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title: "Chángqīng chá"
url: https://thetea.app/de/article/changqing-cha
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updated: 2026-10-04
source: THE TEA — encyclopedia of Chinese tea (https://thetea.app)
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# Chángqīng chá (长清茶)

**Changqing Cha** (*Chángqīng chá*, 长清茶) ist ein grüner Tee aus dem Bezirk Changqing (长清区) der Stadt Jinan in der Provinz Shandong, am westlichen Fuß des Taishan. Die Bezirksverwaltung für Landwirtschaft bezeichnet ihn als einen der Tees mit der höchsten geografischen Breite im Norden Chinas. Die Schutzanforderungen führen das Erscheinungsbild auf vier Merkmale zurück: ein Aufguss von der Farbe eines Hirsesuds, ein Kastanienaroma, dickes Blattfleisch und Beständigkeit gegen viele Aufgüsse. Im Bezirk liegt das Kloster Lingyansi (灵岩寺), mit dem ein Buch aus der Tang-Zeit die Verbreitung des Teetrinkens im Norden verbindet. Seit 2025 ist der Tee ein Produkt mit geografischer Angabe.

**1. Klassifikation und Herkunft:**

* **Typ:** Grüner Tee (绿茶, *lǜchá*). Die Schutzanforderungen nennen die Klasse nicht, sie ist jedoch am Erscheinungsbild erkennbar: grünes Blatt mit Glanz, ein Aufguss von der Farbe eines Hirsesuds und ein Kastanienaroma. Laut „Jinan Ribao“ produzieren Unternehmen des Bezirks neben grünem Tee auch roten und weißen Tee, die Schutzanforderungen beschreiben jedoch nur das grüne Blatt.
* **Kategorie:** Grüner Tee aus Nord-Shandong; Produkt mit geografischer Angabe (2025); „Jinan Ribao“ bezeichnet ihn außerdem als landwirtschaftliches Produkt mit geografischer Angabe.
* **Herkunft:** China, Provinz Shandong (山东, *Shāndōng*), Stadt Jinan (济南, *Jǐnán*), Bezirk Changqing (长清, *Chángqīng*).
* **Schutzgebiet:** Fünf Gemeinden und Straßenkomitees des Bezirks, 32 Verwaltungsdörfer. Antragsteller ist das Bezirkszentrum für landwirtschaftliche Entwicklung.
* **Geografische Koordinaten:** Laut Dokument 116°43′–117°03′ ö. L. und 36°23′–37°30′ n. Br. In der Breite erstreckt sich der Rahmen über mehr als ein Grad, etwa 120 km, während der gesamte Bezirk rund 1200 km² umfasst und sein Zentrum bei etwa 36°27′ n. Br. liegt; die nördliche Grenze ist vermutlich ein Schreibfehler. Denselben Rahmen wiederholt die Spezifikation der landwirtschaftlichen Angabe in der Wiedergabe eines Referenzportals.

**2. Geschichte und kulturelle Bedeutung:**

* **Geschichte:**
    * **Teetrinken vor dem Tee.** „Jinan Ribao“ (2024) beginnt die Erzählung mit den „Aufzeichnungen des Herrn Feng über Gesehenes und Gehörtes“ (封氏闻见记) aus der Tang-Zeit: Die Südlichen liebten Tee, die Nördlichen tranken anfangs wenig, doch in den Kaiyuan-Jahren (713–741) erhob im Kloster Lingyansi am Taishan ein Meister der Chan-Schule die Lehre, und das Teetrinken verbreitete sich im Norden. Das Kloster steht im Bezirk Changqing. Dies ist eine Geschichte des Teetrinkens, nicht des Teeanbaus.
    * **824.** Die Zeitung zitiert, gestützt auf ein Buch des Teeverbands des Bezirks, eine Inschrift an der nordöstlichen Ecke der Banczhou-Halle (般舟殿): „天蓼茶院到此，长庆四年正月十五日题“ — „vom Teehof Tianliao hierher gekommen“, die Aufzeichnung stammt vom 15. Tag des ersten Monats des vierten Jahres der Ära Changqing. Der Journalist vermutet vorsichtig, dass der Hof Tianliao ein kleiner klösterlicher Teegarten gewesen sein könnte.
    * **Gedichte auf einer Stele.** Dieselbe Zeitung zitiert Zeilen von einer Stele des Klosters: „身在净土上方界，闲观野鸟鸣幽谷，顿觉超俗话新茶，再整衣冠拜佛牙“ — in ihnen spricht der Schreibende, „der Welt entrückt“, von „neuem Tee“. Autor und Zeit nennt die Zeitung nicht. Die Zeitung, ebenso wie Nachschlagewerke, hält den „neuen Tee“ für Changqing-Tee; in den Zeilen selbst erscheint kein Teename.
    * **Späte Tang.** Laut Zeitung entstanden Gärten damals in Wuliang, Jiaonan, Taian und bei Lingyansi, später wurde Tee nach und nach auch in Wande, Wufeng, Zhangxia und Shuangquan gepflanzt. Auf welche Dokumente sich dies stützt, wird nicht gesagt.
    * **1998.** Laut derselben Zeitung begann Changqing erst in diesem Jahr mit dem versuchsweisen Teeanbau im Rahmen des Programms „南茶北引“ — „südlicher Tee nach Norden“; um 2008 förderte der Bezirk bereits großflächige Pflanzungen. Ein Referenzportal schreibt, gestützt auf die Bezirkslandwirtschaftsbehörde, von einer Wiederaufnahme des Anbaus seit den 1950er Jahren und von 2000 *mu* Teegärten Ende 2011; die Abweichung vom Datum der Zeitung ist nicht aufgelöst.
    * **2022.** „Qilu Wanbao“ berichtete über einen Artikel einer Bezirksforschungsgruppe zum Geschmack des Changqing-Tees in der Zeitschrift *Foods*; bibliografische Angaben nennt die Zeitung nicht.
    * **2023.** Laut „Jinan Ribao“ umfassten die traditionellen Gärten 11 040 *mu*, der Produktionswert an trockenem Tee lag bei etwa 201 Millionen Yuan; bei der Bewertung regionaler Teemarken Chinas für 2023 wurde die Marke auf 499 Millionen Yuan geschätzt.
    * **2025.** Mit Bekanntmachung Nr. 646 des Staatlichen Amtes für geistiges Eigentum vom 23. September 2025 wurde Changqing Cha als Produkt mit geografischer Angabe anerkannt.
    * **Landwirtschaftliche Angabe.** „Jinan Ribao“ (2024) bezeichnet Changqing Cha als landwirtschaftliches Produkt mit geografischer Angabe; ein Teeportal datiert die Anerkennung durch das Landwirtschaftsministerium auf 2012. Das Dokument selbst liegt in den gefundenen Quellen nicht vor.
* **Name:** „Changqing“ (长清) ist der Name des Bezirks. Der Werbespitzname lautet „江北第一茶“, „erster Tee nördlich des Jangtse“.
* **Kulturelle Bedeutung:** Der Teeverband des Bezirks hat mit Unterstützung der Bezirkslandwirtschaftsverwaltung das Buch „珠树莲台北茶之祖 — 长清茶与北方茶文化之变迁“ herausgegeben; bereits im Titel wird Changqing als „Ahnherr des nördlichen Tees“ bezeichnet.

**3. Botanische Beschreibung und Rohmaterial:**

* **Sorten:** Die Schutzanforderungen nennen 鸠坑种 (*Jiūkēng zhǒng*), 黄山种 (*Huángshān zhǒng*), 福鼎大白茶 (*Fúdǐng dàbáichá*), 舒茶早 (*Shūcházǎo*) und die Longjing-Serie (龙井系列) — „und andere“.
* **Herkunft der Sorten:** Laut „Qilu Wanbao“ wurden die meisten Sorten des Bezirks aus dem Süden eingeführt; am weitesten verbreitet ist Fuding Dabai, dessen Qualität sich im Lauf der Akklimatisierung gegenüber der Heimat merklich verändert hat.
* **Pflückung:** Nur von Hand (人工采摘) — die einzige Anforderung an die Pflückung. Ein Standard für den Spross fehlt im Dokument.
* **Pflückzeit:** Die Bezirksverwaltung nennt die Jahreszeit Guyu (谷雨, *gǔyǔ*) und später als beste Zeit für neuen Tee: Nach der Verlagerung nach Norden habe sich die Biologie des Strauchs verändert, die Saison sei spät. Darauf baut der Bezirk die Marke 长清谷雨茶 auf.

**4. Terroir und Besonderheiten des Anbaus:**

* **Region:** Westlicher Fuß des Taishan (泰山西麓), Südwesten von Jinan; laut Bezirksverwaltung sind die Gärten überwiegend an drei Seiten von Bergen umgeben.
* **Klima:** Hoch gelegener Breitengrad mit großem Unterschied zwischen Tages- und Nachttemperaturen („Qilu Wanbao“). Angaben zu Temperatur, Niederschlag und Höhe finden sich in den gefundenen Quellen nicht.
* **Böden:** Laut Schutzanforderungen überwiegend Braunerden (棕壤), reich an organischer Substanz, Zink, Eisen, Bor, Kalzium, Magnesium und Molybdän.
* **Pflege nach den Schutzanforderungen:** Bewässerung vor dem Knospenaufbruch und nach der Düngung; obligatorische wassersättigende Bewässerung zu Winterbeginn (越冬水); Schnitt auf Ertragskrone; Schutz vor Schädlingen mit manuellen, physikalischen und biologischen Maßnahmen, hochgiftige und persistente Pestizide sind verboten.

**5. Herstellungstechnologie:**

Die Schutzanforderungen beschreiben die Verarbeitung nicht, andere Beschreibungen der Technologie gerade dieses Tees liegen in den gefundenen Quellen nicht vor. Unten steht das allgemeine Schema für grünen Tee, nicht eine Beschreibung des Changqing Cha:

1.  **Ausbreiten des frischen Blattes (摊放, *tānfàng*).**
2.  **Fixierung (杀青, *shāqīng*):** Hitze stoppt die Oxidation.
3.  **Rollen (揉捻, *róuniǎn*).**
4.  **Trocknung (干燥, *gānzào*).**

**6. Organoleptische Eigenschaften:**

Nach den Schutzanforderungen von 2025; in Klammern die Formulierungen des Dokuments.

* **Äußeres Erscheinungsbild des trockenen Blattes:** Gerollt in Windungen, dicht (条索卷曲紧结); grün, mit feuchtem Glanz (色泽绿润).
* **Aroma des trockenen Blattes:** Keine eigene Beschreibung: hohes Aroma (香高) ordnet das Dokument der „inneren Qualität“ (内质) zu, also dem Aufguss.
* **Aroma des Aufgusses:** Hoch, mit Kastaniennote (板栗香).
* **Geschmack:** Weich und voll (味醇).
* **Farbe des Aufgusses:** Farbe eines Hirsesuds (小米汤色).
* **Teegrund (aufgegossenes Blatt):** Blattfleisch dick (叶肉厚); der Tee verträgt viele Aufgüsse (耐冲泡).

Die Bezirksverwaltung fasst das Erscheinungsbild in der Formel „小米汤、板栗香、叶肥厚、味悠长“ zusammen — „Hirsesud, Kastanienaroma, fleischiges Blatt, langer Geschmack“.

Die Beschreibungen der Form gehen auseinander: Ein Teeportal (2022) nennt den grünen Changqing-Tee gerade, dicht und mit deutlich sichtbarem Flaum (外形挺直，条紧显毫), nicht gewunden.

**7. Chemische Zusammensetzung:**

Die Schutzanforderungen legen Schwellenwerte fest: Extraktstoffe — mindestens 38,0 %, Polyphenole — mindestens 14,0 %, Koffein — mindestens 4,0 %, Summe der Aminosäuren — mindestens 23,0 %, Eiweiß — mindestens 30,0 %.

Die beiden letzten Schwellenwerte werfen Fragen auf. Eine Summe der Aminosäuren von 23 % ist für fertigen Tee unglaubwürdig: Benachbarte Bezeichnungen aus Shandong derselben Bekanntmachung fordern mindestens 2,0 % (Haiqing Cha) und 3,0 % (Jiaonan Lücha), und Frühjahrsprossen der besonders „aminosäurereichen“ gelbblättrigen Sorte Jingyun Huangcha erreichen 6,8–8,3 %. In den Anforderungen für andere Tees derselben Bekanntmachung gibt es keinen Eiweiß-Schwellenwert. Die Zahlen sind so wiedergegeben, wie sie gedruckt vorliegen; ein Fehler im Dokument selbst ist möglich.

Nach der Untersuchung der Bezirksgruppe (in der Wiedergabe der „Qilu Wanbao“) gibt es im Frühjahr mehr freie Aminosäuren und weniger Catechine als im Sommer und Herbst, bei nahezu unverändertem Polyphenolgehalt, und der Changqing-Tee des Frühjahrs ist reicher an Aminosäuren als die hellblättrigen Sorten 小雪芽, 白叶1号 und [黄山白茶](https://thetea.app/de/article/huangshan-baicha).

**8. Nützliche Eigenschaften:**

Geprüfte Daten zur Wirkung gerade dieses Tees liegen nicht vor.

**9. Zubereitung:**

Praxis der Klasse für grünen Tee: 80–85 °C, 3 g auf 150 ml, Glasbecher oder Gaiwan. Gefäß vorwärmen, Wasser an der Wandung entlang eingießen, erster Aufguss nach 40–60 Sekunden; trinken, einen Teil des Aufgusses zurücklassen und zwei bis drei weitere Aufgüsse machen.

**10. Lagerung:**

Praxis der Klasse. In luftdichter Verpackung, im Kühlschrank bei 0–5 °C, ohne Licht, Feuchtigkeit und Fremdgerüche; am besten innerhalb eines Jahres trinken.

**11. Preis und Fälschungen:**

Ein Teeportal (2022) nennt einen Preis pro Schachtel überwiegend im Bereich von 200–500 Yuan, ohne das Gewicht anzugeben; weitere Preisangaben finden sich in den gefundenen Quellen nicht.

* **Wie man Fälschungen vermeidet:**
    * Das besondere Zeichen der geografischen Angabe und einen Hersteller aus dem Bezirk Changqing suchen.
    * Nicht mit Taishan Lücha ([泰山绿茶](https://thetea.app/de/article/taishan-lucha)) verwechseln — einer eigenen Bezeichnung derselben Bekanntmachung mit Gebiet im benachbarten Taian.
    * Nicht mit Maoshan Changqing ([茅山长青](https://thetea.app/de/article/maoshan-changqing)) verwechseln: Auf Russisch klingt der Name gleich, es handelt sich jedoch um einen grünen Tee der Provinz Jiangsu mit anderen Schriftzeichen.

**12. Interessante Fakten:**

* Die Ära Changqing (长庆, *Chángqìng*) aus der Inschrift von 824 und der Bezirk Changqing (长清, *Chángqīng*) werden im Russischen gleich geschrieben, die Schriftzeichen und Töne sind jedoch verschieden.
* Im Verzeichnis der Bekanntmachung Nr. 646 stehen Changqing Cha und Taishan Lücha unmittelbar hintereinander — unter den Nummern 258 und 259.
* Kommerzielle Nachschlagewerke stellen Changqing Hangzhou an die Seite: „南有虎跑泉、[西湖龙井](https://thetea.app/de/article/xihu-longjing)，北有趵突泉、长清名茶“ — im Süden die Hupao-Quelle und der Longjing vom Westsee, im Norden die Jinaner Baotu-Quelle und der Changqing-Tee.

**13. Vergleich mit anderen Tees aus Shandong:**

* **Taishan Lücha (泰山绿茶):** Grüner Tee aus dem benachbarten Bezirk Taian am selben Berg Taishan, Nachbar in der Bekanntmachung.
* **Rizhao Lü Cha ([日照绿茶](https://thetea.app/de/article/rizhao-lucha)):** Grüner Küstentee im Südosten der Provinz, ebenfalls aus der Verlagerung des Tees nach Norden hervorgegangen.
* **Jiaonan Lücha ([胶南绿茶](https://thetea.app/de/article/jiaonan-lucha)):** Grüner Tee aus dem Süden Qingdaos aus derselben Bekanntmachung, in der Beschreibung ebenfalls mit Kastanienaroma.

**Zum Abschluss:**

Changqing Cha ist ein nordchinesischer grüner Tee am Fuß des Taishan: gewundenes grünes Blatt, ein Aufguss von der Farbe eines Hirsesuds, Kastanienaroma und fleischiges Blatt, das viele Aufgüsse verträgt. Die Schutzanforderungen von 2025 haben das Erscheinungsbild festgeschrieben, aber nicht die Technologie, und ein Teil ihrer chemischen Schwellenwerte bedarf der Überprüfung.
