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title: "Pōliǔ niángniang chá"
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updated: 2026-10-04
source: THE TEA — encyclopedia of Chinese tea (https://thetea.app)
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# Pōliǔ niángniang chá (坡柳娘娘茶)

**Polu Niangniang Cha** (*Pōliǔ niángniang chá*, 坡柳娘娘茶) — „Tee der Mädchen aus Polu“, ein handgefertigter Tee des Dorfes Polu (坡柳村) im Kreis Zhenfeng im Südwesten von Guizhou. Das Blatt wird zu einem Bündel zusammengefasst und mit den Handflächen zu einer Pinselspitze gerollt, daher die weiteren Namen „Pinseltee“ (文笔茶) und „Pinsel des Zhuangyuan“ (状元笔茶). „Niangniang“ ist laut einem Bericht des Fernsehsenders Guizhou die örtliche Anrede für unverheiratete Mädchen von siebzehn bis achtzehn Jahren: Nach dem Brauch sammelten und verarbeiteten Mädchen des Volkes der Bouyei den Tee. Die Quellen ordnen die Klasse unterschiedlich ein, und der Name wird seit 2019 geschützt.

**1. Klassifikation und Herkunft:**

* **Typ:** Die Klasse ist nicht eindeutig festgelegt. Die Universität Guizhou (2022) nennt den Tee einen gelben Tee, und eine „Besondere Goldmedaille“ erhielt er bei einem Wettbewerb für gelben Tee; ein Bericht der „Guizhou Ribao“ (2024) führt in der Verarbeitung das Schwitzen (闷黄, *mēnhuáng*) auf — ein Merkmal der gelben Klasse. Die Schutzvorgaben von 2025 nennen eine andere Kette: Welken, Rollen, Fermentation (发酵, *fājiào*) für 6–8 Stunden, Formen, Trocknen — sie liegt näher beim roten Tee, auch wenn das Dokument die Klasse nicht benennt.
* **Kategorie:** Historischer handgefertigter Tee des Volkes der Bouyei; Produkt mit geografischer Angabe.
* **Herkunft:** China, Provinz Guizhou (贵州, *Guìzhōu*), Autonomer Bezirk Qianxinan der Bouyei und Miao, Kreis Zhenfeng (贞丰, *Zhēnfēng*), Großgemeinde Longchang (龙场镇, *Lóngchǎng*), Dorf Polu.
* **Schutzgebiet:** Die Großgemeinden Longchang, Wanlan (挽澜镇, *Wǎnlán*) und Xiaotun (小屯镇, *Xiǎotún*) — gemäß Registrierung 2019 57 Verwaltungsdörfer und Gemeinschaften. Die äußersten Punkte sind die Dörfer Zhetang im Osten, Sanhe im Westen, Dianzi im Süden und Shuiyindong im Norden.
* **Geografische Koordinaten:** 105°25′–105°38′ ö. L., 25°19′–25°32′ n. Br.

**2. Geschichte und kulturelle Bedeutung:**

* **Geschichte:**
    * **1853.** Die „Kreisaufzeichnungen von Xingyi“ (《兴义府志》) berichten, dass Tee „in der nördlichen Gemeinde und in Tunjiao“ wächst und dass „dies eben der Tee Maojian ist“. Die Universität setzt diese Orte mit dem heutigen Dongpan in der Großgemeinde Xingbei und mit dem Dorf Polu gleich. Der heutige Name erscheint in dem Zitat nicht.
    * **Alter.** Die Universität schätzt die Geschichte von Produktion und Handel auf mehr als 500 Jahre, das Fernsehen von Guizhou auf „mehr als hundert“.
    * **Tribut.** Nach der Überlieferung, die die Universität wiedergibt, wurde der Tee vor mehr als zweihundert Jahren zu je 100 Knospen in einen „Pinsel“ und zu je 16 Pinseln in ein „Bündel“ von etwa einem *jin* verpackt, in rote Seide gehüllt und als Tribut gesandt. Das Fernsehen schreibt, der Tee sei Kaiser Qianlong dargebracht worden; eine Quelle hierfür findet sich in den vorliegenden Unterlagen nicht.
    * **Handel.** Nach der Universität stellte das Dorf bis zu 10 000 *jin* pro Jahr her; auf dem nahen Markt Poao wurde hauptsächlich mit Tee gehandelt, und der Tee gelangte bis nach Baise in Guangxi.
    * **Bis in die 1960er Jahre** wurde in Polu noch handgefertigter „Bündeltee“ (把把茶, *bǎbǎ chá*) hergestellt. Die Verfahren wurden mündlich weitergegeben; danach blieben nur kleine häusliche Werkstätten ohne einheitlichen Standard.
    * **2019.** Durch die Bekanntmachung Nr. 213 des Ministeriums für Landwirtschaft und ländliche Angelegenheiten vom 4. September 2019 wurde der Tee als landwirtschaftliches Produkt mit geografischer Angabe registriert; die Zeugnisnummer lautet AGI02755. Die Erörterung des Antrags lief vom 15. November bis 14. Dezember 2018.
    * **2022.** Das Teeinstitut der Universität Guizhou half einem örtlichen Unternehmen, die Verarbeitung zu präzisieren, und es entstand der Unternehmensstandard „坡柳娘娘茶加工技术规程“. Im Juli erhielt der Tee die „Besondere Goldmedaille“ des siebten Wettbewerbs für gelben Tee Chinas „Mengding Huang Ya“ — nach Darstellung der Universität für die höchste Punktzahl sowohl im Äußeren als auch in der inneren Qualität. Die Auszeichnungen wurden am 1. November auf der Teeausstellung in Sichuan verliehen.
    * **2025.** Durch die Bekanntmachung Nr. 646 der Staatlichen Behörde für geistiges Eigentum vom 23. September 2025 wurde der Tee als Produkt mit geografischer Angabe anerkannt.
* **Name:** „Polu“ ist der Dorfname, „niangniang“ die örtliche Anrede für unverheiratete Mädchen.
* **Kulturelle Bedeutung:** Nach dem Bericht des Fernsehens empfangen die Bouyei mit Tee Gäste und Verwandte, und der „Niangniang-Tee“ wurde früher in einem Tontopf auf einem Dreifuß in zwei bis drei Aufgüssen gekocht.

**3. Botanische Beschreibung und Rohmaterial:**

* **Sorten nach den Schutzvorgaben:** Einheimische mehrjährige Sträucher, durch Stecklinge vermehrt, und die Sorte 龙井43 (*Lóngjǐng 43*) neben anderen geeigneten.
* **Alte Bäume:** Nach dem Bericht der „Guizhou Ribao“ (2024) gibt es in Polu mehr als 3000 alte Teebäume, etwa 700 sind mit Tafeln gekennzeichnet und stehen unter Schutz. Die botanische Zugehörigkeit und der Name der örtlichen Population werden in den vorliegenden Quellen nicht genannt.
* **Rohmaterial:** Nach der Universität ein Trieb von etwa drei bis vier *cun* Länge — eine Knospe mit zwei bis vier Blättern.
* **Erntezeit:** Im Frühjahr — nach Qingming; nach dem Bericht des Fernsehens an den drei besten Tagen der Saison, von acht bis neun Uhr morgens. Im Herbst — von Liqiu bis Hanlu, nach derselben Zeitung. Die Schutzvorgaben erlauben nur Handpflückung.

**4. Terroir und Besonderheiten des Anbaus:**

* **Region:** Südwesten von Guizhou. Das Dorf Polu liegt nach dem Bericht des Fernsehens am Fuß des Berges Longshan, mehr als zwanzig Kilometer vom Kreissitz entfernt.
* **Böden:** Nach den Schutzvorgaben — hauptsächlich gelbe, lockere, tiefe, organisch reiche Böden.
* **Höhe und Klima:** Zahlenangaben finden sich in den vorliegenden Quellen nicht; örtliche Produzenten sprechen von Hochgebirgsgärten mit reichlich Sonne.
* **Pflege nach den Vorgaben:** Das organische Grunddüngemittel wird Ende November tiefer als 20 cm eingebracht, nicht weniger als 1000 kg je *mu*; zwei Nachdüngungen, im Mai–Juni und im Oktober–November. Junge Sträucher erhalten drei bis vier Formschnitte, am besten im März.
* **Umfang:** Nach dem Antrag von 2018 — 2800 ha und 6000 t pro Jahr.

**5. Herstellungstechnologie:**

Die Quellen beschreiben die Verarbeitung dreimal, und die Beschreibungen stimmen nicht überein.

**Traditionell** (Universität, 2022): Nach der Fixierung wird das Blatt mit den Händen auf einem Bambustablett gerollt, zu einem Bündel gesammelt und durch Drehen zwischen den Handflächen in Pinselform gepresst; das Bündel wird mit Faden umwickelt und über rauchloser Kohle oder in der Sonne getrocknet. Ein Schwitzen gibt es hier nicht.

**„Guizhou Ribao“** (2024, Herbsttee): Welken (晾青), Fixieren (杀青), Schwitzen (闷黄), Rollen (揉捻), Formen (做形), Trocknen (干燥); das Fixieren und Rollen erfolgen von Hand.

**Schutzvorgaben** (2025):

1.  **Ausbreiten (摊放, *tānfàng*).**
2.  **„Fixieren“ (杀青, *shāqīng*):** Laut Text — Ausbreiten im Raum zusammen mit Welken in der Sonne.
3.  **Rollen (揉捻, *róuniǎn*):** 30–45 Minuten, bis der Saft an den Händen zu kleben beginnt.
4.  **Fermentation (发酵, *fājiào*):** 6–8 Stunden bei 28–35 °C und 40–60 % Luftfeuchtigkeit.
5.  **Formen (造型, *zàoxíng*).**
6.  **Trocknen:** 3–5 Stunden bei 60 °C, danach Nachtrocknen bei 80 °C und 5 Minuten bei 130–140 °C für das Aroma.

Der Unternehmensstandard von 2022 ist nicht öffentlich, und welcher Abfolge er nähersteht, lässt sich nicht sagen.

**6. Organoleptische Eigenschaften:**

* **Äußeres des trockenen Blattes:** Ein Bündel in Form einer Schreibpinselspitze (呈毛笔形状).
* **Aroma des trockenen Blattes:** Eine gesonderte Beschreibung findet sich in den vorliegenden Quellen nicht.
* **Aroma des Aufgusses:** Nach den Schutzvorgaben — leicht (微香), mit „tiefem Teecharme“ (茶韵深远); die Universität spricht von blumigem Aroma alter Bäume ([古树](https://thetea.app/de/article/gushu-dashu-taidi-yesheng)花香).
* **Geschmack:** Nach den Vorgaben — leicht und elegant, mit süßem Nachklang und langem Abgang (入口淡雅回甘); bei der Universität — dicht, weich und süß.
* **Farbe des Aufgusses:** Goldgelb, klar (金黄透亮). Herbsttee ergibt nach der „Guizhou Ribao“ einen rötlich-leuchtenden Aufguss (红亮).
* **Teegrund (aufgegossenes Blatt):** Beschreibungen finden sich in den vorliegenden Quellen nicht.

**7. Chemische Zusammensetzung:**

| Kennwert | Schutzvorgabe |
| :--- | :--- |
| Feuchtigkeit | nicht mehr als 6,5 % |
| Gesamtasche | nicht mehr als 7,0 % |
| Extrakte | nicht weniger als 36,0 % |

Weitere Daten finden sich in den vorliegenden Quellen nicht.

**8. Wohltuende Eigenschaften:**

Geprüfte Daten zur Wirkung gerade dieses Tees liegen nicht vor.

**9. Zubereitung:**

Praxis der Klasse. Parameter speziell für diesen Tee gibt es nicht, und die Klasse ist umstritten; unten stehen die üblichen Parameter für gelben Tee.

* **Wassertemperatur:** 85–90 °C; für Herbsttee mit rötlichem Aufguss — 90–95 °C.
* **Teemenge:** 3 g auf 150 ml.
* **Gefäß:** Gaiwan oder Glasbecher.
* **Ablauf:** Erster Aufguss — etwa eine Minute, danach mehrere Aufgüsse mit leichter Verlängerung.

**10. Lagerung:**

Praxis der Klasse. In dichter Verpackung, an einem trockenen, dunklen Ort, fern von Gerüchen; am besten innerhalb eines Jahres trinken.

**11. Preis und Fälschungen:**

Angaben zu Preisen finden sich in den vorliegenden Quellen nicht; nach der „Guizhou Ribao“ (2024) wird der handgefertigte Tee in Zhejiang, Fujian und Guangdong verkauft.

* **So vermeiden Sie Fälschungen:**
    * Auf das Zeichen der geografischen Angabe und einen Produzenten aus den Großgemeinden Longchang, Wanlan oder Xiaotun achten.
    * Das Hauptmerkmal ist das Bündel in Form einer Pinselspitze, der Aufguss goldgelb.

**12. Interessante Fakten:**

* Nach dem Brauch ist dies ein Mädchenhandwerk: Ernte an den drei besten Tagen der Saison, von acht bis neun Uhr morgens.
* Die Chronik von 1853 nennt den Tee dieser Gegend „Maojian“.
* Die „Guizhou Ribao“ schreibt den Namen im Bericht von 2024 mit einem anderen Schriftzeichen — 孃孃 statt 娘娘.

**13. Vergleich mit anderen Tees aus Guizhou und gelben Tees:**

* **Haima Gong Cha ([海马宫茶](https://thetea.app/de/article/haima-gong-cha)):** Ein weiterer historischer Tee aus Guizhou, den das Korpus der gelben Klasse zuordnet.
* **Mengding Huang Ya ([蒙顶黄芽](https://thetea.app/de/article/mengding-huang-ya)):** Ein gelber Tee aus Sichuan, nach dem der Wettbewerb von 2022 benannt ist.
* **Pu’an Hongcha ([普安红茶](https://thetea.app/de/article/puan-hongcha)):** Ein roter Tee des Bezirks Qianxinan; seine Angabe wurde mit derselben Bekanntmachung von 2019 registriert, und das Gebiet umfasst den Kreis Zhenfeng.

**Zum Abschluss:**

Polu Niangniang Cha ist ein handgefertigter Tee des Dorfes der Bouyei, gerollt zu einer Schreibpinselspitze. Hinter ihm stehen eine Zeile der Chronik von 1853, eine Überlieferung über Tribut und der Brauch der Mädchenernte, und seit 2019 der Schutz des Namens. Die Klasse benennen die Quellen unterschiedlich: die Universität und der Wettbewerb als gelb, die Schutzvorgaben beschreiben eine mehrstündige Fermentation.
