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title: "Nántóushì Qīngshān chá"
url: https://thetea.app/de/article/nantoushi-qingshan-cha
lang: de
updated: 2026-10-04
source: THE TEA — encyclopedia of Chinese tea (https://thetea.app)
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# Nántóushì Qīngshān chá (南投市青山茶)

**Nantoushi Qingshan Cha** (*Nántóushì Qīngshān chá*, 南投市青山茶) — „Tee der grünen Berge der Stadt Nantou“, ein Oolong aus niedriger Höhenlage vom Bagua-Plateau (八卦山, *Bāguā shān*) in der Stadt Nantou des gleichnamigen Landkreises auf Taiwan. Den Namen „南投青山茶“ erhielt der Tee im Jahr 1988 nach einer alten Gedichtzeile, seit 1989 veranstaltet die Stadt zweimal jährlich Wettbewerbe für diesen Tee, und seit 2013 ist der Name durch eine Herkunftsangabe geschützt, die von der Stadtverwaltung gehalten wird.

**1. Klassifikation und Herkunft:**

* **Typ:** Oolong (烏龍茶, *wūlóngchá*). Die Wettbewerbe laufen in den Gruppen „Oolong“ (烏龍組) und „neue Sorten“ (新品種組); im Winter 2022 wurden beide als Oolong „reifen Aromas“ (熟[香型](https://thetea.app/de/article/xiangxing)烏龍茶) bewertet. Der Regeltext der Herkunftsangabe liegt in den gefundenen Quellen nicht vor: Die Klasse wurde anhand der Wettbewerbe und der Beschreibungen des Landkreises festgelegt.
* **Kategorie:** Taiwanischer Oolong aus niedriger Höhenlage; Herkunftsangabe (產地證明標章, *chǎndì zhèngmíng biāozhāng*).
* **Herkunft:** Taiwan (臺灣, *Táiwān*), Landkreis Nantou (南投縣, *Nántóu xiàn*), Stadt Nantou (南投市, *Nántóu shì*), Bagua-Bergkette.
* **Gebiet der Herkunftsangabe:** Vier Viertel-*li* (里) auf dem Kamm der Bergkette innerhalb der Stadt: Yongxing (永興), Fushan (福山), Fengshan (鳳山) und Fengming (鳳鳴) — laut einem Überblick taiwanischer Herkunftsangaben, der auf die Regeln „南投市青山茶產地證明標章使用管理規範“ verweist, und laut der Beschreibung des Landkreises.
* **Inhaber der Herkunftsangabe:** Die Stadtverwaltung von Nantou (南投市公所).
* **Geografische Koordinaten:** Die Stadt Nantou liegt bei etwa 23,9° n. Br. und 120,7° ö. L.

**2. Geschichte und kulturelle Bedeutung:**

* **Geschichte:**
    * **Japanische Zeit.** Nach Angaben der Kreisregierung wird auf der Bergkette seit der japanischen Herrschaft Tee angebaut; gepflanzt wurden hauptsächlich „Oolong“ (烏龍茶) und großblättriger „Wuyi-Tee“ (武夷茶). Die chinesische Wikipedia schreibt anders: Der Tee auf dem Plateau sei eine Kultur, die „nach den siebziger Jahren“ aufgekommen sei.
    * **Dezember 1988.** Der ehemalige Vorsitzende des Landwirtschaftsrats Yu Yuxian (余玉賢) schlug den Namen „南投青山茶“ nach der alten Zeile „何處人間似仙境，青山攜幼採茶時“ vor — „wo unter den Menschen ein Land gleich dem Reich der Unsterblichen? — dort, wo man in den grünen Bergen mit Kindern Tee pflückt“.
    * **Seit 1989.** Die Stadtverwaltung und der Bauernverband der Stadt (南投市農會) veranstalten zweimal jährlich Teewettbewerbe — im Frühling und im Winter.
    * **2013.** Nach dem Verzeichnis der Herkunftsangaben des taiwanischen Amtes für geistiges Eigentum ist die Zertifizierungsmarke Nr. 01605644 für die Stadtverwaltung von Nantou registriert; die Laufzeit reicht vom 16. Oktober 2013 bis zum 15. Oktober 2033.
    * **Wettbewerbe der letzten Jahre.** Im Winter 2022 — 48 Proben in der Gruppe der neuen Sorten und 88 in der Oolong-Gruppe, im Frühling 2026 — 49 und 70. Der Frühling 2026 war arm an Regen: Die Knospen wuchsen langsam und ungleichmäßig, die Ernte verzögerte sich etwas, und es gab weniger Tee.
* **Name:** 青山 (*qīngshān*) — „grüne Berge“, ein Wort aus eben jener Zeile.
* **Kulturelle Bedeutung:** Nach Angaben des Landkreises kehrten mit diesem Tee viele junge Bauern, die zum Geldverdienen fortgezogen waren, zum Land zurück; der Name aus der Gedichtzeile wurde vergeben, um den Tee in Taiwan und im Ausland zu fördern.

**3. Botanische Beschreibung und Rohmaterial:**

* **Sorten / Kultivare:** Der Landkreis nennt als heutige Sorten 青心烏龍 (*Qīngxīn wūlóng*), [金萱](https://thetea.app/de/article/jin-xuan) (*Jīnxuān*), 翠玉 (*Cuìyù*) und [四季春](https://thetea.app/de/article/sijichun) (*Sìjìchūn*), die nach und nach den früheren Oolong und den großblättrigen „Wuyi-Tee“ verdrängt haben. Laut der Zeitschrift „微笑台灣“ gibt es heute am meisten Sijichun. Die Zusammensetzung der Gruppe „neue Sorten“ wird in den Quellen nicht erläutert.
* **Rohmaterial:** Nach der Beschreibung des Landkreises werden bei jeder Ernte nur zarte Blätter (嫩葉) genommen.
* **Pflückstandard:** Ein genauer Standard liegt in den gefundenen Quellen nicht vor.
* **Erntezeit:** Frühling und Winter — nach den Wettbewerbssaisons; genaue Zeiträume sind nicht angegeben.

**4. Terroir und Besonderheiten des Anbaus:**

* **Region:** Die Stadt wird vom Fluss Maoluo (貓羅溪) durchschnitten: im Osten liegen die Hügel von Nantou, im Westen das Bagua-Plateau (八卦山台地) an der Grenze zum Landkreis Changhua.
* **Anbauhöhe:** Nach dem Handbuch der Teestation von 1997 (in der Wiedergabe des Nationalen Archivs für kulturelles Gedächtnis) — 400–500 m. Der Bauernverband der Stadt bezeichnete das Gebiet 2022 als mittel- und niedriggelegen (中低海拔). Nach der chinesischen Wikipedia ist der höchste Punkt des gesamten Plateaus der Berg Hengshan (橫山) mit 443 m, und den früheren Namen Hengshan trägt die Gemeinde Yongxing im Gebiet der Herkunftsangabe; die obere Angabe des Handbuchs weicht davon ab.
* **Klima:** Nach der Beschreibung des Landkreises liegt am Morgen und am Abend dichter Nebel über dem Plateau, die Gipfel sind gut durchlüftet, die Hänge erhalten viel Sonne, das Klima ist mild, und es gibt ausreichend Niederschlag. Nach den Worten des Vorsitzenden des Bauernverbands (2022) sind niedrig gelegene Gärten anfällig für Hitze und Wetteranomalien.
* **Böden:** Saure rote Böden (酸性紅壤土) mit tiefer Oberschicht und reich an organischer Substanz. Der Abschnitt der Kreiswebsite über Tee trägt entsprechend den Titel: „Rote Erde bringt guten Tee hervor“ (紅土壤蘊育好茶).
* **Nachbarn auf dem Plateau:** Ananas, Ingwer und Litschi.
* **Wo er außerdem wächst:** Die chinesische Wikipedia verortet Anpflanzungen des „青山茶“ auf dem Plateau und in der Gegend Cedingjiao (茄苳腳).

**5. Herstellungstechnologie:**

Eine technologische Karte dieses Tees liegt in den gefundenen Quellen nicht vor. Bekannt ist wenig: Das Blatt wird an der Sonne gewelkt (bei Hitze raten die Preisrichter, es rechtzeitig ins Haus zu bringen), die Röstung wird dem Wetter angepasst, und das Blatt in niedriger Höhenlage ist dünn, weshalb bei der Röstung, so einer der Sieger von 2026, Temperatur und Zeit besonders wichtig sind.

Unten steht ein allgemeines Schema für taiwanischen Oolong, keine Beschreibung der Technologie des Nantoushi Qingshan Cha:

1.  **Sonnenwelken (日光萎凋, *rìguāng wěidiāo*).**
2.  **Schütteln und Ruhen des Blattes im Haus (浪菁, *làngqīng*):** Die Blattränder beginnen zu oxidieren.
3.  **Fixierung (殺菁, *shāqīng*):** Hitze stoppt die Oxidation.
4.  **Rollen (揉捻, *róuniǎn*).**
5.  **Trocknen und Rösten (焙火, *bèihuǒ*).**

**6. Organoleptische Eigenschaften:**

* **Erscheinungsbild des trockenen Blattes:** Laut Landkreis — fest gerollt, dunkelgrün (緊結墨綠). Bei den Siegern des Wettbewerbs 2022 — gleichmäßig und glänzend.
* **Aroma des trockenen Blattes:** Beschreibungen liegen in den gefundenen Quellen nicht vor.
* **Aroma des Aufgusses:** Laut Landkreis — rein und fein (清幽). Bei den Siegern von 2022 — Fermentation und süße Blüten bei den neuen Sorten, Süße und Röstung beim Oolong.
* **Geschmack:** Laut Landkreis — süßlich, weich und voll (甘潤醇濃); als Hauptmerkmal sieht der Landkreis die „süße Weichheit“ (甘醇). In den Protokollen von 2022 — süß, mit langem Nachgeschmack (甘甜韻足).
* **Farbe des Aufgusses:** Die Beschreibungen gehen auseinander. Der Landkreis schreibt „hellgelb“ (微黃), ein Produzent — „honiggelb, klar“ (蜜黃澄清), die Protokolle von 2022 — „golden“ bei den neuen Sorten und „golden mit bernsteinrotem Glanz“ beim Oolong.
* **Teeblatt (nasses Blatt):** Beschreibungen liegen in den gefundenen Quellen nicht vor.

**7. Chemische Zusammensetzung:**

Physikalisch-chemische Daten liegen in den gefundenen Quellen nicht vor.

**8. Gesundheitliche Wirkung:**

Geprüfte Daten zur Wirkung gerade dieses Tees liegen nicht vor.

**9. Aufguss:**

Übliche Praxis für gerollten Oolong.

* **Wassertemperatur:** 95–100 °C.
* **Teemenge:** 5–7 g auf 150 ml.
* **Gefäß:** Gaiwan oder kleine Tonkanne.
* **Vorgang:** Gefäß vorwärmen, das Blatt kurz abspülen, erster Aufguss etwa 50 Sekunden, jeder weitere 10 Sekunden länger.

Ein Produzent von Wettbewerbstee empfiehlt 6–8 g auf eine Kanne für vier bis fünf Personen und drei bis fünf Aufgüsse, für kalten Aufguss ein Verhältnis von 1 zu 50.

**10. Lagerung:**

Übliche Praxis. In luftdichter Verpackung, an einem trockenen, dunklen Ort, fern von Gerüchen; eine geöffnete Packung am besten innerhalb einiger Wochen aufbrauchen.

**11. Preis und Fälschungen:**

Marktstatistiken liegen in den gefundenen Quellen nicht vor. Eine Teefabrik verkauft Wettbewerbstee des Bauernverbands unter dem Namen „優良新品種烏龍“ in einer Packung von etwa 600 g für 1200 Taiwan-Dollar, mit Rabatt für 1000 (September 2026).

* **Wie man Fälschungen vermeidet:**
    * Auf die Herkunftsangabe „南投市青山茶“ achten: 2022 bewarb die Stadtverwaltung sie genau dafür, damit der Käufer ruhig wählen kann.
    * Der Wettbewerbstee des Bauernverbands ist über einen QR-Code rückverfolgbar und wird stichprobenartig auf Pestizide und Herkunft geprüft (Multielementanalyse, Organoleptik, DNA-Datenbank der Teepflanzen).
    * Organoleptische Merkmale, an denen dieser Tee von anderen niedrig gelegenen Oolongs aus Nantou unterschieden wird, liegen in den gefundenen Quellen nicht vor.

**12. Interessante Fakten:**

* Die Herkunftsangabe hält nicht der Bauernverband, sondern die Stadtverwaltung; die Wettbewerbe der letzten Jahre veranstaltet der Verband.
* Nach Aussagen von Bauern auf der Seite der Gemeinde Fengshan (2022) verkaufen viele das frische Blatt an Händler aus dem benachbarten Songbaikeng (松柏坑), wo daraus „[松柏長青茶](https://thetea.app/de/article/songbai-changqing-cha)“ gemacht wird, während der Tee unter dem Namen „青山茶“ wenigen treuen Kunden vorbehalten bleibt.
* Die Angaben zur Lebendigkeit des Wettbewerbs gehen auseinander: Bauern auf der Seite der Gemeinde Fengshan sagen, es gebe immer weniger Proben, während der Vorsitzende des Verbands im Winter 2022 anmerkte, es seien mehr als in früheren Jahren.

**13. Vergleich mit anderen taiwanischen Oolongs:**

* **Si Ji Chun (四季春):** Sorte, die es auf dem Bagua-Plateau nach einer Beschreibung am meisten gibt.
* **Dong Ding Oolong ([凍頂烏龍](https://thetea.app/de/article/dong-ding-wulong)):** Oolong der Gemeinde Lugu im selben Landkreis, ebenfalls mit Herkunftsangabe.
* **Jin Xuan (金萱):** Sorte, die auch auf dem Bagua-Plateau wächst.
* **Songbai Changqing (松柏長青茶):** Oolong aus dem benachbarten Mingjian auf derselben Bergkette; nach Aussagen der Bauern geht ein Teil des Blattes vom Bagua-Plateau dorthin.

**Zum Schluss:**

Nantoushi Qingshan Cha ist ein bescheidener Oolong aus niedriger Höhenlage von den roten Böden des Bagua-Plateaus: fest gerolltes dunkelgrünes Blatt, ein Aufguss von hellgelb bis golden und eine weiche Süße, die der Landkreis als sein Hauptmerkmal betrachtet. Die Dokumente über ihn sprechen mehr über die Marke als über den Geschmack: ein Name aus einer Gedichtzeile von 1988, Wettbewerbe seit 1989 und eine Herkunftsangabe seit 2013, nach der man auf der Verpackung suchen sollte.
