
| Gesamtasche | „9,5–1,8 %" — so im Dokument; die untere Grenze liegt über der oberen, dies ist offensichtlich ein Tippfehler |
| Wasserlösliche Extraktstoffe | 29–33 % |
| Rohfaser | 21–23 % |

Eine Untersuchung in der Zeitschrift Foods (2021) verglich 24 Proben frischen Rebhuhntee-Blattes, je sechs aus Wenchang, Wanning, Baoting und Sanya. Als Herkunftsmarker erwiesen sich die Isotope von Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff sowie vier Polyphenole — Luteolin, Protocatechusäure, Astragalin und Naringenin; in dieser kleinen Stichprobe unterschieden die Modelle die Gebiete bei der Kreuzvalidierung fehlerfrei.

**8. Nützliche Eigenschaften:**

Geprüfte Daten zur Wirkung gerade dieses Produkts liegen nicht vor. Das Qing-zeitliche Traktat und moderne Werbetexte schreiben ihm heilende Eigenschaften zu; sie werden hier nicht wiedergegeben.

**9. Zubereitung:**

Übliche Praxis für Kräuteraufgüsse; die Anforderungen geben keine Zubereitungsweisen vor.

* **Wassertemperatur:** 95–100 °C.
* **Menge:** Ein bis zwei Kugeln (je etwa 2 g) auf 200–300 ml.
* **Vorgang:** Glaskanne oder Gaiwan; erster Aufguss 3–5 Minuten, bis sich das Blatt entfaltet, danach mehrere Aufgüsse mit zunehmender Ziehzeit.

Ein Nachschlagewerk empfiehlt, mit Wasser der Quelle Liuding (流鼎泉) auf dem Dongshanling aufzugießen.

**10. Lagerung:**

Übliche Praxis. In dichter Verpackung, an einem trockenen, dunklen Ort, fern von Fremdgerüchen.

**11. Preis und Fälschungen:**

Angaben zu Preisen finden sich in den ausgewerteten Quellen nicht.

* **So vermeidet man Fälschungen:**
    * Auf das besondere Zeichen für geografische Angaben und einen Hersteller aus Wanning achten: Das Recht auf das Zeichen erteilt das Staatliche Amt nach Prüfung in Wanning und Hainan.
    * Orientierungspunkte nach den Anforderungen: graugrüne dichte Granulate, dunkel bernsteinfarbener Aufguss, „medizinaler" Duft, ganzes Blatt am Boden.
    * Nicht mit Hainan-Tee aus *Camellia sinensis* verwechseln — beim Rebhuhntee handelt es sich um eine andere Pflanze.

**12. Interessante Fakten:**

* Das Rohmaterial besteht aus alten Blättern, nicht aus Knospen, und die Kugeln werden in Bündeln verkauft, die buddhistischen Gebetsketten ähneln.
* Nach dem Wert für Markenanziehungskraft im Bericht von 2023 steht Wanning Zhegu Cha in einer Reihe mit Taiping Houkui und Jingshan Cha — über 900 Punkten.

**13. Vergleich mit anderen Aufgüssen und Tees:**

* **Laifeng Tengcha ([来凤藤茶](https://thetea.app/de/article/laifeng-tengcha)):** Ebenfalls ein Produkt mit geografischer Angabe, das nicht aus der Teepflanze stammt — aus einer Liane.
* **Kugua Cha ([苦瓜茶](https://thetea.app/de/article/kugua-cha)):** Teeersatz aus Bittergurke.
* **Wuzhishan Hong Cha ([五指山红茶](https://thetea.app/de/article/wuzhishan-hongcha)):** Echter roter Tee Hainans aus der Teepflanze.
* **Baisha Hong Cha ([白沙红茶](https://thetea.app/de/article/baisha-hongcha)):** Roter Tee aus dem Kreis Baisha, wo das Volk der Li neben anderen Kräuter-„Tees" auch Rebhuhntee aufgießt.

**Fazit:**

Wanning Zhegu Cha ist kein Tee, sondern eine hainanesische Tradition, Blätter des Mallotus aufzugießen: graugrüne Kugeln, ein dunkel bernsteinfarbener Aufguss mit „medizinalem" Duft und einem Anklang von geröstetem Tabak. Die Anforderungen von 2025 beschreiben eine maschinelle Technologie, während die Legenden vom Rebhuhn die Erinnerung an den wilden Strauch des Berges Dongshanling bewahren.
