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title: "Tīngxī lánxiāng chá"
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updated: 2026-10-04
source: THE TEA — encyclopedia of Chinese tea (https://thetea.app)
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# Tīngxī lánxiāng chá (汀溪兰香茶)

**Tingsi Lanxiang Cha** (*Tīngxī lánxiāng chá*, 汀溪兰香茶) — ein grüner Tee aus vier Dörfern der Gemeinde Tingxi (汀溪乡) im Kreis Jing (泾县) der bezirksfreien Stadt Xuancheng im Süden der Provinz Anhui, in beschreibender Übersetzung „Orchideenduft von Tingxi“. Die Anforderungen des Produkts mit geografischer Angabe nennen zwei typische Merkmale: die Form von Stickscherenklingen (绣剪形) und den Orchideenduft. Der Name ist seit 2017 durch eine landwirtschaftliche geografische Angabe und seit 2025 durch die Anerkennung als Produkt mit geografischer Angabe geschützt. Es handelt sich um ein eigenständiges Produkt und nicht um ein Synonym für Jingxian Lanxiang Cha: Dessen Zone umfasst 46 Dörfer, und die vier Dörfer von Tingsi Lanxiang gehören dazu.

**1. Klassifikation und Herkunft:**

* **Typ:** Grüner Tee (绿茶, *lǜchá*). Das Nachschlagewerk nennt ihn einen berühmten grünen Tee der Klasse der feuergetrockneten „spitzen“ Tees (烘青尖茶类名优绿茶, *hōngqīng jiānchá*); die Technologie nach den Anforderungen ist grün (Abschnitt 5).
* **Kategorie:** „Spitzer“ Tee des Kreises Jing; Produkt mit geografischer Angabe.
* **Herkunft:** China, Provinz Anhui (安徽, *Ānhuī*), bezirksfreie Stadt Xuancheng (宣城, *Xuānchéng*), Kreis Jing (泾县, *Jīngxiàn*), Gemeinde Tingxi (汀溪, *Tīngxī*).
* **Schutzgebiet:** Vier Dörfer der Gemeinde Tingxi — Danankeng (大南坑村), Hongxing (红星村), Hongling (红岭村) und Gaoshan (高山村). Antragsteller ist der Teeverband des Kreises Jing (泾县茶业协会). Die Darstellung einer kommerziellen Seite, der Tee werde im gesamten Kreis hergestellt, wird durch das Dokument nicht bestätigt.
* **Geografische Koordinaten:** 30°28′40″–30°38′19″ n. Br., 118°33′51″–118°40′12″ ö. L. (Grenzen des Schutzgebiets).

**2. Geschichte und kulturelle Bedeutung:**

* **Geschichte:**
    * **Vorgeschichte.** Nach den Nachschlagewerken ist „spitzer“ Tee (尖茶, *jiānchá*) ein traditionelles Erzeugnis des Kreises. Die Datierungen gehen auseinander: Einige Texte nennen „Baiyun Lanpian“ (白云兰片) als Tee der Tang- und Song-Zeit, ein anderes Nachschlagewerk schreibt, unter den Tang sei hier „Baiyun Cha“ (白云茶) hergestellt worden, und führt den Namen „Baiyun Lanpian“ nach der Schrift „白云茶赋“ aus der Kangxi-Ära (康熙) der Qing-Dynastie an.
    * **Späte Qing-Zeit.** Die „spitzen“ Tees aus Tingxi und Aimin (爱民) wurden in Städten entlang des Jangtse verkauft und in Partien nach Südostasien ausgeführt, weshalb man sie „überseeischen spitzen Tee“ (洋尖, *yángjiān*) nannte.
    * **Entstehung.** Nach den Nachschlagewerken wurde der Tee auf Grundlage des früheren „spitzen“ Tees höchster Sorte unter Leitung von Professor Chen Chuan (陈椽) geschaffen: Die Pflückung wurde auf eine Knospe mit einem Blatt angehoben, die Form auf Scherenklingen gebracht, und der Name wurde mit Blick auf den orchideenartigen „Baiyun Lanpian“ vergeben. Ein anderes Nachschlagewerk nennt als Grundlage den örtlichen „Tingsi Tikui“ (汀溪提魁). Entstehungsjahre nennen die Quellen nicht.
    * **2013–2014.** Nach einer Mitteilung der Kreisregierung gehörte der Tee zwei Jahre in Folge zu den zehn beliebtesten Teemarken der Provinz und war der einzige Tee aus Xuancheng.
    * **2015.** Das Amt für technische Qualitätsaufsicht der Provinz Anhui (安徽省质量技术监督局) genehmigte am 14. Juli den lokalen Standard DB34/T 2413-2015 „Technische Vorschrift für die Herstellung von Tingsi Lanxiang Cha“ (汀溪兰香茶生产技术规程); in Kraft gesetzt wurde er am 14. August 2015.
    * **20. April 2017.** Das Landwirtschaftsministerium der VR China registrierte „汀溪兰香茶“ als landwirtschaftliches Produkt mit geografischer Angabe.
    * **2019.** In Tingxi fand das achte Pflückfest „泾县（汀溪）兰香茶“ statt.
    * **20. Mai 2020.** Nach dem Nachschlagewerk wurde der Tee in das gesamtstaatliche Verzeichnis „全国名特优新农产品“ aufgenommen.
    * **9. Juni 2025.** Die Staatliche Verwaltung für geistiges Eigentum (CNIPA) erkannte ihn mit Bekanntmachung Nr. 632 als Produkt mit geografischer Angabe an — getrennt von Jingxian Lanxiang Cha, das mit derselben Bekanntmachung anerkannt wurde.
* **Name:** „Tingsi“ (汀溪) ist der Name der Gemeinde; „lanxiang“ (兰香) bedeutet „Orchideenduft“; „cha“ (茶) bedeutet Tee.
* **Kulturelle Bedeutung:** Die Regierung von Xuancheng nennt Tingxi die Heimat dieses Tees und eine „Gemeinde berühmter Tees“ des Bezirks, den Tee selbst einen biologischen grünen Tee in Handarbeit. Das Pflückfest fördert die gemeinsame Kreismarke „泾县兰香“.

**3. Botanische Beschreibung und Rohmaterial:**

* **Sorten:** Die Anforderungen nennen gute Sorten wie „Lanxiang Nr. 1“ (兰香一号, *Lánxiāng yī hào*). Nach dem Nachschlagewerk des Verbands für Agrartechnologie in Wiedergabe handelt es sich um eine lokale Population (当地[群体种](https://thetea.app/de/article/qunti-zhong)) und daraus selektierte Linien; Blätter mit violettem Schimmer werden nicht genommen.
* **Pflückstandard:** Eine Knospe mit einem gerade beginnenden, sich entfaltenden Blatt (一芽一叶初展); das Blatt wird mit einer Aufwärtsbewegung der Hand abgebrochen (提手采).
* **Pflückzeit:** Nach den Anforderungen beginnt die Pflückung im Zeitraum von der letzten Märzdekade bis zum Qingming-Fest (清明). Eine Lehrveröffentlichung schreibt von einer Pflückung zwischen Qingming und Guyu (谷雨); wodurch die Abweichung erklärt wird, ist in den Quellen nicht angegeben.

**4. Terroir und Anbaubesonderheiten:**

* **Region:** Gebirge im Süden Anhuis.
* **Klima:** Nördliches subtropisches Monsunklima, feucht. Das Nachschlagewerk nennt für Tingxi 15,7 °C Jahresdurchschnitt, 246 frostfreie Tage, 1932,4 Sonnenstunden und 1536,7 mm Niederschlag; bei klarem Wetter liegt hier morgens und abends Nebel, bei schlechtem Wetter stecken die Berge in Wolken.
* **Böden:** Nach den Anforderungen — gut strukturiert, sandig, gut durchlässig, mit dicker Humusschicht; organische Substanz 2–6 %, pH 5,0–6,0.
* **Pflege:** Beim Lockern wird verrottete organische Substanz eingebracht — Kompost, Presskuchen, Mist.
* **Anbauhöhe:** In den gefundenen Quellen keine Angaben.
* **Umfang:** Das Nachschlagewerk lokaler Produkte nennt 400 ha Gärten und 80 t Erzeugung; das Jahr dieser Zahlen ist nicht angegeben, worauf sich die Fläche bezieht, ist unklar.

**5. Herstellungstechnologie:**

Die Anforderungen des Produkts mit geografischer Angabe geben folgende Kette vor:

1.  **Welken des frischen Blatts (摊放, *tānfàng*).**
2.  **Fixierung (杀青, *shāqīng*):** Hitze stoppt die Oxidation.
3.  **Formgebung (做形, *zuòxíng*):** Ausrichten (理条, *lǐtiáo*) und leichtes Andrücken — daher die gerade flache Form.
4.  **Erste Trocknung (初烘, *chūhōng*).**
5.  **Abkühlen (摊凉, *tānliáng*).**
6.  **Verlesen (捡剔, *jiǎntī*).**
7.  **Nachtrocknung (复烘, *fùhōng*).**
8.  **Verpackung.**

Die Herstellung beschreibt auch die provinzielle technische Vorschrift DB34/T 2413-2015 (Abschnitt 2). Der Text der Vorschrift liegt in den gefundenen Quellen nicht vor, daher werden ihre Anforderungen hier nicht wiedergegeben.

Temperaturen und Zeiten der Arbeitsschritte fehlen in den gefundenen Quellen. Eine kommerzielle Beschreibung schreibt von Trocknung über Holzkohle bis zu einer Feuchtigkeit von 5 % und darunter; die Anforderungen erlauben bis zu 7 %.

**6. Organoleptische Merkmale:**

Nach den Anforderungen des Produkts mit geografischer Angabe.

* **Erscheinungsbild des trockenen Blatts:** Form von Stickscherenklingen, gerade und ausgebreitet, smaragdgrün, mit deutlichem Flaum (绣剪形，平直舒展，翠绿显毫).
* **Aroma des trockenen Blatts:** In den gefundenen Quellen keine Beschreibungen.
* **Aroma des Aufgusses:** Rein und hoch, mit deutlichem Orchideenduft (香气清高显兰花香).
* **Geschmack:** Frisch und weich, mit süßem Nachhall (滋味鲜醇回甘).
* **Farbe des Aufgusses:** Rein, klar und leuchtend (汤色清澈明亮); die Nachschlagewerke präzisieren — zartgrün.
* **Teeblatt (aufgegossenes Blatt):** Fleischig und zart, die Blätter öffnen sich wie eine Blüte, grün und glänzend (叶底肥嫩成朵绿亮).

**7. Chemische Zusammensetzung:**

Physikalisch-chemische Anforderungen des Produkts mit geografischer Angabe:

| Kennwert | Norm |
| :--- | :--- |
| Feuchtigkeit | nicht mehr als 7,0 % |
| Staub | nicht mehr als 0,5 % |
| Gesamtasche | nicht mehr als 6,5 % |
| Wasserlösliche Extraktstoffe | nicht weniger als 37,0 % |
| Rohfaser | nicht mehr als 14,0 % |

Die Anforderungen der landwirtschaftlichen Angabe verwiesen bei den physikalisch-chemischen Kennwerten und der Sortierung auf den Provinzstandard DB34/T 1582 „Produkt mit geografischer Angabe Tingsi Lanxiang Cha“; dessen Text liegt in den gefundenen Quellen nicht vor. Angaben zu Polyphenolen, Aminosäuren und Koffein fehlen in den gefundenen Quellen ebenfalls.

**8. Gesundheitliche Eigenschaften:**

Geprüfte Angaben zur Wirkung gerade dieses Tees liegen nicht vor.

**9. Zubereitung:**

Praxis der Klasse für grünen Tee.

* **Wassertemperatur:** 80–85 °C.
* **Teemenge:** 3 g auf 150 ml.
* **Gefäß:** Glasbecher oder weißes Gaiwan.
* **Ablauf:**
    1. Gefäß vorwärmen.
    2. Tee einfüllen und Wasser an der Wand entlang zugießen.
    3. Erster Aufguss — nach 40–60 Sekunden.
    4. Trinken, dabei ein Drittel des Aufgusses stehen lassen.
    5. Wasser nachgießen.
    6. Zwei bis drei erneute Aufgüsse.

**10. Lagerung:**

Praxis der Klasse. In luftdichter, lichtundurchlässiger Verpackung, im Kühlschrank bei 0–5 °C, ohne Licht, Feuchtigkeit und Fremdgerüche. Der Orchideenduft verflüchtigt sich zuerst, daher sollte der Tee innerhalb eines Jahres getrunken werden.

**11. Preis und Fälschungen:**

Preisangaben fehlen in den gefundenen Quellen.

* **Wie man Fälschungen vermeidet:**
    * Auf das besondere Zeichen der geografischen Angabe „汀溪兰香茶“ achten: Das Recht darauf bestätigt die CNIPA, die Liste der Zugelassenen wird veröffentlicht.
    * Prüfen, dass der Tee aus den vier Dörfern der Gemeinde Tingxi stammt.
    * Das Blatt ist gerade, flach, in Scherenform, mit Flaum; nicht gerollt und nicht als Kugel.

**12. Interessante Fakten:**

* Populäre Texte erklären den Orchideenduft mit wilden Orchideen, die im Frühling an den Hängen blühen — das ist eine volkstümliche Erklärung und keine Analysedaten.
* Alle vier Dörfer von Tingsi Lanxiang gehören zur 46 Dörfer umfassenden Zone von Jingxian Lanxiang Cha; beide Namen wurden mit einer Bekanntmachung auf Antrag desselben Verbands anerkannt.
* Die Normen der beiden Nachbarn unterscheiden sich: Bei Tingsi Lanxiang beginnt die Pflückung von Ende März bis Qingming, Staub ist bis 0,5 % zulässig, Extraktstoffe müssen mindestens 37 % betragen; bei Jingxian Lanxiang beginnt die Pflückung von Ende März bis Guyu, Bruch und Staub sind bis 6 % zulässig, Extraktstoffe ab 35 %.

**13. Vergleich mit Tees des Kreises Jing und der Nachbarschaft:**

* **Jingxian Lanxiang Cha ([泾县兰香茶](https://thetea.app/de/article/jingxian-lanxiang-cha)):** Der allgemeine Orchideentee des Kreises mit derselben Scherenform; die Zone ist größer und schließt die Dörfer von Tingsi Lanxiang ein.
* **Jingxian Te Jian ([泾县特尖](https://thetea.app/de/article/jingxian-te-jian)):** Feuergetrockneter „spitzer“ grüner Tee desselben Kreises mit eigenem Namen.
* **Yongxi Huo Qing ([涌溪火青](https://thetea.app/de/article/yongxi-huo-qing)):** Grüner Tee des Kreises, zu dichten Kugeln gerollt.
* **Taiping Hou Kui ([太平猴魁](https://thetea.app/de/article/taiping-hou-kui)):** Berühmter „spitzer“ Tee aus Anhui, flach und großblättrig.

**Fazit:**

Tingsi Lanxiang Cha ist ein „spitzer“ grüner Tee aus vier Bergdörfern der Gemeinde Tingxi: gerades flaches Blatt in Form von Stickscherenklingen, smaragdgrüne Farbe mit Flaum, reiner hoher Duft mit Orchideennote und frischer weicher Geschmack mit süßem Nachhall. Er ist aus dem alten „spitzen“ Tee des Kreises hervorgegangen und steht neben dem breiteren Jingxian Lanxiang, doch seine Normen sind eigene — früherer Beginn der Pflückzeit und strengere Staubtoleranz.
