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title: "Jīnshān shíyǔ"
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updated: 2026-10-04
source: THE TEA — encyclopedia of Chinese tea (https://thetea.app)
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# Jīnshān shíyǔ (金山时雨)

**Jīnshān Shíyǔ** (*Jīnshān shíyǔ*, 金山时雨) — „Rechtzeitiger Regen vom Goldenen Berg“, ein grüner Tee aus dem Kreis Jixi (绩溪县) der bezirksfreien Stadt Xuancheng im Südosten der Provinz Anhui. Seine Heimat ist das Dorf Jinshan bei der Großgemeinde Shangzhuang, nahe der Heimat von Hu Shi. Berühmt wurde der Tee im 19. Jahrhundert durch das Shanghaier Handelshaus Wang Yutai (汪裕泰), das von einem aus Jixi stammenden Gründer aufgebaut wurde. Seit 2010 ist der Name als Agrarprodukt mit geografischer Angabe geschützt, seit 2025 als Produkt mit geografischer Angabe in zwei Formen: „Haarknoten“ und „Orchidee“.

**1. Klassifikation und Herkunft:**

* **Typ:** Grüner Tee (绿茶, *lǜchá*), nicht fermentiert. Die Provinzpresse bezeichnet ihn als gerösteten grünen Tee der Spitzenklasse (特级炒青, *tèjí chǎoqīng*); die Schemata von 2025 führen ihn als grünen Tee mit Fixierung.
* **Kategorie:** Historischer grüner Tee aus dem Süden Anhuis; Produkt mit geografischer Angabe.
* **Herkunft:** China, Provinz Anhui (安徽, *Ānhuī*), bezirksfreie Stadt Xuancheng (宣城, *Xuānchéng*), Kreis Jixi (绩溪, *Jìxī*). Der historische Kern ist das Dorf Shangjinshan (上金山) bei der Großgemeinde Shangzhuang (上庄镇); heute wird als Hauptgebiet das Dorf Jinshan (金山村) derselben Großgemeinde genannt, während „Renmin Wang“ (2022) das Dorf Yuchuan (余川村) als Kern der Zone bezeichnet.
* **Schutzgebiet:** Acht Gemeinden und Großgemeinden des Kreises Jixi: Shangzhuang (上庄镇), Chang’an (长安镇), Yangxi (扬溪镇), Jinsha (金沙镇), Fuling (伏岭镇), Jiapeng (家朋乡), Yingzhou (瀛洲镇) und Jingzhou (荆州乡). Antragsteller ist die Tee-Spezialkooperative Shangzhuang des Kreises Jixi.
* **Geografische Koordinaten:** 118°20′–118°55′ ö. L. und 29°57′–30°20′ n. Br.

**2. Geschichte und kulturelle Bedeutung:**

* **Geschichte:**
    * **Daoguang-Ära (1821–1850).** Laut „Renmin Wang“ (2022) erhielt der Tee seinen Namen in diesen Jahren; der frühere Name war „Jinshan Mingwu“ (金山茗雾, *Jīnshān míngwù*), „Teenebel vom Goldenen Berg“.
    * **Handelshaus Wang Yutai.** Die Beschreibung der Agrarprodukt-Angabe nennt den Tee einen „Schatz“ des Hauses, das 1850 von einem aus Jixi stammenden Gründer in Shanghai gegründet wurde; dasselbe Jahr nennt die Beschreibung des immateriellen Kulturerbes auf der Website der bezirksfreien Stadt Xuancheng (2024). Laut „Renmin Wang“ war das Haus bereits in der späten Qing-Zeit der einzige Verkäufer des Tees.
    * **1868.** Laut der Beschreibung der Angabe und der Website von Xuancheng etablierte sich der Name „Jinshan Shiyu“.
    * **1894.** Laut der Beschreibung der Angabe überreichte das Haus Wang Yutai den Tee bei Hof, und der Tee wurde Tribut. Eine Tee-Referenzwebsite verbindet die Überreichung mit dem sechzigsten Geburtstag der Kaiserinwitwe Cixi; ein Primärdokument findet sich in den ausgewerteten Quellen nicht.
    * **Frühe Republik.** Laut „Renmin Wang“ wurde der Tee bereits in mehr als zehn Ländern und Regionen verkauft.
    * **Unterbrechung.** Laut der Referenzwebsite ging die Technik in der späten Qing-Zeit verloren und wurde 1978 wiederhergestellt; offiziell ist dies nicht bestätigt.
    * **25. Mai 2010.** Das Landwirtschaftsministerium der VR China registrierte „金山时雨“ als Agrarprodukt mit geografischer Angabe. Nach Angaben des Handelsministeriums ist dies der erste Tee Anhuis mit einer solchen Angabe.
    * **2013.** Der Lokalstandard der Provinz Anhui DB34/T 989-2013 „Produkt mit geografischer Angabe. Tee Jinshan Shiyu“ wurde angenommen (gültig ab 5. Januar 2014, als Ersatz für die Fassung von 2009); der vollständige Text ließ sich nicht öffnen.
    * **2017.** Die „Herstellungstechnik für grünen Tee (Jinshan Shiyu)“ wurde in die fünfte Liste des immateriellen Kulturerbes der Provinz Anhui aufgenommen.
    * **2025.** Die Staatliche Behörde für geistiges Eigentum der VR China (CNIPA) erkannte mit Bekanntmachung Nr. 632 vom 9. Juni 2025 (veröffentlicht am 27. Juni) 224 Produkte mit geografischer Angabe an; Jinshan Shiyu steht unter Nummer 18.
* **Name:** 金山 — „Goldener Berg“, das Dorf Jinshan; 时雨 — „rechtzeitiger Regen“. Die Referenzwebsite erklärt den Namen mit der Blattform, die fein wie Regenfäden sei.
* **Kulturelle Bedeutung:** Der Tee wird mit Hu Shi verbunden, der aus Shangzhuang stammt; das Teefest in der Großgemeinde wird um seinen Namen herum gestaltet.

**3. Botanische Beschreibung und Rohmaterial:**

* **Sorte / Kultivar:** Nach den Anforderungen von 2025 — lokale Sorten „Jinshan-Art“ (金山种, *jīnshānzhǒng*) und „Zhuye-Art“ (槠[叶种](https://thetea.app/de/article/qiaomuguanmu), *zhūyèzhǒng*) sowie daraus selektierte, durch Stecklinge vermehrte Klone. Laut „Renmin Wang“ und der Referenzwebsite hat die Jinshan-Art eine ausladende Krone, kräftige Knospen und einen reichen, deutlich sichtbaren Flaum. Eine Registrierung dieser Sorte in Registern findet sich in den ausgewerteten Quellen nicht.
* **Pflückung:** „Mit der Hand heben“ (提手采, *tíshǒucǎi*), üblicherweise ab Mitte März — nach den Anforderungen von 2025. Populäre Beschreibungen sprechen von einer Pflückung um Guyu (谷雨), also um den 20. April.
* **Pflückstandard:** Populäre Version — eine Knospe mit zwei kaum geöffneten Blättern, „Adlerschnabel“ (鹰嘴甲, *yīngzuǐjiǎ*). Eine Notiz auf der Website des Kreises (2024) nennt Blätter, die vor Guyu gepflückt wurden, als die besten.

**4. Terroir und Anbaubesonderheiten:**

* **Region:** Südosten Anhuis, Schnittpunkt des Huangshan- und des Tianmu-Gebirges, an der Grenze zu Zhejiang (laut der Beschreibung der Agrarprodukt-Angabe und „Renmin Wang“).
* **Anbauhöhe:** **500–900 m** — Hänge und Schluchten des Kerngebiets, laut „Renmin Wang“ (2022) und der Referenzwebsite. Dieselbe Referenzwebsite verlegt die Gärten in einem benachbarten Satz auf über 1500 m — das widerspricht den übrigen Angaben.
* **Böden:** Nach den Anforderungen von 2025 — organisch reich, pH-Wert überwiegend 5,8–6,5. Referenzwebsite: dunkle, sandige, fruchtbare Böden mit tiefem Profil.
* **Fläche und Produktion:** Angaben zu Gartenflächen finden sich in den ausgewerteten Quellen nicht. Laut lokaler Presse betrug die Produktion 2023 1060 t im Wert von rund 188 Millionen Yuan.

**5. Herstellungstechnologie:**

Die traditionelle handwerkliche Technik besteht laut „Renmin Wang“ aus Fixierung, Rollen und Trocknung. Die Beschreibung des immateriellen Kulturerbes auf der Website von Xuancheng (2024) gliedert sie in acht Arbeitsschritte: Fixierung, Rollen, Rösten des ersten Rohlings (炒头坯), erneutes Rollen (复揉), Rösten des zweiten Rohlings (炒二坯), Auslegen, Formen im Kessel (掰老锅, *bāi lǎoguō*) und Verlesen; der gesamte Zyklus dauert etwa sechs Stunden. Die Anforderungen von 2025 geben zwei Schemata nach zwei Formen vor; Parameter finden sich in den ausgewerteten Quellen nicht.

1.  **Form „Haarknoten“ (发髻形, *fàjìxíng*):** Auslegen des frischen Blattes (摊放, *tānfàng*), Fixierung (杀青, *shāqīng*), Rollen (揉捻, *róuniǎn*), Rohling (毛坯, *máopī*) — Trommelrollen oder Antrocknen, Abkühlen (摊凉, *tānliáng*), Formen (做形, *zuòxíng*) — im Kessel werden die Stränge begradigt und eingerollt, erneutes Abkühlen, „volles Feuer“ (足火, *zúhuǒ*), Aussieben von Bruch (去碎末, *qù suìmò*).
2.  **Form „Orchidee“ (兰花形, *lánhuāxíng*):** Auslegen, Fixierung, Begradigen (理条, *lǐtiáo*) statt Rollen, Abkühlen, Formen, Abkühlen, „volles Feuer“, Aussieben von Bruch und am Ende — Erwärmen zur Aromaentfaltung (提香, *tíxiāng*).

Das Schema der Agrarprodukt-Angabe von 2010 stimmt mit dem ersten überein.

**6. Organoleptische Eigenschaften:**

* **Äußeres Erscheinungsbild des trockenen Blattes:** „Haarknoten“ — dicht gerollt, einem Haarknoten ähnlich (形似发髻紧结); „Orchidee“ — gerade, natürliche Stränge, einer Orchideenblüte ähnlich (形似兰花条直自然). Referenzbeschreibungen der klassischen Form: feine, dichte Stränge „wie Regenfäden“, dunkelgrün (乌绿), mit deutlich sichtbarer Knospenspitze (锋苗, *fēngmiáo*).
* **Aroma des trockenen Blattes:** Keine gesonderte Beschreibung in den ausgewerteten Quellen.
* **Aroma des Aufgusses:** Bei beiden Formen — blumig, hoch und anhaltend (花香高长持久).
* **Geschmack:** Weich und belebend (滋味醇爽) — bei beiden Formen. Nach Referenzbeschreibungen — mit süßem Nachgeschmack, wird ab dem sechsten Aufguss blasser.
* **Farbe des Aufgusses:** Klar, durchsichtig und leuchtend (汤色清澈明亮). Referenzbeschreibungen — gelbgrün.
* **Teegrund (aufgegossenes Blatt):** In den Anforderungen von 2025 nicht beschrieben. Referenzbeschreibungen: geöffnet, mit goldenem Schimmer.

**7. Chemische Zusammensetzung:**

In den Anforderungen von 2025 gibt es keine physikalisch-chemischen Normen. Die Beschreibung der Agrarprodukt-Angabe schreibt, dass Polyphenole und Koffein „jeweils 25 % und 3,5 % und mehr“ betragen, Aminosäuren ab 3,2 %; dies sind beschreibende Zahlen aus der Referenz, keine Normen des Standards.

**8. Gesundheitliche Wirkungen:**

Verlässliche Daten zur Wirkung gerade dieses Tees liegen nicht vor.

**9. Zubereitung:**

Übliche Praxis für grünen Tee; Temperatur, Blattmenge und Nachguss schlägt die Referenzwebsite vor.

* **Wassertemperatur:** 85–90 °C.
* **Teemenge:** 1 g auf 50 ml, also 3 g auf 150 ml.
* **Gefäß:** Glasbecher.
* **Ablauf:**
    1. Becher vorwärmen.
    2. Tee einfüllen und Wasser an der Wand entlang eingießen.
    3. Erster Aufguss — nach 40–60 Sekunden.
    4. Trinken, bis ein Drittel im Becher bleibt.
    5. Wasser nachgießen.
    6. Üblicherweise wird dreimal aufgegossen.

**10. Lagerung:**

Übliche Praxis. In luftdichter Verpackung, im Kühlschrank bei 0–5 °C, ohne Licht, Feuchtigkeit und Fremdgerüche. Am besten innerhalb eines Jahres trinken.

**11. Preis und Fälschungen:**

Laut einer Notiz auf der Website des Kreises (2024) kostet die Spitzensorte 800–1000 Yuan pro Jin (500 g).

* **Wie man Fälschungen vermeidet:**
    * Auf das besondere Zeichen der geografischen Angabe achten.
    * Prüfen, ob der Hersteller aus den acht genannten Gemeinden und Großgemeinden des Kreises Jixi stammt.
    * Beide geschützten Formen kennen; das Aroma ist blumig und hoch, der Aufguss klar und leuchtend.

**12. Interessante Fakten:**

* Der Schutz von 2025 erkennt bei einem Tee zwei Formen an. Laut einer Notiz auf der Website des Kreises (2024) ist der „Haarknoten“ die traditionelle Form mit vier Sorten, die „Orchidee“ die neue mit zwei.
* Die Zahl der Knospen pro Kilogramm wird in den Quellen unterschiedlich angegeben: etwa 5000 — „Renmin Wang“ (2022), etwa 2000 — die Beschreibung des Kulturerbes auf der Website von Xuancheng (2024); ob sich diese Zahlen auf frisches oder fertiges Blatt beziehen, ist nicht präzisiert.
* Das Teefest 2024 wurde in Shangzhuang am 21. April eröffnet; das Motto verband den Tee mit Hu Shi — „die Heimat von Hu Shi besuchen und Jinshan Shiyu probieren“.

**13. Vergleich mit anderen grünen Tees aus dem Süden Anhuis:**

* **Huangshan Maofeng ([黄山毛峰](https://thetea.app/de/article/huangshan-mao-feng)):** Berühmter Tee des benachbarten Huangshan-Massivs.
* **Tunlü ([屯绿](https://thetea.app/de/article/tunlu)):** Gerösteter grüner Tee des alten Huizhou; Jixi gehört zu seinen Kreisen.
* **Songluo Cha ([松萝茶](https://thetea.app/de/article/songluo-cha)):** Historischer gerösteter Tee des Kreises Xiuning.
* **Yongxi Huoqing ([涌溪火青](https://thetea.app/de/article/yongxi-huo-qing)):** Grüner Tee des Kreises Jingxian, zu dichten Kügelchen gerollt.

**Fazit:**

Jinshan Shiyu ist ein grüner Tee des Kreises Jixi, den der Shanghaier Handel des 19. Jahrhunderts berühmt machte: ein „Schatz“ des Hauses Wang Yutai und 1894 Tribut am Hof. Die Anforderungen von 2025 erkennen seine zwei Formen an — den dichten „Haarknoten“ und die gerade „Orchidee“ — mit gemeinsamem blumigem, hohem Aroma, klarem Aufguss und weichem, belebendem Geschmack.
