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title: "Běipǔ péngfēng chá"
url: https://thetea.app/de/article/beipu-pengfeng-cha
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updated: 2026-10-04
source: THE TEA — encyclopedia of Chinese tea (https://thetea.app)
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# Běipǔ péngfēng chá (北埔膨風茶)

**Beipu Pengfeng Cha** (*Běipǔ péngfēng chá*, 北埔膨風茶) — „Prahler-Tee" aus der Gemeinde Beipu (北埔鄉) im Landkreis Hsinchu im Nordwesten Taiwans. Dies ist der lokale Name jenes Oolong-Typs, der weiter bekannt ist als „Östliche Schönheit" ([東方美人](https://thetea.app/de/article/dongfang-meiren)茶) und „Oolong mit weißem Flaum" (白毫烏龍茶): ein Tee aus Trieben, die im Hochsommer von der Tee-Zikade (小綠葉蟬) angestochen werden. Der Name „北埔膨風茶" ist ein Herkunftszertifizierungszeichen, dessen Inhaber die Gemeindeverwaltung ist und dessen Zone die Gemeinde selbst ist; dadurch unterscheidet sich der Beipu-Tee von der „Östlichen Schönheit", die in mehreren Landkreisen hergestellt wird.

**1. Klassifikation und Herkunft:**

* **Typ:** Oolong (烏龍茶, *wūlóngchá*); laut der chinesischen Wikipedia gehört er unter den teilfermentierten Oolongs zu den stärker fermentierten.
* **Kategorie:** Taiwanischer Oolong aus von Zikaden geschädigtem Blatt; Herkunftszertifizierungszeichen (產地證明標章) „北埔膨風茶".
* **Herkunft:** Taiwan (臺灣, *Táiwān*), Landkreis Hsinchu (新竹縣, *Xīnzhú xiàn*), Gemeinde Beipu (北埔鄉, *Běipǔ xiāng*).
* **Zone des Zeichens:** Laut dem Text des Zeichens in der Wiedergabe des Überblicks über taiwanische Tee-Herkunftszeichen im Blog von 荼公子 (2020) — die Gemeinde Beipu im Landkreis Hsinchu. Rechteinhaber ist die Gemeindeverwaltung (北埔鄉公所).
* **Andere Namen desselben Typs:** 東方美人茶, 白毫烏龍茶, 椪風茶, 五色茶, 香檳烏龍, 番庄烏龍 — laut dem Wissensportal des taiwanischen Landwirtschaftsministeriums.

**2. Geschichte und kulturelle Bedeutung:**

* **Name.** Laut der chinesischen Wikipedia bedeutet „膨風" auf Taiwanesisch-Hakka (*pong fung*) „prahlen, angeben"; das Teeunternehmen 京盛宇 nennt dieses Wort taiwanesisches Minnan. In bekannten Versionen glaubten die Landsleute der Erzählung von einem außergewöhnlich hohen Teepreis nicht und hielten sie für Prahlerei; Daten und Protagonisten weichen in den Quellen voneinander ab.
* **Herkunftsversionen:**
    * **Lokale Version.** Laut der Website des digitalen Gemeindezentrums begann es im Jahr 1886 (12. Jahr von Guangxu): Ein erschöpfter Meister ließ die Fermentation zu lange laufen. 1931 veranstaltete Generalgouverneur Ishizuka Eizō (石塚英藏) in Beipu einen Wettbewerb und kaufte den Tee zu einem Preis auf, der mit zwanzig Monatsgehältern verglichen wird; die Landsleute hielten dies für Prahlerei, bis die Geschichte in die Zeitungen kam.
    * **Version des Teeunternehmens 京盛宇** unter Berufung auf Aufzeichnungen des Fotografen Deng Nanguang (鄧南光): 1932 stellte der Meister Jiang Ruichang (姜瑞昌) Tee aus von Zikaden angestochenem Blatt her, und nach einer Ausstellung in Taipeh kaufte das Generalgouvernement die gesamte Partie zu einem hohen Preis auf.
    * **Version der chinesischen Wikipedia.** Ein Teebauer brachte die durch Schädlinge verdorbene Ernte in die Stadt, und eine ausländische Handelsfirma (洋行) kaufte sie vollständig auf; zu Hause hielt man seinen Bericht für „膨風".
* **Exportname.** Laut der chinesischen Wikipedia wurde der unverarbeitete Tee zu Lagerhäusern im Taipeher Stadtteil Dadaocheng (大稻埕) gebracht und in Einrichtungen namens „番莊館" vor dem Export geröstet und sortiert — daher der alte Name „番庄烏龍".
* **„Östliche Schönheit".** Nach einer Überlieferung gab Königin Victoria den Namen, nach einer anderen Elisabeth II. nach einer Silbermedaille auf einer Ausstellung in England um 1960. Belege gibt es nicht, es handelt sich um Überlieferungen.
* **Wettbewerbe.** Laut der chinesischen Wikipedia führt die Regierung des Landkreises Hsinchu jährlich im Juni–Juli in Beipu oder der Nachbargemeinde Emei eine Bewertung von „東方美人茶（膨風茶）優良茶" und im November–Dezember eine Winterbewertung durch; der ausgezeichnete Tee wird nach Klassen verpackt. Die Listen der Sommerbewertung veröffentlicht die Bauernvereinigung von Beipu — die Liste 2026 erschien im Juli.
* **2010.** Laut der Übersichtstabelle der Herkunftszeichen des taiwanischen Amtes für geistiges Eigentum ist der Name „北埔膨風茶" seit dem 1. Dezember 2010 als Zertifizierungszeichen der Gemeindeverwaltung geschützt; die Schutzdauer läuft bis zum 30. November 2030.

**3. Botanische Beschreibung und Rohmaterial:**

* **Sorte:** Laut der chinesischen Wikipedia ist in Taoyuan, Hsinchu und Miaoli die Hauptsorte Qingxin Damao (青心大冇, *qīngxīn dàmǎo*), in Pinglin, Shiding und Lugu Qingxin Oolong (青心烏龍, *qīngxīn wūlóng*). Anforderungen des Zeichens an die Sorte finden sich in den gefundenen Quellen nicht.
* **Rohmaterial:** Laut Angaben der Landwirtschaftsbehörde in der Wiedergabe der Presse sind die Grundlage Triebe von „einer Knospe und zwei Blättern" (一心二葉), geschädigt von der Zikade: Die Knospe ist groß, mit reichlich weißem Flaum, das Blatt weich.
* **Zikade:** Die Grüne Tee-Zikade (小綠葉蟬) saugt den Saft junger Triebe; deshalb dürfen in einem solchen Garten laut der chinesischen Wikipedia keine Insektizide eingesetzt werden.
* **Erntezeit:** Im Sommer, im Juni–Juli, zwischen den Jahresabschnitten Mangzhong (芒種) und Dashu (大暑) — etwa zehn Tage vor und nach dem Duanwu-Fest (laut der chinesischen Wikipedia).

**4. Terroir und Anbaubesonderheiten:**

* **Relief und Böden.** Laut dem Text des Zeichens besteht das Relief der Gemeinde aus Bergen und Hügeln, im Zentrum liegt ein flacheres Becken; die Böden sind fruchtbar, Wasser für die Bewässerung ist reichlich vorhanden. Hänge und Hügel schützen die Gemeinde, wie es dort heißt, vor verschmutzter Stadtluft.
* **Klima.** Warm, feucht, neblig (laut dem Text des Zeichens).
* **Berge und Flüsse.** Laut der Beschreibung des Hakka-Rates ist die Gemeinde von den Gipfeln 五指山 und 鵝公髻山 umgeben, durch sie fließt der Fluss 大坪溪.
* **Anbautechnik.** Ein Geschäft, das Tee der Bauernvereinigung von Beipu verkauft, schreibt, dass die Sträucher ohne Pestizide und chemische Düngemittel wachsen und das Blatt von Hand gepflückt wird. Höhenlagen der Gärten finden sich in den gefundenen Quellen nicht.

**5. Herstellungstechnologie:**

Besonderheiten, die das Wissensportal des taiwanischen Landwirtschaftsministeriums für die „Östliche Schönheit" nennt: starkes Welken (重萎凋) und starkes Bewegen des Blattes (重攪拌); nach der Fixierung wird das Blatt eine Zeitlang mit einem feuchten Tuch abgedeckt, damit es wieder geschmeidig wird (悶置回潤), und erst dann gerollt. Laut Mitteilung der Behörde in der Wiedergabe der Presse ergeben der Zikadenstich zusammen mit diesen Verfahren das besondere Aroma und die Note reifer Früchte.

Den Fermentationsgrad nennen die Quellen unterschiedlich. Laut der chinesischen Wikipedia veröffentlichte die Tee-Verbesserungsstation für die „Östliche Schönheit" 60 %, und die Teebauern von Hsinchu und Miaoli führen sie bis auf 75–85 %. Das Teeunternehmen 京盛宇 schreibt von 60–80 %. Das Geschäft mit Tee der Bauernvereinigung von Beipu nennt die Fermentation stark (重度發酵). Technologische Anforderungen des Zeichens finden sich in den gefundenen Quellen nicht.

Allgemeines Schema der Klasse, nicht Beschreibung dieses Tees: Welken (萎凋, *wěidiāo*) → Bewegen (攪拌, *jiǎobàn*) → Fixierung (殺菁, *shāqīng*) → Rollen (揉捻, *róuniǎn*) → Trocknen (乾燥, *gānzào*).

**6. Organoleptische Eigenschaften:**

* **Erscheinungsbild des trockenen Blattes:** Laut Beschreibung des Landwirtschaftsministeriums — bunt, weiß, grün, gelb, rot und braun gemischt, „wie eine Blume"; bei hohen Qualitäten gibt es viel weißen Flaum. Mit dieser Buntheit verbindet man den Namen „五色茶" — „fünffarbiger Tee".
* **Aroma des trockenen Blattes:** Eine gesonderte Beschreibung findet sich in den gefundenen Quellen nicht.
* **Aroma des Aufgusses:** Natürliches Honig- oder Aroma reifer Früchte (laut Landwirtschaftsbehörde); das Geschäft mit Tee der Bauernvereinigung von Beipu schreibt von Noten reifer Früchte und Honig.
* **Geschmack:** Rund, weich, voll (圓柔醇厚).
* **Farbe des Aufgusses:** Orangerot — laut Landwirtschaftsbehörde; das Geschäft mit Tee der Bauernvereinigung von Beipu schreibt von einem leuchtend bernsteinfarbenen Aufguss. Laut der chinesischen Wikipedia hängt die Farbe von der Röstung ab, und allein daran lässt sich der Teetyp nicht bestimmen.
* **Teegrund (aufgegossenes Blatt):** Beschreibungen finden sich in den gefundenen Quellen nicht.

**7. Chemische Zusammensetzung:**

Physikalisch-chemische Daten speziell zum Beipu-Tee finden sich in den gefundenen Quellen nicht. Die chinesische Wikipedia schreibt über den Typ insgesamt: Bei starker Fermentation wird etwa die Hälfte der Catechine und mehr teilweise oxidiert, daher hat der Tee keinen grasigen Geruch nach rohem Blatt, keine Bitterkeit und keine Herbheit.

**8. Gesundheitliche Wirkungen:**

Überprüfte Daten zur Wirkung gerade dieses Tees liegen nicht vor.

**9. Zubereitung:**

Praxis der Klasse, in der Formulierung der chinesischen Wikipedia für die „Östliche Schönheit".

* **Gefäß:** Schnell erwärmend und schnell abkühlend, am besten eine Porzellankanne.
* **Wassertemperatur:** 80–95 °C, nicht höher.
* **Kalter Aufguss:** 10 g auf 600 ml Wasser mit Raumtemperatur, 8–12 Stunden im Kühlschrank.
* **Historische Methode:** ein Tropfen Brandy im Aufguss — daher „香檳烏龍", „Champagner-Oolong".

Ziehzeiten finden sich in den gefundenen Quellen nicht.

**10. Lagerung:**

Praxis der Klasse. In luftdichter Verpackung, an einem trockenen und kühlen Ort, ohne Licht und Fremdgerüche.

**11. Preis und Fälschungen:**

Ein Geschäft in Beipu, das Tee der Gemeindebauernvereinigung verkauft, gibt für „嚴選膨風茶" einen Preis von 900 Neuen Taiwan-Dollar für 150 g (4 Liang) an; dies ist der Preis eines einzelnen Verkäufers zum Zeitpunkt der Prüfung und kein Marktrichtwert.

* **Wie man Fälschungen vermeidet:**
    * Auf der Verpackung das Herkunftszeichen der Gemeinde Beipu suchen: Der Name „北埔膨風茶" ist gerade als Ortszeichen geschützt, nicht als Typenzeichen.
    * „東方美人" und „白毫烏龍" sind Typennamen, keine Ortsnamen: Solchen Tee stellt man auch in Taoyuan, Miaoli, Pinglin, Shiding und Lugu her.

**12. Interessante Fakten:**

* Benachbarte Gemeinden eines Landkreises halten für einen Teetyp zwei verschiedene Zeichen: „北埔膨風茶" und „峨眉東方美人茶".
* In Miaoli hält sich der alte Exportname „番庄烏龍", in Shiding wird der Tee als „石碇美人茶" oder „文山椪風茶" verkauft.

**13. Vergleich mit anderen Tees aus von Zikaden geschädigtem Blatt:**

* **Dongfang Meiren (東方美人):** Derselbe Typ ohne Ortsbindung; Beipu Pengfeng Cha ist seine gemeindebezogene Variante mit eigenem Zeichen.
* **Emei Dongfang Meiren Cha (峨眉東方美人茶):** Derselbe Typ aus der Nachbargemeinde Emei, mit eigenem Herkunftszeichen.
* **Datian Meiren Cha ([大田美人茶](https://thetea.app/de/article/datian-mei-ren-cha)):** Festlandchinesische, in Fujian beheimatete Version der „Östlichen Schönheit".
* **Gui Fei Oolong ([貴妃烏龍](https://thetea.app/de/article/guifei-wulong)):** Taiwanischer Oolong, dessen Honignote ebenfalls mit dem Zikadenstich in Verbindung gebracht wird.

**Zum Abschluss:**

Beipu Pengfeng Cha ist ein sommerlicher taiwanischer Oolong aus von Zikaden angestochenem Blatt, mit buntem trockenem Blatt, honig-fruchtigem Aroma und einem Aufguss von bernsteinfarben bis orangerot. Von der „Östlichen Schönheit" im Allgemeinen unterscheidet ihn der Ort: Die Gemeinde Beipu hat den alten lokalen Namen durch ein Zertifizierungszeichen für sich gesichert. Die Daten der Legende vom „Prahler-Tee" weichen voneinander ab, deshalb sind sie hier als Versionen angegeben.
